Walter Bransen auch Walther (* 6. Mai 1886 in Braunschweig als Walter Abramson; † 21. Dezember 1941 in Bloomington, USA) war Mediziner, Geiger und Komponist. Seine Pseudonyme waren Will Rollins, Sam Fox und Karl Wetter.
Bransen wurde 1886 als Walter Abramson in Braunschweig geboren. Nach einem Medizinstudium wechselte er in den 1920er Jahren zur Musik und wurde Schüler des russisch-schweizerischen Komponisten Paul Juon.
Er schrieb Opern und Operetten, Kammermusik und Bühnenmusiken, aber auch Lieder und Schlager, letztere meist unter dem Künstlernamen „Will Rollins“. Er arbeitete mit namhaften Textdichtern wie Fritz Rotter, Robert Gilbert und Willy Rosen zusammen. Bransen veröffentlichte bei mehreren Berliner Verlagen. Populäre Interpreten sorgten für die Verbreitung seiner Stücke, die von Kapellen wie Dajos Béla, Otto Dobrindt („Dobbri“) und Paul Godwin gespielt, von Sängern wie Serge Aranovic, Austin Egen und Leo Monosson vorgetragen wurden.
Bald schon arbeitete er auch für die neuen Medien Grammophon, Radio und Kino. Für die eben gegründete Berliner Schallplattenfirma Vox komponierte er einen „Vox-Foxtrot“, den das Orchester Bernard Etté im Januar 1925 einspielte. Über diese Firma, in deren Gebäude in Berlin, dem „Vox-Haus“, sich 1923 auch die erste deutsche Radiostation befand, führte ihn auch der Weg zum Rundfunk geführt. Ab Juni 1925 leitete er die Abteilung für Instrumental- und Gesangskunst bei der Funk-Stunde Berlin, deren Funk-Orchester, ebenfalls ab Juni 1925, Bruno Seidler-Winkler dirigierte.
Zusammen mit dem Tanzlehrer Walter Carlos, der als „Funktanzlehrer“ ebenfalls am neuen Medium Radio wirkte, kreierte er im Herbst 1927 den „Deutschen Tanz“ DETA, der auch auf Schallplatten verbreitet wurde. Bei zwei Spielfilmen wirkt er als Filmkomponist mit. Die Lieder aus dem Film Ich war zu Heidelberg Student (Regie: Wolfgang Neff. Uraufführung (DE): 1. Juli 1927, Berlin, U.T. Turmstraße) machte der deutsche Sänger Franz Baumann populär, der auch selber Texte verfasste. Zum Film Die Frau, nach der man sich sehnt (Regie: Kurt Bernhard. Uraufführung (DE): 28. April 1929, Berlin, Mozartsaal) schrieb Bransen die Premierenmusik. Weitere Kompositionen zu dem Film lieferten Edward Kilenyi und Giuseppe Becce.
Bransen war seit Mai 1920 mit der Sopranistin Dorothee Mansky (Künstlername Manski, * 11. März 1892 Berlin; † 24. Februar 1967 Atlanta, Georgia) verheiratet. Sie war in Mannheim, Berlin und von 1927 bis 1941 an der New Yorker Metropolitan Opera tätig. Von ihr ist eine Probeaufnahme mit einer Komposition ihres Mannes („Anita-Boston“) bei der Berliner Firma Vox belegt, deren Text „Baby, träum´ von mir, träume süss“ Karl Brüll schrieb. Die gemeinsame Tochter Inge Manski Lundeen (* 18. Dezember 1920, Berlin; † 4. Dezember 2001, Lake Bluff, Illinois) wurde ebenfalls Opernsängerin.
Als jüdischer Künstler sah er sich durch das Erstarken der Nationalsozialisten in seiner Existenz bedroht und zur Auswanderung genötigt; mit Frau und Tochter verließ er noch vor der Machtergreifung 1933 Deutschland. Auf dem Dampfschiff „Ile de France“ fuhren sie nach Amerika. Seine Medizinerausbildung in Deutschland hätte Bransen in den USA durch erneutes Ablegen einer Prüfung anerkennen lassen müssen, was er ablehnte. Er zog es vor, Violine im Orchester der Metropolitan Opera in New York zu spielen, wo seine Frau als Sängerin engagiert war.
In Amerika komponierte er weiterhin Lieder. Er vertonte Gedichte von Robert Burns und Christina Georgina Rosetti sowie mehrere Texte von Thomas Grant Springer. Walter Bransen ist 1941 in Bloomington, Indiana (USA) an den Folgen einer Koronarthrombose verstorben. Sein Grab befindet sich im Mausoleum des dortigen "Rose Hill Cemetery".
Worldcat nennt 28 Titel von Bransen, der Imagekatalog der Staatsbibliothek zu Berlin nennt 39 Titel.
Bei DNB Musikarchiv nachgewiesene Aufnahmen
a) für „Will Rollins“:
b) für „Walter Bransen“:
Die Dokumente sind alle auf Youtube zu finden:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bransen, Walter |
| ALTERNATIVNAMEN | Bransen, Walther; Abramson, Walter (Geburtsname); Abramssohn, Walter |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Komponist |
| GEBURTSDATUM | 6. Mai 1886 |
| GEBURTSORT | Braunschweig |
| STERBEDATUM | 21. Dezember 1941 |
| STERBEORT | Bloomington, USA |