| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 48° 52′ N, 10° 43′ O | |
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Schwaben | |
| Landkreis: | Donau-Ries | |
| Verwaltungsgemeinschaft: | Wemding | |
| Höhe: | 463 m ü. NHN | |
| Fläche: | 31,6 km² | |
| Einwohner: | 5742 (31. Dez. 2025) | |
| Bevölkerungsdichte: | 182 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 86650 | |
| Vorwahl: | 09092 | |
| Kfz-Kennzeichen: | DON, NÖ | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 7 79 228 | |
| Stadtgliederung: | 5 Gemeindeteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Marktplatz 3 86650 Wemding | |
| Website: | wemding.de | |
| Erster Bürgermeister: | Martin Drexler (CSU/Amerbacher Liste) | |
| Lage der Stadt Wemding im Landkreis Donau-Ries | ||




Wemding (, schwäbisch Wendi) ist eine Stadt im schwäbischen Landkreis Donau-Ries in Bayern und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Wemding mit den Gemeinden Huisheim, Fünfstetten, Otting, Wolferstadt.
Die Stadt liegt am Rand des durch einen Meteoriteneinschlag entstandenen Ries-Kraters im Geopark Ries, einem zertifizierten UNESCO Global Geopark. Überregional bekannt ist der staatlich anerkannte Erholungsort als Wallfahrtsstadt (Basilika minor: „Maria Brünnlein zum Trost“) und als Fuchsienstadt.
Wemding liegt 17 km östlich von Nördlingen, 18 km nördlich von Donauwörth und 57 km nördlich von Augsburg.
Durch die Lage am Kraterrand des Nördlinger Rieses (UNESCO Global Geopark) gibt es mehrere Aussichtspunkte in Ries: nördliche Anhöhe an der „Platte“, den Aussichtspunkt „Grotte“ bei Amerbach und am Spazierweg zum Waldsee „Zur schönen Aussicht“.
Die Gemeinde besteht aus fünf Gemeindeteilen:
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Amerbach und Wemding. Die Gemarkung Wemding hat eine Fläche von 23,898 km². Sie ist in 4222 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 5660,35 m² haben. In ihr liegen die Gemeindeteile Maria Brünnlein, Wemding und Wildbad.
Das Stadtarchiv Wemding ist die zentrale städtische Fachdienststelle für alle Fragen zu Daten und Ereignissen der Geschichte Wemdings. Dort werden Dokumente der Stadtgeschichte, historische Unikate und Bildersammlungen aufbewahrt.
Im Jahre 793 wurde Wemding zum ersten Mal als „Uemodinga“ in einer Schenkungsurkunde des Grafen Helmoin aus Gosheim (bei Huisheim) („Kaozesheim“) erwähnt. Dieser hatte von Karl dem Großen das Recht erhalten, das Land um Gosheim (etwa 9,35 km²) dem Bischof in Freising zu schenken. Zu dieser Zeit bestand Wemding aus vier Höfen:
„(…) auch in jenem Walde, der zu Wemodinga gehört – eben dort sollen die Vorsteher dieser Kirche das Recht haben, Bauholz zu fällen, so viel nötig ist und Holz für Feuer (…)“
798 schenkte König Karl Wemding dem Kloster Sankt Emmeram in Regensburg, in dessen Besitz die Stadt 500 Jahre lang blieb. Das bedeutete, dass das Kloster und der Bischof als Lehnsherren fungierten und über die Lehnsträger bestimmen konnten. Geistlichen Einrichtungen auch weltliche Verwaltungsrechte und damit Macht zu übertragen, war Teil der Regentschaft von König (ab 800 Kaiser) Karl im Einklang mit der Kirche. So baute der König auch zahlreiche Kirchen, Klöster, Kathedralen und Pfalzen und setzte sich für das Christentum als Reichsreligion ein.
Von 898 bis 935 bekam die Edelfrau Winpurc aus Nördlingen Wemding als Lehen. Zu dieser Zeit hatte Wemding schon 200 Einwohner. Dies lässt sich dadurch erklären, dass der Ort an einer Römer- und einer Salzstraße lag, also sehr viele Händler und anderer Verkehr den Ort passierten.
Im 11./12. Jahrhundert wurde Wemding als Lehen an die Edelfreien von Werd (Donauwörth) vergeben. 1233 war es im Besitz der Regensburger Kirche, deren Bischof Siegfried dem Grafen Gebhard (IV.) von Hirschberg gestattete, den Ort an den Grafen Heinrich von Graisbach zu verpfänden. Auch 1294 wurde Wemding als Besitz der Regensburger Kirche erwähnt, als es als Lehen an die Grafen von Grögling-Hirschberg vergeben wurde; nach dem Tod von Gebhard VII. von Hirschberg belehnt der Regensburger Bischof Konrad 1306 die Grafen von Oettingen damit.
1343 erhoben die Grafen von Oettingen den Ort zur Stadt. Vermutlich am 11. November 1394 wurden in Wemding auf Betreiben des Eichstätter Bischofs Friedrich IV. von Oettingen zehn Waldenser zum Tode verurteilt und verbrannt. Seit 1453 war in Wemding ein mittelalterliches Leprosorium nachweisbar, das „westlich der Stadt an der Straße nach Nördlingen“ lag und als „Sondersiechenhaus“ bezeichnet wurde. Die Kapelle des Hauses war St. Leonhard und Sixtus geweiht.

1467 ging die Stadt in den Besitz des wohlhabenden Wittelsbacher Herzogs Ludwig des Reichen von Niederbayern (Landshut) über. Der Herzog erwarb das bischöflich-regensburgische Lehen mit dem Ort Laub (gesamt), Amerbach (teilweise) und Fünfstetten (teilweise) von Graf Ulrich von Oettingen. Wemding wurde über 600 Jahre von den bayerischen Herzögen und Königen regiert und bekam viele Privilegien. Unter den Herzögen blühte Wemdings Handwerk und Handel auf, mit dem Umland herrschte wichtiger Handel. Die guten Verhältnisse zeigten sich unter der bayerischen Herrschaft an den vielen Zier- und Fachwerkhäusern aus dieser Zeit, die bis heute das Gesicht der Altstadt prägen. Aus der alamannischen Endung „wemdingen“ wurde damals auch das bayerische „wemding“.
Herzog Ludwig gründete 1472 die Universität Ingolstadt. Sein Sohn und Nachfolger Herzog Georg der Reiche gab Wemding im Jahr 1494 das Präsentationsrecht auf die neunte von elf Freistellen im Georgianum in Ingolstadt (Studierendenfreistelle). Auch das Aufstreben der Lateinschule am Stadtmetzg fiel in diese Zeit. Nach dem Landshuter Erbfolgekrieg fiel Wemding 1505 an das Herzogtum Bayern-München (Hauptlinie der Wittelsbacher). Um 1550 zählte Wemding zu den wohlhabendsten kleinen Landstädten im Herzogtum Bayern.
Der Zeitraum 1550 bis 1579 brachte religiöse Diskrepanzen mit sich: Während der Herrschaftszeit von Herzog Albrecht dem Großmütigen wurde Wemding durch die Münchner Herrschaft zu einem Eckpfeiler der Besitzungen in Schwaben. Herzog Wilhelm IV. verbot die Lehre Luthers im Herrschaftsgebiet. Im Reformationszeitalter ab 1554 formte sich eine protestantische Laienkelchbewegung in Wemding, die Herzog Albrecht V. in seiner bayerischen Exklave später nicht mehr tolerierte. Wegen seiner Lage als Exklave war Wemding essentieller Stützpunkt Wittelsbacher Konfessionspolitik. Um 1580 war die bayerische Exklave ausschließlich von protestantischen Territorien umgeben (Grafen Oettingen, Fürstentum Brandenburg-Ansbach, Fürstentum Pfalz-Neuburg). Durch die Zugehörigkeit zu Bayern blieb Wemding bis heute katholisch.
Durch die Unachtsamkeit des Türmers in der Türmerstube von St. Emmeram brannte 1559 der Südturm der Stadtpfarrkirche ab. Herzog Albrecht V. stellte für die Wiederherstellung und die Anschaffung neuer Glocken einen Zuschuss von 800 Gulden bereit. Im Antiquarium der Münchner Residenz ist Wemding (ab ca. 1590) zusammen mit 101 altbairischen Städten abgebildet. Bei der Darstellung handelt es sich um eine der ältesten Ansichten Wemdings, auf der die Stadtpfarrkirche St. Emmeram nur einen Turm besitzt.

Anfang des 17. Jahrhunderts kam es in der Stadt in zwei Wellen zu heftigen Hexenverfolgungen. Unter dem Richter Gottfried Sattler wurden in den Jahren 1609/10 zehn Menschen wegen Hexerei hingerichtet. Ein Prozess gegen zehn weitere Beschuldigte wurde 1611 dem Wemdinger Gericht entzogen; die Gefangenen verlegte man nach München und ließ sie später frei. Sattler wurde festgenommen und wegen Fehlern in der Prozessführung und Unterschlagung von mehr als 3000 Gulden zum Tode verurteilt. Vor seiner Hinrichtung kam es zu einem langen und teilweise dramatischen Tauziehen zwischen den Befürwortern und Gegnern der Hexenverfolgung am bayerischen Hof. Für Sattlers Begnadigung setzten sich nicht nur dessen Angehörige und der Wemdinger Stadtrat, sondern auch hochgestellte Personen wie der als Thronfolger geltende Prinz Albrecht ein, während die Gegner durch ein Gutachten der Universität Ingolstadt die Rechtmäßigkeit des Todesurteils bestätigen ließen. Am 9. März 1613 ließ der führende Verfechter der Hexenverfolgung, Hofratskanzler Johann Wangnereck, in einem handstreichartigen Beschluss des Hofrates das Todesurteil in einen unbefristeten Landesverweis umwandeln. Zwei Tage später setzten die Gegner der Hexenverfolgung um Oberstkanzler Joachim Donnersberger die Rücknahme dieses Beschlusses durch. Obwohl ein weiteres Universitäts-Gutachten aus Ingolstadt die frühere Aussage bestätigte, glaubte sich Sattler offenbar noch immer der Protektion von höchster Stelle sicher und war überrascht, als der Kurfürst ihn fallen ließ und am 21. Mai 1613 der Hinrichtung stattgab. Um Aufsehen zu vermeiden, wurde diese Ende Juni außerhalb Münchens in Markt Schwaben vollstreckt.
1628 bis 1631 kam es zu einer noch weitaus schlimmeren Welle der Verfolgung, der 39 Menschen zum Opfer fielen. Auf kurfürstliche Anordnung wurde dem Wemdinger Stadtrichter Baltasar Vogl der Ingolstädter Johann Valentin Schmid als Hexenkommissar beigeordnet. Schmids Ermittlungen brachten zwar viel nachbarschaftliche Missgunst und von Aberglauben geprägte Mutmaßungen ans Licht, führten aber nicht zu den gewünschten Verhaftungen. Dies änderte sich, als er 1629 durch Wolfgang Kolb abgelöst wurde, welcher zuvor schon an der massiven Hexenverfolgung im Hochstift Eichstätt beteiligt war und sich durch neue Foltermethoden besonders hervorgetan hatte. Ab dem 14. März 1629 wurden an neun Gerichtstagen insgesamt 29 Frauen und zehn Männer hingerichtet. Nach Kolbs ungeklärtem Tod 1630 wurden die Hinrichtungen seltener. Den letzten drei Gerichtstagen im Oktober und November 1630 und im März 1631 fielen noch fünf Menschen zum Opfer.
Ab der Zeit der Verfolgungen wurde ein Wemdinger Mauerturm (der ehemalige Pulverturm oder auch Langer Turm genannt) der Stadtmauer als „peinliche Befragungsstätte“ für die Hexen genutzt. Seit dieser Zeit trägt der Turm die Bezeichnung „Folterturm“. Eine weitere Gedenkstätte der Hexenprozesse befindet sich am Galgenberg. Dort stand der Galgen und wurden die Scheiterhaufen errichtet. Das dreiteilige Gedenkkreuz aus dem Jahr 1957 erinnert an die Jahre des Hexenwahns. Der Rat der Stadt Wemding fasste am 10. März 2015 einen Beschluss zur sozialethisch-moralischen Rehabilitierung der Opfer der Hexenprozesse.
Im Jahr 1619 erhielt die Stadtpfarrkirche St. Emmeram als bedeutendes Gotteshaus im Zentrum der Altstadt einen zweiten Kirchturm. Auf dem neuen Nordturm befanden sich ab diesem Zeitpunkt alle Glocken. Die beiden Türme sind das weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt. 1634 forderte ein wiederholter Ausbruch der Pest in Wemding über 260 Tote. 1647 gelobte die Bürgerschaft Wemdings die Durchführung eines großen Wallfahrtsgangs zur Sebastianskirche nach Oettingen. Es war das historische Ursprungsjahr der Wemdinger Pestprozession. Ab dem Jahr 1831 fand sie wieder alle 20 Jahre statt.
1664 wurde das Kapuzinerkloster durch Kurfürst Ferdinand Maria von Bayern genehmigt, und die ersten Mönche kamen in den Ort. 1669 bis 1672 wurde das Gebäude umgebaut.
1692 wurde über dem Schillerbrünnlein nordwestlich Wemdings eine Kapelle errichtet. An ihrer Stelle wurde im August 1748 der Grundstein für die Wallfahrtskirche Maria Brünnlein gelegt, 1782 folgte die Weihe.
1808 kam es vorübergehend zum Verlust der städtischen Selbstverwaltung, die 1818 durch das Gemeindeedikt in Bayern wieder eingerichtet wurde.
Im Jahr 1815 begannen die Abtragungen an der Wehranlage, die seit der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts die Stadt umgab. Das Gestein wurde zum Häuser- und Straßenbau verwendet, wodurch ein Großteil der 30 Mauertürme und der Mauer zerstört wurde. Drei der heutigen Türme blieben erhalten: Häutbachturm, Baronturm und der Folterturm. Das Amerbacher Tor und das Nördlinger Tor sind Überreste der drei Tortürme.
Das Zeitalter der Industrialisierung zeigte erste Auswirkungen in Wemding. 1854 kam es zur Gründung von acht Gewerbevereinen und damit zur Auflösung der zwölf Handwerkszünfte von 1700. 1893 wurde das Eisenbahnkomitee Nördlingen-Wemding gegründet, das sich für den Bau einer Lokalbahn nach Nördlingen einsetzte, die 1903 eröffnet wurde. 1981 wurde der Personenverkehr und 1998 der Güterverkehr eingestellt.

In den Jahren von 1905 bis 1912 wurden Wasserleitungen, Kanalisation, gepflasterte Straßen und eine erste Straßenbeleuchtung realisiert. Im Verlauf des Ersten Weltkriegs wurden 600 Männer zum Wehrdienst einberufen, von denen 87 fielen.
Im Zweiten Weltkrieg wurden 16 Gebäude zerstört und weitere 70 beschädigt. Am 24./25. April 1945 besetzten amerikanische Soldaten Wemding und Amerbach. Durch die Aufnahme von über 2.000 Flüchtlingen und Heimatvertriebenen in der Stadt stieg die Bevölkerungszahl bis 1950 auf knapp 5.000 Menschen. 1948 siedelte sich die Wetex (Wemdinger Textilwerke GmbH) mit 400 neuen Arbeitsplätzen in Wemding an. 1961 wurden die Textilwerke von der SWF-Gustav-Rau KG übernommen. 1951 wurde die Evangelisch-Lutherische Christuskirche errichtet. 1954 erfolgte die Weihe des neuen Schulhauses am Ludwigsgraben für Knaben und Mädchen. Ein Jahr später wurde eine Landwirtschaftliche Berufsschule in Wemding durch den Landkreis beschlossen.
Am 1. Juli 1972 erfolgte die Eingemeindung von Amerbach Im Zuge der Gebietsreform wurde Wemding 1978 Sitz der Verwaltungsgemeinschaft. Die umliegenden Gemeinden Wemding, Fünfstetten, Huisheim, Otting und Wolferstadt gehören dieser Gemeinschaft an.
2002 wurde das KunstMuseum Donau-Ries mit Kunstwerken des Wemdingers Ernst Steinacker, dessen Tochter Annette Steinacker-Holst sowie von Caspar Schlötter eröffnet. Im gleichen Jahr war die Stadt zum ersten Mal Etappenziel der BR-Radltour des Bayerischen Rundfunks.
2004 entstand die erste Kinderkrippe des Landkreises Donau-Ries in der Stadt. 2011 wurde der Anbau an der Grund- und Mittelschule für 500 Schüler fertig gestellt. 2015 feierte der Fuchsien- und Kräutermarkt sein 15-jähriges Jubiläum, und die BR-Radltour machte mit über 1.200 Radfahrern und einem Open-Air-Konzert mit den Bellamy Brothers zum wiederholten Mal in Wemding Station.
2016 begann der barrierefreie Ausbau der Altstadt mit neuem Altstadtpflaster. 2016 wurde der Neubau eines Kinderhorts am Schulgelände abgeschlossen und der erste Themenwanderweg „Sagenweg – Stationen Wemdinger Geschichten und Geologie“ in Zusammenarbeit mit dem Geopark Ries eröffnet. 2022 erfolgte der Spatenstich für ein neues Feuerwehrhaus außerhalb des Altstadtkerns.
Am 17. Mai 1939 hatte die Stadt Wemding 2.541 Einwohner, der Gemeindeteil Amerbach 420. Der abrupte Anstieg der Einwohnerzahl am Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 bis 1950 ist auf die Aufnahme von mehr als 2.000 Heimatvertriebenen und Flüchtlingen zurückzuführen. Stetiges Bevölkerungswachstum verzeichnet das Stadtgebiet bis heute. Wemding hat seit dem Jahr 2000 etwa 5.800 Einwohner und auch die Prognose sagt eine stabile Entwicklung voraus. Wemding liegt also nicht im Trend der prognostizierten Bevölkerungsrückgänge im Landkreis Donau-Ries.
Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Stadt von 5.301 auf 5.802 um 501 Einwohner bzw. um 9,5 %.
Bei den Kommunalwahlen am 2. März 2008 wurde der Jurist Martin Drexler (CSU/Amerbacher Liste) im ersten Wahlgang zum Bürgermeister gewählt und 2014, 2020 sowie 2026 wiedergewählt. Er löste Jürgen von Streit (SPD) ab, der von 1990 bis 2008 Bürgermeister war und 2008 nicht mehr antrat. Sein Vorgänger war Willi Fackler. Bei den Kommunalwahlen 2014, 2020 und 2026 trat Martin Drexler jeweils als überparteilicher Bewerber des Wahlvorschlages „Bürgerinnen und Bürger aus Wemding und Amerbach“ an.

Der Stadtrat besteht aus 20 Mitgliedern, die sich nach der Kommunalwahl am 15. März 2020 auf folgende Parteien/Gruppierungen aufteilen:
| Blasonierung: „In Silber ein aus dem rechten Schildrand bis zur Schildmitte einspringender roter Sparren, links begleitet von fünf in Form eines Andreaskreuzes (2:1:2) angeordneten roten Lilien, unten rechts ein aufrecht stehender, abnehmender roter Halbmond.“ | |
| Wappenbegründung: Der rote Seitensparren stellt das halbe Andreaskreuz aus dem Stammwappen der Oettinger Grafen dar, die nahezu 150 Jahre die Herren von Wemding waren. Die fünf Lilien stammen aus dem Wappen der ehemaligen Grafschaft Niederelsass. Aus diesem Bereich gehörte das Landgericht Röschwoog mit fünf Gemeinden den Grafen zu Oettingen. Diesen Besitz mussten sie jedoch verkaufen, um die hohe Schuldenlast beim Ausbau der Wemdinger Wehrbefestigung tilgen zu können. Der Halbmond ist dem Stadtwappen von Monheim entnommen, das ebenfalls zur Schuldenminderung veräußert werden musste. |

Die Altstadt Wemdings lässt sich seit 2016 auf einem virtuellen Rundgang entdecken. Sehenswürdigkeiten und Denkmäler wurden mit entsprechenden Schildern samt QR-Codes ausgestattet

Sieben Kirchen prägen das Stadtbild der Wallfahrtsstadt Wemding:
Die malerische Altstadt von Wemding diente als Kulisse für den von Günther Lüders inszenierten Spielfilm Ihr 106. Geburtstag.
Das städtische Leben wird von einem breiten Spektrum an Vereinen und Verbänden getragen, deren Historie zum Teil viele Jahrzehnte in die Vergangenheit zurückreicht (Stadt- und Jugendkapelle, Freiwillige Feuerwehr Wemding und Amerbach, Reit- und Fahrverein, Gewerbeverband, Heimat- und Trachtenerhaltungsverein, Rotes Kreuz und Wasserwacht, Kolpingsfamilie, Kleintierzuchtverein, Kulturzirkel u. v. m.). Über 40 Vereine und Verbände gibt es in Wemding. Der TSV 1892 Wemding ist der mitgliederstärkste Verein in Wemding. Er bietet verschiedenste Sportarten: Basketball, Damengymnastik, Fußball, und Judo/Karate, Leichtathletik, Mountainbike, Stockschützen, Tischtennis, Kinderturnen, Eisplatz. Wemdings Judofrauen waren für einige Saisons in der 1. Judo-Frauenbundesliga aktiv.



Der Wemdinger Jahreskalender ist von einer Vielzahl von Veranstaltungen zu allen Jahreszeiten geprägt:
Im Jahr 2019 feierte die Stadt ein großes historisches Fest anlässlich des 400. Jahrestags des Baus des zweiten Turms der Kirche St. Emmeram unter dem Motto „Löwen, Gunst und Gulden“. Außerdem war es dann 550 Jahre her, dass der schwäbische Ort zu Bayern kam. 1467 erwarb Herzog Ludwig der Reiche den Ort Wemding.

Wemding ist mit den zentralen Städten des Landkreises Donau-Ries durch Staatsstraßen verbunden. Erschlossen ist der Standort durch die Staatsstraßen St 2213, St 2214 und St 2384. Innerhalb von 40 Minuten ist sowohl die Autobahn A8 Richtung München und Stuttgart als auch die A7 Richtung Memmingen und Würzburg zu erreichen.
Wemding ist Teil der Verkehrsgemeinschaft Donau-Ries und damit in den öffentlichen Personennahverkehr mit Busverbindungen (Montag bis Samstag) in verschiedene Richtungen eingebunden.
Die ehemalige Bahnstrecke Nördlingen–Wemding wurde 1903 eröffnet. Bis 1981 fuhren dort Personenzüge.
Heute ist der nächste Bahnhof „Otting-Weilheim“ (ca. 7 km Entfernung). Er verfügt über Direktverbindungen nach Treuchtlingen/Nürnberg sowie Richtung Augsburg/München. In der Nähe (ca. 15 km) liegen außerdem die Bahnhöfe Donauwörth und Nördlingen mit weiteren Anbindungsstrecken. Zu den genannten Bahnstationen bestehen Busverbindungen. Vom Bahnhof aus besteht eine Radwegverbindung nach Wemding.
Seit Mai 2021 ist Wemding an das kommunale Mitfahrnetzwerk Pendla angeschlossen, das gemeinsame Fahrten zum Arbeitsplatz ermöglicht. Die Nutzung ist kostenlos.
Die nächsten Verkehrsflughäfen befinden sich in Nürnberg, Stuttgart, Memmingen und München.
Im Jahr 2017 wurden am Großparkplatz nahe dem Johannisweiher Wohnmobilstellplätze installiert (Abwasserentsorgung, Versorgung mit Strom und Wasser).
An der Tourist-Information steht eine E-Bike-Ladestation zur Verfügung. Nebenan findet sich eine Radservice-Station für kleine Reparaturen am Fahrrad (inkl. Luftpumpe; jederzeit öffentlich zugänglich). Ein örtlicher Gastronom bietet eine E-Auto-Ladestation an. Außerdem ist am Johannisweiher eine E-Auto-Ladestation verfügbar.

Bei der Aufgliederung der Sektoren der Beschäftigten weist Wemding mit einem Anteil von 65 % einen überdurchschnittlich hohen Anteil des produzierenden Gewerbes auf. Handel, Gastgewerbe und Verkehr liegen bei 19 %. Die sonstigen Dienstleistungen bei 15 %. Wemding ist Standort zahlreicher mittelständischer Unternehmen sowie eines ausgeprägten inhabergeführten Einzelhandels, der besonders in der Innenstadt vertreten ist und eine beachtliche Breite an Sortimenten anbietet. Der örtliche Handel hat eine zentrale Rolle und deckt ein weites Einzugsgebiet im ländlich geprägten Umland ab. Gestützt wird das Geschäftsleben durch den Wemdinger Gewerbeverband. Sein Ziel ist die intensive Förderung der mittelständischen Strukturen und deren Pflege innerhalb von Wirtschaft und Gesellschaft.
In der Stadt haben sich innovative Industriezweige angesiedelt. Der französische Automobilzulieferer Valeo unterhält in Wemding ein Werk mit rund 1.200 Beschäftigten. Zweitgrößtes Unternehmen ist die seit 1899 ansässige Firmengruppe Appl. Die Druckerei beschäftigt an verschiedenen Standorten rund 800 Menschen.
Seit 1896 besteht die Raiffeisen-Volksbank Wemding.
Nach der amtlichen Statistik gab es 2017 in der Stadt 3.661 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 2.590 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Die Zahl der Einpendler war damit um 1.071 höher als die Zahl der Auspendler. 67 Einwohner waren arbeitslos. Im Jahr 2018 waren in Wemding 3.771 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmer tätig (bei 5.801 Einwohnern zum 31. Dezember 2017).

Seit 1972 ist Wemding mit dem Prädikat „Anerkannter Erholungsort“ ausgezeichnet. Fremdenverkehr und Gastronomie bilden ein wichtiges ökonomisches Standbein der Stadt. Wemdings mittelalterliche Altstadt ist seit Jahren als Touristenziel beliebt. Im Jahr 2014 zählte die Stadtverwaltung 52.278 Übernachtungen in den erfassten Betrieben mit mehr als acht Betten.
Die 2016 neu gestaltete Tourist-Information Wemding liegt in unmittelbarer Nähe des Marktplatzes. Neben einer örtlichen Imagebroschüre und Stadtplänen liegen auch Informationen zum Freizeitangebot und den Sehenswürdigkeiten in und um Wemding bereit und Souvenirs werden verkauft. Gruppenführungen werden ganzjährig angeboten. In den Sommermonaten finden öffentliche Führungen (Stadtführungen, Turmbesteigungen) statt.
Neben der Stadt selbst hat sich auch die Umgebung mit dem geologisch einmaligen Rieskrater zur Touristenattraktion entwickelt. Dieser wurde im Jahr 2022 als UNESCO Global Geopark zertifiziert. Mit der Lage am Kraterrand des Rieses bietet die Stadt Zugang zu zwei verschiedene Urlaubsregionen: der Ebene des Rieses und dem Naturpark Altmühltal mit waldigen und hügeligen Gebieten. Das Rad- und Wanderwegenetz ist dementsprechend gut ausgebaut.
Wichtige Tourismusverbände der Region sind das Ferienland Donau-Ries, der Tourismusverband Naturpark Altmühltal und der Geopark-Ries. Überregional vertreten ist Wemding im Tourismusverband Allgäu/Bayerisch-Schwaben und der ARGE Schwabenstädte.


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