Demmelsdorf Stadt Scheßlitz | |
|---|---|
| Koordinaten: | 49° 58′ N, 11° 4′ O |
| Höhe: | 346 m ü. NHN |
| Fläche: | 1,76 km² |
| Einwohner: | 297 (30. Sep. 2025) |
| Bevölkerungsdichte: | 169 Einwohner/km² |
| Eingemeindung: | 1. Mai 1978 |
| Postleitzahl: | 96110 |
| Vorwahl: | 09542 |

Demmelsdorf ist ein Gemeindeteil der Stadt Scheßlitz im oberfränkischen Landkreis Bamberg in Bayern. Die Gemarkung Demmelsdorf hat eine Fläche von 1,759 km². Sie ist in 520 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 3383 m² haben.
Das Dorf liegt am Seierbach, einem linken Zufluss des Leitenbachs und ist von Acker- und Grünland umgeben. In Richtung Osten steigt das Gelände zu einer Hochebene der Fränkischen Alb an. Dort befindet sich noch ein gut erhaltener Judenfriedhof. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Scheßlitz zur Staatsstraße 2187 (1,5 km westlich), nach Zeckendorf ebenfalls zur St 2187 (1,2 km südlich) und die Bundesstraße 22 kreuzend und die Bundesautobahn 70 unterquerend nach Schlappenreuth (1,7 km nördlich).
Beim Bau einer Überlandwasserleitung fand man im Jahr 1983 zwischen Scheßlitz und Demmelsdorf das Grab einer keltischen Fürstin aus der späten Hallstattzeit. Sie war in einem Wagengrab bestattet worden, von dem eiserne Radfelgen und Bronzebeschläge gefunden wurden. Auch zahlreiche Bronzeschmuckstücke wie Halsringe, Ohrringe und ein goldener Spiralring für das Haar konnten geborgen werden.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Demmelsdorf aus 25 Anwesen und einem Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Scheßlitz aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Amt Scheßlitz. Grundherren waren
Im Jahre 1802 kam Demmelsdorf an das Kurfürstentum Bayern. Im Zuge des Gemeindeedikts wurde Demmelsdorf dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Zeckendorf zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt 1818 entstand die Ruralgemeinde Demmelsdorf. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Scheßlitz zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Scheßlitz (1919 in Finanzamt Scheßlitz umbenannt, ab 1928 Finanzamt Bamberg-Land). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden 21 Anwesen bis 1848 dem Patrimonialgericht Wiesentfels. Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Bamberg I für die Verwaltung zuständig, mit dessen Auflösung im Jahr 1929 ist es das Bezirksamt Bamberg (1939 in Landkreis Bamberg umbenannt). Die Gerichtsbarkeit lag weiterhin beim Landgericht Scheßlitz (1880 in Amtsgericht Scheßlitz umbenannt, seit 1932 Amtsgericht Bamberg). Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 1,766 km².
Während des Novemberpogroms 1938 wurde das Innere der Synagoge durch SA-Angehörige aus Bamberg erheblich zerstört. Anschließend fanden im Dorf Plünderungen unter aktiver Beteiligung der Einwohner statt. Einige jüdische Männer wurden inhaftiert und zusammen mit Juden von Nachbardörfern ins Gefängnis von Bamberg gebracht. Auf Anordnung des Bamberger Landrats wurde die Synagoge völlig abgebrochen und das Grundstück beschlagnahmt; für den Abbruch stellte man der jüdischen Gemeinde 70 Reichsmark in Rechnung. Auf dem Gelände wurde ein Feuerwehrgerätehaus errichtet.
Im April 1942 wurden die letzten 14 noch in Demmelsdorf verbliebenen Juden via Bamberg nach Izbica bei Lublin deportiert. Namentlich sind insgesamt 35 Angehörige der jüdischen Gemeinde von Demmelsdorf bekannt, die Opfer der Shoa geworden sind.
Am 1. Mai 1978 wurde Demmelsdorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Scheßlitz eingegliedert.
In Demmelsdorf gibt es fünf Baudenkmäler:
In der Gemarkung Demmelsdorf gibt es zwei Bodendenkmäler.
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 223 | 237 | 212 | 214 | 209 | 200 | 199 | 170 | 193 | 198 | 218 | 217 | 216 |
| Häuser | 26 | 43 | 36 | 31 | 32 | ||||||||
| Quelle |
| Jahr | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 | 1987 | 2025 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 183 | 189 | 176 | 167 | 172 | 155 | 228 | 222 | 216 | 199 | 221 | 243 | *297 |
| Häuser | 35 | 33 | 34 | 63 | |||||||||
| Quelle |
Demmelsdorf ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach St. Kilian (Scheßlitz) gepfarrt. Das Dorf hatte bis zur Zeit des Nationalsozialismus eine starke jüdische Bevölkerung.