Blankensee (Mecklenburg)

Wappen Deutschlandkarte
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Blankensee (Mecklenburg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Blankensee hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 53° 24′ N, 13° 15′ OKoordinaten: 53° 24′ N, 13° 15′ O
Bundesland:Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Amt: Neustrelitz-Land
Höhe: 80 m ü. NHN
Fläche: 56,14 km²
Einwohner: 1485 (31. Dez. 2025)
Bevölkerungsdichte: 26 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17237
Vorwahlen: 039821, 039826
Kfz-Kennzeichen: MSE, AT, DM, MC, MST, MÜR, NZ, RM, WRN
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 011
Adresse der Amtsverwaltung: Marienstraße 5
17235 Neustrelitz
Website: www.blankensee.net
Bürgermeister: Wulf Bednorz (Die Linke)
Lage der Gemeinde Blankensee im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
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Karte

Blankensee ist eine Gemeinde im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte im Süden Mecklenburg-Vorpommerns in Deutschland. Sie wird vom Amt Neustrelitz-Land mit Sitz in der nicht amtsangehörigen Stadt Neustrelitz verwaltet und ist mit Haupt- und Realschule, Post, Bahnhof und ärztlichen Einrichtungen Versorgungszentrum für die umliegenden Ortschaften.

Geografie

Lage

Das Gebiet um Blankensee liegt in einem Endmoränengebiet südöstlich des Tollensesees, eingebettet zwischen dem Wanzkaer See und dem Rödliner See, deren Abflüsse über die Nonne bzw. die Linde nach Norden zur Tollense/Peene/Ostsee entwässern. Südlich dieses sehr hügeligen Geländes (107 m ü. NHN südlich des Ortsteils Watzkendorf) befindet sich die Wasserscheide zur Havel, die über die Elbe zur Nordsee fließt. Das Gemeindegebiet um den Wanzkaer See gehört zum Landschaftsschutzgebiet Tollensetal, der Rödliner See ist Teil des Naturparkes Feldberger Seenlandschaft.

Umgeben wird Blankensee von den Nachbargemeinden Groß Nemerow und Holldorf im Norden, Burg Stargard im Nordosten, Möllenbeck im Osten, Grünow im Südosten, Carpin im Süden sowie Blumenholz im Westen.

Ortsteile

Zu Blankensee gehören die Ortsteile Friedrichsfelde, Groß Schönfeld, Hoffelde, Neuhof, Rödlin, Rollenhagen, Wanzka und Watzkendorf.

Geschichte

Blankensee war ein Angerdorf und wurde 1290 erstmals im Zusammenhang mit dem Kloster Wanzka erwähnt, als die Weihe der dortigen Klosterkirche stattfand. Auch die Wüstung Brughowe muss in der Nähe gelegen haben. Das Dorf Blankensee etwa zwei Kilometer östlich von Wanzka wurde als Angerdorf angelegt. Um den Bahnhof entstand 1877 mit dem Bau der Eisenbahnlinie Berlin–Neubrandenburg die Siedlung »Blankensee-Bahnhof«. Die Einwohner von Blankensee waren 2011 zu 21 % evangelisch und zu 2 % katholisch.

Gut Rödlin war im 18. Jahrhundert Besitz der Familie von Jasmund. Von 1803 bis 1943 war Rödlin großherzogliche Staatsdomäne von Mecklenburg-Strelitz. Ein Flügel des Gutshauses Rödlin aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde 1921 abgerissen, der andere brannte 1961 ab, so dass nur noch der Mittelteil vorhanden ist.

Gut Rollenhagen war nach 1648 bis 1833 im Besitz der Familie Zinow. Das Gutshaus wurde von der Gutsbesitzerfamilie Harras um 1875 gebaut. Das Gut war 1944 im Eigentum von NSDAP-Reichsleiter Martin Bormann. Das Gutshaus war ab 1945 Sitz einer Einheit der Roten Armee, dann Schule und dann Altenheim. Es ist heute ein Wohnhaus.

1961 wurde die neu erbaute Polytechnische Oberschule in Betrieb genommen, für deren Foyer Wolfram Schubert das Wandbild Völkerfreundschaft schuf.

Eingemeindungen

Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Wanzka eingegliedert. Am 1. Juli 2002 wurden aus der aufgelösten Gemeinde Rödlin-Thurow die Orte Rödlin und Rollenhagen aus- und in die Gemeinde Blankensee eingegliedert. Watzkendorf wurde am 1. Januar 2004 eingemeindet.

Bevölkerung

JahrEinwohner
19901241
19951272
20001408
20051938
20101760
20151689
JahrEinwohner
20201636
20211634
20221538
20231517
20241494

Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik

Gemeindevertretung

Die Gemeindevertretung von Blankensee besteht aus 12 Mitgliedern. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 77,1 % zu folgendem Ergebnis:

Partei / WählergruppeStimmenanteil
2019
Sitze
2019
Stimmenanteil
2024
Sitze
2024
Wählergemeinschaft der Gemeinde Blankensee42,1 %552,6 %7
Die Linke22,8 %226,2 %3
CDU13,3 %211,3 %1
Einzelbewerber Olaf Totzke––7,0 %1
Bündnis 90/Die Grünen4,1 %–2,8 %–
SPD12,9 %2––
Einzelbewerber Vieth.–––
Einzelbewerber Bottke.–––
Insgesamt100 %11100 %12

Wulf Bednorz (Die Linke) kandidierte sowohl als Gemeindevertreter als auch als Bürgermeister. Da er die Wahl zum Bürgermeister annahm und die Linke keine weiteren Kandidaten nominiert hatte, bleibt einer der drei Sitze seiner Partei in der Gemeindevertretung unbesetzt.

Bürgermeister

Am 26. Mai 2019 wurde Mühlenberg ohne Gegenkandidat mit 74,5 % der gültigen Stimmen gewählt.

Bei der Bürgermeisterstichwahl am 23. Juni 2024 wurde Bednorz mit 53,6 % der gültigen Stimmen zu seinem Nachfolger gewählt. Seine Amtszeit beträgt fünf Jahre.

Dienstsiegel

Die Gemeinde verfügt über kein amtlich genehmigtes Hoheitszeichen, weder Wappen noch Flagge. Als Dienstsiegel wird das kleine Landessiegel mit dem Wappenbild des Landesteils Mecklenburg geführt. Es zeigt einen hersehenden Stierkopf mit abgerissenem Halsfell und Krone und der Umschrift „GEMEINDE BLANKENSEE * LANDKREIS MECKLENBURGISCHE SEENPLATTE“.

Sehenswürdigkeiten

Rödliner See bei Groß Schönfeld

Verkehr

Die Gemeinde Blankensee liegt zwischen der Bundesstraße 96 (Neustrelitz–Neubrandenburg) und der Bundesstraße 198 (Neustrelitz–Prenzlau).

Blankensee besitzt einen Bahnhof an der Bahnstrecke Neustrelitz–Stralsund, wo Verkehrsmöglichkeiten im Zweistundentakt bestehen.
Bis 1945 existierte zudem die teils parallel verlaufende Bahnstrecke Neustrelitz–Strasburg, deren Bahnhof sich östlich des Bahnhofs der Nordbahn befand. Das Empfangsgebäude dieser Strecke ist erhalten und steht unter Denkmalschutz.

Literatur

Commons: Blankensee – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise und Gemeinden 2025 (XLS-Datei) (Amtliche Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
  2. ↑ Zensusdatenbank (Memento des Originals vom 21. Juni 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. ↑ Ruth Pape et al.: Bildende Kunst + Architektur. Baukatalog Teil 4, Potsdam, Magdeburg, Schwerin, Rostock, Neubrandenburg.  Deut-sche Bauakademie, Berlin, 1972, Neubrandenburg, S. 170/171
  4. ↑ Gebietsänderungen in Mecklenburg-Vorpommern 2002. (PDF; 29 kB) Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern, 12. Januar 2005, S. 3, abgerufen am 30. Juli 2015.
  5. ↑ Gebietsänderungen in Mecklenburg-Vorpommern 2004. (PDF; 61 kB) Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern, 28. Februar 2005, S. 3, abgerufen am 30. Juli 2015.
  6. ↑ Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern: Statistischer Bericht. Bevölkerungsstand. Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden
  7. ↑ Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024
  8. ↑ Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019. S. 16/17
  9. ↑ Bekanntmachung der Gemeindewahlleitung über unbesetzte Mandate in der Gemeindevertretung Blankensee. In: amtneustrelitz-land.de. Abgerufen am 23. September 2024.
  10. ↑ Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019
  11. ↑ Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 23. Juni 2024
  12. ↑ Kommunalverfassung für das Land Mecklenburg-Vorpommern § 37 (3)
  13. ↑ Hauptsatzung § 1 Abs.2
  14. ↑ Sabine Bock: Wer brachte den Klassizismus nach Rödlin? Zum 225. Geburtstag des Strelitzer Baumeisters Friedrich Wilhelm Dunckelberg (1773-1844) und zur 200. Wiederkehr seiner Ernennung zum Hofbaumeister 1808; in: Neue Schriftenreihe des Karbe-Wagner-Archivs Neustrelitz, Band 6, Thomas Helms Verlag Schwerin 2008, S. 63–73.