Yves Couder (* 9. Januar 1941 in Boulogne-Billancourt; † 2. April 2019 in Paris) war ein französischer Physiker, der sich insbesondere mit Hydrodynamik beschäftigte.
Yves Couder – ein Sohn des Optikingenieurs und Astronomen André Couder (1897–1979) – studierte an der Universität Paris-Süd in Orsay. Er wurde 1973 an der Universität Paris VI (Pierre et Marie Curie) promoviert und forschte am Physiklabor der École normale supérieure (Paris). 1985 wurde er Professor an der Universität Paris XI (Denis Diderot). Er war der Gründer des Laboratoire Matière et Systèmes Complexes.
Couder untersuchte zum Beispiel Hydrodynamik von zweidimensionalen Seifenfilmen (mit der Möglichkeit der Turbulenz bei horizontaler Anordnung), Intermittenz von Wirbelfäden bei Turbulenz, dendritische Musterbildung („viscous fingering“, Saffman-Taylor-Instabilität), Welle-Teilchen-Dualismus bei Öltröpfchen und die Morphogenese, Wachstum und Phyllotaxis bei Pflanzen.
Im Jahr 2006 entwickelten Yves Couder und Emmanuel Fort in Experimenten mit Öltropfen, die man auf die Oberfläche eines vibrierenden Ölbades fallen lässt, ein Analogmodell zum Testen der Pilotwellentheorie der Quantenmechanik von Louis de Broglie: Die Tröpfchen reiten auf Oberflächenwellen des Ölbads. Sie zeigen quantenartiges Verhalten, bewegen sich nur auf bestimmten Bahnen, zwischen denen sie aber springen können, und zeigen auch einen Tunneleffekt. Sie meinten auch Interferenzstreifen beim Doppelspaltexperiment mit diesen Öltröpfchen gefunden zu haben, was aber bei Wiederholung 2015 durch Tomas Bohr und Anders Andersen sowie John Busch (MIT) widerlegt wurde.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Couder, Yves |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Physiker |
| GEBURTSDATUM | 9. Januar 1941 |
| GEBURTSORT | Boulogne-Billancourt |
| STERBEDATUM | 2. April 2019 |
| STERBEORT | Paris |