| And Through the Wire | |
|---|---|
| Peter Gabriel | |
| Veröffentlichung | 30. Mai 1980 |
| Länge | 5:00 |
| Genre(s) | Artrock, Pop, Progressive Rock |
| Autor(en) | Peter Gabriel |
| Produktion | Steve Lillywhite |
| Label | Charisma (UK), Mercury (USA) |
| Album | Peter Gabriel (Melt) |
And Through the Wire ist ein Lied des britischen Pop-Rock-Musikers Peter Gabriel von 1980.
And Through the Wire erschien erstmals am 30. Mai 1980 als sechster Titel von Gabriels drittem Solo-Studioalbums Peter Gabriel (Melt) Mit dabei ist auch Paul Weller von der britischen Rockband The Jam an der E-Gitarre, dessen Anteile nachträglich hinzugefügt wurden, nachdem Gabriel sich geweigert hatte, einer Bitte eines Plattenmanagers von Atlantic Records nachzukommen, den Song im Stil der Doobie Brothers zu gestalten. Gabriel spielte And Through the Wire außerdem live auf seiner Tournee von 1980.
Auf die Frage nach dem Liedtext von And Through the Wire erklärte Gabriel, er habe die Semiotik von Drähten untersuchen wollen, indem er deren zwiespältigen Charakter beleuchtete: Einerseits ermöglichen sie Kommunikation, andererseits dienen sie als physische Barriere, die diese Kommunikation blockieren kann.
“I think the wire in that case was important to me [in] that it was two things. It was the means through which people communicated as in telephone, radio, [and] television. And at the same time it was the thing that stopped them getting too close, as in fencing wire. So I feel that a lot of communication is like that. The thing through which one speaks actually prevents communication.”
„Ich glaube, der Draht war für mich in diesem Fall in zweierlei Hinsicht wichtig. Er war das Mittel, über das Menschen kommunizierten, wie beim Telefon, beim Radio und beim Fernsehen. Und gleichzeitig war er das, was sie daran hinderte, sich zu nahe zu kommen, wie bei einem Stacheldrahtzaun. Ich habe daher das Gefühl, dass Kommunikation oft so funktioniert. Das, womit man spricht, verhindert tatsächlich die Kommunikation.“
Gabriels ursprüngliche Idee für den Liedtext war es, einen Song zu schreiben, in dem es um zwei Menschen geht, von denen der eine sich in vielen Bereichen auskennt, während der andere viel über den anderen weiß. Diese Idee wurde vorübergehend zurückgestellt und später für den Song Steam aus seinem 1992 erschienenen Album Us verwendet.
And Through the Wire schließt als sechster Titel auf Gabriels drittem Soloalbum nahtlos an Family Snapshot an. Gabriel war der Ansicht, dass And Through the Wire „sich gut aus dem Ende von Family Snapshot entwickeln würde“, und erklärte, dass diese Entscheidung zur Reihenfolge getroffen wurde, als er die Trackliste festlegte, wobei er betonte, dass dies „zum Zeitpunkt des Schreibens sicherlich noch nicht im Sinn war“. Der Song beginnt mit einem Drone und einem Klavier, bevor der Refrain einsetzt, der von Wellers New-Wave-Gitarrenriffs geprägt ist. Musikalisch basiert der Song auf einem rockorientierten Arrangement mit verzerrten E-Gitarren und dem Einsatz einer Kuhglocke, die von Jerry Marotta gespielt wurde. Nach zwei weiteren Strophen und einem Refrain geht der Song in eine Bridge mit sanfterer Instrumentierung in einer Moll-Tonart über. Darauf folgt ein letzter Refrain, in dem Gabriel eine kontrapunktische Melodie singt, begleitet von zusätzlichen Textzeilen über das „Anhaften wie Blutegel“ („clinging like leeches“) und das „Vorbringen maßgeschneiderter Reden“ („pushing tailor-made speeches“).
Während der Aufnahmen zu Gabriels drittem Soloalbum besuchte John Kalodner, ein Manager von Atlantic Records, diesen im Aufnahmestudio, um ihm Feedback zu geben. Nachdem er sich And Through the Wire angehört hatte, schlug Kalodner vor, den Song im Stil der Doobie Brothers zu gestalten. Als Gabriels damalige Managerin, Gail Colson, diese Bemerkung hörte, verließ sie das Aufnahmestudio. Gabriel ignorierte Kalodners Feedback und kontaktierte stattdessen Paul Weller, der zu dieser Zeit in den Townhouse Studios arbeitete, um „einige eindeutig nicht-kalifornische Gitarrenakkorde“ einzuspielen, wie Phil Sutcliffe vom Magazin Sounds es beschrieb.
“In my opinion, THE two English rhythm guitarists are Pete Townshend and Paul Weller.”
„Meiner Meinung nach sind Pete Townshend und Paul Weller DIE beiden englischen Rhythmusgitarristen.“
Laut Gabriel gelang es den beiden anderen Gitarristen, mit denen er zusammenarbeitete – David Rhodes und Robert Fripp –, nicht, den von ihm gewünschten Part umzusetzen. Während Gabriel im Studio 1 der Townhouse Studios an seinem Soloalbum arbeitete, stellten The Jam im Nachbarraum ihr Album fertig. Gabriel bezeichnete Paul Weller als „großartig [und] sehr bescheiden“ und fügte hinzu, dass er es „liebte, ihm beim Spielen zuzusehen – er ist wie flüssige Energie“.
Paul Weller hatte bei seiner Ankunft im Aufnahmestudio keine Gitarre dabei, und es waren zu diesem Zeitpunkt auch keine weiteren Gitarren vor Ort. Sein Gitarrenpart wurde nachträglich eingespielt, was Steve Lillywhite, dem Produzent von Gabriels drittem Soloalbum, als Nachteil für die Aufnahme empfand; ihm fehlte „das klassische, geheimnisvolle Etwas“, das an anderen Stellen des Albums zu finden war. Über Wellers Gitarrenpart sagte Gabriel, dass Weller „direkt auf den Punkt kam“ und dass „die Art, wie er diese Rhythmusparts spielt, einfach unglaublich ist“.
| Und durch den Draht | |
|---|---|
| Peter Gabriel | |
| Veröffentlichung | 2. Juni 1980 |
| Länge | 4:28 |
| Genre(s) | Artrock, Pop, Progressive Rock |
| Autor(en) | Peter Gabriel |
| Produktion | Steve Lillywhite |
| Label | Charisma (UK), Mercury (USA) |
| Album | Ein deutsches Album |
Von diesem Lied wurde wie von allen anderen Liedern des Albums Peter Gabriel (Melt) eine deutschsprachige Version unter dem Titel Und durch den Draht kreiert, die am 2. Juni 1980 auf dem Album Ein deutsches Album in Westdeutschland erschien. Gabriel singt darauf selbst den von Horst Königstein auf Deutsch übersetzten Text. Peter Gabriel arbeitete sorgfältig mit Horst Königstein zusammen, um sicherzustellen, dass der deutschsprachige Text mehr ist als eine einfache Übersetzung des englischsprachigen Originals. Die Sprache vermittelt nicht nur die Bedeutung und die beabsichtigte Bildsprache des ursprünglichen Songs, sondern ermöglicht es den Worten auch, zur Musikalität des Liedes beizutragen.
Hugh Fielder von dem britischen Musikmagazin Sounds war der Meinung, dass der Song „auch dann noch ein Rätsel bleibt, wenn sich die übrigen Titel bereits ineinanderfügen“, und dass er nicht zu den übrigen Songs des Albums passe. Er hielt den Text des Songs für „surrealistisch“ und meinte, er unternehme „keinen Versuch, den Hörer mit Überfülle zu verwirren“. Nick Kent hob in seiner Rezension für die britische Musikzeitschrift New Musical Express die „großartigen, kräftigen Gitarrenakkorde“ von Paul Weller in And Through the Wire als einen der „zahlreichen atemberaubenden musikalischen Momente“ hervor, die Gabriels drittes Soloalbum zu bieten habe. Chris Roberts von dem britischen Online-Magazin The Quietus charakterisierte den Song als „relativ geradlinigen Rock“ mit „einem verdammt guten Refrain“ und fügte hinzu, dass Gabriel „die Titelzeile singt, als würde er mit Smaragden gurgeln“.