
Felor Badenberg, geborene Haghighi-Niat (* 1. Mai 1975 in Teheran, Iran), ist eine deutsche Verwaltungsjuristin und Politikerin (CDU). Seit April 2023 ist sie Senatorin für Justiz und Verbraucherschutz von Berlin im Senat Wegner. Zuvor war sie beim Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) tätig, zuletzt als dessen Vizepräsidentin. Im September 2026 wurde sie in das Abgeordnetenhaus von Berlin gewählt; seit Februar 2026 gehört sie dem Bundesvorstand der CDU an.
Felor Haghighi-Niat besuchte von 1981 bis 1986 eine Grundschule in der iranischen Hauptstadt Teheran, die zu der Zeit, während des Irak-Iran-Kriegs, bombardiert wurde. Badenberg erklärte, dass sie deswegen während ihrer Kindheit im Iran habe Schutz in Kellerräumen suchen müssen. Sie kam im Alter von zwölf Jahren mit ihren Eltern und ihrem Bruder nach Deutschland und besuchte von 1987 bis 1992 das Kopernikus-Gymnasium in Rheine, danach das Städtische Gymnasium Köln-Nippes. Seit den 1990er Jahren führt sie den Namen Felor Badenberg.
1997 begann sie ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität zu Köln und legte 2002 das Erste Staatsexamen ab. Schwerpunkt ihres Studiums war das Staats- und Verfassungsrecht. 2005 wurde sie an der dortigen Rechtswissenschaftlichen Fakultät bei Arnulf Schmitt-Kammler und Wolfram Höfling mit der Dissertation Das Recht des Kindes auf Kenntnis der eigenen Abstammung unter Berücksichtigung der Problematik der anonymen Geburt zum Doktor der Rechte promoviert. Von 2004 bis 2006 absolvierte sie das Referendariat im Bezirk des Oberlandesgerichts Köln.
Seit Ende 2023 gehört Badenberg dem Vorstand der Konrad-Adenauer-Stiftung an. Zudem ist sie Lehrbeauftragte an der Forschungsstelle Nachrichtendienste (vormals am Institut für Öffentliches Recht und Verwaltungslehre) der Universität zu Köln bei Markus Ogorek, mit dem sie seit Ende 2024 auch einen Kommentar zur Verfassung von Berlin herausgibt.
Badenberg ist verheiratet und hat einen 2005 geborenen Sohn.
Ihre erste dienstrechtliche Verwendung im BfV hatte Badenberg 2006 als Referentin in der Abteilung Auslandsbezogener Extremismus. Im Jahr 2011 war Badenberg Leiterin des Personalreferats in der Abteilung Zentrale Dienste. Unter dem damaligen Präsidenten des BfV, Hans-Georg Maaßen, wechselte sie in den Leitungsstab und war verantwortlich für die Kontakte des Amtes zum Deutschen Bundestag und zur Bundesregierung sowie für die Reden und Vorträge des Präsidenten. Nachdem Badenberg mehrere Jahre Referatsgruppenleiterin in der Abteilung Spionageabwehr gewesen war, wurde sie 2019 erste Abteilungsleiterin der neuen Abteilung Cyberabwehr. Ab Januar 2020 leitete sie die Abteilung Rechtsextremismus und Terrorabwehr.
Ihre Arbeiten an einem Gutachten über die rechtspopulistische Partei Alternative für Deutschland (AfD) führten zur Einstufung der Partei als rechtsextremistischer Verdachtsfall. Nach einer Klage der AfD vor dem Verwaltungsgericht Köln gegen das Bundesamt für Verfassungsschutz kamen die Richter im März 2021 zu dem Ergebnis, dass die Einschätzung des Verfassungsschutzes zur AfD „auf einer nicht zu beanstandenden Gesamtbetrachtung“ basiere.
Am 15. Juni 2022 wurde Badenberg als erste Frau Mitglied der Amtsleitung des BfV. Als Nachfolgerin von Michael Niemeier wurde sie zur Vizepräsidentin beim BfV ernannt.
Felor Badenberg, damals noch parteilos, wurde am 27. April 2023 Berliner Senatorin für Justiz und Verbraucherschutz im Senat Wegner. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner (CDU), äußerte zur Verteidigung gegen Vorwürfe, er sei angeblich mit Stimmen der AfD gewählt worden, mit Bezug auf Badenbergs Mitwirkung bei der Einstufung der Partei als rechtsextremistischer Verdachtsfall, er könne sich beim besten Willen nicht vorstellen, „dass die AfD einen Regierenden Bürgermeister wählt, der die größte AfD-Jägerin aus ganz Deutschland nach Berlin holt“.
Ende April 2024 forderte Badenberg vor dem Hintergrund von aus dem Ausland gesteuerten Desinformations- und Propagandakampagnen in einem Interview mit der Berliner Zeitung: „Die Sabotage des Meinungsbildungsprozesses muss unter Strafe gestellt werden.“
Im Mai 2024 trat sie der CDU bei. Seit Februar 2026 ist Badenberg Mitglied des Bundesvorstandes: Auf dem Bundesparteitag in Stuttgart erhielt sie 759 Stimmen der 1001 Delegierten.
Bei der Wahl zur Direktkandidatin des Wahlkreises Gartenstadt-Schmargendorf (Charlottenburg-Wilmersdorf 7) zur Abgeordnetenhauswahl 2026 gewann sie mit 73 Prozent der Stimmen gegen die bisherige Abgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion Stefanie Bung. Sie wurde zudem von ihrer Partei für den Listenplatz 1 der Bezirksliste Charlottenburg-Wilmersdorf gewählt. Mit 26,1 Prozent gewann sie den Wahlkreis und wurde so Mitglied des Abgeordnetenhauses.
Am 19. August 2026 berichtete die Berliner Zeitung über ein Gutachten des österreichischen Plagiatsexperten Stefan Weber, das 83 mutmaßliche Plagiatsfragmente in der Dissertation von Badenberg dokumentiert. Am 20. August bat Badenberg die Universität zu Köln um eine unabhängige Prüfung ihrer Arbeit.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Badenberg, Felor |
| ALTERNATIVNAMEN | Haghighi-Niat, Felor |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Juristin, Berliner Senatorin für Justiz und Verbraucherschutz |
| GEBURTSDATUM | 1. Mai 1975 |
| GEBURTSORT | Teheran, Iran |