Esther Benmayor (griechisch Εσθήρ Μπενμαγιόρ), geb. Danon; * 10. Dezember 1898 in Istanbul; † 1943 in Ägäis) war eine griechische jüdische Widerstandskämpferin im Zweiten Weltkrieg.
Esther Benmayor
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Esther Benmayor wuchs mit vier Geschwistern in einer jüdischen Familie in Istanbul auf. Ihre Eltern waren Salamia und Regina Danon (geb. Haim). Aus ihrer im Jahr 1918 geschlossenen Ehe mit dem gleichaltrigen David Benmayor gingen drei Kinder hervor: Regine, Rafael und Mordechai. Später siedelte die Familie nach Piräus um.
Während der deutschen Besatzung Griechenlands unterstützte Esther Benmayor von ihrer Wohnung in Piräus aus die Flucht griechischer Juden in die Türkei. Insbesondere in den Jahren 1943 und 1944 – zu einem Zeitpunkt, als die überwältigende Mehrheit der griechischen Juden bereits deportiert und in Auschwitz oder anderen Konzentrationslagern ermordet worden war – gelang schätzungsweise 1.100 Juden auf kleinen Fischerbooten die Flucht über die Ägäis. Esther Benmayors Beitrag bestand darin, dass sie den Kontakt zwischen fluchtwilligen jüdischen Familien und den griechischen Widerstandsorganisationen EAM und ELAS herstellte, die die Flucht organisierten. Sie gab deren Hauptmann Thomas und dessen Helfer Ioannis Koklomatis etwa 200 bis 300 Namen griechischer Juden, die auf dieser Route flüchten wollten.
Die Hauptfluchtroute verlief von Athen nach Euböa, von den dortigen Stränden Tsakaioi oder Petries über das Meer in das etwa 180 bis 200 Kilometer entfernte Çeşme und weiter nach Izmir. Die über die Ägäis verstreuten Inseln (Skyros, Psara und Chios) dienten als natürliche Zwischenstationen und Verstecke. Diese waren angesichts des schlechten Zustands der Fischerboote sowie der oft widrigen Wetterbedingungen in der Ägäis dringend erforderlich. Von Izmir aus ging es, unterstützt von jüdischen Organisationen des Jischuv – allen voran die Jewish Agency, die Hagana und der Mossad le Alija Bet, weiter in Etappen über Syrien nach Palästina.
Während Esther Benmayors Ehemann, Sohn und Enkel bereits per Boot in die Türkei geflohen waren, blieb sie weiter als Botin in Piräus zurück. Als sie schließlich Ende September 1943 selbst mit einem Boot von Euböa aus die Flucht über die Ägäis antrat, torpedierten die Deutschen ihr Boot. Alle Flüchtlinge starben auf See, auch die 45-jährige Esther Benmayor.
Ihr Mann und ihre Kinder überlebten die Shoah, ihr Bruder Yomtov Leon Danon wurde vom französischen Konzentrationslager Drancy am 31. Juli 1944 nach Auschwitz deportiert und dort wenige Tage später im August 1944 ermordet.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Benmayor, Esther |
| KURZBESCHREIBUNG | griechische Widerstandskämpferin |
| GEBURTSDATUM | 10. Dezember 1898 |
| GEBURTSORT | Istanbul |
| STERBEDATUM | 1943 |
| STERBEORT | Ägäis |