
Mineralölunternehmen (auch Mineralölgesellschaften oder Ölkonzerne oder Erdölindustrie) sind internationale oder nationale, teils börsennotierte Konzerne, die in der Exploration und Produktion (E&P) von Erdöl, dessen Verarbeitung in Raffinerien und dem Vertrieb von Erdölprodukten wie den Kraftstoffene und Mineralölen tätig sind. Da Mineralölunternehmen auch Erdgas fördern und vermarkten, wird auch von der Erdöl- und Erdgasindustrie gesprochen (englisch Oil & Gas Industry (O&G)).
Einzelne Unternehmen der Erdölindustrie sind außerdem in der Petrochemie tätig, beispielsweise durch den Besitz und/oder Betrieb von petrochemischen Anlagen; oder zusammen mit Partnerunternehmen aus der chemischen Industrie. Der Begriff Petrochemie wird teilweise auch für die gesamte Industrie verwendet, bezeichnet aber einen bestimmten Teilbereich (Petrochemie), der wiederum ein Teilbereich der chemischen Industrie ist.
Die Erdölindustrie ist heutzutage in die folgenden Bereiche aufgeteilt:
Midstream wird manchmal zusammen mit Downstream betrachtet. Unternehmen wie HES International betreiben beispielsweise eine Terminal-, Verlade- und Speicher-Infrastruktur. Des Weiteren wird die Vermarktung auch als „Marketing“ bezeichnet. In jedem dieser Teilbereiche gibt es spezialisierte Unternehmen, wie z. B. ConocoPhillips im Upstream oder Chevron Phillips Chemicals in der Petrochemie. Vollintegrierte Unternehmen wie beispielsweise Shell oder BP sind dagegen teilweise in allen Bereichen tätig. Das bedeutet, dass diese Unternehmen Anteile in den drei oben genannten Kategorien haben. Dies können Zulieferer, beispielsweise aus den Bereichen Erdöl- und Erdgastechnik, dem Anlagenbau, oder der chemischen Verfahrenstechnik sein, oder andere Vertragspartner, als Joint Ventures.
Zur Öl- und Gasindustrie (O&G) zählen spezialisierte Industrieunternehmen und -dienstleister wie Fluor, Technip/Technip Energies, Lurgi, Schlumberger, KBR, Foster Wheeler, Stone & Webster (Shaw Group), Honeywell UOP, sowie im Upstreambereich die Unternehmen Transocean, Allseas, Seadrill, McDermott, Halliburton, Baker Hughes, Wood Group u. v. m. Im Downstream-Bereich existieren ebenfalls eigene Großunternehmen, wie beispielsweise die Valero Energy, dem größten unabhängigen Raffineriebetreiber der USA mit Anlagen und Lagern in den USA, dem Vereinigten Königreich und Kanada. Valero betreibt 14 Raffinerien und schafft einen maximalen Durchsatz von rund 3 Mio. Barrels pro Tag bei einem Ankauf von Rohöl von rund 2,2 Mio. Barrels pro Tag. Shell oder BP haben Beteiligungen an Raffinerien weltweit und treten außerdem durch ein Tankstellennetzwerk an Endverbraucher. Für den Mid- und Downstream (Handel von Rohstoffen, inklusive konventioneller bzw. fossiler Rohstoffe oder Energieträger) existieren eigene Großunternehmen, wie Sefe, Uniper, Glencore, Vitol und Gunvor. Die Ölkonzerne Standard Oil, BP und Shell betrieben die allerersten Schiffs- und später Tankerlogistiken.
Die Öl- und Gasindustrie ist eine äußerst kapitalintensive Branche. Die Suche nach Erdöl oder Erdgas kann dabei entweder an Land (Onshore) oder auf See (Offshore) stattfinden. Schieferöl und Schiefergas zählen zu den unkonventionellen Energieressourcen. Sie sind in gering durchlässigem Schiefergestein eingeschlossen und werden häufig durch Fracking gefördert. Erdöl- und Erdgasbohrungen sowie die Förderung (Produktion) liegen demnach im Millionen- bis Milliardenbereich. Je nach Ort liegen die Kosten bei mindestens 7 bis 15 US-Dollar pro Barrel Öläquivalent (BoE). Eine Gasförderung in Deutschland wäre für die Unternehmen erst ab 11 US-Dollar pro Million BTU (26,4 Kubikmeter) rentabel. Analysten schätzen die weltweiten Betriebskosten der Förderung auf durchschnittlich rund 11 US-Dollar pro BoE (Stand: 2026). Für die Nordsee werden die Kosten dagegen auf knapp 25 US-Dollar pro BoE geschätzt. Solche Kostenunterschiede sind ein Grund dafür, dass Ölkonzerne wie BP ihre Strategie neu ausrichten. Zusätzlich zu den Betriebskosten müssen die Investitionsausgaben (CapEx) berücksichtigt werden. Aufgrund ihrer niedrigen Förderkosten können große Produzenten wie Saudi Aramco andere Gewinnmargen erzielen. Die Gewinnschwelle wurde jedoch 2022 auf etwa 40 US-Dollar pro Barrel (bbl) geschätzt.
Die Komplexität der modernen Öl- und Gasindustrie des frühen 21. Jahrhunderts wird durch die hohe Verflechtung in den Bereichen Upstream, Midstream und Downstream deutlich. So besitzt das britische Unternehmen Ineos beispielsweise Geschäftseinheiten aus den Bereichen E&P und Petrochemie. Die BASF ist als Chemieunternehmen ebenfalls in der Petrochemie tätig und war früher Eigentümer von Wintershall Dea. Die E&P-Assets von BASF wurden an die britische Harbour Energy verkauft. Einige Unternehmen haben sich in einem Komplex oder Verbund aus Erdölraffinerie und petrochemischen Anlagen in einem Joint Venture zusammengeschlossen, um ihre Kompetenzen zu bündeln und die Wirtschaftlichkeit und Effizienz der Anlagen sowie die Ausbeute der Produkte zu steigern. Unternehmen wie Saudi Aramco betreiben nicht nur nationale Anlagen, sondern investieren auch über eigenständige Tochterunternehmen wie Motiva Enterprises in ausländische Objekte.

Zur Exploration und Förderung (E&P) von Erdöl und Erdgas gehören die Grundwissenschaften Geophysik, Geochemie, Geologie und Bergbau bzw. Untertagebau. Im Speziellen ist für das Upstream-Teilgebiet E&P die Erdöl- und Erdgastechnik zu erwähnen, die sich mit dem Auffinden und Fördern von Kohlenwasserstoffen (KW) befasst.
Rohöl oder Erdgas werden anschließend im Downstream-Bereich weiterverarbeitet, gespeichert, transportiert und vertrieben. In einer Erdölraffinerie kommen dafür extraktive Trennungsprozessen wie fraktionierte Destillation oder Vakuumdestillation, sowie thermische und katalytische Umwandlungsprozessen wie Cracken (thermisches Cracken, Fließbett- oder Hydrocracken), Reformierung (aromatische Kohlenwasserstoffen und hochoktanigem Reformat), Alkylierung (Isobuten kombiniert mit Olefinen zu hochoktanigem Alkylat) und Isomerisierung (n-Butan zu Isobutan) zum Einsatz. Weitere Verfahren sind die Stabilisierung (Entgasung von Schwerölrückständen), Hydrierung (Entfernen von Schwefel, Stickstoff und anderen Verunreinigungen) und Dehydrierung (Bildung von Olefinen) u. a.
Das Rohöl wird damit zu verschiedenen Kraftstoffen und petrochemischen Grundstoffen aufbereitet. Die Grundstoffe dienen als die Ausgangsprodukte für die chemische Industrie. Aus diesen Grundstoffen werden Kunststoffe, Chemikalien und weitere Produkte hergestellt.
Weitere Themengebiete sind heutzutage auch die Modellierung und Simulation von Erdöl- oder Erdgasreservoirs sowie die Erhaltung und die chemische Prozesstechnik. Letztere ist aufgrund der verschiedenen Zufuhr-Rohölsorten und der anspruchsvollen, nach Standards oder Normen zu produzierenden Produkte, wie z. B. Dieselkraftstoff, von großer Bedeutung.

Die weltweit erste Ölbohrung fand 1846 in Bibi-Heybat statt, einem Stadtteil von Baku. In den USA führte Edwin Drake im Jahr 1859 in Titusville die erste Bohrung durch und förderten den Rohstoff erstmalig aus kommerziellem Interesse. Weitere „Ölstädte“, z. B. Oil City, entstanden im Zuge dieses frühen Ölbooms. Seit einigen Jahrzehnten wird die Stadt Tulsa jedoch umgangssprachlich als die „Ölhauptstadt“ der USA bezeichnet. Georg Hunaeus entdeckte 1858 in Wietze das erste Öl in Deutschland.
Anfang des 20. Jahrhunderts führten die Ölsuche von Pattillo Higgins und die Bohrungen von Anthony Francis Lucas in Beaumont, Texas, zur Entdeckung der ersten großen Ölquelle. Der 1901 errichtete Bohrturm „Spindletop“, auch bekannt als „Lucas Gusher“, war ein bedeutender Meilenstein, speziell auch im Hinblick auf die neuartige Bohrtechnik, dass Rotary-Verfahren. Der Beginn des Ölbooms nach den Funden in Pennsylvania sich in Texas an. Damit begann auch das „Ölzeitalter“.
Zu diesem Zeitpunkt spielten Benzin, Diesel und Schmierstoffe noch eine untergeordnete Rolle. Sie wurden teilweise verbrannt. Von großer Bedeutung war hingegen das Petroleum als Rohstoff für Öllampen zur Beleuchtung. Franklin Knight Lane stellte damals fest: „Erdöl ist eine unschätzbare Ressource, denn es kann niemals ersetzt werden … Für Industrie, Landwirtschaft, Handel und die Freuden des Lebens ist Erdöl heute unverzichtbar.“
Über weite Strecken des frühen 20. Jahrhunderts waren die Erdölmärkte von Kartellbildung und Oligopolisierung geprägt. So bildete sich nach dem Achnacarry-Abkommen 1928 ein Kartell führender Ölkonzerne, die sog. „Sieben Schwestern“. Dieses Regime erlangte besonders in den 1950er Jahren eine beherrschende Stellung auf dem Weltmarkt. Kartelle können Preisabsprachen treffen, indem sie als faktische Monopole agieren. Da kein anderes Unternehmen den Verbrauchern einen niedrigeren Preis anbieten kann, kann der vom Kartell angebotene Preis deutlich über den Produktionskosten liegen, was hohe Gewinne generiert. Zwei weitere Regime mit Einfluss auf den Rohölhandel (Verträge, Preise, Förderung und Export) wurden in den 1960er Jahren gegründet, die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) im Jahr 1960 und die Organisation der arabischen Erdöl exportierenden Staaten (OAPEC) im Jahr 1968.

Grundsätzlich lassen sich Mineralölunternehmen in zwei Gruppen aufteilen, die internationalen, börsennotierten Konzerne – umgangssprachlich „Majors“ oder „Big Oil“ – und die staatlich kontrollierten Erdölfördergesellschaften. Während in den USA und in Großbritannien die Mineralölunternehmen traditionell schon immer (meist private) börsennotierte Konzerne waren, waren diese (z. B. Statoil, Elf, Total oder Eni) in Europa bis in die 1980er und 1990er Jahre meist unter staatlicher Kontrolle und wurden erst in den 1980er und 1990er Jahren größtenteils privatisiert. In sämtlichen erdölexportierenden oder erdölproduzierenden Ländern hingegen stehen die Erdölfördergesellschaften unter staatlicher Kontrolle.
Der Anteil der westlichen Großunternehmen wie ExxonMobil, Shell, BP, Chevron, TotalEnergies und ConocoPhillips an der weltweiten Ölförderung ist eher gering mit rund 15 %. Den weitaus größten Anteil an der weltweiten Ölförderung haben die staatlich kontrollierten Unternehmen einiger erdölexportierender Länder. Einige dieser Länder besitzen eigene Erdölministerien zur Verwaltung ihrer Aktivitäten. So ist mit einer Fördermenge von 10,3 Millionen boe am Tag die staatliche Ölgesellschaft Saudi-Arabiens, Saudi Aramco, das größte Erdölunternehmen der Welt. Aramco geht historisch auf die Zusammenarbeit mit Ölunternehmen aus den Vereinigten Staaten zurück, es war die Arabian-American Oil Company. Ähnliche Zusammenschlüsse gab es zwischen dem Vereinigten Königreich und dem Iran, damals die Anglo-Iranian Oil Company (AIOC), einem Vorgänger der British Petroleum (BP).
Erdöl bzw. Rohöl ist einer der wichtigsten und meistverwendeten Rohstoffe, insbesondere als Grundstoff in der Chemieindustrie und Petroindustrie, als Treibstoff im Transport und als Brennstoff in der Wärmeerzeugung. Im Jahr 2012 lag der weltweite Konsum oder Verbrauch von Erdöl in Höhe von etwa 85 Mio. Barrel (bbl) pro Tag. In Europa spielt dabei das Öl und Gas aus der Nordsee eine übergeordnete Rolle, welche seit den 2000er Jahren zurückgegangen ist. Im Jahr 2024 förderten die EU-Länder rund 15,5 Mio. t Rohöl, was gerade einmal 3,6 % der gesamten Importe entspricht. Aufgrund des enormen Stellenwertes des Erdöls und seiner Produkte bildet die Erdölindustrie den größten Wirtschaftszweig der Welt.
Der Handel mit Rohöl und Erdölprodukten (Öle wurden damals zuerst aus Kohle, später aus Erdöl gewonnen; speziell die deutsche Chemieindustrie war anfänglich auf Kohle ausgerichtet) begann mit dem Handel von Petroleum, einem Kerosin-ähnlichen Destillat, das Mitte des 19. Jahrhunderts als Lampenöl verwendet wurde. Ab 1863 formierte sich die Standard Oil Company (Standard Oil Trust) von John D. Rockefeller, welche den US-amerikanischen Markt und auch Global für die kommenden Jahrzehnte dominieren sollte. Standard exportierte beispielsweise nach China.
Im Jahr 1895 führte die Seep Purchasing Agency von Oil City im Namen der Standard Oil einen „Posted Price“ oder veröffentlichter Mindestankaufpreis für Rohöl ein. Es war ein von Standard festgelegter Preis für den US-Binnenmarkt. Ein „Posted Price“ (dt. etwa „notierter Preis“) für Raffinerieprodukte oder Rohöl bezeichnet den Preis, zu dem ein Käufer oder Verkäufer von Öl bereit ist, Geschäfte mit jedem abzuschließen, der seinerseits zu einem Verkauf oder Kauf in den festgelegten Mengen bereit ist. In der Praxis handelt es sich um die Zusage, zu diesen Konditionen mit jedermann Geschäfte zu tätigen, sofern das Öl verfügbar ist.
Standard Oil war Produzent und Händler, richtete jedoch seine Strategie auf den Zukauf von Öl, weniger auf die Förderung oder Produktion. US-Erdölförderer, die ihr Rohöl an Standard Oil verkauften und Lieferanten des Unternehmens wurden, erhielten den von Standard Oil festgelegten Preis bzw. es war der Preis, den der Produzent für sein Rohöl erhielt. Es gab jedoch auch einzelne Förderer und Unternehmen, die unabhängig blieben und nicht an Standard Oil verkauften.
Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war die Standard Oil die größte Ölgesellschaft in den USA. Im Jahr 1911 wurde dann das Monopol von Standard, der Standard Oil Trust, gebrochen (siehe auch der Sherman Antitrust Act). Das Unternehmen von John D. Rockefeller wurde in 43 separate Firmen aufgespalten, darunter die Standard Oil of New Jersey welche Jahrzehnte später zu Esso (Exxon) und dann ExxonMobil wurde. Standard Oil hatte damals die Kontrolle über 90 % der US-Pipelines, 85 % aller Raffineriekapazitäten und Marketing (Verkauf), sowie rund 11 % Produktionsanteile. Der Supreme Court sprach das Unternehmen der Monopolisierung der Erdölindustrie durch eine Reihe missbräuchlicher und wettbewerbswidriger Handlungen schuldig.
Das „Posted Price“-Konzept lebte jedoch über Standard Oil hinaus bis in die 1960er und 1970er Jahre, wobei große Ölunternehmen einen Ankaufpreis festlegten. Die Verträge und Preisbildung wurden ab dann stark von den „Seven Sisters“ aufgrund ihrer damals überproportionalen Marktgröße beeinflusst. Zwischen 1961 und 1970 lag der Marktpreis für Öl (historische Daten von Rotterdam) zwischen 1,30 und 1,50 USD, der Posted-Preis hingegen bei 1,80 USD.

Die 1960 gegründete Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) hingegen verfolgt ein Marktpreismodell gekoppelt mit Produktionsquoten (maximale Fördermenge ihrer Mitglieder), welches indirekt den Ölpreis am Weltmarkt beeinflusst, da die Angebotsmenge reguliert wird. OPEC nahm in den 1960er Jahren zunächst über die Förderquote Einfluss auf den Preis.
Das Ziel der Preispolitik der OPEC ist es (Stand 2025) „die Erdölpolitik der Mitgliedsländer zu koordinieren und zu vereinheitlichen, um faire und stabile Preise für die Erdölproduzenten, eine effiziente, wirtschaftliche und regelmäßige Erdölversorgung der Verbraucherländer und eine angemessene Kapitalrendite für die Investoren in der Branche zu gewährleisten.“ Der Einfluss der Organisation ist leicht nachvollziehbar, denn die Mitgliedsstaaten der OPEC (inklusive der VAE) besitzen rund 80 % der weltweit nachgewiesenen Ölvorkommen und produzieren rund 40 % des weltweiten Rohöls.
Die Preise für das Barrel (bbl) wurden in den 1970er Jahren durch zwei Ölpreiskrisen stark beeinflusst. 1970 lag der Preis für Rohöl noch bei 1,35 USD, obwohl die Nachfrage das Angebot überstieg. Die 1968 gegründete Organisation der arabischen Erdöl exportierenden Staaten (OAPEC) legte ein Exportembargo für Öl in die USA u. a. westliche Länder ein, als Antwort auf die Hilfeleistungen der USA für Israel im Jom-Kippur-Krieg. Der von der OPEC angegebene Ölpreis vervierfachte sich bis 1974 von etwa 3 US-Dollar auf rund 12 USD pro Barrel. Es kam zur Ölpreiskrise und damit Energiekrise.
Die Veränderungen gehen auch einher mit dem Ende des Bretton-Woods-Systems im Jahr 1971 (siehe auch der Nixon-Schock). Die Abwertung des US-Dollar führte zu Einnahmenverlusten der Förderländer im Nahen Osten. Nach 1974 wurde auch der Begriff „Petrodollar“ geprägt, da der Handel seitdem vorwiegend in US-Dollar abgewickelt wird bzw. der USD als Standardwährung vereinbart wurde. Die Korrelation und Suche nach einer Kausalität zwischen dem Ölpreis und dem US-Dollar sind jedoch stets Teil ökonomischer Theorien und Analysen. Eine empirische Untersuchung kommt beispielsweise zu dem Ergebnis, dass der US-Dollar in Zeiten von Turbulenzen als ein „sicherer Hafen“ einzustufen zu ist. Für die Studie wurden der Erste Golfkrieg und die Ölkrisen von 2008 und 2014 berücksichtigt.
Im Jahr 1971 wurden zwischen 23 großen Erdölunternehmen und fünf OPEC-Staaten neue Preisvereinbarungen, auch bekannt als Tehran-Vereinbarungen, geschlossen. Entlang der Tehran-Vereinbarungen bildete sich ab 1971 ein neuer offizieller Verkaufspreis zu einem Referenzpreis. Das bis in die frühen 1980er Jahre etablierte Preissystem („Posted Price“), sowie die Preispolitik der OPEC, geriet durch zunehmenden Wettbewerb von außerhalb der OPEC sowie durch eine Überkapazität innerhalb der OPEC, die durch eine schwache Nachfrage bedingt war, unter Druck.
Es kam Anfang der 1980er zu erheblichen Produktionskürzungen der OPEC, verbunden mit der Hoffnung, den fallenden Ölpreis zu stoppen. Hintergrund war u. a. ein erheblicher Öl-Überschuss (englisch oil-glut) als Ergebnis der Ölkrisen der 1970er Jahre und starker Produktionszuwächse vieler Nicht-OPEC-Länder. Mitte 1986 erfolgte sodann die nächste Krise am Ölmarkt, auch bekannt als der „Öl-Gegenschock“ (englisch oil counter shock) und führte zu einer weiteren Veränderung der globalen Preisbildung. In der Folge kollabierten die Ölpreise auf etwa 12 USD pro Barrel. Die OPEC hielt nach der Krise von 1986 teilweise an einem Festpreis-System fest. Wenig später erfolgte der größtenteils globale Übergang zu einem bis heute aktiven, marktorientierten Preisformelsystem bei dem sich die Verkäufe an einem Spot- oder Futurespreis einer Referenzölsorte (z. B. Brent, Dubai oder WTI) ausrichten. In anderen Worten, dass Preisformelsystem verknüpft den Verkaufspreis eines Förderlandes mit dem Marktpreis eines Referenzrohöls.
Grundlegend spielten die Preisschwankungen der 1970er und 1980er eine entscheidende Rolle in der Evolution des Ölhandels, sodass Anfang der 1980er die New York Mercantile Exchange (NYMEX – heute Teil der CME Group) ein wirksames Absicherungsinstrument (Hedge) gegen Preisschwankungen erfand: WTI-Futures. Der Übergang zu einem marktorientierten System begann außerdem im Zuge des Aufkommens der elektronischen Handelsplattformen und neuer Finanzinstrumente (Futures, Forwards usw.). Zu den Handelsbörsen für Energie (Rohöl, Gas, Erdölprodukte wie Kraftstoffe) zählen ICE Futures in London, NYMEX in New York City, Russian Trading System (RTS) in Moskau und weitere Organisationen.

Heutzutage wird der Ölpreis über traditionelle und moderne Instrumente der Finanzwelt bzw. Finanzmärkte bestimmt. Dabei führt der Handel mit bestimmten Futures, Optionen, Swaps und andere Derivate zu dem täglichen Spotpreis oder globalen Ölpreis, einem Schlüsselmerkmal des modernen Ölmarktes. Im Jahr 2006 wurde beispielsweise der United States Oil Fund (USO) gegründet, welcher als Index an der NYSE Arca gehandelt wird.
Der moderne Ölhandel ist wie folgt aufgebaut:
Je nach Handelsform variiert der Ölpreis. Der Soforthandel wird über den Preis von Dated Brent, einem Korb aus sechs Referenzölen, abgeschlossen. Dated Brent spiegelt die kurzfristige Nachfrage wider, während Finanzprodukte wie Brent-Futures die zukünftigen Preiserwartungen widerspiegeln. Letzterer Preis wird häufig über Nachrichtenkanäle angegeben. In der Regel verlaufen der Ölpreis für das physikalische Rohöl und der Ölpreis für das elektronische Rohöl – umgangssprachlich auch „Papier-Öl“ oder „Papier-Barrel“ genannt – gleich.
In anderen Worten sind in der Regel Spot- und Futures-Preise für Rohöl nahe beieinander, aber bei ausreichender Lagerkapazität und normalen Lagerkosten zeigt der Markt oft Contango (Spot < Futures) und bei Angebotsknappheit entsteht Backwardation (Spot > Futures). Extreme Ereignisse (z. B. ein Ölschock durch einen Krieg) können die Spanne stark vergrößern: Ob kurzfristig höhere Spot-Preise (Backwardation) oder höhere Futures-Prämien (verstärktes Contango) auftreten, hängt von der Art des Schocks ab. Finanzexperten versuchen, derartige Preisdynamiken zu beschreiben.

Bei der Preisfindung für Rohöl spielen Dienstleister wie S&P Global Commodity Insights (ehemals Platts) eine wichtige Rolle. Platts wurde 1909 von dem Journalisten Warren Cumming Platt in Cleveland, Ohio, einem frühen Zentrum für Rohölhandel, gegründet. Das Unternehmen wurde 1953 Teil der McGraw-Hill-Gruppe. Die Preisfindung für Öl ist für politische und wirtschaftliche Entscheidungen von enormem Interesse. Auch die Weltwirtschaft ist davon betroffen.
Zu unterscheiden ist jedoch zwischen dem Rohölpreis und den Preisen für einzelne Produkte wie Kraftstoffe. Allerdings wird nicht jeder Kraftstoff gehandelt. Ziviler Flugkraftstoff (Jet) ist ein Kerosin-Schnitt (vgl. auch Petroleum oder Heizöl), der gemäß den Luftfahrtspezifikationen hergestellt wurde und als Differenz zu Diesel gehandelt wird. Bei der Modellierung von Ölpreisen kommen modernste datenbasierte Ansätze wie Big Data zum Einsatz.
Das physikalische Öl wird zur See (Tanker) oder Land (Pipelines) transportiert und in speziellen Lagern oder Häfen gespeichert. In Nordamerika laufen alle Pipelines an genau einen Ort: Cushing, Oklahoma. Die Stadt ist seit den 1980ern der wichtigste Lieferort für Rohöl und hat mehrere Tanklager mit rund 98 Mio. Barrel Kapazität (Stand 2024). Der Preis von WTI-Futures spiegelt die Kosten für ein Barrel heimisches, leichtes und schwefelarmes Rohöl in Cushing wider. Das Ölangebot im Hub Cushing stammt aus Kanada und den USA und wuchs 2015 auf 13 Mio. und bis 2024 auf 18 Mio. Barrel pro Tag. Grund für dieses Wachstum sind die geförderten Reserven (Kapazitäten) der Ölsande in Kanada und die „Schiefer-Revolution“ (Förderung von Erdöl und Erdgas in Öl- und Gasschiefer durch Hydraulic Fracturing und horizontale Bohrtechnik) in den USA seit den 2010er Jahren.
Die USA sind damit (Stand 2025) mit rund 21 % von 105 Mio. Barrel der größte Erdölproduzent der Welt vor Saudi-Arabien, Russland und Kanada. Der Export von US-amerikanischem Öl oder Ölprodukten war über 40 Jahre lang verboten (genauer ab 1975, als Folge des 1973/1974 Ölembargos, mittels des Energy Policy and Conservation Acts) und wurde Ende 2015 mit dem Consolidated Appropriations Act of 2016 aufgehoben.
Die globale Produktion der fossilen Energieträger (Kohle ausgenommen) erreichte im Jahr 2024 rund 45,1 × 108 Tonnen Rohöl und 4,39 × 1012 m3 Erdgas. Der globale Öl & Gas-Markt wurde im Jahr 2024 auf einen Wert von 6,1 Billionen US-Dollar geschätzt und wuchs auf 6,3 Billionen USD im Jahr 2025. Für das Jahr 2034 schätzt man rund 8,8 Billionen USD. Das Marktvolumen wird auf fast 240 Milliarden im Jahr 2024 und rund 278 Milliarden Barrels Öl-Äquivalent geschätzt.
Weltweit wurden im Jahr 2025 c. 106,4 Millionen Barrels flüssige Brennstoffe pro Tag produziert. Davon stellten die OPEC-Länder rund 29,3 Mio. und die Nicht-OPEC-Länder 77,1 Mio. Der globale Konsum der Treibstoffe lag bei rund 104 Mio. Barrels pro Tag.
Das Mineralölunternehmen BP erzielte von 2011 bis 2014 einen Gewinn von mehr als 63 Milliarden Dollar. Insgesamt beliefen sich die Gewinne (nach Steuern) der vier Erdölkonzerne Shell, Exxon Mobil, BP und Chevron in demselben Zeitraum auf ca. 400 Milliarden Dollar (ca. 362 Milliarden Euro).
Nach einer 2022 publizierten Untersuchung, die Daten der Weltbank auswertete, erwirtschaftete die globale Erdöl- und Gasindustrie von 1970 bis 2020 einen Gewinn in Höhe von 52 Billionen US-Dollar. Dies entspricht etwa 2,8 Mrd. Dollar Gewinn pro Tag. 86 % dieser Summe stammten aus dem Erdölsektor.
Dazu zählen die ehemalige DEA Deutsche Erdöl AG (DEA), deren Anteile 2002 an Shell sowie Wintershall Dea übergingen, sowie die ARAL (heute Teil von BP Germany). In der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) entstand das VEB Petrolchemisches Kombinat Schwedt, heute die PCK Schwedt (Betreiberkonsortium: Rosneft, Shell und Eni) und die Leunawerke. Viele weitere Unternehmen existierten oder sind heute noch aktiv.
| Aktienunternehmen | Umsatz (2022) 1, 2 in Mrd. USD |
Gewinn (2022) 1, 2 in Mrd. USD |
Fördermenge (2022) 1 in Mio. boe pro Tag |
Sichere Reserven (2022) 1 in Mrd. boe |
Sitz |
|---|---|---|---|---|---|
| ExxonMobil | 413,7 | 55,7 | 3,737 | 17,7 | |
| Shell | 386,2 | 42,3 | 2,864 | 9,6 | |
| BP | 248,9 | 1,36 | 2,438 | 7,2 | |
| Chevron | 246,3 | 35,5 | 2,999 | 11,2 | |
| TotalEnergies | 281 | 21 | 2,765 | 10,2 | |
| ConocoPhillips | 78,5 | 18,7 | 1,738 | 6,6 | |
| Eni | 132,5 | 13,9 | 1,610 | 6,6 | |
1 gemäß Geschäftsbericht der einzelnen Konzerne 2 für die Umsätze von Total und Eni gleicher Umrechnungskurs von 1,2888 wie von Shell in seinem Geschäftsbericht verwendet | |||||
Den internationalen Ölkonzernen steht eine zunehmende Anzahl mehrheitlich staatlich kontrollierter (auch bekannt als englisch national oil company (NOC)) oder staatlich unterstützter Unternehmen gegenüber (Auswahl, alphabetisch sortiert):
Die folgenden Länder oder Staaten sind Mitglieder der OPEC und liefern nach Angaben der U.S. Energy Information Administration und OPEC die folgenden Mengen in Mio. Barrel (bbl oder boe) Öl und andere flüssige Produkte pro Tag (Stand 2025):
Die Erdöl- und Erdgasindustrie ist in Deutschland, Europa und weltweit durch eine Reihe von Interessens- und Fachgesellschaften vertreten. Einige Beispiele sind:
Die Erdölindustrie befindet sich seit Jahrzehnten in einem geopolitischen Spannungsfeld, das erhebliche Auswirkungen auf die Außenpolitik hat oder von dieser beeinflusst wird. Die bedeutendsten Erdölvorkommen liegen meist nicht im Land der Abnehmer, sodass komplexe Handels-, Rechts- und Logistikfragen bewältigt werden müssen. In diesem Umfeld nimmt seit über 100 Jahren auch die Großmachtpolitik eine entscheidende Rolle ein. Es sind nicht nur Preiskrisen oder militärische Konflikte, die mit Erdöl in Zusammenhang stehen, sondern auch große weltweite Investitionen.
Im Folgenden wird eine Auswahl von Ereignissen in diesem Umfeld gegeben ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Historische Ereignisse waren beispielsweise die Abadan-Krise, der Erste und der Zweite Golfkrieg.
Ein Beispiel für die internationale Dimension der Aktivitäten der Mineralölunternehmen ist das Großprojekt der Fujian Refining and Petrochemical Company (FREP), einem im Jahr 2007 in die Wege geleiteten internationalen Joint Venture (JV) zwischen Saudi Aramco und ExxonMobil (je 25 % Anteile) und der Fujian Petrochemical Company aus China (50 % Anteile). Weitere Investitionen kommen von Sinopec und der Regierung von Fujian. Der FREP-Raffinerie-Komplex besteht aus einem Steamcracker mit einer Kapazität von 1,1 Mio. Tonnen pro Jahr, einer Polyethylen-Anlage mit 900.000 Tonnen pro Jahr, einer Polypropylen-Anlage mit 670.000 Tonnen pro Jahr sowie einem Aromatenkomplex. Ein weiteres Beispiel ist das JV zwischen Fujian Energy Petrochemical und Sabic aus dem Jahr 2024. Die Anlagen sollen im Jahr 2030 in Betrieb gehen.
Ein Beispiel aus dem Jahr 2025 und 2026 ist die Einflussnahme auf die westliche Hemisphäre, die von der zweiten Regierung des US-Präsidenten Donald Trump festgelegt wurde. Im Rahmen der Operation Southern Spear wurde die Operation Absolute Resolve durchgeführt, bei der der venezolanische Präsident Nicolás Maduro und dessen Ehefrau entführt wurden. Ihm werden Narco-Terrorismus und Drogenhandel vorgeworfen. Sein Kopfgeld belief sich auf 50 Millionen US-Dollar.
Venezuela ist Gründungsmitglied der OPEC und besitzt die weltweit größten nachgewiesenen Erdölvorkommen, jedoch ist der Beitrag des Landes nur 1 % der weltweiten Ölversorgung. Die USA (Gulf Oil) und andere Unternehmen förderten seit den 1920er Jahren Erdöl in Venezuela (Maracaibo-See), jedoch ging die Förderquote in den letzten Jahren von rund drei Millionen Barrel pro Tag auf eine Million zurück. Auch das Unternehmen Shell war damals in dem Land tätig, z. B. als Besitzer der Erdölraffinerie Paraguaná. Letztere macht rund 70 % der landesweiten Raffineriekapazitäten aus. Das venezolanische Öl wird auch in Raffinerien in den USA durch die in venezolanischem Besitz stehende Citgo verarbeitet. Citgo, ein Tochterunternehmen der PDVSA, verarbeitete im Jahr 2026 erstmals seit 2019 wieder venezolanisches Erdöl in seinen Raffinerien in den USA.
Die Beschaffenheit des venezolanischen Rohöls ist jedoch – trotz riesiger Vorkommen – einzigartig und nicht alle Raffinerien (weltweit) sind dafür ausgelegt. Im Vergleich zu anderen Sorten ist es „sauer“ und schwer.
Maduros Vorgänger Hugo Chávez verhandelte die Konzessionen und Vertragsrechte für die US-amerikanischen Mineralölkonzerne wie ExxonMobil und ConocoPhillips neu. Er verstaatlichte schrittweise im Rahmen der Bolivarische Revolution ab 1999 die Erdölwirtschaft und Förderrechte des Landes.
Chevron ist noch mit reduzierten Aktivitäten vor Ort. Die US-Konzerne verließen jedoch größtenteils das Land und reichten 2007 Klage ein. Seither geht das Öl laut Aussagen nach China. Historisch verstaatlichte Venezuela sein Öl bereits Ende der 1970er Jahre unter Carlos Perez, welcher die staatliche Petroleos de Venezuela (PDVSA) gründete.
Nach der Festnahme Maduros versprach Donald Trump den Geschäftsführern einiger US-amerikanischer Mineralölkonzerne in Bezug auf mögliche Investitionen in das Land in einer Pressekonferenz: „Sie sind absolut sicher.“ Der CEO von ExxonMobil, Darren Woods, dementierte jedoch und bezeichnete die rechtlichen und vertraglichen Gegebenheiten des Landes als „nicht investierbar“. Er fordert signifikante Nachbesserungen, bevor Investitionen getätigt werden können. Zwei Tage später bezeichnete Trump Woods’ Äußerungen öffentlich als „zu niedlich“ und sagte, er sei „geneigt“, den Ölgiganten von Investitionsbemühungen in Venezuela auszuschließen.
Das Department of State (DOS) versucht unter einem System namens Venezuela General License (VGL) weiterhin, die „Vision“ des Präsidenten zu ermöglichen. Einige der staatlichen Ölkonzerne Venezuelas sind vom Treasury Department sanktioniert, jedoch kommt es teilweise zur Aufhebung dieser Regel.
Ende August 2026 verkündeten die USA dann ein Abkommen mit Venezuela. Die Mehrheitskontrolle über 65 Milliarden Barrel der Reserven Venezuelas war Teil des Abkommens. Schätzungen zufolge verfügt das Land über insgesamt rund 304 Milliarden Barrel Rohöl.
Im Zuge des russisch-ukrainischen Kriegs wurden verschiedene Anlagen der Erdöl- und Erdgasbranche zu militärischen Zielen. So wurden im September 2022 Anschläge auf die Nord-Stream-Pipelines verübt. Die ukrainischen Streitkräfte greifen außerdem seit 2026 mithilfe von Langstrecken-Drohnen verschiedene russische Raffinerien, z. B. in Tuapse, an.

Seit Ende Februar 2026 kommt es zu Feindseligkeiten zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten. Der Nahe Osten ist für seine zahlreichen Fördergebiete und -anlagen bekannt. In diesem Kontext kam es vermehrt zu Angriffen auf benachbarte Ziele, darunter Erdöl- und Erdgasanlagen sowie Speicheranlagen. Dabei wurden Ziele in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und in Saudi-Arabien getroffen und beschädigt. Die größte Raffinerie Saudi-Arabiens in Ra's Tanura, musste für Reparaturen stillgelegt werden.
Saudi-Aramco kündigte jedoch die Wiederaufnahme des Betriebs an. Der iranische stellvertretende Außenminister Majid Takht-Ravanchi dementierte, der Iran habe angegriffen. Es sei offiziell verkündet worden, dass die Ölinfrastruktur bei Ra's Tanura kein militärisches Ziel des iranischen Militärs gewesen sei.
Ra's Tanura wird vom 1966 eröffneten Ölfeld Abu Sa'fah versorgt. Dieses liegt strategisch günstig in der Nähe von Bahrain und Saudi-Arabien. Die Öltanks und der Verladehafen befinden sich auf einer vorgelagerten Insel. Ra's Tanura liegt wenige Kilometer nördlich von Dammam.
Aufgrund des Irankriegs stieg der Rohölpreis auf über 100 US-Dollar/Barrel, ein Rekordhoch. Laut dem US-Präsident Donald Trump hat die Operation Epic Fury das Ziel, eine Militarisierung der nuklearen Kapazitäten des Irans zu verhindern. Als Reaktion darauf schließt der Iran die Straße von Hormus. Kurz darauf wird diese auch von den US-Streitkräften (CENTCOM u. a.) geschlossen. Um die Marktstörungen zu verhindern, veranlasst die Internationale Energieagentur (IEA) wenig später die Freigabe von Rekordmengen Rohöl.
Seit Beginn der Feindseligkeiten zwischen Russland und der Ukraine wurde das deutsche Tochterunternehmen Rosneft Deutschland unter die Treuhandverwaltung der Bundesnetzagentur gestellt. Das Unternehmen ist an PCK Schwedt beteiligt. Russland kündigte im Jahr 2026 an, kein Rohöl aus Kasachstan durch die Druschba-Pipeline an PCK zu leiten, was bisher rund 20 % der Zufuhr für die Raffinerie ausmachte. Es wird nach einer alternativen Versorgung gesucht. Weitere Details sind nicht verfügbar, da das Ereignis noch andauert.
Die großen, international tätigen Ölkonzerne werden oft auch als „Ölmultis“ oder „Big Oil“ bezeichnet, häufig in kritischer Auseinandersetzung mit ihrem Verhalten gegenüber Arbeitnehmern, Fragen des Umweltschutzes und der Globalisierung. Bei der Erdölförderung existieren teils ungelöste Umweltprobleme. Im Gegensatz zu früheren Jahren müssen die Mineralölkonzerne für die Schäden einer Ölkatastrophe aufkommen, die Risiken für Mensch und Natur bei der Förderung werden jedoch aufgrund des steigenden Aufwandes ebenfalls immer größer. Als Beispiel kann hier der Blowout der Deepwater-Horizon-Plattform im Jahr 2010 erwähnt werden.
Das Mineralölunternehmen Exxon (später ExxonMobil) forscht nicht nur in der Erdöltechnologie, sondern beschäftigte sich bereits Ende der 1970er-Jahre auch mit den Auswirkungen von der Verbrennung von fossilen Energieträgern auf das Klima (siehe auch CO2-Emissionen, Treibhauseffekt und globale Erwärmung) durch wissenschaftliche Modellrechnungen. Diese internen Modellierung und Simulationen wurden im Nachhinein als „verblüffendes Können und Präzision“ bezeichnet. Obwohl interne Ergebnisse bereits seit 1977 vorlagen und in den frühen 1980er Jahren in internen Memos bereits von „katastrophalen Effekten“ die Rede war, bestritt das Unternehmen über Jahrzehnte hinweg öffentlich die Klimawissenschaft bzw. säte Zweifel daran. Das Unternehmen veröffentlichte erst im Jahr 2014 einen Bericht, wo der Begriff Klimawandel erwähnt wird:
„ExxonMobil takes the risk of climate change seriously, and continues to take meaningful steps to help address the risk and to ensure our facilities, operations and investments are managed with this risk in mind...“
„ExxonMobil nimmt das Risiko des Klimawandels ernst und ergreift weiterhin wirksame Maßnahmen, um diesem Risiko zu begegnen und sicherzustellen, dass unsere Anlagen, Betriebsabläufe und Investitionen unter Berücksichtigung dieses Risikos geführt werden...“
In diesem Zusammenhang sind zahlreiche verschiedene Gerichtsverfahren in den USA noch andauernd. Zum Thema gibt es weiterführende Literatur, siehe dort. Siehe ebenso die Themengebiete Klimawandel und Klimawandelleugnung.
In zwei bekannten Fällen führte das Verhalten einzelner US-amerikanischer Ölkonzerne zu Kritik in Bezug auf die Gestaltung des Personentransports in den USA: Zum einen gab es entlang mit US-Automobilherstellern ab den 1930er Jahren eine systematische Eliminierung der Straßenbahnen in den USA. Zum anderen wurde die Marktreife früher Elektrofahrzeuge Mitte der 1990er behindert. Ein Fall war der Ankauf von Batterietechnologie-Patenten durch Chevron (damals Texaco) in einem Joint Venture mit der Firma Cobasys. Der Vorfall dreht sich um den General Motors EV1 und dessen NiMH-Batterietechnologie, siehe auch die Dokumentation Warum das Elektroauto sterben musste. Diese Technologie ist nach heutigem (2026) Stand der Technik der Elektrofahrzeuge durch Lithium-Ionen-Batterien (LIB) u. a. Komponenten ersetzt worden und obsolet. Die Elektromobilität befindet sich seit den 2020er Jahren immer noch in einer volatilen Phase.
Der UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnete die Geschäftsmodelle der Ölindustrie 2023 aufgrund ihrer andauernden Rolle als Hauptverursacher der Klimakrise als „unvereinbar mit dem Überleben der Menschheit“. Einige Rechtswissenschaftler schlagen deshalb vor, einzelne Unternehmen künftig mit konkreten Anklagen wegen Mordes strafrechtlich zu verfolgen.
Eine 2025 erschienene Studie der öffentlich auf dem US‑Markt gehandelten Unternehmen der Branche legt nahe, dass die hohe Vermögenskonzentration stärker als in anderen Industriesparten zu sozialer Ungleichheit beitrage. Demnach fließt die Hälfte aller durch die Förderung und Verarbeitung fossiler Energien erzielten Gewinne dem obersten einen Prozent zu, während die untere Hälfte der Beschäftigten und Shareholder ein Prozent der Gewinne erlangte.
Im Jahr 2026 erreicht der Ölpreis mit über 100 USD/Barrel ein Rekordhoch. Dieser Preissprung steht im Zusammenhang mit dem Irankrieg, den US-Präsident Donald Trump mit dem Ziel begonnen hat, eine Militarisierung der nuklearen Kapazitäten des Irans zu verhindern. Nach Einschätzung verschiedener Finanzexperten könnte der Irankrieg 2026 rund 60 Milliarden USD für Mineralölkonzerne bringen. Der Britische Staatssekretär für Energiesicherheit und Klimaneutralität Ed Miliband äußert sich in dieser Angelegenheit wie folgt: „Es ist völlig falsch, dass eine Regierung tatenlos zusieht und Unternehmen erlaubt, aus einem Krieg übermäßige Gewinne zu erzielen.“ Außerdem sagt er „Angesichts des zweiten Schocks durch fossile Brennstoffe innerhalb von weniger als fünf Jahren ist die Lehre für unser Land klar: Die Ära der Versorgungssicherheit mit fossilen Brennstoffen ist vorbei, und die Ära der Versorgungssicherheit mit sauberer Energie muss nun anbrechen.“
Die Abhängigkeit der industrialisierten Staaten vom Erdöl verhilft der Erdölindustrie zu einer strategischen Machtposition. Mineralölkonzerne sind daher weltweit sehr einflussreich und haben eine starke Lobby, was von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) oft kritisiert wird.