Theodor Bovet

Theodor Bovet (* 28. Mai 1900 in Rom; † 6. März 1976 in Zürich) war ein Schweizer Nervenarzt und christlicher Eheberater.

Leben

Bovet wuchs in Zürich auf, studierte Medizin an der Universität Zürich, heiratete 1921 und promovierte dort 1928. Er war konfessionslos erzogen, wandte sich in den 1930er Jahren aber zunehmend dem christlichen Glauben zu. Nach der Promotion arbeitete er 20 Jahre als Nervenarzt, dann als Eheberater in Zürich, Lausanne und Basel. Er gründete und leitete ab 1949 die Evangelische Eheberatungsstelle in Zürich. Ab 1955 war er Mitglied der Kommission für Brautleutekurse der evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt. Bovet gründete 1960 das Christliche Institut für Ehe- und Familienkunde in Basel und nach dessen Auflösung 1967 das Institut für Ehe- und Familienwissenschaft in Zürich und war Herausgeber der Zeitschrift EHE, Zentralblatt für Ehe- und Familienkunde.

In den 1950er Jahren unterstützte Bovet gemeinsam mit dem deutschen CDU-Politiker Gustav Adolf Gedat Homosexuelle, die vor Verhaftung aus der Bundesrepublik in die Schweiz flüchteten.

Bovet lebte in Riehen, später in Zürich. 1960 erhielt er ein Ehrendoktorat der Theologischen Fakultät der Universität Zürich.

Lehre

Mit seiner Auffassung von Ehekunde als wissenschaftliche und theologische Lehre von der Ehe trug er zum Wandel der Auffassungen bei. Themen seiner zahlreichen Werke, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden, war die Beziehung zwischen Mann und Frau unter den Aspekten von Sexus, Eros und Agape sowie die Aufklärung über Homophilie. Von konservativ-puritanischen Kreisen wurde er heftig angegriffen, was eine Kontroverse entfachte und ihn und sein Thema in den Mittelpunkt schob. Auch kam es zu positiven Äußerungen von Kirchenvertretern sowohl zu Bovet selber als auch zur Frage der Homophilie.

1956 erklärte Bovet auf dem evangelischen Kirchentag: „‚Der Mann ist das Haupt der Frau‘, sagt Paulus. Das wird oft dahin mißverstanden, daß der Mann der Vorgesetzte, die Frau die Untergebene zu sein habe. In einem lebendigen Organismus gibt es indessen zwei Hauptorgane: den Kopf und das Herz. Welches von beiden ist wichtiger? Beide sind genauso unentbehrlich, aber ihre Aufgabe ist grundverschieden.“

Werke

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 GND 104590114
  2. ↑ Schwulengeschichte.ch: Deutschland: §175-Flucht - Zeugen
  3. ↑ Theodor Bovet Die Ehe, 1967, Einleitung
  4. ↑ Aufklärungen Th. Bovet zur Homophilie
  5. ↑ Frauen-Journal, Nr. 9 (September 1956), S. 4.