Sarteano

Sarteano
Sarteano (Italien)
Sarteano (Italien)
Staat Italien
Region Toskana
Provinz Siena (SI)
Koordinaten 42° 59′ N, 11° 52′ OKoordinaten: 42° 59′ 0″ N, 11° 52′ 0″ O
Höhe 573 m s.l.m.
Fläche 85,27 km²
Einwohner 4.494 (31. Dez. 2025)
Postleitzahl 53047
Vorwahl 0578
ISTAT-Nummer 052031
Bezeichnung der Bewohner Sarteanesi
Schutzpatron Madonna del Buon Consiglio (26. April)
Website Sarteano

Panorama von Sarteano

Sarteano ist eine italienische Gemeinde mit 4494 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2025) in der Provinz Siena der Region Toskana.

Geografie

Lage von Sarteano in der Provinz Siena

Sarteano liegt ca. 60 km südöstlich der Provinzhauptstadt Siena und 100 km südöstlich der Regionalhauptstadt Florenz zwischen den Tälern der Chiana und dem Val d’Orcia am Berg Monte Cetona. Sarteano liegt in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone E, 2 237 GG.

Der Fluss Orcia (6 von 70 km im Gemeindegebiet, mündet in den Ombrone) entspringt und der Torrente Astrone (6 von 22 km im Gemeindegebiet, Flusssystem Tiber) fließt durch das Gemeindegebiet.

Der Ortskern selbst ist in fünf Contraden (Ortsteile) unterteilt: San Lorenzo, San Bartolomeo, San Martino, Santissima Trinità und Sant’Andrea.

Castiglioncello del Trinoro ist ein ca. 6 km westlich gelegener Ortsteil der Gemeinde.

Die Nachbargemeinden sind Cetona, Chianciano Terme, Chiusi, Pienza, Radicofani und San Casciano dei Bagni.

Geschichte

Castello di Sarteano

Bodenfunde belegen die Besiedlung des Ortes von der Altsteinzeit über die Bronze- bis zur Eisenzeit. In der Umgebung wurden zahlreiche Gräber aus der Zeit der Etrusker gefunden. Erstmals erscheint Sarteano im Jahr 776 unter dem Namen Vicus Sarturianus. Erstmals dokumentiert wurde der Ort im 11. Jahrhundert von dem Kloster San Salvatore di Monte Amiata. Ab 1178 war Sarteano das Zentrum eines umfangreichen Lehens unter den ursprünglich aus der Lombardei stammenden Grafen Manenti. Diese unterwarfen sich 1246 der Republik Siena, rebellierten aber 1264 unter dem Einfluss von Karl von Anjou und unterstellten sich Orvieto. Bereits ein Jahr später wurde Sarteano wieder von Siena eingenommen und unterworfen, wobei schwere Schäden an der Burg entstanden. In den ersten Jahren des 14. Jahrhunderts erlangte die Familie der Monaldeschi die Herrschaft im Ort und stand mehrfach im Konflikt mit Chianciano. Ab 1347 erhielt der Ort Unterstützung von Perugia, später dann von Orvieto. 1379 geriet Sarteano wieder dauerhaft unter den Einfluss der Republik Siena. 1409 wurde die Burg zweimal von Ladislaus von Neapel belagert, beide Angriffe konnten aber abgewehrt werden. Ebenfalls abgewehrt werden konnte der viertägige Angriff im Jahr 1455 von Giacomo Piccinino († 1465), ein Sohn des Niccolò Piccinino. Ab 1467 restaurierte Siena die alte Festung aus der Zeit der Grafen Manenti. Der Ausbau zu einer militärischen Festung geschah 1528 unter dem Architekten Baldassare Peruzzi. Nach der Niederlage der Republik Siena 1555 widerstand der Ort und wurde Teil der Repubblica di Siena riparata in Montalcino mit Sitz in Montalcino, musste aber vor dem Frieden von Cateau-Cambrésis (1559) am 9. Juni 1556 aufgeben und sich Cosimo I. de’ Medici und seinem Bündnis ergeben.

Der Hauptturm der Burg erlitt im Juni 1944 schwere Schäden, als die Verteidigungslinie der Wehrmacht durch den Ort führte. Im Februar 1997 wurde die Burg von ihrem letzten Besitzer, Pier Fanello Fanelli, an die Gemeinde verkauft.

Sehenswürdigkeiten

„Die senesische Wölfin“ (Lupa senese) und ehemalige Zugbrücke zur Burg
Die Collegiata San Lorenzo
Die Kirche Chiesa di San Martino (in Foro)
Abbazia della Santissima Trinità di Spineta

Veranstaltungen

Auszeichnungen

Verkehr

Literatur

Commons: Sarteano – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Bilancio demografico e popolazione residente per sesso al 31 dicembre 2025. ISTAT. (Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2025).
  2. ↑ Comuni Italiani zu Sarteano, abgerufen am 26. Mai 2015 (italienisch)
  3. ↑ Webseite der Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA), abgerufen am 25. Mai 2015 (italienisch) (PDF; 330 kB)
  4. ↑ Offizielle Webseite des Sistema Informativo Ambientale della Regione Toscana (SIRA) zu den Flüssen in Cetona, abgerufen am 25. Mai 2015 (italienisch)
  5. 1 2 3 4 5 Pro Loco Sarteano
  6. 1 2 3 Emanuele Repetti: SARTEANO, o SARTIANO (Sarteanum) nella Val di Chiana.
  7. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 Laura Martini (Hrsg.): I Luoghi della Fede: Montepulciano e la Valdichiana senese.
  8. 1 2 3 4 5 6 7 Carlo Bologni: Sarteano e il suo castello nella Storia. In: Accademia dei Rozzi, Ettore Pellegrini (Hrsg.): Fortificare con arte. Vicende storiche ed architettoniche di quattro castelli senesi.
  9. 1 2 Touring Club Italiano: Toscana.
  10. 1 2 3 Sara Pizziconi: Il Cantiere della Rocca. In: Accademia dei Rozzi, Ettore Pellegrini (Hrsg.): Fortificare con arte. Vicende storiche ed architettoniche di quattro castelli senesi.
  11. 1 2 Sara Pizziconi: Vecchietta, Federighi et alii.... In: Accademia dei Rozzi, Ettore Pellegrini (Hrsg.): Fortificare con arte. Vicende storiche ed architettoniche di quattro castelli senesi.
  12. ↑ Castelli Toscani
  13. ↑ sarteanoliving zum Castello di Sarteano, abgerufen am 30. Mai 2015 (italienisch)
  14. ↑ Offizielle Webseite des Museo civico archeologico di Sarteano, abgerufen am 29. Mai 2015 (englisch)
  15. ↑ Silvia Nerucci: Sarteano. Museo Civico Archeologico. In: Musei Senesi. Nuova Immagine Editrice, Siena 2007, ISBN 978-88-7145-255-5, S. 309–315
  16. ↑ Terra degli Etruschi zur Necropoli delle Pianacce di Sarteano (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.), abgerufen am 29. Mai 2015 (italienisch)
  17. ↑ France beats Britain to win first European Quidditch Games. The Guardian, abgerufen am 28. November 2015.
  18. ↑ Offizielle Webseite des TCI zur Bandiera Arancione und Sarteano, abgerufen am 1. Juni 2015 (italienisch)