Rudolf Daudert

Rudolf Daudert (* 27. Dezember 1903 in Metz; † 10. April 1988 in Stuttgart) war ein deutscher Bildhauer und Maler.

Leben

Daudert wurde 1903 in Metz als Sohn eines aus Ostpreußen stammenden Beamten geboren, der sich später wieder dorthin versetzen ließ. Er besuchte die Burgschule und von 1920 bis 1925 die Kunst- und Gewerbeschule in Königsberg. Seit 1921 war er Schüler in der Bildhauerklasse von Hermann Brachert. Parallel zum Studium absolvierte er eine Lehre zum Steinmetz. Er heiratete Lucy, geb. Petschlies, die aus einer Königsberger Konditorfamilie stammte.

Ab 1925 war Daudert freischaffend tätig und unternahm Studienreisen nach Paris, Rom und Florenz. 1938 übersiedelte er mit seiner Ehefrau nach Berlin und arbeitete dort in eigenem Atelier. Seit 1941 war er Soldat. 1943 wurde sein Berliner Atelier vollständig zerstört, dabei ging der Großteil der Arbeiten aus der Zeit vor 1945 verloren.

1945 nahm er seine künstlerische Tätigkeit in Bensheim an der Bergstraße wieder auf. Er war mit Paul Kleinschmidt befreundet. In den Jahren 1947 bis 1949 beteiligte sich Daudert zusammen mit Peter Otto Heim, Otto Baum und Hermann Brachert am (Wieder-)Aufbau des Akademieunterrichts für bildhauerisches Gestalten in Stuttgart. Von 1950 bis 1972 war er an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart tätig, zunächst als Leiter der Grundklasse für Bildhauerei, ab 1962 als Professor der Abteilung für Allgemeine künstlerische Ausbildung. Seit 1972 war er Ehrenmitglied der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.

Werk

Daudert malte zunächst, wirkte dann jedoch hauptsächlich als Bildhauer, wobei er zeitlebens der Figürlichkeit verhaftet blieb. Er schuf zahlreiche kleinplastische und mittelgroße, sparsam ausgeführte Figuren (häufig Torsi) und Reliefs. Seine Werke machen trotz sorgfältiger Planung des Künstlers eine spontanen, skizzenhaften Eindruck und zeichnen sich durch eine reiche Oberflächendifferenzierung aus, die den Entstehungsprozess erkennbar macht. In der Frühzeit arbeitete Daudert hauptsächlich in Stein und Beton, nach dem Zweiten Weltkrieg in (oft farbiger) Terrakotta, außerdem in Bronze. Zu seinem Gesamtwerk gehören zudem Kohlezeichnungen und Pastelle.

Schülerinnen und Schüler (Auswahl)

Ausstellungen (Auswahl)

Werke (Auswahl)

Öffentliche Werke

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 Andreas Pfeiffer: Rudolf Daudert: Plastik in Terrakotta. Hrsg.: Städtische Museen Heilbronn. Heilbronn 1980 (ca. 180 S., Ausstellungskatalog zur Lebenswerk-Ausstellung in den Städtischen Museen Heilbronn (12. Dezember 1980–1. Februar 1981).).
  2. 1 2 3 4 Rudolf Haffke: Der Bildhauer Rudolf Daudert. In: Das Ostpreußenblatt. Jahrgang 13. Folge 30, 28. Juli 1962, S. 10 (PDF).
  3. 1 2 3 4 5 Dankmar Trier: Daudert, Rudolf. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 24, Saur, München u. a. 1999, ISBN 3-598-22764-7, S. 364.
  4. ↑ Leopold Gmelin. Abgerufen am 1. Februar 2026.
  5. ↑ Wilfried Lagler: Einige Daten zu den Gebäuden der Universitätsbibliothek Tübingen und den darin befindlichen Kunstwerken. In: Tübinger Bibliotheksinformationen. Jg. 25. Heft 1, 2003 (PDF, mit Abb.).
Personendaten
NAME Daudert, Rudolf
KURZBESCHREIBUNG deutscher Bildhauer und Maler
GEBURTSDATUM 27. Dezember 1903
GEBURTSORT Metz
STERBEDATUM 10. April 1988
STERBEORT Stuttgart