Arzo

Arzo
Wappen von Arzo
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Tessin Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Mendrisiow
Kreis: Riva San Vitale
Gemeinde: Mendrisioi2
Postleitzahl: 6864
frühere BFS-Nr.: 5241
Koordinaten: 716648 / 81612Koordinaten: 45° 52′ 34″ N, 8° 56′ 27″ O; CH1903: 716648 / 81612
Höhe: 501 m ü. M.
Höhenbereich: 459–1016 m ü. M.
Fläche: 2,79 km²
Einwohner: 1256 (31. Dezember 2025)
Einwohnerdichte: 450 Einw. pro km²
Website: www.arzo.ch
Arzo
Arzo
Karte
Karte von Arzo
Karte von Arzo
{w
Gemeindestand vor der Fusion am 5. April 2009
Kirche Santi Nazaro und Celso, Glockenturm
Ehemaliger Kalkofen. Historisches Bild von Leo Wehrli (1922)
Arzo, Steinbruch an der Strasse mit Kran und Hüttchen. Historisches Bild von Leo Wehrli (1937)
Marmor-Steinbruch (2007)

Arzo war bis zum 4. April 2009 eine politische Gemeinde im Kreis Riva San Vitale des Bezirks Mendrisio im Schweizer Kanton Tessin.

Geographie

Arzo liegt auf 501 m ü. M. am Fusse des Poncione d’Arzo (1015 m ü. M.) im Tal des Flüsschens Gaggiolo, dessen Zuflüsse oberhalb von Arzo die Täler Valle d’Arzo sowie Val Maggiore bilden. Das Dorf liegt rund 4 km westnordwestlich von Mendrisio und rund 8 km nordwestlich von Chiasso direkt an der Grenze zu Italien. Das Siedlungsgebiet ist fast vollständig mit dem von Besazio zusammengewachsen.

Geschichte

Das Dorf wurde 1335 als Arzio erstmals erwähnt. Arzo gehörte unter den Visconti, unter der schweizerischen Herrschaft und bis 1814 zum Bezirk Lugano. 1798 bildete es einen Teil der unabhängigen Republik Riva San Vitale. Der Ort war schon im Mittelalter für seine Steinbrüche bekannt. Die vielfarbigen Varietäten des „Arzo-Marmors“ („Buntmarmor“) wurden in weit über eintausend Kirchenbauten überwiegend zur Innendekoration verwendet, beispielsweise für den Bau des Doms zu Como, 1435 für die Restaurierung der Fassade des Brolettos in Como, für den Altar der Kirche San Pietro in Astano sowie für das Relief an der Kathedrale San Lorenzo in Lugano. Das Dorf erhob eine Abgabe auf den in seinen Brüchen gewonnenen „Marmor“, der eigentlich ein Kalkstein und eine Kalksteinbrekzie, partiell zudem ein Dolomitgestein ist. In der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts musste Arzo den Herzögen von Mailand acht Wehrpflichtige stellen.

In kirchlicher Hinsicht gehörte Arzo zur Pfarrei Riva San Vitale, von der es am 15. Oktober 1630 abgelöst und zur unabhängigen Pfarrei ausgestaltet wurde; im 18. Jahrhundert schuldete es der Mutterkirche von Riva San Vitale noch einen Zins von 415 Lire, der später abgelöst wurde.

Am 25. November 2007 wurde die Fusion der Gemeinden Arzo, Capolago, Genestrerio, Mendrisio, Rancate und Tremona von deren Stimmberechtigten gutgeheissen. Sie haben sich per 5. April 2009 zur neuen Gemeinde Mendrisio zusammengeschlossen. Arzo ist aber nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.

Bevölkerung

Arzo: Einwohnerzahlen von 1600 bis 2025
Jahr  Einwohner
1600
  
230
1683
  
445
1719
  
484
1799
  
480
1808
  
491
1824
  
511
1836
  
642
1850
  
634
1860
  
593
1870
  
697
1880
  
698
1888
  
735
1900
  
743
1910
  
741
1920
  
604
1930
  
651
1941
  
656
1950
  
653
1960
  
600
1970
  
612
1980
  
764
1990
  
892
1991
  
906
1992
  
919
1993
  
924
1994
  
951
1995
  
998
1996
  
1.007
1997
  
1.024
1998
  
1.025
1999
  
1.044
2000
  
1.062
2001
  
1.009
2002
  
1.042
2003
  
1.078
2004
  
1.085
2005
  
1.104
2006
  
1.119
2007
  
1.126
2008
  
1.131
2015
  
?
2025
  
1.256
Quelle(n): bis 1980 Bundesamt für Statistik ab 1990: Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz nach Bezirken und Gemeinden 1991–2024

Zahl für 2025 lt. Città del Mendrisio

Verkehr

Arzo wird hauptsächlich durch die Hauptstrasse 393 erschlossen, die das Dorf mit der nur wenige Kilometer entfernten A2 sowie mit Saltrio in Italien verbindet. Die wichtigste Verbindungsstrasse für das weiter oben im Tal gelegene Dorf Meride zweigt in Arzo von der Hauptstrasse ab.

Sehenswürdigkeiten

Das Dorfbild ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als schützenswertes Ortsbild der Schweiz von nationaler Bedeutung eingestuft.

Infrastrukturen

Sport

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Arzo – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Francis de Quervain: Die nutzbaren Gesteine der Schweiz. Kümmerly & Frey, Bern 1969, S. 156–157, 159.
  2. ↑ Francis de Quervain: Die nutzbaren Gesteine der Schweiz. Kümmerly & Frey, Bern 1969, S. 157.
  3. ↑ Stefania Bianchi: Arzo. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 26. Juni 2017.
  4. ↑ Celestino Trezzini: Arzo. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 1, Ardutius – Basel, Attinger, Neuenburg 1921, S. 453 (Digitalisat).
  5. ↑ Patriziato di Arzo (mit Fotos) auf patriziatoarzo.ch
  6. ↑ Martin Schuler: Cantone Ticino – L’effettivo della popolazione a livello locale prima del 1850. (CSV; 34 KB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 16. Juni 2023, abgerufen am 6. Mai 2026.
  7. ↑ Daten der Eidgenössischen Volkszählungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 12. Juli 2024, abgerufen am 6. Mai 2026 (Öffnung in Excel nur über "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).
  8. ↑ Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz nach Bezirken und Gemeinden 1991-2024. Bundesamt für Statistik BFS, Neuchâtel, 27. August 2025, abgerufen am 6. Mai 2026.
  9. ↑ Arzo. Città di Mendrisio, 2026, abgerufen am 20. April 2026 (italienisch).
  10. ↑ Arzo. In: ISOS - Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung. Bundesamt für Kultur BAK, 2002, abgerufen am 9. Februar 2025 (italienisch).
  11. 1 2 3 Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 430–432.
  12. ↑ Pfarrkirche Santi Nazaro und Celso in portal.dnb.de (abgerufen am: 5. Juni 2016)
  13. ↑ Festungen Arzo-Monte Orsa-Meride (mit Fotos) auf forti.ch
  14. ↑ Museo dei boccalini e tazzini ticinesi (mit Foto) auf lanostrastoria.ch/entries/
  15. ↑ Società di Mutuo Soccorso fra gli Operai della Lega dei Tre Castelli di Meride, Arzo e Tremona auf libreriauniversitaria.it
  16. ↑ Al Castello Produzioni Cinematografiche SA (italienisch) auf alcastello.tv
  17. ↑ Associazione sportiva della montagna (italienisch) auf mendrisio.ch/strutture