Anthranil

Strukturformel
Strukturformel von Anthranil
Strukturformel mit Lokanten
Allgemeines
Name Anthranil
Andere Namen
  • 2,1-Benzoxazol (IUPAC)
  • Benz[c]isoxazol (HWP)
Summenformel C7H5NO
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 271-58-9
EG-Nummer 205-980-5
ECHA-InfoCard 100.005.437
PubChem 67498
ChemSpider 60822
Wikidata Q27122650
Eigenschaften
Molare Masse 119,04 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

1.183 g·cm−3 (bei 25 °C)

Schmelzpunkt

< –18 °C

Siedepunkt
  • 101–102 °C (bei 15 mmHg)
  • 210–215 °C (bei Normaldruck, Zersetzung)
Löslichkeit
  • Schwer löslich in heißem Wasser
  • Leicht löslich in konzentrierten Mineralsäuren
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 302
P: keine P-Sätze
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Anthranil (systematisch 2,1-Benzoxazol) ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Heterocyclen, genauer der Azole. Der Trivialname leitet sich von der strukturverwandten Anthranilsäure ab. Systematisch betrachtet ist es eines der drei möglichen Benzoxazole; die anderen sind 1,2-Benzoxazol (Indoxazen) und 1,3-Benzoxazol.

Gewinnung und Darstellung

Anthranil kann, wie von Paul Friedlaender und Robert Henriques 1882 gezeigt, aus 2-Nitrobenzaldehyd synthetisiert werden. Dazu wird das Edukt in der 3-fachen Menge Essigsäure gelöst, leicht erwärmt und Zinnpulver portionsweise hinzugegeben. Durch die Reaktionswärme kann die Reaktionslösung bei der richtigen Zinn-Zufuhrrate am Kochen erhalten werden. Zur Isolation des Produktes muss die Reaktionslösung mit Natriumcarbonat neutralisiert werden und eine Wasserdampfdestillation angefügt werden.

Eigenschaften

Physikalische Eigenschaften

Chemische Eigenschaften

Anthranil ist an der Luft nicht stabil. Es färbt sich nach einiger Zeit braun und polymerisiert. Mit Quecksilber(II)-chlorid in wässriger Lösung bildet sich ein Niederschlag in Form von feinen Kristallnadeln. Mit Alkalien, Ammoniak, oder kochendem Wasser entsteht durch Addition von Wasser die Anthranilsäure. Durch Reduktion entsteht 2-Aminobenzaldehyd.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 Datenblatt Anthranil bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 11. Mai 2022 (PDF).
  2. 1 2 3 4 5 6 P. Friedländer, R. Henriques: Zur reduktion des orthonitrobenzaldehyds. In: Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft. Band 15, Nr. 2, 1882, S. 2105–2110, doi:10.1002/cber.188201502147.