Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH) von Bathyarchaeum tardum Stamm M17Cᵀs, der mit DMB kultiviert wurde. Blaue Fluoreszenz mit DAPI (links). Balken: 1μm.
Morphologie von Bathyarchaeum tardum M17Cᵀs. EM-Aufnahmen negativ gefärbter Zellen: (A)Einzelne kokkoide Zelle, kleine Schleimbereichen auf der Oberfläche; (B)Kette von Zellen, von einer gemeinsamen Schicht bedeckt. (C)Ultradünnschnitt zweier Zellen des Stamms mit regelmäßiger Form; (D,E)sich teilende Zellen, (F)mehrere kleinere Zellen von M17Cᵀs und eine größere eines nicht identifizierten Archaeons in der Kultur. CM:Cytoplasmatische Membran; SL:S-Layer; OL:äußerste Oberflächenschicht. Balken: 0,1μm.
Die Bathyarchaeen (veraltet Miscellaneous Crenarchaeotic Group, MCG) sind eine Klade (Verwandtschaftsgruppe) von Archaeen im ReichThermoproteati (früher: „TACK-Superphylum“). Ursprünglich wurde die Gruppe taxonomisch als Kandidatenphylum „Bathyarchaeota“ vorgeschlagen (Meng et al. 2014) mit verschiedenen Untergruppen, MCG-1 bis MCG-17, darunter die Kandidatenklasse „Bathyarchaeia“ (MCG-6). Diese Gruppe war ein per Vorschlag nachträglich hinzugekommenes Teil-Phylum des „TACK-Superphylums“, so dass der Anfangsbuchstabe ‚B‘ nicht in das zugehörige Akronym (‚TACK‘) einging.
Neuere Taxonomien führen die gesamten Bathyarchaeen als KandidatenklasseBathyarchaeia innerhalb des Phylums Thermoproteota (früher „Crenarchaeota“) und unterteilen sie in ca. acht Ordnungen.
Vorkommen und Identifizierung
Lange Zeit (bis 2023) war es nicht möglich, Vertreter dieser Gruppe zu kultivieren.
Ihre Mitglieder wurden hauptsächlich durch Metagenomik, insbesondere durch Gensequenzen der 16S-rRNA identifiziert. Wegen solcher Vorkommen in tiefen terrestrischen Umgebungen unter der Erdoberfläche wurde die Gruppe zunächst gelegentlich auch als Terrestrial Miscellaneous Crenarchaeotic Group bezeichnet.
Die Metagenomanalysen haben aber ergeben, dass es sich um weit verbreitete Organismen handelt, die am häufigsten in Süßwasser- und Meeressedimenten gefunden werden, wo sie einen großen Teil der mikrobiellen Gemeinschaften ausmachen können; sie kommen insbesondere auch in nährstoffarmen Sedimenten des Meeresbodens reichlich vor.
Bathyarchaeia bilden ubiquitär verbreitete und dominierende Archaeen-Gemeinschaften in anoxischen Umgebungen in der Tiefe, sowohl im Ozean als auch im Süßwasser, Heißwasser inklusive Sedimente von Thermalquellen und in Böden, insbesondere in Küstengebieten.
Diese Archaeen wurden auch in Böden, unterirdischen Erdöllagerstätten, tierassoziierten Lebensräumen (Termiten-Mikrobiom, s.u.) nachgewiesen.
Man schätzt, dass Bathyarchaeia weltweit ~2,0 bis 3,9 × 1028 Zellen ausmachen und damit eine der häufigsten mikrobiellen Gruppen der Erde sind.
Aus diesem Grund spielen die Bathyarchaeen eine bedeutende Rolle im globalen Kohlenstoffkreislauf.
Wegen der erst 2023 gelungenen erstmaligen Kultivierung eines Vertreters ist unser Wissen über ihren Ursprung, ihre Entwicklung und ihre ökologischen Funktionen jedoch nach wie vor unzureichend.
Die verschiedenen Untergruppen (Ordnungen) zeigen einen sehr diversifizierten und vielseitigen Kohlenstoff-Stoffwechsel, drunter atypische C1-Stoffwechselwege, was darauf hinweist, dass die Bathyarchaeia lange übersehene wichtige Methylotrophe Mikroben darstellen.
Die Ergebnisse der molekularen Datierung deuten darauf hin, dass sich Bathyarchaeia vor ca. 3,3 Milliarden Jahren von anderen Archaeen abspalteten, gefolgt von drei großen Diversifizierungen vor ca. 3,0, 2,5 und 1,8–1,7 Milliarden Jahren, wahrscheinlich bedingt durch die Entstehung und das Wachstum von Kontinenten, sowie intensiven submarinen Vulkanismus.
Beschreibung
Die Bathyarchaeen sind anaerob und scheinen eine Schlüsselrolle im globalen Kohlenstoffkreislauf in terrestrischen und marinen anoxischen Sedimenten zu spielen.
Sequenzen der Bathyarchaeen-Kandidatenfamilie Paludivitaceae wurden im Pastaza-Marañón-Vorlandbecken (Pastaza-Marañón Foreland Basin, PMFB; Amazonas-Gebiet) gefunden, diese sind in den dortigen Moorgebieten endemisch.
Einige Bathyarchaeen sind in der Lage, den Wood-Ljungdahl-Weg der Archaeen zu gehen, was auf eine Fähigkeit zur CO2-Fixierung durch (Homo-)Acetogenese hindeutet; dies wurde zuvor ausschließlich bei Bakterien beobachtet.
Von Bedeutung für das Erdklima könnte sein, dass einige Vertreter möglicherweise Methanbildner sind. Sie sind anscheinend in der Lage, Methan aus Methanol, Methylsulfiden (Dimethylsulfid etc.) und methyliertenAminen zu produzieren.
Des Weiteren scheinen sie auch in der Lage zu sein, kurzkettige, d.h. gasförmige Alkane zu oxidieren und hierdurch Energie zu gewinnen.
Eine Lignin-abbauende Bathyarchaeia-Klade entstand erst vor ca. 300 Millionen Jahren und trug möglicherweise zu der stark verringerten Kohlenstoffbindung während des späten Karbons bei.
Man vermutet also, dass einerseits die Evolutionsgeschichte der Bathyarchaeia durch geologische Kräfte geprägt wurde, dass sie aber auch selbst auch umgekehrt die Umwelt an der Erdoberfläche beeinflussten (siehe „Ca. Baizosediminiarchaeum ligniniphilus“).
Die Gensequenzen einer weiteren Untergruppe wurde im Verdauungstrakt verschiedener Termiten-Arten gefunden.
Kultivierung
Im August 2023 berichteten Maria Khomyakova etal. erstmalig über die Kultivierung eines Bathyarchaeia-Vertreters, des Stamms M17Cᵀs von „Ca. Bathyarchaeum tardum“ (Bathyarchaeum tardum gen. nov., sp. nov.) in einer Anreicherungskultur. Diese Organismen stammten aus einer Sediment- und Wasserprobe des Golubitskoe-Sees auf der Taman-Halbinsel (Russland), genommen am 23. Dezember 2020.
Die Zellen des Stammes M17Cᵀs sind kleine unbewegliche Kokken mit einem Durchmesser von 0,4-0,7μm. Die Zytoplasmamembran ist von einem S-Layer umgeben und ganz außen mit einer elektronendichten Hülle bedeckt. Der Stamm ist streng anaerob und mesophil. Er wächst bei 10-45°C mit einem Optimum bei 37°C; bei einem pH-Wert von 6,0-10,0 (Optimum bei 8,0) und bei Natriumchlorid-Konzentrationen von 0-60g/ℓ (Optimum bei 20g/ℓ). Das Wachstum erfolgt in Gegenwart von methoxyliertenaromatischen Verbindungen wie 3,4-Dimethoxybenzoat (DMB, Veratrumsäure) und Vanillat (Vanillinsäure) zusammen mit komplexen proteinhaltigen Substraten. Dimethylsulfoxid (DMSO) und Nitrat stimulierten das Wachstum.
Systematik
Die alten bzw. veralteten Bezeichnungen wie MCG bzw. MCG-6 weisen auf die ursprüngliche Zuordnung zu den „Crenarchaeota“ hin, heute ersetzt durch die Klassifikation im Reich Thermoproteati oder gar als Klasse in dessen Phylum Thermoproteota.
In Ermangelung von Laborkulturen der Bathyarchaeen, wurde ihre Taxonomie ursprünglich anhand der von Genen der 16S-rRNA definiert, die direkt aus Umweltproben und Metagenom-assemblierten Genomen (MAGs) gewonnen wurde. Dies hat zu gewichtigen phylogenetischen Unstimmigkeiten und Instabilitäten geführt – beispielsweise wurden die Bathyarchaeia ursprünglich in 17, dann gar 25 Untergruppen unterteilt, bevor diese Klassifizierung durch die aktuelle mit circa acht Ordnungen abgelöst wurde. Aufgrund der großen Diversität und Verbreitung der Gruppe befassen sich mehrere Teams gleichzeitig mit dem Thema, so dass es mehrfach zu Doppelbenennungen derselben Linien gekommen ist; auch sind die von verschiedenen Teams bezeichneten Kladen nicht immer kongruent.
Beide Ordnungen werden in der maßgeblichen LPSN als Bathyarchaeia-Kandidatenordnungen geführt. Bei den von verschiedenen Autorenteams und Datenbanken (insbesondere der GTDB und der NCBI-Taxonomie) gelisteten Mitgliedern gibt es aber hohe Überschneidungen. Eine Erklärung dafür könnte anstelle serienweiser Neuzuordnungen aus eine Synonymie der Ordnungsnamen sein.
Hecatellales vs. Jinwuousiales
Nur die erste dieser beiden Kandidatenordnungen wird in der LPSN, der GTDB und der NCBI-Taxonomie geführt. Wegen der hohen Überschneidungen bei den Mitgliedern wird eine Synonymie angenommen.
Familie „Ca.Baizomonadaceae“ Houetal. 2023 (früher in „Bathycorpusculaceae“G und f__B26-1G sowie f__UBA5738G bzw. in Miscellaneous Crenarchaeotal Group 6,MCG-6 (auch I.3) und MCG-5bbH)
Anm.: Der erstgenannte „Stamm“ (bzw. DNA-Sequenz, MAG) ist die Referenz.
Etymologie
Der Name der Klasse bzw. des Phylums, „Bathyaechaeia“ respektive „Bathyarchaeota“, leitet sich ab von altgriechischβαθύςbathys, deutsch „tief“, da die Klade einerseits tief in den Thermoproteati („TACK-Superphylum“) verzweigt sein könnte und andererseits die Vertreter häufig in den tiefen unterirdischen Sedimenten nachgewiesen wurden, das angehängte Suffix „-archaeota“ bzw. „-archaeia“ kennzeichnet Archaeenphyla bzw. -klassen, zur Wortherkunft siehe dort.
Namen der Ordnungen:
„Bathyarchaeales“ – der Namen der Typusordnung stimmt mit dem der Klasse bzw. des Phylums überein, abgesehen von der Archaeenordnungen anzeigenden Endung ‚-archaeales‘.
„Hecatellales“ – der Name dieser Ordnung leitet sich ab von der vorgeschlagenen Typusgattung, Hecatella, versehen mit dem Archaeenordnungen anzeigenden Suffix. Hecatella ist eine neulateinische Verkleinerungsform des Namens der Hekate (altgriechischἙκάτηHekátē), in der griechischen Mythologie Göttin der Hexerei und der Wegkreuzungen und Weggabelungen; eine Anspielung darauf, dass sich der Stoffwechsel dieser Organismen aufgrund ihres Mtr-Komplexes an der „Kreuzung“ der Methanogenese und des Wood-Ljungdahl-Wegs befindet.
o__JAPDIZ01 – das Akronym der provisorischen GTDB-Bezeichnung benennt eine Ordnung (Vorsatz ‚o__‘) mit einer einzigen Spezies, deren Referenzstamm S4B2_HD70 die BenBank-Zugriffsnummer JAPDIZ000000000.1 hat.
Angesichts der Schwierigkeit, Hunderte von Gattungsnamen für Bathyarchaeia-MAGs manuell zu erstellen, wurde teilweise (Hou etal., 2023) ein automatisierter Ansatz zur Lösung dieses Problems angewandt, beruhend auf Wortwurzeln aus traditionellen chinesischen mythologischen Figuren, Umweltbegriffen zusammen mit den vom ICNP autorisierten Suffixen in Abhängigkeit von der Rangstufe
Baizomonadales – benannt nach Baize (chinesisch白澤, PinyinBáizé), einem gutartigen Wesen der chinesischen Mythologie, das in den kalten Kunlun-Bergen lebt; diese Linie ist zwar in unterschiedlichen Umgebungen verbreitet, stammt aber größtenteils aus kalten Meeressedimenten.
Bifangarchaeales – benannt nach dem einbeinigen Vogel Bifang (chinesisch畢方, PinyinBì Fāng, W.-G.Pi Fang) der chinesischen Mythologie; einem Symbol des Wildfeuers, ein Verweis darauf, dass diese Linie überwiegend von Heißen Quellen stammt.
Jinwuousiales – benannt nach dem dreibeinigen Vogel Jinwu (chinesisch金烏, Pinyinjīnwū, wörtlich ‚Goldkrähe‘) der chinesischen Mythologie; er lebt in der Sonne – auch die Mitglieder dieser Linie stammen zumeist von hydrothermalen Schloten.
Mazuousiales – benannt nach der Meeresgöttin Mazu (chinesisch媽祖/妈祖, PinyinMāzǔ) der chinesischen Mythologie; diese Linie stammt hauptsächlich aus den Sedimenten des Ostchinesischen Meeres.
Houtuarculales – benannt nach Houtu (chinesisch后土, PinyinHòutǔ, ‚Königin der Erde‘), einer Erdgöttin der chinesischen Mythologie; diese Linie wird überwiegend in Böden gefunden.
Wuzhiqiibiales – benannt nach Wuzhiqi (chinesisch無支祁); in der chinesischen Mythologie der Gott des Huai-Flusses; diese Linie stammt größtenteils aus Meeressedimenten, insbesondere aus Flussmündungen im Meer.
Xuanwuarculales – benannt nach Xuanwu (chinesisch玄武, PinyinXuánwǔ), einer schwarzen Schildkröte der chinesischen Mythologie, ein Gott der Eiseskälte und des Wassers; es gibt nur ein MAG aus unterirdischen Wassersedimenten.
Zhuquarculales – benannt nach dem roten Vogel Zhuque (chinesisch朱雀, PinyinZhūquè, englischVermilion Bird–„Zinnoberroter Vogel“), einem Feuergott der chinesischen Mythologie; alle Arten dieser Linie stammen von hydrothermalen Schloten.
Viren und CRISPR-Systeme
Verteilung der identifizierten Viren im Stammbaum der Bathyarchaeia; (a) Maximum-Likelihood-Baum der Bathyarchaeia; (b) Subtypen von CRISPR-Cas-Systemen in verschiedenen Bathyarchaeia-OrdnungenÖkologische Verteilung der Bathyarchaeia und ihrer Viren; die Anzahl der Bathyarchaeia-MAGs in den verschiedenen Habitattypen ist pro Ordnung im Balkendiagramm dargestelltKlassifizierung von Bathyarchaeia-Viren auf der Grundlage des Gesamtgenom-Protein-Sharing-Netzwerks mit anderen prokaryotischen Viren
Viren haben als die am häufigsten vorkommenden biologischen Agenten auf dem Planeten einen großen Einfluss auf die Zusammensetzung und Aktivität mikrobieller Gemeinschaften; das gilt insbesondere für ubiquitäre Gruppen wie die der Bathyarchaeen, deren Zusammensetzung und Aktivitäten sie beeinflussen.
In einer von Duan etal. 2024 veröffentlichten Studie berichteten diese Autoren über die Identifizierung von über 56 MAGs (Metagenom-assemblierten Genomen) von Bathyarchaeia-Viren aus verschiedenen Umgebungen. Aufgrund von phylogenetischen und Gene-Sharing-Netzwerk-Analysen schlug das Team vier Virusfamilien vor:
Die CRISPR-Cas-Systeme der verschiedenen Bathyarchaeia-Ordnungen werden wie folgt bezeichnet:
Bifang (Bifangarchaeales), Xuanwu (Xuanwuarculales), Jinwu (Jinwuousiales/Hecatellales), Mazu (Mazuousiales), Houtu, (Houtuarculales), Wuzhiqi (Wuzhiqiibiales), Zhuque (Zhuquarculales), Baize (Baizomonadales/Bathyarchaeales).
Genomanalysen deckten verschiedene CRISPR-Elemente in den Bathyarchaeia-Viren auf:
Viren der Familie Fuxiviridae beherbergen ein atypisches CRISPR-Cas-System vom Typ IV-B und ein Cas4-Protein, das die Wirtsimmunität beeinträchtigen könnte.
Viren der Familie Chiyouviridaekodieren eine Cas2-ähnliche Endonuklease und zwei Mini-CRISPR-Arrays (eines mit einem Repeat, das mit der des Wirts-CRISPR-Arrays identisch ist). Dies könnte dem Virus bei der Konkurrenz mit anderen mobilen genetischen Elementen (MGEs) helfen oder die Virusabwehr des Wirts hemmen.
Anmerkungen
↑Etliche Spezies, die in der LPSN, der GTDB und der NCBI-Taxonomie in verschiedene Gattungen der Bathyarchaeales-Familie Bathycorpusculaceae klassifiziert sind, erscheinen bei Hou etal (2023) alle in der einzigen Gattung Baizomonas der damit monotypischen Baizomonadales-Familie Baizomonadaceae. Die Ordnungen Bathyarchaeales und Baizomonadales werden aber in der LPSN dennoch nicht als Synonyme geführt, sodass (zumindest offiziell) Verschiebungen über Ordnungsgrenzen vorliegen. Die LPSN führt jedoch als einzige Baizomonas-Spezies deren Typusart Baizomonas nivis. Offenbar wurde in der LPSN die Taxonomie von Hou etal (2023) nur unvollständig übernommen, wovon auch der Eintrag zur LPSN-Gattung Baizostella zeugt, der dort ohne zugehörige Arten und bei Hou etal (Tbl.S3) gar nicht vorkommt. Aus diesem Grund werden hier zwar die Verschiebungen in die neue Ordnung und Familie, nicht aber die Synonymisierungen mit der Gattung Baizomonas abgebildet, damit die Zugehörigkeit zu den ursprünglichen Gattungen transparent bleibt, und alle diese Gattungen der Familie Baizomonadaceae zugeordnet werden. Es werden lediglich die teilweisen Verschiebungen aus der Gattung Bathycorpusculum von Hou etal übernommen, mit Ausnahme von Hou etal der Gattung Baizomonas zugeordneten Sequenzen Th196P4bin19, BE326-BA-RLH, SZUA-568 und SG8-32-3 (mit ihrer gesamten GTDB-Gattung), die hier zusammen mit den anderen ursprünglich den Kandidatengattungen Termiticorpusculum, Termitimicrobium bzw. Hafrusarcha zugeordneten Sequenzen bei den Bathycorpusculaceae belassen wurden. Diese Ausnahmen sind nötig, damit keine Gattungen auseinandergerissen werden, wirken jedoch willkürlich. Insgesamt wird die Vermutung unterstützt, dass entgegen der Darstellung in der LPSN beide Ordnungen synonym sind und ihre Mitglieder zusammen eine einzige Klade bilden.
↑in der NCBI-Taxonomie im Phylum Bathyarchaeota Mengetal. 2014
↑abgespalten, aber in der GTDB synonymisiert mit der Ordnung „Bathyarchaeales“
hat dort keine Spezies und wird in Hoe etal. (2023) offenbar auch nirgends erwähnt, insbesondere nicht in Tbl.S3; sie ist vermutlich obsolet. Zitat LPSN: While the authors did not explicitly propose this taxon name, they did not provide a proper citation of the authority of the name either. Unklar, wieso dann der Eintrag vorgenommen wurde.LH
↑o__B26-1L wurde hier korrigiert, da „o__B26-1“ nach der GTDB eine Ordnung bezeichnet.
12ein Synonym gemäß NCBI; in der LPSN aber eine nicht näher zugeordnete Gattung der Bathyarchaeia
↑Der Stamm Th196P4bin19 („Ca. Bathycorpusculum grumuli“) wird von Hou etal. (2023) der Gattung Baizomonas zugeordnet, die anderen Stämme der Gattung sind in dort nicht erwähnt.
12Bei Hou etal. trägt die Gattung in Tbl.3 den Ordnungsnamen Bifangarchaeales, in Tbl.S3 und Tbl.S5 korrekt Bifangarchaeum. Die Typusart trägt an allen drei Stellen vor dem Art-Epitheton den Ordnungs- statt den Gattungsnamen. Dies wurde hier korrigiert.
↑Bei Hou etal. trägt die Typusart der Gattung Jinwuousia sowohl in Tbl.3 als auch in Tbl.S3 und Tbl.S5 den abweichenden Gattungsnamen Jinwuousisles (offenbar Fehlschreibung des Ordnungsnamens „Jinwuousiales“). Dies wurde hier korrigiert.
↑die Bezeichnung BC28-41 ist als „BC38 bis BC41“ zu lesen, versteht sich also eine Klade, die diese vier Subkladen umfasst
↑BC steht für Bathyarchaeia clade; der vorgeschlagene Familienname „Paludivitaceae“ leitet sich ab von lateinischpalus‚Sumpf‘ oder ‚Moor‘ und vita‚Leben‘, versehen mit dem Familiensuffix. Die Synonymisierung der GTDB-Familie FEN-987 mit Ca. Paludivitaceae erfolgt über das Mitglied FEN-987 alias fen-987 oder fen_987
↑
HD70 steht für (anoxic) hexadecane-degrading enrichment at 70 degrees Celsius – (anoxische) Hexadecan-abbauende Anreicherungskultur bei 70°C
Weiterführende Literatur
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