Walter M. Iber

Walter M. Iber (* 14. September 1979 in Graz) ist ein österreichischer Historiker. Er ist Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte am Institut für Geschichte der Karl-Franzens-Universität Graz, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Gesellschaft für Unternehmensgeschichte und Mitglied der Historischen Landeskommission für Steiermark.

Leben

Walter M. Iber verbrachte Kindheit und Jugend in Riegersburg und St. Kind in der Südoststeiermark. Er besuchte die Knabenvolksschule und die Hauptschule in Riegersburg sowie das Bundesoberstufenrealgymnasium in Jennersdorf, wo er 1998 maturierte. Nach dem Präsenzdienst belegte Iber ab dem Wintersemester 1999/2000 das Diplomstudium der Geschichte an der Karl-Franzens-Universität Graz und wählte in Ergänzung dazu eine freie Fächerkombination. Das Diplomstudium schloss er 2004 „summa cum laude“ ab, im selben Jahr begann er seine Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgen-Forschung unter der Leitung von Stefan Karner. Von 2004 bis 2009 absolvierte Walter M. Iber an der Universität Graz das Doktoratsstudium, welches er ebenfalls „summa cum laude“ abschloss. 2006 war er Stipendiat am Österreichischen Historischen Institut in Rom.

Ab Mai 2013 arbeitete Iber als Universitätsassistent am Institut für Wirtschafts-, Sozial- und Unternehmensgeschichte an der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Graz. 2018 folgte die Habilitation mit der Lehrbefugnis im Fach Wirtschafts-, Sozial- und Unternehmensgeschichte. Im Sommer 2023 erhielt er den Ruf auf die Professur für Wirtschafts- und Sozialgeschichte am Institut für Geschichte der Universität Graz, wo er den gleichnamigen Arbeitsbereich („WISOG“) leitet. Walter M. Iber vertritt in Forschung und Lehre die „Brücke WISOG“, eine interfakultäre Kooperation zwischen Geisteswissenschaftlicher und Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlicher Fakultät an der Universität Graz.

Werk

Walter M. Ibers frühe Arbeiten widmeten sich der Politikgeschichte und insbesondere der Geschichte der Christlichsozialen Partei in Österreich. Ab 2006/07 wandte er sich in seinem Dissertationsprojekt schließlich der Besatzungszeit 1945–55 und hier insbesondere der wirtschaftlichen Ausbeutung der auf Ostösterreich konzentrierten Erdölwirtschaft durch die Sowjetunion zu. Es entstand daraus seine erste Monographie: Die Sowjetische Mineralölverwaltung in Österreich. Zur Vorgeschichte der OMV, 1945–1955.

Seither decken seine Forschungen thematisch ein breites Spektrum ab: Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftsgeschichte des Sports, Finanzgeschichte sowie Finanz- und Wirtschaftspolitik stehen ebenso wie die Aufarbeitung ökonomischer Transformationsprozesse mittels Oral History, die österreichischen Wirtschaftsbeziehungen zu den Staaten des ehemaligen „Ostblocks“ und – insbesondere – die Unternehmensgeschichte. Bezugnehmend auf letztere entstammen seiner Feder unter anderem Studien über die Ski- und die Holzindustrie.

2017 initiierte Walter M. Iber die „Grazer Wirtschaftshistorischen Dialoge“, ein Tagungsformat, das seither jährlich im November/Dezember stattfindet und dem Austausch zwischen Studierenden, Nachwuchskräften und internationalen Fachkollegen dient. Im Science to Public-Bereich zeichnet er seit 2017 für die jährlich erscheinende Zeitschrift „Business History Monat“ mitverantwortlich.

Gemeinsam mit Thomas Krautzer entwickelte Walter M. Iber den „Grazer Ansatz“ der Unternehmensgeschichte, der in Forschung und Lehre zur Anwendung kommt und Business History in enge Beziehung zu strategischer Unternehmensführung setzt. Im Herbst 2025 wurde er in den wissenschaftlichen Beirat der deutschen Gesellschaft für Unternehmensgeschichte (GUG) gewählt.

Auf Einladung der Adelsfamilie Liechtenstein verfasste Iber ein Buch über die Feste Riegersburg, an deren Fuße er aufwuchs und deren Geschichte er vom Mittelalter bis in die Gegenwart beleuchtet. Das Werk erschien 2025 im Leykam-Verlag.

Publikationen (Auswahl)

Wissenschaftliche Beiträge und Monographien

Als Herausgeber

Einzelnachweise

  1. ↑ Über das Institut für Geschichte - Institut für Geschichte. Abgerufen am 4. Juni 2025.
  2. ↑ Österreichische Gesellschaft für Unternehmensgeschichte. Abgerufen am 4. Juni 2025.
  3. ↑ HLK-Land Steiermark, Meinhard Brunner: Mitglieder der HLK. Abgerufen am 4. Juni 2025.
  4. ↑ Institut für Wirtschafts-, Sozial- und Unternehmensgeschichte. Abgerufen am 4. Juni 2025.
  5. ↑ Wirtschafts- und Sozialgeschichte (WISOG) - Institut für Geschichte. Abgerufen am 4. Juni 2025.
  6. ↑ Walter M. Iber: Die Sowjetische Mineralölverwaltung in Österreich. Zur Vorgeschichte der OMV, 1945–1955. In: Veröffentlichungen des Ludwig Boltzmann-Instituts für Kriegsfolgen-Forschung. Band 15. StudienVerlag, Innsbruck / Wien / Bozen 2011, ISBN 978-3-7065-4870-0.
  7. ↑ Business HISTORY MONAT. Abgerufen am 4. Juni 2025.
  8. ↑ Treffen sich 2. Abgerufen am 4. Juni 2025.
  9. ↑ GREMIEN. Abgerufen am 12. März 2026.
  10. ↑ Walter M. Iber: Die Riegersburg. Eine Festung im Wandel der Zeit. Leykam-Universitätsverlag, Graz 2025, ISBN 978-3-7011-0591-5.
Personendaten
NAME Iber, Walter M.
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Historiker
GEBURTSDATUM 14. September 1979
GEBURTSORT Graz