Otto Bernhard Friedmann

Porträt Friedmanns 1848 rauchend und den Blick abwendend;
Frontispiz in der unter Pseudonym X. Y. Z. in Leipzig bei Otto Spamer publizierten Schrift Satyrisch-literarisches Taschenbuch für 1848

Otto Bernhard Friedmann (geboren 13. März 1824 in Wien; gestorben 14. Juni 1880 in Salmannsdorf bei Wien) war ein österreichischer Journalist, Zeitungsverleger und Publizist, der sich politisch für den Dualismus einsetzte.

Leben

Kasperl im Frak, kolorierte Lithografie als Frontispiz von Cajetan

Friedmann tat sich schon im Vormärz hervor, als er ab 1846 unter dem Pseudonym Pux und Lurian die Zeitschrift Kasperl im Frak herausgab, die mit lithografischen Karikaturen „von Cajetan, Darenzy, Möppl, Bärenpelz, Göckl und Specht“ illustriert waren. Die Hefte erschienen im ersten Jahr in Wien in Lechner's Verlag, im Folgejahr 1847 in 52 Ausgaben in der Renger’schen Buchhandlung.

Zensor, seine Landesleute fressend
„Liebe Gustav Schüchtern's zu Theodor Maul“ schlafend im Bett

Friedmann wurde durch die Revolutionen ab 1848 motiviert, als Verleger tätig zu werden. 1848 gründete er die radikale Zeitschrift „Gerad' heraus“. Aufgrund seiner politischen Angriffe - Friedmann wurde mehrmals in Presseprozessen zu mehrmonatigen Gefängnisstrafen verurteilt - entzog er sich seiner Verhaftung durch die Flucht nach Deutschland.

Aus seiner Ehe mit der Schriftstellerin Ottilie Schmieder ging am 1. Juni 1856 die in Wien geborene Tochter spätere österreichisch-amerikanische Schriftstellerin, Journalistin und Malerin Clara Ruge hervor, 1860 folgte der Sohn des Ehepaares, der spätere österreichische Jurist Otto Friedmann. Ihren Nachkommen ermöglichten die Friedmanns eine Kindheit in einer „litterarisch und künstlerisch sehr anregenden Atmosphäre,“ zumal Otto Bernhard Friedrich sowohl Kenner, Liebhaber und Sammler von Gemälden war und auch selbst als Landschaftsmaler dilletierte.

Endgültig nach Österreich zurückgekehrt, gründete Friedmann 1858 das Wiener Wochenblatt. Parallel dazu arbeitete er bei der Ostdeutschen Post. Im Folgejahr 1859 gründete er die Zeitschrift Neueste Nachrichten, die später - und bis 1864 - unter dem Titel Wiener Lloyd erschien.

1868 bis 1869 wirkte Friedmann als Vizepräsident des Presseclubs Concordia. Ende der 1870er Jahre amtierte er als Generaldirektor der Allgemeinen Österreichischen Baugesellschaft.

Schriften (Auswahl)

X. Y. Z. Satyrisch-literarisches Taschenbuch für 1848;
faksimilierter, ergänzter Neudruck von 1931

Literatur

Commons: Otto Bernhard Friedmann – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 o. V.: Otto Bernhard Friedmann auf der Seite Wien Geschichte Wiki, hrsg. vom Wiener Stadt- und Landesarchiv und der Wienbibliothek im Rathaus in der Version vom 19. September 2024, zuletzt abgerufen am 6. April 2025
  2. 1 2 3 4 Angaben nebst Querverweisen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  3. ↑ Helmut W. Lang, Ladislaus Lang: Bibliographie der österreichischen Zeitschriften 1704-1850, Band 1: A – M, Berlin; Boston: Walther de Gruyter, 2003, ISBN 978-3-11-183500-6, S. 406; Google-Books
  4. 1 2 Sophie Pataky: Ruge, Frau Clara Ottilie. In diess.: Lexikon deutscher Frauen der Feder. Band 2: M-Z. Berlin, 1898, S. 212 f.; Transkription über das Deutsche Textarchiv