Die populärste unter diesen Distanzen ist der 100-km-Straßenlauf, über den World Athletics Rekordlisten führt. Die gültigen Leichtathletik-Weltrekorde halten bei den Männern Nao Kazami (Japan) mit 6:09:14h und bei den Frauen Tomoe Abe (Japan) mit 6:33:11h. Viele dieser Läufe finden auf offiziell vermessenen 5-km- oder 10-km-Runden statt, allerdings gibt es auch 100-km-Läufe, die auf einer einzigen großen Runde ausgetragen werden, wie die 100km von Biel.
Der Litauer Aleksandr Sorokin lief im Mai 2023 die 100km in 6:05:35h.
Die meisten Ultramarathons sind Landschaftsläufe (s. Traillauf), deren Längen nicht normiert sind und sich nach den topographischen Gegebenheiten richten. Ultramarathons mit mehr als 2000Meter Höhendifferenz werden als Ultraberglauf bezeichnet. 2025 gelang Sibusiso Kubheka mit 5:59:20 h die erste Leistung unter 6 Stunden.
Neben Ultramarathon-Veranstaltungen über festgelegte Distanzen gibt es auch Läufe, die über eine bestimmte Zeit ausgetragen werden. Die kürzeste dieser Disziplinen, die als Ultramarathon gilt, ist der 6-Stunden-Lauf; längere Mehrstundenläufe werden über 12, 24, 48 oder 72Stunden ausgetragen. Eine Übersicht über die bekanntesten Veranstaltungen dieser Art bietet die Liste von Ultramarathons.
International veranstaltet die International Association of Ultrarunners (IAU) unter der Schirmherrschaft von World Athletics vier internationale Jahreshöhepunkte: Einen Weltcup (World Cup) über 100 Kilometer, einen 24-Stunden-Lauf, einen Gelände-Ultralauf und einen 50-Kilometer-Lauf (50 km Trophy).
Diese sind allerdings keine offiziellen World-Athletics-Weltmeisterschaften. Der Europacup der Ultramarathons ist ein Cup-Wettbewerb, der einige der größten Ultramarathons Europas umfasst. Des Weiteren veranstaltet das Sri Chinmoy Marathon Team (SCMT) seit 1977 weltweit UM-Läufe.
Das Training für einen Ultramarathon ist dem für einen Marathonlauf ähnlich, jedoch werden die „langen langsamen Läufe“ auf über drei Stunden Dauer ausgedehnt. Die gesundheitlichen Risiken entsprechen denen beim Marathonlauf.
Nationale Rekorde und Weltmeisterschaftsrekorde von Ultramarathon-Läufern
Tomoe Abe, weibliche 100-km-Weltrekordhalterin (6:33:11h, 25. Juni 2000 in Kitami)
Jesper Olsen lief in 22 Monaten um die Welt (2004/05); gewann das australische Sechs-Tage-Rennen (2004).
Nao Kazami, männlicher 100-km-Weltrekordhalter (6:09:14h, 24. Juni 2018 in Kitami)
Russ Cook, lief von 2023 bis 2024, innerhalb von 12 Monaten, von der Südspitzes Afrikas an die Nordspitze Afrikas und legte dabei 16.000 Kilometer zurück. Er ist der erste Mensch, der dies tat.
Ann Trason, 13-facher Western States Endurance Run-Gewinner und weiblicher Streckenrekordhalter; hält mehrere Weltrekorde, inkl. 100-Meilen (13:47:41h 1991), 50-Meilen (5:40:18h, 1991) und 12-Stunden (147,6km, 1991); amerikanische 100km-Rekordhalterin (7:00:48h)
Kristina Paltén, durchquerte den Iran in 58 Tagen und war 2017 Weltrekordhalterin im 48-Stunden-Lauf auf dem Laufband
Felix Weber, deutscher Rekord im 24-Stundenlauf mit 278,312km (2023)
Richard Whitehead, hält mehrere Weltrekorde für beidseitig Beinamputierte vom Halbmarathon bis zum Comrades Marathon
Cliff Young und Bryan Smith, ehemalige Gewinner des Westfield Sydney nach Melbourne Ultralaufs
Die Zahl der Gelegenheiten für Ultramarathons und ebenso der Ultra-Laufenden nehmen in den letzten 20 Jahren trendsportartig zu. Von 1.000 Laufwettbewerben zu 2.400 in Nordamerika 10 Jahre später (2019) mit 130.000 Zieleinläufen bei einem Verhältnis von 2/3 Männern zu 1/3 Frauen und von weniger als 100 Wettbewerben in Deutschland (2008) auf fast 350 im Jahr 2019. Dabei wird der Ultralauf gerne von sozialen Medien angepriesen, so dass Konsumenten dieses Ziel auch erreichen wollen. Vor allem bei jüngeren Personen wird beobachtet, dass sie Aussagen ihrer Influencer Glauben schenken, dass diese Art des Laufens für jede Person gut machbar ist. Aber auch Ältere wollen die Herausforderung meistern, da das Bewältigen eines normalen Marathons in den letzten Jahren in ihrer Wahrnehmung zu wenig (Be-)Achtung von anderen findet. Für alle Altersgruppen gilt: ohne gezielte, jahrelange Vorbereitung können multiple Dauerschäden bleiben. Jörg Scheller interpretiert die Popularität von Extremläufen und das diverse Teilnehmerfeld aus sportphilosophischer und sportsoziologischer Sicht als Zeichen dafür, „dass das Streben nach Aussergewöhnlichem nichts Aussergewöhnliches ist, dass in vielen Menschen mehr steckt, als viele andere denken, dass die Lust an Leistung und Grenzgängen nichts Elitäres sein muss und dass es nicht zuletzt möglich ist, sogar extreme sportliche Herausforderungen in unaufgeregte, sozial durchmischte Ereignisse zu verwandeln.“
↑Arnd Krüger: Viele Wege führen nach Olympia. Die Veränderungen in den Trainingssystemen für Mittel- und Langstreckenläufer (1850–1997), in: N. Gissel (Hrsg.): Sportliche Leistung im Wandel. Hamburg 1998: Czwalina, S. 41–56.
↑Alina Schwermer:Langstreckenlauf durch den Iran: Die Frau ist nicht aufzuhalten. In: Die Tageszeitung: taz. 19.Januar 2018, ISSN0931-9085 (taz.de[abgerufen am 2.August 2020]).