Das Dorf gliedert sich in Ober- und Unterdautenwinden und die Höfstetter Mühle. Im Ort entspringt der Schreinermühlbach, ein linker Zufluss der Altmühl. Unmittelbar westlich liegt das Herbstfeld, 0,5km südwestlich das Waldgebiet Steinlach, 0,5km östlich das Feuchtlachfeld.
Im Jahre 911 beschloss König Konrad I. auf dem Reichstag zu Forchheim, Wenden aus dem Maingebiet dem St. Gumbertuskloster Ansbach zuzuweisen. Diese wurden im 10.Jahrhundert in einem Ring um Ansbach angesiedelt. Im Jahre 1288 wurde der Ort in dem Testament des Wolfram von Dornberg erstmals als „Tutenwinden“ urkundlich erwähnt. An dem Grundwort des Ortsnamens „–winden“ ist erkennbar, dass es sich um eine Wendensiedlung handelt. Das Bestimmungswort ist der Personenname „Tudo“. Eine Person dieses Namens ist als Gründer der Siedlung anzunehmen.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Oberdautenwinden mit Unterdautenwinden eine Realgemeinde. In Oberdautenwinden gab es 6 Anwesen (1 Bräuhaus mit Wirtschaft, 4 Köblergüter, 1 Schmiedgut). Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus. Alle Anwesen hatten Hofkastenamt Ansbach als Grundherrn. Neben diesen Anwesen gab es noch kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Brechhaus). In Unterdautenwinden gab es 4 Anwesen mit 6 Untertansfamilien (2 Höfe, 1 Gut, 1 Mühlgut). Alle Anwesen hatten das Kastenamt Herrieden als Grundherrn. Von 1797 bis 1808 unterstanden die Orte dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.
Haus Nr. 3: Türsturz bezeichnet „1688“, renoviert 1816; zweistöckiges Haus mit Satteldach; in der Gaststube Ofen mit Gusseisenplatten, darauf Reliefdarstellungen des Jüngsten Gerichts und der Tempelreinigung
Einwohnerentwicklung
Jahr
001806
001818
001840
001861
001871
001885
001900
001925
001950
001961
001970
001987
Einwohner
*47
60
81
85
92
96
97
86
128
88
81
74
Häuser
*7
13
13
15
16
17
17
17
22
Quelle
*
nur Oberdautenwinden
Religion
Oberdautenwinden gehört zur Kirchengemeinde St. Laurentius (Elpersdorf bei Ansbach), einer Filiale von St. Nikolaus (Schalkhausen), die seit Einführung der Reformation im Fürstentum Ansbach im Jahr 1528 evangelisch ist. Unterdautenwinden blieb katholisch. Eine Wirtshausrauferei zwischen Protestanten und Katholiken im Jahr 1598 war der Anlass, dass Elpersdorf einen eigenen Pfarrer bekam. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach St. Vitus und Deocar (Herrieden) gepfarrt, seit der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts ist die Pfarrei St. Ludwig (Ansbach) zuständig.
Literatur
Alexander Biernoth:25 Jahre Eingemeindungen in die Stadt Ansbach. Ein Abriß der Ortsgeschichten von Bernhardswinden, Brodswinden, Claffheim, Elpersdorf, Hennenbach, Neuses und Schalkhausen. Ansbach 1997, OCLC634417218.
Manfred Jehle:Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (=Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8.
↑E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 64.
↑Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 127, 524. Zitiert nach M.Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd.2, S.681.
↑M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd.2, S.894.
↑So M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd.2, S.917. Nach J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd.1, Sp.577: „Dautenwind, Eichstättischer zum Stadtvogtey- und Probstamte Herrieden gehöriger Weiler, liegt eine Stunde nördlich von Herrieden, theils auf dem Martinsberge, und zur dortigen Martinskirche eingepfarrt, theils unterhalb desselben. Es wird deßwegen dieser Weiler, Weiler in dem Obern und Untern, oder in Ober- und Unter-Dautenwind eingetheilt, wovon jener aus 10, dieser aber aus 4 Haushaltungen besteht.“ Ebenso Johann Bernhard Fischer:Oberdautenwinden. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC159872968, S.23 (Digitalisat). Johann Bernhard Fischer:Unterdautenwinden. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC159872968, S.27 (Digitalisat).
12M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd.2, S.985f.
↑Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M.Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd.2, S.961.
↑G. P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach, S.91. Denkmalschutz mittlerweile aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen.
↑Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. In den Jahren 1806 und 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude.
↑Konrad Rosenhauer u. a. (Hrsg.):Der Landkreis Ansbach. Vergangenheit und Gegenwart. Verlag für Behörden und Wirtschaft Hoeppner, Aßling-Pörsdorf 1964, DNB450093387, OCLC17146040, S.130–131.
↑Hans Sommer mit e. Arbeitskreis d. Dekanates (Hrsg.):Es geschah im Namen des Glaubens: evangelisch im Dekanat Ansbach (=Reihe Porträts bayerischer Dekanatsbezirke). Verlag der Evangelisch-Lutherischen Mission, Erlangen 1991, ISBN 3-87214-248-8, S.82.
↑M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd.2, S.917.