| Polaribacter reichenbachii | ||||||||||||
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Polaribacter reichenbachii | ||||||||||||
| Nedashkovskaya et al. 2013 |
Polaribacter reichenbachii ist ein Art (Spezies) von Bakterien im Phylum Bacteroidota [Bacteroidetes]. Es wurde von der pazifischen Grünalge Ulva fenestrata isoliert.
Die Zellen der Bakterienart Polaribacter reichenbachii sind stäbchenförmig, mit einer Breite von 0,3 bis 0,4 μm und einer Länge von 1,1 bis zu 2,5 μm. Die Zelle besitzt keine Flagellen (Geißeln), allerdings ist eine gleitende Bewegung (gliding motility) zu beobachten. Hierzu werden jedoch keine Flegellen oder Fimbrien genutzt. Die Bewegung findet stattdessen mit Hilfe von Proteinen statt, die in der Cytoplasmamembran verankert sind und mit den Boden (Substrat) in Kontakt treten. Die Zelle wird dann auf Grund der Bewegung der Proteine innerhalb der Membran sozusagen nach vorne gezogen.
Polaribacter reichenbachii bildet auf marinen Agar gelbliche Kolonien. Sie sind kreisförmig, glänzend, schleimig und zeigen ganze Ränder. Sie erreichen einen Durchmesser von 2–3 mm.
Polaribacter reichenbachii ist chemoorganotroph, das Bakterium nutzt organische Verbindungen als Energiequelle und zum Aufbau zelleigener Stoffe. Der Stoffwechsel beruht auf der Atmung, d. h. diese Mikroorganismen sind auf Sauerstoff angewiesen (und damit strikt aerob).
Der Oxidase-Test und der Katalase-Test verläuft positiv. Aesculin, Agar, Gelatine und Stärke werden gespalten (hydrolysiert). Nur schwach zersetzt werden Casein, DNA, Tween 20 und Tween 80. Nicht genutzt werden Harnstoff, Zellulose und Tween 40 und Chitin.
Das Bakterium produziert Schwefelsäure. Nitrat wird reduziert. Wachstum erfolgt bei Temperaturen zwischen 4 und 35 °C, mit einem Optimum zwischen 26 und 28 °C. Das Optimum für den pH-Wert liegt zwischen 7 und 7,5 (toleriert werden Werte zwischen 5,5 und 10). Es werden Natriumchlorid-Werte zwischen 0,5 und 8 % toleriert (Optimum ist 1 % NaCl).
Der Gram-Test verläuft bei Polaribacter reichenbachii negativ. Die dominierenden Fettsäuren sind: iso-C15:0 (iso-Pentadecansäure), iso-C15:1, iso C15:0 3-OH (3-Hydroxy-Methyltetradecansäure), C15:0 (Pentadecansäure) und die Pentadecansäure mit einer Doppelbindung C15:1ω6.
Das dominierende Chinon ist das Menachinon 6 (MK-6).
Polaribacter reichenbachii wurde 2013 von den russischen Mikrobiologen Olga Nedashkovskaya et al. beschrieben. Sie zählt zu der Familie der Flavobacteriaceae innerhalb der Ordnung der Flavobacteriales, welche zur Abteilung (Phylum) Bacteroidota [Bacteroidetes] gestellt wird. Die erste beschriebene Art und somit die Typusart der Gattung Polaribacter ist P. filamentus. Sie wurde von John J. Gosink et al. im Jahr 1998 eingeführt.
Polaribacter wird innerhalb der Bacteroidota in die sogenannte Cytophaga-Flavobacterium-Bacteroides-Gruppe (CFB- ocde FCB-Gruppe) gestellt.
Der Gattungsname Polaribacter bezieht sich auf die ersten Arten dieser Gattung, diese Erstfunde stammen aus der Nähe des Nordpols. Der Artnamenzusatz reichenbachii wurde zu Ehren von dem deutschen Mikrobiologen Hans Reichenbach gewählt. Hans Reichenbach hat viele wichtige Untersuchungen im Zusammenhang mit der Abteilung Bacteroidota [Bacteroidetes] durchgeführt.