| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
| ||
| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 48° 14′ N, 9° 37′ O | |
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Tübingen | |
| Landkreis: | Alb-Donau-Kreis | |
| Höhe: | 506 m ü. NHN | |
| Fläche: | 5,62 km² | |
| Einwohner: | 833 (31. Dez. 2025) | |
| Bevölkerungsdichte: | 148 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 89617 | |
| Vorwahl: | 07393 | |
| Kfz-Kennzeichen: | UL | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 4 25 123 | |
| LOCODE: | DE ZID | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Bahnhofstraße 4 89617 Untermarchtal | |
| Website: | www.gemeinde-untermarchtal.de | |
| Bürgermeister: | Bernhard Ritzler (CDU) | |
| Lage der Gemeinde Untermarchtal im Alb-Donau-Kreis | ||
Untermarchtal an der Donau ist eine Gemeinde im Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg.

Untermarchtal liegt auf einer Weißjuraplatte am Fuße der Schwäbischen Alb, zu beiden Seiten der Donau.
Die Gemeinde grenzt im Süden und Westen an Obermarchtal, im Nordwesten an Lauterach, im Norden an die Stadt Ehingen (Donau) und im Osten an die Stadt Munderkingen, zu deren Verwaltungsgemeinschaft Untermarchtal auch gehört.
Obermarchtal hat Anteil am Naturschutzgebiet Flusslandschaft Donauwiesen zwischen Zwiefaltendorf und Munderkingen. Weitere Landschaftsteile auf der Gemarkung sind als Landschaftsschutzgebiet Untermarchtal ausgewiesen. Überdies hat die Gemeinde Anteil am FFH-Gebiets Donau zwischen Munderkingen und Riedlingen und am Vogelschutzgebiet Täler der Mittleren Flächenalb.

Im Hochmittelalter lag Untermarchtal im Herzogtum Schwaben. Die Herrschaft über den Ort übten im 13. und der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts die Grafen von Berg und die Herren von Steußlingen aus. Die Hochgerichtsbarkeit lag seit dem 14. Jahrhundert in der Zuständigkeit Vorderösterreichs. 1365 lassen sich die Herren von Stein als Besitzer der Burg in Untermarchtal nachweisen. 1442 kauften die Speth von Ehestetten die Herrschaftsrechte. Die Burg wurde 1517 zerstört und an ihrer Stelle von 1573 bis 1576 durch Johann Ulrich Speth das Schloss erbaut. 1604 wurden die Speth mit dem Blutbann belehnt.
Im Zuge der Mediatisierung fiel Untermarchtal 1805 an das Kurfürstentum Württemberg, welches 1806 zum Königreich erhoben wurde. Württemberg ordnete Untermarchtal 1810 dem Oberamt Ehingen zu. 1870 erhielt Untermarchtal eine eigene Station an der Donaubahn, womit die Gemeinde ans Streckennetz der Württembergischen Staatseisenbahnen angeschlossen war. Seit 1886 entstand im Schloss das Kloster Untermarchtal. Während der NS-Zeit in Württemberg kam der Ort 1938 zum Landkreis Ehingen. Nach dem Zweiten Weltkrieg lag Untermarchtal in der Französischen Besatzungszone und kam somit zum Nachkriegsland Württemberg-Hohenzollern, welches 1952 im Bundesland Baden-Württemberg aufging. Seit der Kreisreform von 1973 ist Untermarchtal Teil des Alb-Donau-Kreises.
Untermarchtal ist überwiegend katholisch geprägt. Die katholische Pfarrkirche St. Andreas geht in ihrer heutigen Form auf das Jahr 1613 zurück, mit einer von 1880 bis 1888 erfolgten Restaurierung. Die Kirchengemeinde St. Andreas gehört zur Seelsorgeeinheit Marchtal im Dekanat Ehingen-Ulm, die der Diözese Rottenburg-Stuttgart unterstellt ist.
Es handelt sich um Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze).
|
|
Mit einem Durchschnittsalter von 50,7 Jahren war Untermarchtal Ende 2018 – bedingt durch das ortsansässige Kloster – die Gemeinde mit den im Schnitt zweitältesten Einwohnern in Baden-Württemberg.
Der achtköpfige Gemeinderat wurde bei der Gemeinderatswahl am 9. Juni 2024 in Mehrheitswahl aus einer Einheitsliste für fünf Jahre gewählt. Die Wahlbeteiligung betrug 71,3 %.
Bürgermeister ist seit 2009 Bernhard Ritzler (CDU). Er wurde 2016 und 2024 wiedergewählt. Er ist zudem Bürgermeister von Lauterach.
| Blasonierung: „In Blau drei schräglinks übereinander liegende silberne (weiße) Wolfsfangeisen (Dietriche).“ | |
| Wappenbegründung: Vor dem Zweiten Weltkrieg war in Briefaufdrucken und Stempeln der Gemeinde ein Allianzwappen mit Helmen, Helmzierden und -decken zu sehen. Sein vorderer Schild zeigte einen gekrönten Löwenrumpf, der – ohne heraldisch begründet zu sein – als Hinweis auf frühere Ortsherren angesehen wurde. Ein hausmarkenähnliches Zeichen, das den Buchstaben M mit einem Kreuz, einem Dreiberg und einer Pflugschar verband, erschien im hinteren Schild, der mit dem Kloster Untermarchtal und seiner Landwirtschaft in Verbindung gebracht wurde. Am 4. August 1948 verlieh das Innenministerium Württemberg-Hohenzollern der Gemeinde eine Abwandlung des Familienwappens der Freiherrn von Speth, die den Ort 1442 erworben hatten. Dabei wurden die drei silbernen „Wolfsfangeisen“, die Dietrichen ähneln, absichtlich schräglinks (statt schräg) auf den blauen Schildgrund (statt des roten im Familienwappen) gesetzt. Das Landratsamt hat die Flagge am 17. Februar 1982 verliehen. |


Die Gemeinde hatte einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Ulm–Sigmaringen, jedoch ist der Bahnhof heute inaktiv und dient als Infozentrum. Die Bundesstraße 311 führt auf einer Ortsumgehung und dem Donauviadukt Untermarchtal am Ort vorbei.
Durch eine Alltagsroute aus dem Radnetz Baden-Württemberg ist Untermarchtal über Munderkingen und Rottenacker mit Ehingen und in der anderen Richtung über Obermarchtal mit Riedlingen verbunden.
Untermarchtal liegt am Radfernweg Donauradweg, der von Donaueschingen über Passau, Wien und Budapest bis zur Mündung in das Schwarze Meer führt. Er wird ab Tuttlingen auch als EuroVelo-Route EV6 und zwischen Tuttlingen und Passau als D-Route 6 geführt.