Pfaffenheim

Pfaffenheim
Pfaffenheim (Frankreich)
Pfaffenheim (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Haut-Rhin (68)
Arrondissement Thann-Guebwiller
Kanton Wintzenheim
Gemeindeverband Pays de Rouffach, Vignobles et Châteaux
Koordinaten 47° 59′ N, 7° 17′ OKoordinaten: 47° 59′ N, 7° 17′ O
Höhe 196–843 m
Fläche 14,57 km²
Einwohner 1.373 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 94 Einw./km²
Postleitzahl 68250
INSEE-Code

Pfaffenheim [pfa.fən.(h)ajm] ⓘ an der Elsässer Weinstraße ist eine französische Gemeinde mit 1373 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie ist Mitglied des Gemeindeverbandes der Pays de Rouffach, Vignobles et Châteaux.

Geografie

Pfaffenheim liegt in der Oberrheinebene am Ostrand der Vogesen auf 200 Metern Meereshöhe, etwa 14 km südwestlich von Colmar und etwa 32 km nördlich von Mülhausen. Östlich des Dorfes fließt die Lauch. Der nächstgrößere Ort ist Rouffach in südlicher Richtung. Das Gemeindegebiet umfasst 14,57 km². Die höchste Erhebung des Ortes erreicht eine Höhe von 843 m. Im Westen liegt der Forêt communale de Pfaffenheim, der mit dem Forêt communale de Westhalten eine Einheit bildet. Das Gemeindegebiet gehört zum Regionalen Naturpark Ballons des Vosges.

Geologie

Pfaffenheims Gemarkung erstreckt sich als relativ schmaler Streifen von der quartären Schotterebene des Rheins über die Vorbergzone der Vogesen bis weit in deren kristallines Grundgebirge hinein. Die Vorbergzone setzt über der Ebene mit einem breiten Lösssaum, unter dem Schichten der tertiären Grabenfüllung lagern, ein. Den Untergrund des Schneckenberges bildet eine weithin mit Löss bedeckte Jurakalkscholle. Dem Steilanstieg westlich des Dorfes liegen die harten Bänke des Buntsandsteins zugrunde. Dann folgt westlich ein Mosaik von Muschelkalk- und einigen Keuperschollen, das im Westen an die große NO-SW-verlaufende Verwerfung grenzt, hinter der sich das hier aus Granit bestehende Grundgebirgsmassiv der Vogesen erhebt. Diese Verwerfung quert bei der Hofgruppe Osenbuhr das nach Osenbach hinunterziehende Tälchen (Pfaffenheimer Trank). Der Bois de Birkenberg liegt noch in der Vorbergzone, der Hundsplan-Wanderparkplatz bereits im Granitgebiet. Die Buntsandstein-, Muschelkalk- und Keuperschollen, auch die Jurakalkscholle, sind bei der Bildung des Oberrheingrabens in dessen Randbereich abgesunkene Bruchstücke des Deckgebirges, das einst auch Vogesen und Schwarzwald bedeckte.

Geschichte

Bei der Kirche wurden Sarkophage der Merowingerzeit entdeckt, außerdem im Rebgelände von Petit Pfaffenheim ein Gräberfeld ebenfalls aus jener Zeit. Erwähnung 1186 als Pfaphinheim. Die Ortsbezeichnung Petit-Pfaffenheim im Rebgelände östlich des Dorfes erinnert an die abgegangene Kleinsiedlung Klein Pfaffenheim. Von den aus den Urkunden bekannten Burgen Presteneck, Hertenfels und Meyenheim sind keine Spuren, von Laubeck nur Reste eines Rundturms und der Halsgraben vorhanden. 1578 wird ein Siechenhaus für die Aussätzigen erwähnt.

Pfaffenheim gehörte kirchlich zum Bistum Basel, lag aber im Oberen Mundat, dem weltlichen Besitz und Machtbereich des Straßburger Bischofs im Oberelsass. 1338 überfielen die Bürger von Schlettstadt und Colmar im Gefolge des Kaisers Ludwig IV. den Ort im Kampf gegen den Bischof von Straßburg. 1444 wüteten hier die Armagnaken, vom französischen Thronfolger (Dauphin) angeführte Truppen, die von den Habsburgern gegen die Eidgenossen herbeigerufen worden waren und nach schweren Verlusten bei Sankt Jakob an der Birs marodierend das Elsass heimsuchten.

1680 musste das Hochstift Straßburg als Folge der Reunionspolitik von Ludwig XIV die Souveränität Frankreichs über sein linksrheinisches Gebiet anerkennen. Damit wurde auch Pfaffenheim französisch.

Der 1699 gegrabene Vauban-Kanal (ursprünglich Canal de Rouffach) verband einst Pfaffenheim über Rufach mit Neubreisach. Er diente dem Transport von Steinen aus den Brüchen am Schauenberg über Pfaffenheim und Holz aus den Vogesen für den Bau der Festung Neuf-Brisach. Der Kanal wurde von der Lauch gespeist.

Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Pfaffenheim als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich (Kreis Gebweiler im Bezirk Oberelsaß). Im Ersten Weltkrieg hatten sich die Deutschen in Pfaffenheims Waldgebiet installiert. Reste von Betonplattformen – damals standen hier Pferdeställe – erinnern noch heute daran. Beim Bau dieser militärischen Einrichtungen wurden rumänische Kriegsgefangene eingesetzt, von denen viele den Strapazen erlagen.

Im Zweiten Weltkrieg erlebten die Einwohner nach dem Waffenstillstand im Juni 1940 die Schikanen der Naziherrschaft (unter anderem die Einberufung zum Wehrdienst an der Ostfront und zum Reichsarbeitsdienst). Pfaffenheim wurde zum Ende des Krieges am 5. Februar 1945 durch Truppen der 1. französischen Armee unter General de Lattre de Tassigny von der Naziherrschaft befreit. Dies geschah im Zuge der Offensive der Alliierten gegen den von den Deutschen noch immer hartnäckig verteidigten Brückenkopf Elsass (poche de Colmar).

Bevölkerungsentwicklung

Jahr19101962196819751982199019992006
Einwohner13251031100711031087113011861305

Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft und Infrastruktur

Der Weinbau spielt in Pfaffenheim eine herausragende Rolle. Große Flächen sind mit Reben bepflanzt. Der Ort ist eine der 33 Gemeinden im Oberelsass, die an der Alsace Grand Cru beteiligt sind (zusammen mit dem südlich gelegenen Westhalten die Lage Steinert). Ein Weinlehrpfad – nach Angaben der Gemeinde der älteste im Elsass – informiert auf einer zweistündigen Tour über dieses Thema. Der Ort ist auch für seine Esskastanien aus den umliegenden Wäldern bekannt.

Östlich der Stadt verläuft die vierspurig ausgebaute Départementsstraße D 83 und eine Eisenbahnlinie der SNCF. Die nächste Bahnstation ist in Rouffach.

Gemeindepartnerschaften

Mit Gronau, einem Stadtteil der deutschen Stadt Bensheim in Hessen, besteht seit 1994 eine Partnerschaft.

Literatur

Commons: Pfaffenheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Kreis Gebweiler. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 27. Juni 2024; abgerufen am 18. Februar 2026.
  2. ↑ POP, Plateforme ouverte du patrimoine. Abgerufen am 18. März 2025.
  3. ↑ W. Hotz: Kunstdenkmäler im Elsass und in Lothringen. Darmstadt 1965.