Simac Ladies Tour 2022
Streckenführung
Die Tour wurde wie in den Vorjahren über sechs Etappen hauptsächlich in Gelderland und Limburg ausgetragen. Außerdem gab es erstmals seit zehn Jahren eine Etappe in Flevoland, die den Auftakt bildete: Eine 60 km lange Schleife um Lelystad wurde zweieinhalb Mal zurückgelegt. Das Profil dieser Etappe war naturgemäß sehr flach, ebenso wie das der beiden folgenden. Die zweite Etappe bestand aus einer dreimal zurückgelegten Schleife nördlich von Ede, wobei die Ausläufer der Veluwe durchquert wurden. Die dritte Etappe schließlich durchlief in mehreren Schleifen die Landschaft um Gennep zwischen der Maas und der deutschen Grenze.
Die vierte Etappe im Süden Limburgs begann und endete in der Gemeinde Landgraaf. Sie nahm mehrere Elemente des Amstel Gold Race auf, so wurde je dreimal der Cauberg und der Gulperberg bezwungen. Allerdings lag der letzte Anstieg gut 15 km vom Ziel entfernt. Die fünfte, vorletzte Etappe war ein Einzelzeitfahren auf schmalen Straßen im Bereich der Gemeinden Sittard-Geleen und Beekdaelen. Das Ziel lag im Sportzentrum Watersley. Mit der abschließenden Etappe rund um Arnheim wurde der Parcours nachgeholt, der im Jahr zuvor wegen der Corona-Pandemie eingekürzt worden war. Es wurde zunächst siebenmal der Anstieg zur Posbank gefahren. Der Rückkehr nach Arnheim folgten fünf kurze Runden um die Parks Sonsbeek und Zijpendaal.
Rennverlauf
1. Etappe
Das Peloton brach erstmals nach gut 20 km durch Seitenwind entzwei, fand aber nochmals zusammen. Ein Massensturz nach 60 km spaltete das Feld erneut, als nur 21 Fahrerinnen ungehindert durchkamen. Die gut besetzte Spitzengruppe distanzierte den Rest des Felds um eine Minute. In der Schlussphase hielt Team DSM mit Franziska Koch und Charlotte Kool das Feld zusammen, um eine Sprintentscheidung herbeizuführen, die ihre Mannschaftskollegin Lorena Wiebes für sich entschied.
3. Etappe
In der Flachetappe rund um Gennep konnte sich keine Ausreißergruppe dauerhaft etablieren, so dass es wiederum zum Massensprint kam. Lorena Wiebes fuhr diesmal den Sprint für ihre Mannschaftskollegin Charlotte Kool an und kam hinter dieser als Zweite ins Ziel.
4. Etappe
Kirstie van Haaften verbrachte den Großteil des Tages an der Spitze des Rennens, zunächst an der Seite von Chloe Hosking, später zusammen mit Anna Henderson und Julie Van de Velde. Van Haaften verschaffte sich die Führung in der Bergwertung, bevor sie auf der letzten Passage des Caubergs zurückfiel. Als auf dem Rückweg nach Landgraaf die beiden verbliebenen Ausreißerinnen eingeholt wurden, attackierte Hendersons Teamkameradin Riejanne Markus. Im Rest des Felds, das durch die zahlreichen Steigungen auf 25 Fahrerinnen reduziert worden war, waren nicht mehr genügend Kräfte vorhanden, um die Verfolgung zu organisieren, und Markus gewann um 14 Sekunden. Lorena Wiebes kam an der Spitze der zweiten Gruppe ins Ziel.
6. Etappe
Maëlle Grossetête und Kirstie van Haaften sicherten sich die ersten beiden Bergwertungen an der Posbank, bevor Amanda Spratt, Soraya Paladin und Elynor Bäckstedt eine Spitzengruppe bildeten. Diese machten die übrigen Bergwertungen und Zwischensprints unter sich aus, bevor sie in der Schlussphase eingeholt wurden. Acht Kilometer vor dem Ziel attackierten Mischa Bredewold und Eleonora Gasparrini aus dem Hauptfeld heraus und hielten sich bis zum Schluss vorn; Bredewold gewann den Sprint.
Am Podium der Gesamtwertung änderte sich nichts mehr: Lorena Wiebes gewann vor Audrey Cordon-Ragot und Karlijn Swinkels. Wiebes dominierte dank ihrer Etappensiege zudem die Punktewertung, während van Haaften sich die Bergwertung gesichert hatte. Bredewold wurde außer für den Etappensieg auch als beste Nachwuchsfahrerin ausgezeichnet. Die Teamwertung ging an Jumbo-Visma, die drei Fahrerinnen unter den besten Zehn platziert hatten.