| Stortingsgata 16 | |
| Lage | |
| Adresse: | Stortingsgata 16 (Sentrum) |
| Stadt: | 0161 Oslo |
| Koordinaten: | 59° 54′ 49″ N, 10° 44′ 9″ O |
| Architektur und Geschichte | |
| Bauzeit: | 1917–1918 |
| Eröffnet: | 29. November 1918 als Opera Comique |
| Zuschauer: | 500 Theatersessel 256 Bankett- Plätze |
| Architekt: | Henry Fearnly Coll, Hack Kampmann |
| Internetpräsenz: | |
| Website: | sceneweb.no |
| 1918–1921 Opera Comique 1921–1928 Casino Teater 1928–1941 Casino kino 1941–1945 Deutsches Theater 1945–1985 Det Norske Teatret 1985–2006 Filmteatret 2006–2014 Christiania Teater (I) seit 2010 Hotel Christiania Teater seit 2022 Christiania Teater (II) | |
Stortingsgata 16 ist ein denkmalgeschütztes Gebäude im Zentrum Oslos, das 1918 im Stil der nordischen Neorenaissance errichtet wurde. Seit 2010 beherbergt es das Hotel Christiania Teater mit 112 Zimmern und Suiten sowie Räumen für Konferenzen und Events. Dem Hotel angeschlossen ist ein Theater, dessen Programm hauptsächlich Unterhaltungsmusik und Kleinkunst umfasst. Dieses – ebenfalls den Namen Christiania Teater tragende – Theater bietet Platz für 500 Zuschauer auf üblichen Theatersesseln sowie weitere 256 Plätze an Banketttischen.
Das Gebäude Stortingsgata 16 dokumentiert das Kultur- und Unterhaltungsleben des 20. Jahrhunderts in Oslo. Seit seiner Errichtung war es fast ununterbrochen der Sitz eines Theaters oder eines Kinosaals: 1918–1921 Opera Comique, 1921–1928 Casino Teater, 1928–1941 Casino kino, 1941–1945 Deutsches Theater, 1945–1985 Det Norske Teatret, 1985–2006 Filmteatret, 2006–2014 und erneut ab 2022 Christiania Teater.
1941 beschlagnahmte die deutsche Besatzungsmacht das Gebäude und richtete darin mit dem Deutschen Theater ihre eigene Bühne ein, für die sogar Umbauten vorgenommen wurden. Unter anderem wurde auf dem Balkon für Reichskommissar Josef Terboven eine Loge errichtet. Nach der Befreiung war Stortingsgata 16 vier Jahrzehnte lang die Heimat von Det Norske Teatret, das seine Stücke in Nynorsk oder norwegischen Dialekten aufführt.
Zweimal wurde die Bühne als Kinosaal genutzt, über insgesamt drei Jahrzehnte.
Die oberen Geschosse von Stortingsgata 16 wurden immer als Büroflächen vermietet. Dort hatte der Fotograf Thorleif Wardenær von 1923 bis 1942 sein Atelier, in dem sich viele bekannte Schauspieler (und noch mehr Schauspielerinnen) porträtieren ließen. Etwa 40.000 Glasplatten mit seinen Aufnahmen haben sich erhalten.
Im Nachbargebäude Stortingsgata 18 befand sich von 1921 bis 1992 das Casino restaurant, das gleichzeitig mit dem Casino Teater als dessen Gaststätte gegründet worden war. Bereits in den 1930er Jahren war seine amerikanische Bar berühmt und während der 1960er Jahre wurde es zu einem Treffpunkt für Schriftsteller, Künstler und junge Schauspieler des Nationaltheatret und Norske Teatret.
Stortingsgata 16:
Lagekarte in Norgeskart
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Die Hausnummer 16 liegt ungefähr in der Mitte der Stortingsgata nahe an der Kreuzung zur Roald Amundsens gate. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite erstreckt sich der Eidsvolls plass, an der Westseite fortgesetzt vom Park Studenterlunden. Das Nationaltheatret ist etwa 100 Meter entfernt. Biegt man an der Kreuzung in die Roald Amundsens gate nach links ab, erreicht man nach ebenfalls 100 Metern den Fridtjof Nansens plass an der Nordseite des Rathauses. Biegt man dagegen nach rechts ab, gelangt man zu den Fontänen der Spikersuppa.
Um 1900 befand sich auf dem Grundstück Stortingsgata 16 der Wintergarten des Restaurants Cordial und während des Sommers ein Gastgarten. Von 1907 bis 1917 existierte hier das Kino Cordial. Nach dem Abriss wurde in den Jahren 1917/18 ein Bürogebäude mit Theatersaal errichtet. Die Pläne wurden von Henry Fearnly Coll in Zusammenarbeit mit Hack Kampmann erstellt. Im Unter- und Erdgeschoss sowie im 1. Stock wurde das Theater mit den notwendigen Nebenräumen untergebracht, während die Flächen im 2. bis 5. Stock für die Vermietung als Büros vorgesehen waren.
Das Gebäude wurde aus Stahlbeton errichtet und erhielt seine Stabilität durch Säulen in den Außenwänden und im Inneren. Anschließend wurden die Wände mit Ziegeln ausgemauert und mit Sandstein verblendet. Die Fassade gliedert sich in vier vertikale Felder, die auf der Straßenebene jeweils eine Rundbogenöffnung aufweisen. Darüber befinden sich vier Reihen von Kreuzpfostenfenstern mit klein gerasterten Fensterfeldern, die das dazwischen liegende Mauerwerk optisch in den Hintergrund drängen. Jedes Fassadenfeld wird durch einen mittig positionierten Dachgiebel abgeschlossen. Der zweite Giebel von links hat als einziger ein Doppelfenster und ist mit einer markanten Kuppel mit Renaissance-Motiv überhöht. Er ist das einzige asymmetrisch angeordnete Bauteil und erweckt den Eindruck eines Turms. – „Die Formensprache entspricht der nordischen Neorenaissance und ist charakteristisch für die institutionellen Bauten jener Zeit.“

1941 wurde das Gebäude im Zusammenhang mit der Gründung des Deutschen Theaters nach Entwürfen des deutschen Architekten Hugo Constantin Bartels umgebaut. Zu Lasten des Innenhofs wurden Räume an die Bühne angebaut, die hintere und seitliche Treppe verändert und Brandschutzmaßnahmen getroffen. Der neu ausgestattete Theatersaal erhielt einen eigenen Salon. Auf dem Balkon wurde eine Loge für Reichskommissar Josef Terboven errichtet.
Das „Filmtheatergebäude mit Kinosaal, Eingang und Foyer“ sowie dessen unmittelbare Umgebung wurden am 1. September 2015 nach § 15 des Denkmalschutzgesetzes 1978 unter Denkmalschutz gestellt. Das Gebäude hat innen und außen viel von seiner ursprünglichen Substanz bewahrt und bezeugt damit die verschiedenen im Laufe der Jahre ausgeübten Funktionen. Für den Riksantikvaren ist das Theater „von nationaler Bedeutung, da es wichtige Epochen im Kultur- und Unterhaltungsleben der Hauptstadt dokumentiert und zugleich die Propagandapolitik der Besatzungsmacht sowie das Bedürfnis nach Unterhaltung während des Zweiten Weltkriegs beleuchtet.“

2010 wurde das Gebäude Stortingsgata 16 in ein Hotel umgewandelt, das zur Kette DoubleTree by Hilton gehörte. 2014 wurde es von Petter Stordalen erworben, der dem Hotel Christiania Teater das Design und die Atmosphäre eines Boutique-Hotels verpasste. Nach einem weiteren Eigentümerwechsel 2022 zu Eiendomsspar (geführt von Christian Ringnes) wurde das Hotel umfassend renoviert, die Anzahl der Zimmer erhöht und die Innenausstattung und die Fassade erneuert.
Heute (2026) gehört das Hotel Christiania Teater zur Strawberry Group von Petter Stordalen, der es unter der Marke Nordic Hotels & Resorts vermarktet. Es verfügt über 112 Zimmer und Suiten und ein eigenes Fitnesscenter. Drei Konferenzräume für jeweils etwa zehn Personen heißen Opera Comique, Chambre Séparée bzw. Galleriet und haben ein ihrem jeweiligen Namen entsprechendes Interieur. Auch das Theater, das hunderten Personen Platz bietet, kann gemietet werden. Eine Besonderheit ist die Suite Behind the Curtain, deren zehn „unique concept rooms“ eine ganze Etage belegen, und die einen eigenen Privateingang besitzt.
Das Hotel verfügt über das Restaurant Teatro und zwei Bars, darunter eine Wine bar. Der bekannte Gourmetkoch Ole Jonny Eikefjord, der 2003 mit dem Restaurant Eik das erste rauchfreie Restaurant Norwegens eröffnete und auch die Annen Etage im Hotel Continental betreibt, ist ein enger Partner Stordalens und führt auch das Teatro. Eikefjords „culinary vision“ für das Teatro ist – laut der hoteleigenen Webseite – „world-class Italian pizza and gelato“.

2006 eröffnete wieder ein Theater in Stortingsgata 16 und gab dem gesamten Gebäude seinen Namen: Christiania Teater. Das war eine Reminiszenz an das 1837–1899 existierende Christiania Theater, den unmittelbaren Vorgänger des Nationaltheatret. Eigentümer des Theaters war die private Aktiengesellschaft Kirkeby & Parmann AS, als Geschäftsführer agierten Jostein Kirkeby-Garstad (der auch Regie führte) und Espen Seim Parmann.
Das Theater eröffnete am 25. August 2006 mit der von Ibsens Gengangere inspirierten Tanzaufführung Tanghost. Das Repertoire des Theaters war abwechslungsreich und umfasste Revuen, Kabarett, Stand-up-Comedy, Talkshows und andere „urbane“ Formate. Komiker wie Otto Jespersen und Jonas Gardell oder das Trio Raske Menn traten mehrmals auf.
Im Herbst 2010 schloss das Theater und die Bühne wurde fallweise an Konzertveranstalter vermietet. Im November 2014 meldete die Betreibergesellschaft Insolvenz an.

Im Herbst 2022 wurde das Christiania Teater wiedereröffnet. Es bietet nun Platz für 500 Zuschauer auf üblichen Theatersesseln und 256 Gäste an langen Banketttischen.
De facto ein Bestandteil des Hotels, ist es de jure im Eigentum der am 24. Februar 2022 gegründeten Aktiengesellschaft Christiania Teater Scene AS. Lars Kristian Kulterstad Kristoffersen ist der Geschäftsführer, Åsmund Gjønnes Tvedten der Vorsitzende des Aufsichtsrats. Die eigentlichen Betreiber sind die Produktionsfirmen Starworks und Over Norge, die ein hauptsächlich aus Unterhaltungsmusik und Kleinkunst bestehendes Programm gestalten. Theaterleiter ist der renommierte Schauspieler und Regisseur Bjarte Hjelmeland (2008–2011 Intendant der Nationalen Scene). Gelegentlich wird die Bühne für fremde Produktionen oder soziale Events vermietet.



Das dänische Bauunternehmen Christiani & Nielsen erwarb 1916 das Grundstück Stortingsgata 16, das nach dem dort seit 1907 bestehenden Kino Cordial als Cordialtomten bezeichnet wurde. Der Neubau sollte ursprünglich ein reines Bürogebäude werden, aber auf Vorschlag des Kinobesitzers Andreas Kvinnsland wurde in den unteren Etagen ein Theater eingeplant (für das der Name Parkteatret vorgesehen war).
Anfang 1918, als die Bauarbeiten noch liefen, wurde das Theater an Benno Singer vermietet, den ungarisch-britischen Direktor der Varietébühne Theatre Moderne im Tivoli. Benno Singer engagierte den Ungarn Alexander Várnay als künstlerischen Leiter und Regisseur. Dirigent wurde der ehemalige Geiger Leif Halvorsen, der sich in der ersten Spielzeit die Aufgaben mit Piero Coppola teilte. Jens Wang war für die Bühnenbilder verantwortlich. Das Orchester bestand aus 36 Musikern, einem Chor mit 40 Sängern und einem Ballettensemble mit 20 Tänzern.
Die Oper, die man schließlich doch nach dem Vorbild der Opéra-Comique in Paris benannt hatte, wurde am 29. November 1918 mit der norwegischen Erstaufführung von Samson und Dalila von Camille Saint-Saëns eröffnet. Die Opera Comique A/S war Norwegens erstes professionelles Opernensemble und für drei Jahre das einzige Opernhaus der Stadt. (Das Nationaltheatret führte ab dem Spieljahr 1918/1919 keine Opern mehr auf.)
In den 2 1⁄2 Jahren ihres Bestehens führte die Opera Comique 38 Opern und Operetten auf, darunter 26 Erstaufführungen. Es gab auch Gastproduktionen aus Norwegen und aus dem Ausland, unter anderem Die Walküre, mit der das Theater am Nollendorfplatz ab dem 24. August 1920 gastierte (ebenfalls eine norwegische Erstaufführung). Im Juni 1919 unternahm die Opera Comique als erstes norwegisches Opernensemble eine Auslandstournee, und zwar ins Casino Teatret nach Kopenhagen.
Unter den norwegischen Erstaufführungen waren Otello von Giuseppe Verdi, La fanciulla del West von Giacomo Puccini und Die verkaufte Braut von Bedřich Smetana. Neben bekannten deutschen und italienischen Opern wurden auch selten gespielte Werke wie Der Evangelimann von Wilhelm Kienzl und Die Jüdin von Fromental Halévy sowie etliche Operetten aufgeführt.
In der Opera Comique sangen Kirsten Flagstad, Katinka Storm, Erica Darbo, Erling Krogh, Sigurd Hoff, Carsten Ørner, Conrad Arnesen und Simon Edwardsen. Dazu kamen Gastauftritte von Erik Bye und Karl Aagaard Østvig und aus dem Ausland Lauritz Melchior, Leo Slezak, Heinrich Schlusnus, Emmi Leisner und Joseph Hislop.
Finanzielle Schwierigkeiten führten zur Einstellung der Oper. Am 7. Juni 1921 fand mit Smetanas Verkaufter Braut die letzte Premiere statt. Die letzte Vorstellung war Mozarts Zauberflöte am 31. August 1921.



Zehn Tage später, am 10. September 1921, eröffnete das Casino Teater mit der Farce Die Dame auf Nr. 23 des französischen Erfolgsautors Paul Gavault. In dem Stück trat auch Thorleif Klausen auf, der das Theater leitete und oft auch Regie führte.
Das Theater, das salopp nur als Casino bezeichnet wurde, war fast so anspruchsvoll wie sein Vorgänger. Im Repertoire dominierten Operetten, die sehr wirkungsvoll umgesetzt wurden. Dazu kamen Opern und große Ausstattungsrevuen. Das Ensemble ging mehrmals auf ausgedehnte Tourneen.
Die erfolgreichsten Operetteninzensierung waren:
Entsprechend erfolgreiche Opernaufführungen waren:
Kirsten Flagstad war in den 1920er Jahren erst am Beginn ihrer großen Karriere, die mit ihren Auftritten in Operetten- und Opernrollen im Mayolteatret (1922–1924) und danach im Casino Teater (1924–1927) begann. Besondere Aufmerksamkeit erregte sie als Micaëla in Carmen, Ragnhild in Sjømandsbruden und Margareta in Faust.
Dem Theater gelang es, den schwedischen Sänger und Revueproduzenten Ernst Rolf zu gewinnen. In den Jahren 1923 bis 1928 wurden in der Regel Rolfs Revuen auch in einer norwegischsprachigen Fassung im Casino aufgeführt. Die Revuen stützten sich auf amerikanische Showmusik und einprägsame Jazzrhythmen, die auf diese Weise in den nordischen Ländern bekannt wurden. Ernst Rolf „war für die Entwicklung der norwegischen Revue mindestens ebenso bedeutend wie für die schwedische.“
Von Ernst Rolfs Revueproduktionen fürs Casino war Von Karl Johan nach Lykkeland am erfolgreichsten:

Das Kinogesetz von 1913 hatte den Gemeindeverwaltungen erlaubt, alle Kinos in ihrem Gebiet zu übernehmen. Dieses Kinomonopol wurde in Oslo ab 1926 umgesetzt, wofür das kommunale Unternehmen Oslo Kinematografer eingerichtet wurde. Es übernahm Stortingsgata 16, sowohl die Bühne als auch Büroräume, in denen die Verwaltung untergebracht wurde.
„Der kommunale Kinobetrieb sorgte dafür, dass die Kinos in Oslo einen hohen Standard hatten.“ Die übernommenen Kinos wurden renoviert bzw. umgebaut (wie das 1926 übernommene Carl Johan Teatret). In den vierzehn Jahren bis 1940 wurden 11 neue Kinos eingerichtet.
Darunter befand sich auch das Casino, das nach dem Umbau am 1. September 1928 als Stummfilmkino wiedereröffnet wurde. Die Eröffnung wurde durch Auftritte des Tenors Theodor Andresen und des Witzansky-Balletts musikalisch umrahmt. Im folgenden Film Two Lovers nach dem Roman Leatherface der Baroness Emma Orczy spielten Vilma Bánky und Ronald Colman die Hauptrollen.
Noch im selben Jahr wurden zwei „Blockbuster“ vorgeführt: Gentlemen Prefer Blondes nach dem Roman von Anita Loos, mit Ruth Taylor in der Hauptrolle, sowie Sunrise mit George O’Brien und Janet Gaynor, Murnaus erste Regiearbeit in den USA.
Ab dem 17. September 1930 war das Casino kino ein Tonfilmkino. Die letzte Filmvorführung fand am 9. Februar 1941 statt.

Das Deutsche Theater war eine deutschsprachige Bühne für Schauspiel, Oper, Operette, Ballett und Konzert, die von der deutschen Besatzungsmacht zunächst im Nationaltheater und ab Juni 1941 in der Stortingsgata 16 betrieben wurde. „Kultur wird oft als ‚sanfte Propaganda‘ eingesetzt, als Mittel, kulturelle Überlegenheit zu demonstrieren und die eigene Kultur über Landesgrenzen hinweg zu verbreiten. […] Hier sollten Maßstäbe gesetzt und das norwegische Theaterpublikum durch hochkarätige deutsche Werke im Rahmen der klassischen Norm für gute Kunst im Dritten Reich geprägt werden, aufgeführt von einem Ensemble aus deutschen Schauspielern, Tänzern und Musikern.“
Die Beeinflussung des norwegischen Publikums war nur mäßig, das Theater wurde vor allem von in Norwegen stationierten Soldaten und den Kollaborateuren der NS und ihren Familienangehörigen besucht. Mit dem Besuch der Vorstellungen bewies man seine Deutschfreundlichkeit. Das Progamm, das programmatisch mit Richard Wagner begonnen hatte, „tendierte schnell zu leichterer Unterhaltung“ mit vielen Operetten auf dem Spielplan.
Die Programmankündigungen und Rezensionen in den norwegischen Zeitungen nannten das Theater immer Deutsches Theater in Oslo. Der Name wurde meistens nicht übersetzt, gelegentlich findet man auch die „norwegische“ Form Deutsches Theater i Oslo.
| Premiere | Name | Komponist | Quelle |
|---|---|---|---|
| Oktober 1940 | Die Walküre | Richard Wagner | |
| 22. April 1941 | Der Vogelhändler | Carl Zeller | |
| 7. Juni 1941 | Das Land des Lächelns | Franz Lehár | |
| 12. September 1942 | Der Freischütz | Carl Maria von Weber | |
| 11. November 1942 | La Bohème | Giacomo Puccini | |
| 1943 | Der fliegende Holländer | Richard Wagner | |
| 6. März 1943 | Carmen | Georges Bizet | |
| 23. April 1943 | Der Rosenkavalier | Richard Strauss | |
| 1. Dezember 1943 | Die verkaufte Braut | Bedřich Smetana | |
| 17. Juni 1944 | Tosca | Giacomo Puccini |

Das deutsche Theatergeschehen im besetzten Oslo startete im Oktober 1940 mit einem Gastspiel des Hamburgischen Stadt-Theaters im Nationaltheatret. Arnold Winternitz dirigierte Die Walküre, mit Melanie Kurt als Brünnhilde und Heinrich Knote als Siegmund. Am 22. April 1941 fand ebenfalls im Nationaltheatret die Premiere von Der Vogelhändler statt.
Danach übersiedelte das Ensemble in die Stortingsgata. Auf Befehl des Reichskommissars Josef Terboven vom 1. Januar 1941 wurden das Gebäude und der Zuschauerraum erweitert, eine Drehbühne und ein Orchestergraben mit Platz für 60 Musiker errichtet und die technische Ausstattung modernisiert. Der Saal wurde im für den Nationalsozialismus typischen Stil des späten Neoklassizismus dekoriert.
Das Theater mit dem offiziellen Namen Nationaltheater Nye Scene – Deutsches Theater in Oslo wurde am 7. Juni 1941 mit einer Aufführung der Operette Das Land des Lächelns von Franz Lehár eingeweiht. Die Inszenierung von „Der Rosenkavalier“ von Richard Strauss, die am 23. April 1943 Premiere feierte, war die erste Aufführung dieser Oper auf norwegischem Boden.
Die letzte Premiere fand am 17. Juni 1944 statt, wenige Tage nach der Landung der Alliierten in der Normandie. Im August 1944 wurde das Ensemble nach Deutschland zurückgerufen und die wehrfähigen Männer an die Front versetzt. Danach fanden bis zur Befreiung im Frühjahr 1945 noch sporadisch Konzerte und Gastspiele statt.




Det Norske Teatret verfolgt gemäß seiner Satzung von 1912 den Zweck, „Theaterstücke in norwegischer Sprache in Stadt und Land aufzuführen“ und es inszeniert in Nynorsk oder im dialektgefärbten Umgangston. Durch sein volksnahes Repertoire etablierte sich das Theater in Oslo als Kulturinstitution. Während seiner ersten dreißig Jahre hatte das Ensemble mehrfach seinen Standort wechseln müssen. Es spielte 1913–1931 im Bøndernes Hus in der Rosenkrantz’ gate 8, 1931–1934 im Centralteatret, 1934–1940 wieder im Bøndernes Hus und 1940–1945 im späteren Edderkoppen am St. Olavs Plass.
Bevor es in die Stortinggata 16 einzog, gab es dort noch ein „Zwischenspiel“. Am 15. Juni 1945 präsentierte sich das während der Besatzungszeit im Geheimen entstandene Ensemble Studioteatret erstmals dem Publikum. Es gab je einen Einakter von Thornton Wilder und Eugene O’Neill. Übrigens wurde die Bühne auch später noch gelegentlich vermietet. Max Lefko nützte sie während der spielfreien Zeit, um seine Sommerrevuen und -varietés Casino Non Stop Shows aufzuführen. Sie fanden von 1946 bis 1961 statt, waren sehr populär und brachten temporeiche Szenen mit Akrobaten, Musikern, Zauberern und Striptease-Tänzerinnen auf die Bühne.
Am 6. September 1945 gab Det Norske Teatret in der Stortinggata 16 seine erste Vorstellung. In der Antigone von Sophokles unter der Regie von Knut Hergel spielte Tordis Maurstad die Titelrolle. Weiters traten Johan Norlund als Kreon, Øyvind Øyen als Haimon und Eva Sletto als Ismene auf. Das Stück „wurde mit deutlichen Bezügen zur Besatzungszeit inszeniert und fand aufgrund seines zeitgemäßen Inhalts großen Anklang.“
Die umstrittenste Inszenierung in der Geschichte des Theaters ist Hans Jacob Nielsens’ „entromantisierter“ Peer Gynt (Premiere am 2. März 1948). Das Stück wurde von Henrik Rytter in Nynorsk übersetzt und mit von Harald Sæverud neu komponierter Musik aufgeführt. Nielsens’ Regie und Schauspielkunst (er verkörperte auch die Hauptrolle) machten Ibsens satirische Absichten deutlich, die von der bisher vorherrschenden Peer Gynt-Tradition unterschlagen worden waren. Der Erfolg gab ihm Recht, die Inszenierung wurde auch auf Gastspiele nach Deutschland, Niederlande, Stockholm und Göteborg eingeladen.
Während der vier Jahrzehnte in der Stortingsgata erweiterte das Ensemble sein Repertoire um die Klassiker und das internationale Drama des 20. Jahrhunderts. Unter den Regisseuren Tormod Skagestad und Nils Sletbak traten Schauspieler auf wie Bjarne Andersen, Jack Fjeldstad, Lasse Kolstad, Britt Langlie, Rolf Just Nilsen, Gisle Straume, Tom Tellefsen, Sølvi Wang und Sverre Wilberg. Bjørn Endreson übersetzte und inszenierte ab 1970 eine Reihe von Stücken Samuel Becketts, die viel beachtet wurden.
Das Theater brachte seit 1949 Broadway-Musicals auf die Bühne, als erstes Oklahoma! am 7. Juni 1949. In den 1960er Jahren wurde Det Norske Teatret unter Egil Monn-Iversen als musikalischem Leiter „zum führenden Musiktheater Norwegens.“
Nach der letzten Premiere am 16. März 1985, ein Stück von Milan Kundera nach Diderots Jacques le fataliste, bezog das Ensemble seinen jetzigen Standort in der Kristian IV’s gate 8.
Eröffnung des Filmteatret
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Nach der Neugestaltung durch den Architekten Kjell Castberg Voss entstand ein repräsentatives Kino mit 484 Sitzplätzen. Es wurde am 15. Dezember 1985 mit dem japanischen „Blockbuster“ Ran des Regisseurs Akira Kurosawa eröffnet. Die Schlange vor dem Kartenschalter reichte bis vor den Eingang, wo das Publikum im Schneegestöber ausharrte.
Das Kino zeigte Qualitätsfilme für Erwachsene mit breiter Anziehungskraft und war ein Aushängeschild für Oslo Kinematografer, dessen Verwaltung seit 1926 im selben Gebäude untergebracht war. Hier wurde sowohl das hundertjährige Jubiläum der ersten Filmvorführung in Norwegen gefeiert (1996) als auch das hundertjährige Jubiläum der Eröffnung des ersten norwegischen Kinos (2004). Die letzte Vorführung fand am 28. Februar 2006 statt. Noch im selben Jahr eröffnete mit dem Hotel Christiania Teater wieder ein Theater in der Stortingsgata 16.

In der Stortingsgata 16 hatte von 1923 bis 1942 der Fotograf Thorleif Wardenær (1897–1990) sein Atelier. Er fotografierte in den Theatern, und viele bekannte Schauspieler/-innen suchten ihn auf, um sich porträtieren zu lassen. Er produzierte auch Standbilder für norwegische Filme. Wardenær war von Anders Beer Wilse ausgebildet worden und gilt als Pionier der norwegischen Theaterfotografie. Wenn er Bühnenszenen ablichtete, verstärkte er die vorhandene Theaterbeleuchtung mit ein paar Fotolampen, verzichtete aber konsequent auf Magnesiumblitze.
1942 wurde er von den Besatzern gekündigt. Daraufhin übernahm er das alt eingesessene Atelier von Selmer Norland in Torvet 11 und wirkte dort noch bis 1971. Seine Sammlung von Glasplatten wurde vom Oslo Bymuseum erworben. Sie umfasst etwa 40.000 Platten und zwar ausschließlich Porträts. Von Wardenær sind aber auch Landsschaftsfotografien erhalten, die er im Auftrag eines Ansichtskartenverlags auf Reisen durch Norwegen bis nach Steinkjer im Norden anfertigte.

Bereits der Opera Comique war seit 1919 ein Restaurant angeschlossen und als die Oper zum Casino Teater wurde, wurde das Restaurant am 14. November 1921 unter dem Namen Casino restaurant wiedereröffnet. Es befand sich im benachbarten Gebäude Stortingsgata 18 im ersten Stock und wurde von dem erfahrenen Restaurateur P. L. Tronseth betrieben. Nach einem Brand 1931 wurde das Gebäude abgerissen und neu errichtet. Am 5. April 1933 nahm das Casino, diesmal im Untergeschoss des Neubaus, den Betrieb wieder auf.
In den folgenden Jahren wurde das Restaurant schnell beliebt und berühmt für seine Bier-, Wein- und Spirituosenkarte, seine amerikanische Bar und sein eigenes Orchester. Während der Besatzungszeit wurde es von den Deutschen beschlagnahmt.
Am 10. März 1961 wurde das Restaurant zum vierten Mal eröffnet, nachdem es erneut von einem Brand beschädigt und renoviert worden war. Nun wurde es zu einem Treffpunkt für die junge Generation von Schriftstellern, Künstlern und Schauspielern des Nationaltheatret und Norske Teatret. Das Casino war ein ungezwungener Ort für die Osloer Bohème – anders als das Theatercaféen im Hotel Continental, wo das Establishment verkehrte und der Dresscode das Tragen von Jeans verbot. Das Casino restaurant wurde am 30. April 1992 geschlossen.
