
Stefa (Stépha) Skurnik, eigentlich Rivka (Régine) Lemberger (geboren 9. Oktober 1917 in Skierniewice, Regentschaftskönigreich Polen; gestorben 18. Juli 2014 im 20. Arrondissement, Paris), war eine jüdische französische Widerstandskämpferin und Holocaust-Überlebende.
Skurnik war die Tochter von Gitla und David Lemberger, einem Bäcker und kommunistischen Aktivisten. Sie hatte drei Brüder: Nathan, genannt Norbert (* 1920), Serge (* 1922) und Jean (* 1924). Sie trat in die Fußstapfen ihres Vaters, eines der Gründungsmitglieder der Kommunistischen Partei Polens, und engagierte sich schon sehr früh in ihrer Jugend für die Arbeiterbewegungen in Polen und gegen den Aufstieg des Faschismus in Europa. Da sie in ihrem Heimatland verfolgt wurde, ging sie 1936 ins Exil nach Paris, bevor es 1937 zur sogenannten Polnischen Operation des NKWD kam.
In Paris fand sie zunächst Zuflucht bei ihrem Onkel Adolphe Bornstein, einem Trödler im 19. Arrondissement von Paris. Sie ließ sich dauerhaft in der Rue des Immeubles-Industriels 12 im Zuzugs- und Wohngebiet von Juden im 11. Arrondissement nieder, wohin ihre Familie ihr folgte. Ihr Vorname wurde zu „Régine“ französisiert. Sie engagierte sich damals in der jüdischen Sektion der Kommunistischen Partei Frankreichs und unterstützte insbesondere die Internationalen Brigaden während des Spanischen Bürgerkriegs.
1939 heiratete sie Menesze (Marcel) Skurnik (* 1910), einen in Warschau geborenen Aktivisten.
Nach der deutschen Besetzung Frankreichs schloss sich beide Eheleute der Résistance an. Skurnik war unter dem Decknamen „Stefa“ oder „Stépha“ als Verbindungsagentin Teil der jüdischen Sektion der kommunistischen Francs-tireurs et partisans – main d’œuvre immigrée (FTP-MOI) und unterstützte die Gruppe Manouchian. Am 16. Juli 1942 wurde Stépha Skurnik von Polizisten aufgegriffen. Ihr gelang jedoch die Flucht, indem sie im Treppenhaus ein Seil ergriff und sich daran bis ins Erdgeschoss hinuntergleiten ließ, wobei sie sich die Hände blutig riss. Sie flüchtete in ein nahegelegenes Café und anschließend in eine Wohnung. Ihre Brüder, die ebenfalls in der Resistance aktiv waren, wurden alle drei gefasst und in deutsche Konzentrationslagern deportiert, Norbert Lemberger wurde bei einem Fluchtversuch erschossen. 1947 bekam das Ehepaar Skurnik einen Sohn, den sie Norbert nannten.
Sie überlebte den Holocaust und setzte nach dem Krieg ihr Engagement als Aktivistin fort. Sie war unter anderem Vorsitzende der Union des sociétés juives de France, Vorsitzende der Vereinigung Amicale Varsovie et les Environs und Mitglied des Conseil représentatif des institutions juives de France (CRIF). Sie war eine bekannte Persönlichkeit des Vereinslebens im 11. Arrondissement, wo sie sich endgültig am Boulevard Voltaire 70 niederließ. Für ihr Engagement wurde ihr mit Dekret vom 13. Juli 1998 der Rang einer Ritterin der Ehrenlegion verliehen.
Sie starb 2014 im Alter von 96 Jahren.
Die Allée Stefa-Skurnik, die sich zwischen dem 11. und dem 20. Arrondissement von Paris befindet, wurde am 27. März 2019 zu ihrem Gedenken eingeweiht und mit einer Gedenktafel versehen. Sie gehört zu eine Serie von Tafeln, die an bedeutende weibliche Persönlichkeiten entlang des Boulevard de Charonne und des Boulevard de Ménilmontant erinnern.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Skurnik, Stefa |
| ALTERNATIVNAMEN | Skurnik, Stefa; Skurnik, Stépha; Lemberger, Rivka (Geburtsname); Lemberger, Régine |
| KURZBESCHREIBUNG | jüdische französische Widerstandskämpfern und Holocaust-Überlebende |
| GEBURTSDATUM | 9. Oktober 1917 |
| GEBURTSORT | Skierniewice, Regentschaftskönigreich Polen |
| STERBEDATUM | 18. Juli 2014 |
| STERBEORT | 20. Arrondissement, Paris, Frankreich |