Als Bibel (vom altgriechischen βιβλία / biblia = Bücher) oder Heilige Schrift bezeichnet man die wichtigste jüdische sowie auch christliche religiöse Textsammlung. Sie gilt vielen Gläubigen als göttlich inspiriert, mindestens aber als orientierender Maßstab und wird darum im religiösen wie im kulturellen Leben immer wieder angeeignet.
Die Bibel des Judentums ist der dreiteilige Tanach, der aus der Tora (Weisung), den Nebiim (Propheten) und Ketubim (Schriften) besteht. Während die Tora nach ihrem Selbstzeugnis von Gott dem Mose am Sinai gegeben wurde und einige ihrer Texte von Mose auch selbst niedergeschrieben wurden, stellt sich das aus historischer Sicht anders dar. Denn erst seit dem 9. oder 8. Jahrhundert vor Christus entwickelte sich in Israel eine Schriftkultur aus einer vorausgehenden Kultur der mündlichen Überlieferung. Erst in hellenistischer und römischer Zeit hatten größere Teile der Bevölkerung die Möglichkeit, biblische Texte auch privat zu lesen und sich dadurch anzueignen. Ein Teil der frühjüdischen Literatur wurde in den jüdischen Bibelkanon aufgenommen, andere Schriften jedoch nicht.
Während dieser Prozess noch im Gange war, entstand das Christentum und bezog sich von Anfang an auf die heiligen Schriften Israels. Jesus von Nazaret deutete sein Wirken im Licht dieser Texte. Die erste christliche Gemeinde sah diese Schriften durch die Auferstehung Jesu Christi als erfüllt an. Das Christentum eignete sich so die heiligen Schriften Israels und weitere frühjüdische Literatur als sogenanntes „Altes Testament“ an, schuf aber auch eigene Texte, von denen einige verbindliche Bedeutung erlangten und schließlich als „Neues Testament“ dem Alten Testament angefügt wurden.
Die christliche Bibel ist das am häufigsten gedruckte und publizierte und in die meisten Sprachen übersetzte schriftliche Werk der Welt. (Weiterlesen ...)
Robert Lowth ([laʊð]; * 27. November 1710 in Winchester; † 3. November 1787 in London) war ein britischer Bischof der Church of England, Professor für Dichtkunst und Bibelwissenschaftler.
Lowth gilt als Entdecker des Parallelismus membrorum, eine für die hebräische Dichtung grundlegende Konvention. Er stellte ein Gleichmaß der Verse und Halbverse fest, während Rhythmus und Metrum fehlen. Lowth war wie andere Zeitgenossen überzeugt, dass das Bibelhebräische eine „tote“ Sprache sei, dessen Aussprache für immer unbekannt bleibe. Das Gleichmaß, das die hebräischen poetischen Texte von der hebräischen Prosa unterscheidet, nannte er Parallelismus. Er unterschied synonymen und antithetischen Parallelismus, und wenn der zweite Halbvers keine Art von Parallelität zeigte, sondern eine gedankliche Weiterführung des ersten Halbverses darstellte, nannte Lowth dieses Phänomen „synthetischen Parallelismus“
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Im November 2026 erscheint die vierbändige Editio Critica Maior des Matthäusevangeliums. Sie dokumentiert die griechische Textgeschichte dieses Evangeliums, das für die Alte Kirche das „Hauptevangelium“ war, im ersten Jahrtausend. Der vom Institut für Neutestamentliche Textforschung in Münster aufgrund der Kohärenzbasierten genealogischen Methode erarbeitete Text bietet viele Änderungen gegenüber der 28. Auflage des Nestle-Aland, die ausführlich begründet werden.
Der Prologus galeatus („behelmte Einleitung“) ist eine Vorrede des Hieronymus zu seiner lateinischen Übersetzung der Bücher der Könige. Er thematisiert darin den Kanon des Alten Testaments, d. h. Zahl, Gruppierung und Reihenfolge der biblischen Bücher und die Frage der Apokryphen. Das Vorwort war als Teil der Vulgata im mittelalterlichen Westeuropa sehr weit verbreitet und zählt zu den wichtigsten Dokumenten der Geschichte des biblischen Kanons.
Unter der Bezeichnung Perlen vor die Säue ist ein biblisches Logion aus dem Sondergut des Matthäusevangeliums bekannt. Seine Interpretation gibt den Exegeten seit Jahrhunderten Rätsel auf. Das liegt an der Opazität der verwendeten Begriffe und ihrer Beziehung zueinander wie auch an der unzureichenden Verankerung des Logions in seinem Kontext, der Bergpredigt.
Die Handbibel des Friedrich Myconius ist eine 1514 in Lyon gedruckte Vulgata-Bibel, die Friedrich Myconius (1490–1546) seit seiner Jugend als Franziskaner bis zu seiner Tätigkeit als lutherischer Superintendent in Gotha benutzte und mit Einträgen versah. Sie befindet sich in der Forschungsbibliothek Gotha.
Alexander Sperber (* 15. September 1897 in Czernowitz; † 15. Juli 1970 in Jerusalem) war ein österreichisch-amerikanischer Bibelwissenschaftler und Hochschullehrer. Er forschte und veröffentlichte vor allem über hebräische Bibeltexte, vor allem Editionen sowie die bibelhebräische Sprache und ihre Grammatik.
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Wie nennt man ein Verzeichnis der Verwendungsfälle aller oder aller wichtigen Wörter des Bibeltextes, mindestens mit Angabe der Fundstelle und praktischerweise auch unter Wiedergabe des jeweiligen Kontextes? – Antwort
Wie heißt das vom US-amerikanischen Pastor J. Vernon McGee entworfene Bibelstudien-Radioprogramm, das seit 1967 die Zuhörer in jeweils 30-minütigen Sendungen in einer Vers-zu-Vers-Besprechung innerhalb von 5 Jahren durch alle Bücher der Bibel führt? - Antwort
Wie heißt die 2021 komplett veröffentlichte, von der Deutschen Bibelgesellschaft verantwortete "weltweit erste Übersetzung der Bibel für neue Medien"? - Antwort
Bibeltexte in den Ursprachen als MP3 Downloads bei Faith Comes By Hearing: Tanach (moderne hebräische Aussprache), Neues Testament (Text des Ökumenischen Patriarchats 1904, moderne griechische Aussprache)
Koinegreek.com vermittelt neutestamentliches (Koine) Griechisch als lebende Sprache: Audios und Videos biblischer und zeitgenössischer antiker Texte