Rettenberg

Wappen Deutschlandkarte
Rettenberg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rettenberg hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 47° 35′ N, 10° 17′ OKoordinaten: 47° 35′ N, 10° 17′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Oberallgäu
Höhe: 807 m ü. NHN
Fläche: 60,15 km²
Einwohner: 4402 (31. Dez. 2025)
Bevölkerungsdichte: 73 Einwohner je km²
Postleitzahl: 87549
Vorwahl: 08327
Kfz-Kennzeichen: OA
Gemeindeschlüssel: 09 7 80 137
Gemeindegliederung: 36 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bichelweg 2
87549 Rettenberg
Website: www.gemeinde-rettenberg.de
Erster Bürgermeister: Nikolaus Weißinger (CSU / FW-R / FW-U und FWV)
Lage der Gemeinde Rettenberg im Landkreis Oberallgäu
KarteÖsterreichBaden-WürttembergLandkreis Lindau (Bodensee)Kempten (Allgäu)Landkreis UnterallgäuLandkreis OstallgäuKempter Wald (gemeindefreies Gebiet)WildpoldsriedWiggensbachWertachWeitnauWaltenhofenSulzberg (Landkreis Oberallgäu)SonthofenRettenbergOfterschwangOberstdorfOberstaufenObermaiselsteinOy-MittelbergMissen-WilhamsLauben (Landkreis Oberallgäu)Immenstadt im AllgäuBad HindelangHaldenwang (Landkreis Oberallgäu)Fischen im AllgäuDurachDietmannsriedBurgberg im AllgäuBuchenbergBolsterlangBlaichachBetzigauBalderschwangAltusried
Karte
Rettenberg von Norden mit Grünten
Ortskern von Rettenberg
Emmereis im Hochtal nördlich des Grünten

Rettenberg ist eine Gemeinde im bayerisch-schwäbischen Landkreis Oberallgäu.

Geografie

Lage

Rettenberg liegt auf 807 m ü. NHN am Fuße des Grünten (1738 m). Auf der nördlichen Seite ist diesem Berg der langgestreckte, 1115 Meter hohe Rottachberg vorgelagert. Dazwischen liegt ein großer Teil des Gemeindegebietes. Das Hochtal wird nach Nordosten vom Kranzegger Bach und nach Südwesten vom Agathazeller Bach und vom Roßbach entwässert.

Gemeindegliederung

Es gibt 36 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Geschichte

Bis zur Gemeindegründung

Der Ortsname leitet sich vom Gestein Nagelfluh ab. Dieses Gestein wird durch Eisenoxid rötlich verfärbt. Einst hieß dieser Ort auch Rötenberg (von Roter Berg).

Rettenberg war Sitz der Herrschaft Rettenberg. Seit Beginn des 12. Jahrhunderts bis zum Tod Heinrichs von Rettenberg um 1350 waren die Herren von Rettenberg eine der einflussreichsten Familien im Oberallgäu. Ihr Besitz umfasste dort weite Teile östlich der Iller. Ihr Stammsitz war die Burg Rettenberg.

Die Bezeichnung Rettenberg stand ursprünglich für zwei etwa fünf Kilometer entfernte Orte. Zur Unterscheidung wurde der Name des heutigen Ortes Rettenberg mit dem der Pfarrei zu Stephans-Rettenberg ergänzt und das andere Dorf mit Rettenberg vor der Burg bezeichnet. Daraus entwickelte sich im 19. Jahrhundert der Name Vorderburg, der seit 1905 die amtliche Bezeichnung ist.

Mit der Ruine der Burg Finkelsburg und einem Burgstall bei Emmereis befinden sich weitere ehemalige Burganlagen auf dem Gemeindegebiet.

Rettenberg gehörte zum Hochstift Augsburg. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss und der Säkularisation 1803 gehört der Ort zu Bayern. Im Jahr 1818 entstand die Gemeinde.

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1976 wurde ein kleiner Teil der aufgelösten Gemeinde Petersthal mit damals etwa 25 Einwohnern eingegliedert. Untermaiselstein, das diesen Namen am 26. Februar 1927 erhielt (vorher Maiselstein), und Vorderburg kamen am 1. Mai 1978 hinzu.

Einwohnerentwicklung

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 3181 auf 4437 um 1256 Einwohner bzw. um 39,5 %.

Jahr1961197019871991199520002005201020152020 2023
Einwohner2810274631223484362238794081429043914523 4644

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 16 Mitglieder. Er setzt sich seit der Kommunalwahl am 15. März 2020 wie folgt zusammen:

Partei / Liste Sitze +/− * Stimmenanteil
CSU 3− 121,0 %
Grüne 3+ 116,4 %
Freie Wählerschaft Rettenberg (FW-R) 5+ 128,5 %
Freie Wählergruppe Rettenberg-Untermaiselstein (FW-U) 3± 021,9 %
Freie Wähler Rettenberg-Vorderburg (FWV) 2− 112,2 %
Gesamt 16100 %
* 
Unterschied zur Wahl 2014

Bürgermeister

Zum Ersten Bürgermeister wurde bei der Kommunalwahl 2020 Nikolaus Weißinger (CSU) mit 86,7 % der gültigen Stimmen gewählt. Er löste damit Oliver Kunz (CSU) ab, der von 2008 bis 2020 Bürgermeister war und nicht mehr kandidierte.

Wappen

Wappen von Rettenberg
Wappen von Rettenberg
Blasonierung: „Zinnenförmig geteilt von Silber und Rot; oben ein schwebender roter Fünfberg, unten übereinander zwei silberne Eisenhüte.“

Tourismus

Die Gemeinde ist Teil der Ferienregion Alpsee-Grünten, ein Zusammenschluss der fünf Gemeinden Blaichach, Rettenberg, Sonthofen, Burgberg und Immenstadt zur Stärkung der touristischen Infrastruktur.

Bier.Genuss.Dorf Rettenberg

Das Bier.Genuss.Dorf Rettenberg liegt in einem sonnigen Hochtal am Fuße des Grüntens und ist für sein Brauereihandwerk und seine vielfältigen lokalen Produkte bekannt ist. Hier können Besucher die Kunst des Bierbrauens hautnah erleben und sich von der Vielfalt der regionalen Spezialitäten wie Käse, Wurst und Fleisch verwöhnen lassen.

Die sechs Genuss.Wanderwege laden dazu ein, die malerische Landschaft zu erkunden und dabei immer wieder in gemütlichen Gastrobetrieben und Einkehrhütten einzukehren, um lokale Spezialitäten zu probieren. Ob bei einer deftigen Brotzeit mit frischem Käse und würziger Wurst oder einem erfrischenden Bier aus der örtlichen Brauerei – hier kommt jeder Genießer auf seine Kosten.

Im Bier.Genuss.Dorf Rettenberg steht die regionale Küche im Mittelpunkt, und Besucher haben die Möglichkeit, die Vielfalt der lokalen Produkte zu entdecken und zu genießen.

Naturpark Nagelfluhkette

Seit 2024 ist die Gemeinde Rettenberg Mitglied im Naturpark Nagelfluhkette.

Radfernweg

Rettenberg liegt am Bodensee-Königssee-Radweg, welcher in Lindau beginnt und zum Königssee bei Berchtesgaden führt. Von Sonthofen führt er über Burgberg im Allgäu und den Ortsteil Wagneritz nach Rettenberg und weiter über die Ortsteile Engelpolz, Emmereis, Vorderburg und Großdorf sowie über Oy-Mittelberg nach Füssen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Freizeit

Kulturdenkmäler

Museum

Kirchen

Kapellen

Regelmäßige Veranstaltungen

Bildung

Persönlichkeiten

Geboren in Rettenberg

Ehrenbürger

Literatur

Commons: Rettenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Rettenberg – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. ↑ Einwohnerzahlen – Stand: 31. Dezember 2025. (PDF; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Statistik, Mai 2026, abgerufen am 21. Mai 2026 (Hilfe dazu).
  2. ↑ Gemeinde Rettenberg in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 15. August 2019.
  3. ↑ Gemeinde Rettenberg, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 21. Dezember 2021.
  4. ↑ Der rote Nagelfluh als Namensgeber. In: all-in.de. Allgäuer Zeitungsverlag, 23. April 2009, abgerufen am 9. Oktober 2025.
  5. ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 571.
  6. ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 795 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
  7. ↑ Wahl des Gemeinderats 2020 in Rettenberg, Gesamtergebnis, abgerufen am 22. April 2020
  8. ↑ Gemeinde Rettenberg, Wahl des ersten Bürgermeisters 2020, Gesamtergebnis
  9. ↑ Wappen von Rettenberg in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  10. ↑ Nagelfluhkette | auf einen Blick. Abgerufen am 24. Mai 2024.
  11. ↑ Margret Meincken: Diamanten-Fieber. In Auto Bild Klassik, Ausgabe 10/2017, S. 66–71.
  12. ↑ Mitsubishi Museum Auf mitsubishi-museum.com, abgerufen am 13. November 2022.
  13. ↑ Information über die Kirchen von Rettenberg
  14. ↑ Grundschule Rettenberg in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 6. Dezember 2025.
  15. ↑ Mit Leib und Seele Braumeister. In: all-in.de. Allgäuer Zeitungsverlag, 22. April 2009, abgerufen am 9. Oktober 2025.
  16. ↑ Herbert Zötler stirbt mit 86 Jahren. In: all-in.de. 26. April 2010, abgerufen am 10. Februar 2023.