
Die Pfuel (auch Pfuhl oder Phull) sind ein Uradelsgeschlecht der Mark Brandenburg, das vor allem auf dem Barnim und im Kreis Lebus ansässig war, deren Grenzgebiet als Pfuelenland bezeichnet wird.
Eine bis heute bestehende Linie des Geschlechts führt den Namen Grafen Bruges-von Pfuel.

Die von Pfuel gehören zum Uradel der Mark Brandenburg, in welche sie laut Andreas Angelus im Jahre 926, mit der Unterwerfung der Wenden kamen. Laut Bernhard Latomus kamen die Pfuel zusammen mit König Heinrich I. während der ersten Phase der deutschen Ostexpansion (Ostsiedlung) nach Brandenburg und nahmen 928/929 an den Feldzügen gegen die Slawen teil:
„Die Pfuͤle oder Poͤle haben für 700 Jahren Kaͤyser Heinrichen des Namens dem Ersten, dem Vogler genandt, in der Marck Brandenburg die Wenden oder Schlaven vertrieben, unnd ihr Land einehmen helffen.“
Um 1150 haben sich die Pfuel auch in Mecklenburg nahe Wismar (wahrscheinlich auf Poel) niedergelassen. Im Jahre 1229 wird ein Berent, 1247 ein Abben von Pfuͤle Johann I. von Mecklenburg „rühmlich eingeführet“, und anno 1260, ein Hildbrandt von Pfuel, kurz nach der Stadtgründung, als erster namentlich bekannter Bürgermeister von Wismar genannt.
Ursprünglich kommt das uradelige Geschlecht wahrscheinlich aus dem Schwabengau, im heutigen Sachsen-Anhalt, wo sie südlich von Bernburg eine Burg als Lehen gehabt zu haben scheinen und als getreue Mannen im Gefolge der frühen Askanier genannt werden. Zwischen den Dörfern Gröna und Kustrena liegt der Pfuhlsche Busch, der von den von Pfuhle seinen Namen erhalten haben soll. An dem Ufer der Saale finden sich noch heute die Trümmer der 1372 letztmals erwähnten und seitdem wüstwerdenden alten Burg, welche dem Volksmund nach auch als Raubburg überliefert wurde. In Siegmar von Schultze-Galléras Die Sagen der Stadt Halle und des Saalkreises handeln drei der gesammelten Sagen von dem Geschlecht derer von Pfuhl: Der Herr von Pfuhle und die spukende Nonne von Sankt Blasien, Die Zerstörung der Raubburg Pfuhl und Der Ritter von Pfuhl am Bläsersee.
Im Jahr 1215 erscheinen die Pfuel noch in Anhalt, mit Heinrich von Pfuel in einer Urkunde des Klosters Helfta. Eine Verwandtschaft mit dem im 13. Jahrhundert im Codex diplomaticus Anhaltinus genannten Strucz von Pfuhl ist wahrscheinlich, jedoch nicht nachweisbar. Der Historiker Johann Conrad Knauth schreibt in seiner Misniae illustrandae prodromus (1692), dass sich die Pfuel auch in Sachsen in der Markgrafschaft Meißen, die im Zuge der Deutschen Ostsiedlung entstand, auf dem Hause Mildenstein unter Eilenburg ausgebreitet, und mag aus dieser Branche [Zweig] herstammen. Laut Allgemeiner Encyclopädie der Wissenschaften und Künste waren Burg Mildenstein und Burg Eilenburg eine Zeit lang im Besitz der Pfuel.
Ab dem Jahr 1267 kommt der Name „Pfuel“ regelmäßig in märkischen Urkunden vor. Mit Henricus de Stagno (lat.: Heinrich vom See), 1267, als Zeuge in einer Urkunde der Markgrafen von Brandenburg, mit Conradus de Stagno 1283 als Bürger der Stadt Prenzlau und dann urkundlich in den Jahren 1288 bis 1306 mit Henricus de Pula bzw. Ritter Heino de Pule als markgräflich brandenburgischem Vogt.
Es finden sich zahlreiche Pfuel im Gefolge der märkischen Landesfürsten (so wird der Ritter Henne de Pul am 12. Januar 1337, dem Tag, an dem Wriezen das Stadtrecht verliehen wurde, im Gefolge des Markgrafen Ludwig des Bayern genannt), aber auch häufig als Gelehrte und in der Verwaltung. 1315 ist Wilhelm de Pole als Ratsherr in Bernau, dann 1343, in einem Streit zwischen den Städten Seelow und Wriezen, Henne wan den Pule als Dengesmann Advocatus verzeichnet.
Die sicheren Stammreihen der drei Familienstämme beginnen mit den Brüdern Heine, urkundlich 1429–1460, Bertram, urkundlich 1440–1477 und Werner Pule, urkundlich 1441–1482.
„Die Pfuels kamen so früh in die Mark, dass sie schon im Jahre 1603 in einer Leichenpredigt, die beim Hinscheiden eines der Ihrigen gehalten wurde, nicht nur als ein ‚fürtreffliches‘, sondern auch ein ‚uraltes Geschlecht‘ genannt werden konnten, ein Geschlecht, aus welchem ‚equestris et literati ordinis viri‘, tapfere Kriegsschilde und wohlgelehrte, verständige und versuchte Männer, hervorgegangen seien.“
Die Pfuel gehörten schon im 13. Jahrhundert zum höheren Adel, dem sogenannten Schlossgesessenen Adel, der Mark Brandenburg. Im 14. Jahrhundert verzeichnet das Landbuch Karls IV. (1375) bereits einen umfangreichen grundherrschaftlichen Besitz der Familie Pfuel auf dem Barnim, in dessen Mittelpunkt Otto von Pfuel (1375–1420) steht. Sie gehörten zu den Familien mit den größten Besitzungen und Einkünften Brandenburgs. Zeitweise besaßen sie die größten Besitzungen und Einkünfte des Oberbarnim und der Märkischen Schweiz, deren Ausgang vermutlich Strausberg gewesen ist. Urkundlich belegt befindet sich ab 1367 eine Pacht in Dannenberg (Falkenberg), ab 1375 Teile von Werftpfuhl, das Rittergut Möglin und das ganze Dorf Altranft in ihrem Besitz. Das Herrenhaus Altranft wurde ursprünglich 1375 durch die Pfuel errichtet und blieb bis 1664 in ihrem Besitz. Biesdorf (Wriezen) war von 1375 bis 1634 im Besitz derer von Pfuel. Bis 1413 kamen auch Frankenfelde, Bliesdorf, Diedersdorf, Reichenow, Wollenberg (Höhenland), Schönfeld (Barnim), Reichenberg, Hasenholz und Biesow (Prötzel) zum Teil oder ganz in den Besitz der Familie; 1445 Wriezen, ab 1450 Grünthal und Leuenberg (Höhenland). Schulzendorf, in welchem die Pfuel das Schloss errichten ließen, war von 1450 bis 1837 in dem Besitz der Pfuel. 1430 kam Gielsdorf (Altlandsberg) für fast 500 Jahre in den Besitz der Familie. Bis 1500 folgen noch die ganzen Dörfer oder Besitzungen in Müncheberg, Tempelfelde, Torgelow (Falkenberg), Tiefensee (Werneuchen), Steinbeck (Höhenland), Dall, Quappendorf, Ruhlsdorf (Strausberg), Garzau und Garzin sowie ab 1536 Wilkendorf, das bis 1905 in Familienbesitz blieb. Im Jahre 1472 werden Werner und Bertram von Pfuel mit dem gesamten Dorf Biesdorf belehnt. Urkundlich belegt ist ebenfalls um 1480 ein Pfuel’sches Rittergut in Quilitz, das 1815 in Neu-Hardenberg umbenannt wurde.
Anfang des 20. Jahrhunderts waren im heutigen Landkreis Märkisch-Oderland noch drei Rittergüter im Besitz derer von Pfuel: Wilkendorf (1250 ha) und Gielsdorf (1350 ha), welche 1905 verkauft wurden, sowie Jahnsfelde, bei Müncheberg, welches ab 1449 fast ein halbes Jahrtausend in Pfuel’schem Besitz war, bis Curt-Christoph von Pfuel (1907–2000), der letzte Fideikommiss-Herr auf Jahnsfelde und Besitzer des Schlosses sowie des 1061 Hektar großen Ritterguts, 1946 im Zuge der Bodenreform entschädigungslos enteignet und die Familie Pfuel vertrieben wurde. Jahnsfelde gilt als Stammschloss der Familie. Im Band Oderland seiner Wanderungen durch die Mark Brandenburg zählt Theodor Fontane 23 Orte als ehemals im Besitz der Familie auf, wobei er sich nur auf das eigentliche Pfuelenland bezieht.
Die Pfuel weiteten ihren Besitz erheblich aus und kamen im Lauf der Jahrhunderte an zahlreiche weitere Besitztümer in der Mark Brandenburg. In Pfuel’schem Besitz befanden sich zeitweise u. a. die brandenburgischen Güter Baumgarten, Dolgelin, Kruge, Diepensee, Eichenbrandt, Jakobshagen (Boitzenburger Land), Prötzel, Eggersdorf, Dahmsdorf (Müncheberg), Obersdorf (Müncheberg), Möschen, Gandow, Gosda, Klinge, Tranitz, Nackel, Beerfelde, Dietersdorf (Treuenbrietzen), Dobberkow (Jüterbog), Friedersdorf, Fredersdorf, Borgsdorf, Schönfelde, Oderberg, Hasenfelde, Kienitz, Hackenow, Hassenmühle (Gielsdorf), Emilienhof, Parmen, Pinnow (Uckermark), Eichendorfer Mühle, Batzlow, Langerwisch, Platzfelde, Rangsdorf, Sommerfeld (Oberbarnim), Strado (Calau), Stremmen, Groß und Klein Lübbichow, Schönfeld, Radlow, Plagow, Schenkenberg (Uckermark), Pritzhagen, Dochow (Prenzlau), Lapenow, Möstchen, Münchehofe, Hartmannsdorf (Lübben), Malz, Sieversdorf, Tornow (Oberbarnim), Tramnitz, Trebus, Trebnitz, Trechwitz, Tucheband, Waltersdorf, Wüstermarke, Wölsickendorf, Vichel, Voigtsdorf (Königsberg), Wilmersdorf, Wulkow (Lebus), Zeesen, Ziethen und Münchehofe. 1614 kaufte Ludwig von Pfuel (1585–1625) Hohenfinow und Tornow für 28.000 Taler. In Buckow, welches von 1375 an zu verschiedenen Teilen in dem Besitz derer von Pfuel war, ließ General Georg Adam von Pfuhl 1663 Schloß Buckow errichten. 1688 ging das Schloss an seinen Schwiegersohn, Feldmarschall Heino Heinrich von Flemming über.
Viele der ehemaligen Besitztümer der Familie Pfuel befanden sich, so wie Biesdorf, Heiligensee, Hermsdorf, Mahlsdorf, Schmöckwitz, Rudow, und Lankwitz im heutigen Stadtgebiet von Berlin. 1474 verlieh Kurfürst Friedrich II. von Brandenburg den Pfuel das Berliner Burglehen über seine ehemalige Residenz, das Hohe Haus, in der Klosterstraße, mit der Verpflichtung den Kurfürsten bei Gefahr zu verteidigen und bei seiner Abwesenheit das neu erbaute Stadtschloss zu verwalten. Im Jahr 1609 erwarb Albrecht von Pfuel das Dorf Marzahn, 1655 Georg Adam von Pfuhl für 3.300 Taler das Gut Dahlem. Von einem Struzze von Pfuele soll Strausberg, heute ein Vorort des östlichen Berlins, seinen Namen bekommen haben.

Im heutigen Sachsen-Anhalt kam im 15. Jahrhundert Schloss Jerichow in den Besitz der Pfuel. 1654 kaufte Adam von Pfuel, seit 1641 Herr auf Helfta, den Ort Polleben, der bis 1803 im Besitz der Familie blieb. Durch Heirat gelangte 1641 das Kloster Helfta in den Besitz Georg Adam von Pfuhls. 1664 kamen Eisleben und Wimmelburg in den Besitz der Pfuel, 1680 Nedlitz. Die Klosteranlage Wimmelburg, in welcher die Pfuel Anfang des 18. Jahrhunderts das unmittelbar an die Kirche anschließende Herrenhaus errichten ließen, war von 1664 bis 1798 im Besitz der Pfuel, bis diese das Amt Oberamt Eisleben mit Wimmelburg an den kursächsischen Staat verkauften. Von 1663 bis 1745 war Groß Salze in Pfuel’schem Besitz. Im 17. Jahrhundert kamen außerdem die Rittergüter Seeben und Muldenstein sowie Bischofrode, Großörner, und 1693 Bischofsstedt in den Besitz der Familie. Von 1693 bis 1724 das Rittergut Randau, von 1735 bis 1803 Osterholz, von 1746 bis 1780 das Rittergut Zerben. In Sachsen kam im 15. Jahrhundert Bärenwald in den Besitz der Pfuel, in Thüringen war um 1510 das Rittergut Artern in ihrem Besitz.
In Mecklenburg ließen sich die Pfuel laut Bernhard Latomus im 12. Jahrhundert nahe Wismar nieder, im 13. Jahrhundert folgten Rittergüter in Groß Schönfeld, Schönfeld, Hohenfelde, und weitere Pfuel’sche Lehen im Stargardner Land, welche bis Anfang des 16. Jahrhunderts in ihrem Besitz blieben. In Vorpommern kam 1666 Maltzendorf (Franzburg), in den 1660er Jahren das Rittergut Nehringen, mit den Gutshöfen Dorow, Veskow (Fäsekow), Deyelsdorf, Wiecke (Übelwieck, jetzt eine Wüstung bei Kamper), Glevitz, und Langenfeld sowie Besitzungen in Janickendorf (Jahnkow), Borstdorff (Bauersdorf, heute Keffenbrink), Baßendorff und Medrow in den Besitz der Pfuel. Von 1709 bis 1732 Gut Pütnitz, und von 1732 bis 1824 Gut Pantlitz.
In Hinterpommern kamen 1610 Gut Rosenfelde sowie von 1701 bis 1750 Zuchen, 1827 Gut Schwerin, Gut Kreutz, und 1838 Elmershagen in Pfuel’schen Besitz.
In der preußischen Provinz Ostpreußen: 1776 Wohnsdorf, 1780 Wöterkeim sowie Groß Mauer, Deguhnen, Muhlack, Pöhlen (Kreis Friedland), Rückgarben, und Söllen.
In Württemberg war von 1787 bis 1918 Obermönsheim im Besitz derer von Phull, allerdings gingen alle staatlichen Rechte im Verlauf des späteren 19. Jahrhunderts an das Königreich Württemberg über. Auch in Lippe, sowie Osteuropa, Österreich, Dänemark und Schweden wurden Vertreter der Familie ansässig.
In Bayern war das Rittergut Mollberg, südlich von Höchstädt an der Donau in dem Besitz der Familie, bis Johann Wilhelm von Phull (1739–1793) dieses verkaufte und 1764 in die heutigen Vereinigten Staaten von Amerika auswanderte, als Offizier unter George Washington diente, und am Mississippi, in der Nähe von Baton Rouge in Louisiana, die Bel Air Plantation erwarb. Mit seinem Sohn Henry von Phul, ließ sich die Familie 1811 in St. Louis, Missouri nieder, in dessen früher Stadtgeschichte sie wirkte, woran noch heute die Von Phul Street erinnert.
Das Geschlecht blüht heute noch in Süddeutschland. Vertreter der uradligen Familie wohnen heute unter anderem in München, auf Schloss Tüßling (1991 geerbt) und Gut Mamhofen bei Starnberg.
Bei den von Pfuel handelt es sich um eines der ältesten und ehrwürdigsten Geschlechter der brandenburgisch-preußischen Geschichte, und ihr Ansehen war so bedeutend, dass sie noch am Ende des fünfzehnten Jahrhunderts, also fast hundert Jahre später als die Quitzows, und trotz des Landfriedens von 1495 sowie einer 1499 über Friedrich von Pfuel verhängten Reichsacht, eine die Rechtsvorstellungen der Zeit beachtende, zehnjährige Fehde (1497 bis 1507) mit den Mecklenburger Herzögen führen konnten.

Der Feudalzeit entsprechend waren die Pfuel vornehmlich hohe Offiziere der brandenburgischen Kurfürsten und der preußischen Könige. Fünfundzwanzig von ihnen dienten als Generäle. Der Dreißigjährige Krieg fand 21 Pfuel unter den Offizieren der brandenburgischen und schwedischen Armeen, unter dem Großen Kurfürsten dienten 26, fünfundzwanzig unter Friedrich II. Acht kämpften in den Befreiungskriegen von 1812 bis 1815, und auch noch im Deutsch-Französischen Krieg von 1870 bis 1871 sowie im Ersten Weltkrieg waren die Pfuel vertreten. Mindestens neunzehn ließen in diversen Schlachten ihr Leben. Die Pfuel stellen nach den Kleist, mit sechzehn erworbenen Militärorden Pour le Mérite – die höchste Tapferkeitsauszeichnung, die im Königreich Preußen vergeben werden konnte – das Geschlecht mit den meisten dieser Auszeichnungen.
Aber ebenso waren die Pfuel in hohen Staatsstellungen oder als Geistliche anzutreffen. Vögte, Kurfürstliche Räte, Minister, Gouverneure sowie Politiker und Staatsmänner sind dem Pfuel’schen Geschlecht entsprungen. Allein 34 von ihnen studierten bis zum Ende des 18. Jahrhunderts an der Universität Frankfurt (Oder). Den Doktor der Rechte zu erwerben war Familientradition.
Der wohl Bekannteste unter ihnen dürfte der 1779 geborene Ernst von Pfuel gewesen sein, enger Jugendfreund von Heinrich von Kleist und guter Bekannter von Bettina und Achim von Arnim sowie Karl August und Rahel Varnhagen. Auch Theodor Körner, Gerhard von Scharnhorst, August Neidhardt von Gneisenau und der Freiherr vom Stein gehörten zum Freundeskreis Ernst von Pfuels, der als junger Offizier in der Schlacht bei Jena und Auerstedt gegen Napoleon kämpfte, später in russische Dienste trat und dort zum Chef des Generalstabes des Generals Friedrich Karl von Tettenborn avancierte, den preußischen Angriff bei Waterloo plante und schließlich Stadtkommandant von Köln und von Paris, preußischer Gouverneur des Schweizer Kantons Neuenburg, Gouverneur von Berlin, sowie Mitglied der Preußischen Nationalversammlung von 1848 wurde. In seinem späteren Leben wurde Pfuel das Amt des preußischen Ministerpräsidenten und Kriegsministers übergeben. In seinem bewegten Leben lernte er sowohl den „Dichterfürsten“ Johann Wolfgang von Goethe als auch den Philosophen Karl Marx kennen.
Hauptlinie (Stamm): Brandenburgischer Uradel (926), seit dem 13. Jahrhundert Schlossgesessen; vormals Reichsfreiherrlich.
Schwedische Linie: Schwedische Adelsnaturalisation am 3. Mai 1686 und Introduktion bei der Adelsklasse der schwedischen Ritterschaft für den königlich schwedischen Oberstleutnant Jakob von Pfuel (1621–1704).
Westfälische Linie: Königlich westphälisches Baronat am 31. August 1813 für den königlich westphälischen Oberst und Kommandeur der Artillerie NN. von Pfuel.

Württembergische Linie: Königlich württembergischer Freiherrnstand am 17. Dezember 1828 für den königlich württembergischen General der Infanterie Friedrich von Phull bzw. am 19. Februar 1834 in Stuttgart für seine Brüder Ernst von Phull, königlich württembergischer Staatsminister, verheiratet mit Friederike von Rieppur; August von Phull, königlich württembergischer Kammerherr und Oberschlosshauptmann zu Göppingen; sowie Bewilligung der Führung des Freiherrnprädikats für alle Mitglieder dieser Familie. Immatrikulation bei der Freiherrnklasse des ritterschaftlichen Adels im Königreich Württemberg als Freiherr von Phull-Rieppur am 26. Januar 1837 für Eduard von Phull, Gutsherr auf Obermönsheim (Oberamt Leonberg). – Österreichische Prävalierung des Freiherrnstandes als eines ausländischen durch Ministerialreskript vom 3. Februar 1879 in Wien für den Unternehmer August von Phull, Teilhaber der Chemikalienfabrik Hochstetter & Schickardt in Brünn.
Die Pfuel schrieben sich laut Albert Georg Schwartz in den frühesten Zeiten de Palude (lateinisch: vom Sumpf). Der Familienname Pfuel (Pfuhl, Phull) deutet daher auf einen alten Herkunftsnamen, der in verschiedener Schreibweise auf die ursprüngliche Herkunft des Geschlechts, bzw. derer Güter, in der Nähe eines Pfuhls (Tümpel, Sumpf) oder sumpfigem Gebiets, weist. Die Schreibweise wechselte auch zwischen Pul, Pula, Pule, Pfule, Puel, Phuel und Phul (in hochdeutschen Schriften: Pfuel, Pfuhl, Pfull, Phull, Pull; in niederdeutschen Schriften: Pfoel, Phoel, Pool, Poele, Pole, Poll).
Seit Curt-Christoph von Pfuel (1907–2000) führt das Geschlecht den Namen Graf Bruges-von Pfuel, nachdem Curt-Christoph von Pfuel diesen Namen seit 1943 als Adoptivsohn der Apollonia Gräfin von Bruges († 9. Mai 1944) annahm. Die direkte Linie der Grafen von Bruges de Montgomery ist mit Apollonia Gräfin von Bruges erloschen. Die später vor allem in Preußen bekannte Familie war seit dem 18. Jahrhundert dort ansässig, kam aber erstmals mit Thomas de Bruges und dessen Sohn Henry de Bruges (auch: Brugge, Bridges, Brydges) bereits 1510 aus der englischen Provinz Gloucestershire und siedelte sich dann in der französischen Dauphiné an. Thomas de Bruges war der Sohn des Thomas Brugge, de jure 5th Baron Chandos (1427–1493), der späteren Dukes of Chandos. Die Ahnenreihe der Grafen von Bruges de Montgomery beginnt ursprünglich mit dem aus der Normandie stammenden Vicomte Roger I. de Montgommery († vor 1048), dessen Enkelsohn Roger de Montgomerie im Jahre 1066 an der Eroberung Englands teilnahm und 1067 zum ersten Earl of Shrewsbury und Earl of Arundel ernannt wurde. In Frankreich wurde der Grafenstand des Geschlechts am 14. Juli 1767 und am 12. Dezember 1770 nach dem Recht der Primogenitur anerkannt. Dieser wurde durch die preußische Regierung bei der Einwanderung nach Preußen nicht beanstandet.
Das Stammwappen zeigt in Silber (auch oft in Blau) drei rot-gold-blaue Regenbögen übereinander. Auf dem Helm mit blau-silbernen Decken steht ein von dem Regenbogen überhöhter natürlicher Palmbaum (aus einem Spickel mit Hahnenfederbusch entstanden), begleitet von drei (1:2) goldenen Sternen.
Der Wappenspruch bzw. die Devise lautet „Muth und Hoffnung“.
Wappen der Grafen von Bruges de Montgomery:
Der goldgerandete Wappenschild zeigt in Silber ein schwarzes Andreaskreuz, das in der Mitte mit einem goldenen Leopardenkopf belegt ist. Kleinod: Wachsender bärtiger Mannesrumpf, dessen silberner Rock mit einem von fünf (2, 3) schwarzen Muscheln begleiteten schwarzen Pfahl belegt ist; auf dem Haupt einen links abhängenden schwarz aufgeschlagenen Heldenhut.

Im der Jahnsfelder Chronik wird eine heute noch blühende Linie vom 13. bis ins 20. Jahrhundert, wessen erstes Glied im Gothaisch Genealogischen Taschenbuch der Adeligen Häuser auch genannt ist, in einem ununterbrochen Mannesstamm dargestellt. Die hier verwendeten Quellen (GHbdA, GGTdAH etc.) setzen den Stammbaum in der fünften Generation bei Otto von Pfuel an:
Dieser Stamm bestand hauptsächlich aus hochrangigen kurfürstlichen Räten, Juristen und preußischen Offizieren, deren Nachfahren sich bis nach Brasilien verzweigten. Die Familie war in Brandenburg und Ostpreußen weitreichend begütert und besaß zahlreiche Lehen und Pfandherrschaften wie Jahnsfelde, Friedersdorf, Biesdorf und Löwenberg.
Heine Pul (* um 1400; † vor 1469) ist seit dem Jahr 1429 bis 1460 urkundlich. Er war kurfürstlich Brandenburger Rat, belehnt zu Ranft, Dannenberg, Jahnsfelde, Biesdorf und Gielsdorf, Pfandherr zu Wriezen auf Lebenszeit und Vogt zu Oderberg und Hauptmann zu Oderberg und Trebbin.
Diese Linie begann mit einigen Juristen und kurfürstlichen Räten, wandelte sich über Generationen zu einer reinen preußischen Offiziersfamilie mit Generälen.
Melchior von Pfuhl (* um 1465–1470; † 1541), Jurist, kurfürstlich Brandenburgischer geheimer Rat, belehnt u. a. zu Quilitz, Friedersdorf, Kienitz, Ranft und Steinbeck, mehrfach Gesandter, Vorsteher des Klosters Friedland und Hauptmann zu Zossen. Er heiratete um 1492 Margarethe von Krummensee, wobei sich der Stammbaum bei ihrem Sohn Georg fortsetzt.
Idels und Anna Margarethes Sohn Idel Ehrentreich (* 1640; † um 1711) war königlich preußischer Oberst und Kommandant der Festung Löcknitz. Wegen Versäumnis der Lehensmutung von Friedersdorf fiel dieses Gut an Johann Georg von der Marwitz. Seine Ehefrauen waren in dieser Reihenfolge Luise Sophie von Pfuhl und Georg Adolf von Mikranders Tochter Johanna Dorothea. Aus zweiter Ehe stammte Georg Wilhelm Ehrentreich.
Die zweite Linie Bestand mehrheitlich aus Offizieren und Leutnants, die meist den märkischen Gütern wie Löwenberg und Dannenberg begütert waren. Spätere Generationen dehnten den Einfluss als preußische Obersten und Kommandeure bis nach Ostpreußen aus und verzweigten sich schließlich als Militärlehrer und Offiziere bis nach Brasilien.
Hans von Pfuel (* um 1470–1475; † vor 1535), verheiratet mit Anna von Kießleben und belehnt auf Löwenberg und Dannenberg.
Hans Friedrich (* 18. Dezember 1716 in Wilmersdorf; † 14. August 1773 in Königsberg in Preußen), Sohn Hans Heinrich Friedrichs, war königlich preußischer Kapitän, z. B. im Regiment Nr. 14 unter Lehwaldt. Er heiratete Juliane von der Groeben, Tochter des Abraham Boguslav von der Groeben.
Carl Ludwig von Pfuel (* 8. Juli 1725 in Wilmersdorf; † 27. Dezember 1803 in Schweidnitz), Hans Friedrichs jüngerer Bruder, war preußischer Offizier, Generalmajor und Chef des Infanterieregiments Nr. 40
Dieser Stamm Bestand aus ranghohen Militärs, Ministern und Diplomaten, die in württembergische, schwedische und dänische Dienste traten. Anfangs in der Grafschaft Ruppin und Brandenburg reich begütert, breitete der Stamm den Besitz später auch auf Territorien in Sachsen-Anhalt, Württemberg und Dänemark aus. Neben hochrangigen preußischen Beamten brachte dieser Stamm auch eine Linie hervor, die in den württembergischen Freiherrenstand erhoben wurde.
Bertram Pful (* um 1405–1410; † vor 1482), kurfürstlich brandenburgischer Rat, belehnt u. a. zu Ranft, Dannenberg, Heiligensee, Biesdorf, Gielsdorf und Trebnitz.
Diese Linie war auf den märkischen Stammgütern Gielsdorf, Wilkendorf und Jahnsfelde begütert. Sie bildete den politisch einflussreichsten Teil des Stammes und brachte über Generationen hinweg vor allem preußische Spitzenbeamte, Generäle und Diplomaten hervor.
Dieser vor allem in Berlin und Potsdam präsente Ast bestand aus den hohen militärischen und staatlichen Amtsträgern.
Ernst Heinrich Adolf (* 3. November 1779 in Jahnsfelde; † 3. Dezember 1866 in Berlin) war königlich preußischer General der Infanterie, geheimer Staats- und Kriegsminister, Ministerpräsident, Gouvaneur von Neuchâtel und Berlin. Seine überlieferten Kinder stammen aus seiner ersten Ehe mit Karoline von Byern.
Dieser Ast war auf den märkischen Stammgüter begütert und charakterisiert sich neben Militär- und Diplomatenlaufbahnen vor allem durch Führungspositionen im regionalen Rittertum und der Verwaltung.
Friedrich Heinrich Ludwig (* 2. Oktober 1781 in Jahnsfelde; † 16. Juli 1846 in Karlsbad), königlich preußischer Generalleutnant und Kommandant von Stettin. Ehrenritter des Johanniterordens.
Diese Linie brachte vor allem schwedische, dänische und württembergische Offiziere sowie Staatsminister hervor. Begütert in Mitteldeutschland und später im süddeutschen Raum, erlangten mehrere Glieder den württembergischen Freiherrenstand.
Adam (* um 1550; † 1. September 1626 in Vichel), begütert auf Vichel, Jahnsfelde und Wilkendorf. Nach von Uechtritz’ Diplomatischen Nachrichten adelicher Familien nahm er ein jungen Jahren in französischen und niederländischen Kriegen teil, wobei er sich Ruhm erworben habe. Er war verheiratet in erster Ehe mit Barbara von Burgsdorff, in zweiter Ehe mit Margarethe von Grabow. Adams zwei Söhne aus erster Ehe begründeten zwei Äste, des Weiteren sind zwei Töchter überliefert, bei von Uechtritz nochmal vier.
Dieser Ast bestand aus mehreren Geheimen Räten, Generälen und Staatsministern, von denen mehrere in den württembergischen Freiherrenstand erhoben wurden, teilweise auch in Richtung Osten, beispielsweise Polen, auswanderten.
Curt Bertram von Pfuhl (* um 1590; † 23. Januar 1649), u. a. kurbrandenburgrischer Geheimrat und Gesandter
1. Zweig
Johann August (* 5. Dezember 1669; † 19. September 1746 in Ludwigsburg), Feldmarschall-Leutnant des Schwäbischen Kreises, Generalinspekteur der Kavallerie, württembergischer Obervoigt zu Göppingen, Oberst zu Ross, kurpfälzischer Kammerherr und Burgmann zu Friedberg.
2. Zweig
August (* 9. Februar 1671; † 4. Februar 1732), begütert auf Seeben und Muldenstein. Herzoglich sachsen-gothaischer, kurfürstlich sächsischer und königlich polnischer Kapitän. Er heiratete im Jahr 1702 Johanna Elisabeth, Tochter des fürstlich anhaltischen Landrats Ferdinand von Oppen.
Der im heutigen Sachsen-Anhalt ansässig gewesene Ast brachte vor allem schwedische und kaiserliche Offiziere hervor, deren Nachkommen im Laufe der Generationen bis in den dänischen Hof- und Militärdienst gelangten.
Adam von Pfuel (* 1604; † 5. Februar 1659 in Helfta), königlich schwedischer Generalmajor der Kavallerie bis ins Jahr 1642. Mit Helene von Kerssenbrock hatte er laut Genealogischem Handbuch des Adels (1988) die Söhne Adam Friedrich, Gustav Mordian und Johann Gottlieb, im Gothaisch Genealogischen Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser (1868), das ansonsten mit den Inhalten übereinstimmt, fährt stattdessen diese Linie auf Ranft mit zwei Söhnen Georg Ehrenreich und Otto Christoph fort. In den Europäischen Stammtafeln ist eine Tochter Barbara Margareta genannt.
Dieser Stamm der konzentrierte sich vor allem auf die regionale Verwaltung und das Militär im märkischen Raum. Die Linie war auf Gütern wie Schulzendorf, Jahnsfelde und Trebnitz begütert, erlosch jedoch bereits am Ende des 17. Jahrhunderts im Mannesstamm.
Werner Pul (* um 1410–1415; † vor 1482), kurfürstlich brandenburgischer Rat, Vogt und Schlosshauptmann zu Küstrin, belehnt u. a. auf Ranft, Dannenberg, Biesdorf, Gielsdorf, Schulzendorf und Trebnitz.
Ein Band des Gothaischen Genealogischen Taschenbuchs der Adeligen Häuser aus dem Jahr 1938 beschreibt einen vermeintlichen Zweig, der bei Adam Friedrich von Pfuhl (1644–1702; Stamm B, 2. Linie, 2. Ast, 2. Zweig) ansetzt, der jedoch, auch wegen des abweichenden Wappens, nicht nachweislich mit den märkischen Herren von Pfuel in Einklang gebracht werden kann.
Dem betreffenden Band (1938) zufolge sei Johann Wilhelm (* 1739) aus Westhofen (Pfalz) ein Ururenkel des genannten Adams gewesen. Johann Wilhelm wanderte demnach im Jahr 1764 nach Nordamerika aus. Das Wappen dieser Herren von Pfuhl ist folgendermaßen blasoniert: in schwarz ein aufgerichteter zweischwänziger goldener Löwe. Helmdecken: schwarz-golden. Helmzier: ein goldener Pelikan auf dem Nest mit drei Jungen.
Johann Willhelms Sohn Henry von Phul (* 17. August 1784; † 8. September 1874) war seit 1808 verheiratet mit Rosalie Saugrain und hatte neun Kinder, darunter Theodore Frederic. Letzterer hatte selbst sechs Kinder, von denen der jüngste Sylvester Louis „Tony“ von Phul (* 2. Januar 1878) war. Henrys Schwester Anna Maria von Phul (* 1786; † 1823) war eine Amateurkünstlerin, die das Alltagsleben in St. Louis in den Jahren um 1820 in Skizzenbüchern festhielt.