Bergholtz

Bergholtz
Bergholtz (Frankreich)
Bergholtz (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Haut-Rhin (68)
Arrondissement Thann-Guebwiller
Kanton Guebwiller
Gemeindeverband Région de Guebwiller
Koordinaten 47° 55′ N, 7° 15′ OKoordinaten: 47° 55′ N, 7° 15′ O
Höhe 222–574 m
Fläche 4,24 km²
Einwohner 1.039 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 245 Einw./km²
Postleitzahl 68500
INSEE-Code
Website http://www.bergholtz.fr/

Mairie Bergholtz

Bergholtz [bɛʁ.ɡɔlts] ⓘ (deutsch Bergholz) ist eine französische Gemeinde mit 1039 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie ist Mitglied des Gemeindeverbandes Région de Guebwiller.

Geografie

Blick auf Bergholtz am Rand der Oberrheinebene

Das Dorf liegt am Ostrand der Vogesen in der Oberrheinebene, zwischen den Talausgängen von Quierenbach und Lauch. Der Westen des Gemeindeareals ist bewaldet (Forêt communale de Bergholtz). Hier wird an den östlichen Klippen des Oberlinger mit 574 m über dem Meer der höchste Punkt erreicht. Die Entfernung zu den Städten Colmar im Norden und Mülhausen im Süden beträgt jeweils etwa 25 Kilometer.

Das Gemeindegebiet von Bergholtz ist Teil des Regionalen Naturparks Ballons des Vosges.

Nachbargemeinden von Bergholtz sind Bergholtzzell und Orschwihr im Norden, Rouffach im Nordosten, Gundolsheim im Osten, Issenheim im Süden sowie Guebwiller im Südwesten.

Geologie

Bergholtz liegt am Rande der hier von einem Lösssaum bedeckten quartären Schotterebene des Rheins. Der Quierenbach hat sich in diese Lössdecke eingetieft. Den Untergrund der Rebhänge bilden Schichten der tertiären Rheingrabenfüllung. Darüber erhebt sich der Steilanstieg des bewaldeten Buntsandsteins, der früher auch hier abgebaut wurde. Über dem Buntsandstein lagert noch Muschelkalk. Die Gemarkung von Bergholtz befindet sich also zum größten Teil in der durch eine Vielzahl von Verwerfungen in einzelne Schollen zerlegten Vorbergzone der Vogesen.

Geschichte

Ersterwähnung 680. Bergholtz befand sich seit dem 9. Jahrhundert und bis zur Revolution im Besitz des Klosters Murbach (Vogtei Gebweiler). Der Gründungslegende nach sollen sich die ersten Mönche dieses Klosters zuerst in Bergholtz-Zell (bis 1824 zur Gemeinde Bergholtz gehörend) niedergelassen haben. Ein Burghügel auf der Gemarkung, eine sogenannte Motte, erinnert an eine mittelalterliche Burg, die in der Revolution zerstört wurde und von der nur noch Grundmauern erhalten sind.

1699 wurde der Vauban-Kanal eröffnet, auf dem unter anderem Steine aus den Brüchen von Bergholtz zum Bau der Festung Neu-Breisach transportiert wurden. 1790 wurde der Kanal verfüllt.

Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs gehörte Bergholz als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich und war dem Kreis Gebweiler im Bezirk Oberelsaß zugeordnet.

Bergholtz wurde zum Ende des Zweiten Weltkriegs am 5. Februar 1945 durch Truppen der 1. französischen Armee unter General de Lattre de Tassigny von der Naziherrschaft befreit. Dies geschah im Zuge der Endoffensive der Alliierten gegen den von den Deutschen noch immer hartnäckig verteidigten Brückenkopf Elsass (poche de Colmar).

Bevölkerungsentwicklung

Jahr191019621968197519821990199920082017
Einwohner539543567526834920100810681078

Bauwerke

Pfarrkirche St. Gallus

Wirtschaft

Weinlage Spiegel oberhalb des Ortes

Der Weinbau spielt eine herausragende wirtschaftliche Rolle; auf dem Gebiet der Gemeinde befindet sich ein Teil der Alsace-Grand-Cru-Weinlage Spiegel, deren anderer Teil auf der Gemarkung Guebwiller liegt. Entsprechend liegt der Ort an der Elsässer Weinstraße.

Gemeindepartnerschaften

Bergholtz pflegt seit dem Jahr 2000 eine Partnerschaft mit der belgischen Gemeinde Hotton in den Ardennen.

Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur

Commons: Bergholtz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Kreis Gebweiler. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 27. Juni 2024; abgerufen am 18. Februar 2026.
  2. ↑ Eintrag. In: Base Mérimée des Kulturministeriums. Abgerufen am 31. Juli 2011 (französisch).