Hemeringen

Hemeringen
Wappen von Hemeringen
Koordinaten: 52° 8′ N, 9° 15′ OKoordinaten: 52° 7′ 44″ N, 9° 14′ 50″ O
Höhe: 81 m
Fläche: 12,11 km²
Einwohner: 1373 (30. Juni 2022)
Bevölkerungsdichte: 113 Einwohner/km²
Eingemeindung: 29. Januar 1973
Postleitzahl: 31840
Vorwahl: 05158
Petrus-Kirche in Hemeringen
Petrus-Kirche in Hemeringen

Hemeringen ist eine etwa 10 km von Hameln entfernte Ortschaft in der Stadt Hessisch Oldendorf mit ca. 1.400 Einwohnern und gehört zum Landkreis Hameln-Pyrmont in Niedersachsen.

Geografie

Die Ortschaft Hemeringen liegt südlich der Kernstadt Hessisch Oldendorf und westlich der Weser. Durch die Ortschaft fließen der Hemeringer Bach und der Haarbach, beide linke Zuflüsse der Weser. Durch den Ort verläuft die Landesstraße L 433.

Geschichte

Vorgeschichte (bis 27 v. Chr.)

Menschliche Anwesenheit in der Region um Hemeringen von der Altsteinzeit bis zur Eisenzeit

Am Ende der Altsteinzeit (2.500.000-9.500 v. Chr.) und in der Mittelsteinzeit (9.500-5.500 v. Chr.) diente das Wesertal, in dem Hemeringen liegt, den nomadisierenden Jägern und Sammlern als Wander- und Jagdroute. Altsteinzeitliche Funde sind wegen der in dieser Zeitstellung im Weserbergland vorherrschenden rauen klimatischen Bedingungen jedoch sehr selten.

Seit der letzten Eiszeit lagerten sich kalkreiche Gesteinsstäube in den Gletschervorfeldern in windgeschützten Lagen der Mittelgebirge ab. Die hochwassergeschützten Terrassen des Flusstals der Weser, wie bei Hemeringen, bestehen daher aus fruchtbaren Lößböden. Sie eigneten sich gut für frühen Ackerbau und Viehzucht. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz sagt: „Erste dauerhafte Siedlungen sind (im zentralen Weserbergland) für das 6. Jahrtausend v. Chr. zu vermuten.“ Mit dem Beginn der Sesshaftigkeit in der Jungsteinzeit (5.500-2.200 v. Chr.) wurde das Wesertal, in dem Hemeringen liegt, zu einem dauerhaften Siedlungsraum. Im Weserbergland ist Fernhandel und Warentausch seit der Jungsteinzeit belegbar. Bis zum Ende der Mittelsteinzeit bauten die als Jäger und Sammler nomadisch lebenden (nicht sesshaften) Menschen noch einfache Laubhütten. Seit der Jungsteinzeit bauten die im Weserbergland, vermutlich auch im Gebiet um Hemeringen sesshaft gewordenen Menschen auf gerodeten Waldinseln in kleinen weilerartigen Siedlungen und auf einzelnen Gehöften feste Pfosten- und Grubenhäuser, zumeist in der Nähe von Bachläufen. Dörfer, wie wir sie heute kennen, sind erst im Hochmittelalter entstanden; ab dem 12./13. Jahrhundert wurden Bauernhäuser in Ständerbauweise, z. T. mit Steinfundamenten üblich.

Im gesamten Landkreis Hameln-Pyrmont wurden immer wieder bearbeitete Feuersteinreste, Schaber, Steinbeile und Äxte entdeckt, die von der Mittelsteinzeit bis zur vorrömischen Eisenzeit auf anfänglich halbnomadische Kulturen, sowie auf spätere frühbäuerliche Kulturen hinweisen.

Römische Kaiserzeit (27 v. Chr.-476 n. Chr.)

Die rhein-weser-germanischen Stämme der Cherusker und der Angrivarier im Siedlungsraum Weserbergland

Das Weserbergland, in dem Hemeringen liegt, war nach Edward Schröder in der Römischen Kaiserzeit das Kernland des germanischen Stammes der Cherusker. Stämme waren nach Auffassung der jüngeren Forschung aber flüchtige Bündnisse. Der Kontakt zum Römischen Reich trieb die Bildung neuer Gruppen erst voran. Das Weserbergland fungierte eher als dynamischer Bewegungsraum zwischen wechselnden Verbänden, denn als angestammtes Kernland eines einzigen, gleichbleibenden Stammes. Am Ende der Römischen Kaiserzeit gehörte die Region um Hemeringen wahrscheinlich zum Siedlungsgebiet des germanischen Stammes der Angrivarier, der in der frühen Römischen Kaiserzeit in der gleichen Zeitstellung wie der Stamm der Cherusker lebte und an der Mittelweser, vornehmlich auf der rechten Weserseite siedelte.

Frühmittelalter (476–1050 n. Chr.)

Von den Angrivariern zum altsächsischen Teilstamm der Engern

Die spätere Saxonia war nach heutigem Stand der archäologischen Forschung in der Zeitstellung vom frühen 6. bis zur Mitte des 7. Jahrhunderts weitgehend entvölkert. In der Zeitstellung von ca. 536 bis ca. 660 n. Chr. gab es eine kleine Eiszeit (Late Antique Little Ice Age, LALIA), ausgelöst durch drei gigantische Vulkanausbrüche, die weltweit zu Frost im Sommer, Ernteausfällen und Hungersnöten führte und die Bevölkerung im Raum des heutigen Niedersachsen extrem schwächte und ausdünnte. Historiker und Archäologen schätzen die Gesamtbevölkerung im Raum der Saxonia, der in etwa das heutige Niedersachsen, Westfalen, Teile von Schleswig-Holstein und Teile von Sachsen-Anhalt umfasste, im 7. Jahrhundert auf 100.000 bis maximal 300.000 Menschen. Die Region im Weserbergland um Hemeringen wird in dieser Zeitstellung entsprechend dünn besiedelt gewesen sein.

Ab dem 8. Jahrhundert (Frühmittelalter) gehörte die Region um Hemeringen zum Siedlungsgebiet „Angaria“ der Engern im Stammesherzogtum Sachsen, das sich in seiner größten Ausdehnung um das Jahr 1000 von Meldorf im lange Zeit sehr unabhängigen Dithmarschen in Holstein bis nach Nordhessen, sowie beiderseits der Weser von der Ems bis in die Region Hannover erstreckte.

Der Tilithigau, in dem Hemeringen liegt, bestand allerdings schon weit vor dem 9. Jahrhundert als alter sächsischer Siedlungsraum. Die Rodung von Wald und die Besiedlung des Gebietes reicht mindestens bis in das Frühmittelalter zurück, fand in den Anfängen aber schon in der Jungsteinzeit statt, wie archäologische Forschung beweist. Fischbeck gilt als die älteste urkundlich erwähnte Siedlung im Schaumburger Land. Die Gründung des Dorfes Hemeringen wird auf ungefähr 800 datiert. Hemeringen lag im Frühmittelalter im altsächsisch-engernschen Tilithigau. Die Ersterwähnung Hemeringens beinhaltet auch die Ersterwähnung für die dortige Petruskirche. 1150 besaß der Mindener Kanoniker Godeboldus die ecclesia beati Petri de Hemeringen und sollte sie auf Anordnung Papst Eugens III. (amt. 1145–1153) an den Kleriker Everhardus übergeben.

Der Name Hemeringen kann über Hemern von Ham = Wald abgeleitet werden, ein Indiz dafür, dass der Wald um den Hemeringer Berg in frühester Zeit bis an den südlichen Ortsrand herangereicht haben könnte. Eine zweite Ableitung nennt den Sippenführer Hamar (Hamar-ingen) als Namensgeber für Hemeringen. Eine dritte Auslegung leitet Hemeringen von „Hem“ = Wohnstätte am Wasser (Heim am Wasser) ab.

Das Ortssiegel mit Eiche, zwei Mühlrädern und Wasser zeigt die einstige landschaftliche Umgebung Hemeringens mit reichen Wäldern und dem fruchtbaren Bachtal des Hemeringer Bachs, der die Wasserkraft für zahlreiche Mühlen lieferte. Nach diesen Mühlen wird Hemeringen auch als „das Dorf der sieben Mühlen“ bezeichnet. Einige davon, wie z. B. die Pappelmühle, sind noch zu sehen, aber längst nicht mehr in Betrieb.

Die Christianisierung der Sachsen an der Oberweser

In Ohsen stand wahrscheinlich die Urkirche im Tilithigau, von der in der fränkischen Okkupationszeit die Missionierung der Einwohner des Tilithigaus ausging. Das St. Petrus-Patronat war ein typisches Patronat der fränkischen Missionare, und der Pfarrer der Petrikirche im mittelalterlichen Ohsen hatte Patronatsrechte über andere umliegende Petrikirchen in Aerzen, Hemeringen und (Bad) Münder. Vom Missionszentrum Minden bzw. dem Bistum Minden wurden schwerpunktmäßig vom 9. bis 11. Jahrhundert im Früh- und Hochmittelalter Klöster und Kirchen im Bistum geplant und gegründet. Nach der Christianisierung unter Karl dem Großen wurde das germanische Thingsystem in das fränkische Grafschafts- und Gogerichtswesen überführt.

Die Herrschaft der Ekbertiner im 8. und 9. Jahrhundert

Das einflussreiche fränkisch-altsächsische Hochadelsgeschlecht der Ekbertiner, auch Cobbonen genannt, das von Karl dem Großen direkt nach den Sachsenkriegen zwischen 790 und 811 mit umfangreichen Besitzungen im altsächsischen Raum belehnt wurde und das auch großen Eigenbesitz (Allode) in diesem Raum, primär im südlichen Westfalen zwischen dem Rhein, dem Münsterland und der Weser besaß, hatte im Frühmittelalter Verbindungen in die Region um Ohsen. Eine direkte urkundliche Erwähnung der Familie als unmittelbare Eigentümer von Hemeringen selbst fehlt jedoch.

Die Herrschaft der Billunger vom 10. Jahrhundert bis 1106

Die mächtigen altsächsisch-engernschen Billunger Herzöge hatten anschließend vom 10. Jahrhundert bis 1106 u. a. im Tilithigau umfangreichen Eigenbesitz (Allode).

Hoch- und Spätmittelalter (1050–1500 n. Chr.)

Seit dem Mittelalter wurde in Hemeringen das ostfälische Niederdeutsch gesprochen. Hemeringen war in früherer Zeit von überörtlicher Bedeutung. Im Jahr 1200 existierte dort ein Gogericht.

Das Bistum Minden (etwa 800 bis 1648)

Das Bistum Minden richtete im 12. Jahrhundert 12 Archidiakonate als Unterbezirke des Bistums ein, und der Archidiakon des Bistums Minden und Stellvertreter des Bischofs hatte seinen Sitz im größten Archidiakonat der Diözese wegen der damaligen Bedeutung des Ortes in Ohsen. Der Bezirk des Archidiakonats, das nicht nur ein spiritueller Verbund, sondern auch ein Rechts-, Gerichts- und Verwaltungsbezirk war (bannus seu districtus vel Decanatus in Wesen; mit „Wesen“ ist der Ort Ohsen gemeint), war mit dem altsächsischen Tilithigau räumlich weitgehend deckungsgleich. Kirchenrechtlich gehörte Hemeringen vom 12. Jahrhundert bis zum Jahr 1343 zum Archidiakonat Ohsen der Diözese Minden, welches das Kirchenpatronat über die Hemeringer Petruskirche hatte. Die alte Dorfkirche wurde vor 1151 gebaut, die erste urkundliche Erwähnung des Namens Hemeringen fand im Jahr 1150 statt. Ab 1343 hatte das Kloster Egestorf das Kirchenpatronat über die Hemeringer Petruskirche. Von 1426/1427 bis 1468 war die Kirche dem Kloster inkorporiert. Seit der Reformation 1559 lag das Kirchenpatronat beim jeweiligen Landesherrn. Weiterhin war Hemeringen Sitz eines Klosterordens der Augustinerinnen. Dieses Kloster wurde um 1426 von Egestorf nach Hemeringen verlegt und ging 1468 wieder zurück nach Egestorf, wo es 1559 aufgelöst wurde. Hemeringen war Sitz der Propstei, die neben dem Augustinerinnen-Nonnenkloster Egestorf auch die Pfarrei Fuhlen verwaltete.

Die Grafen von Schaumburg als Landesherren ab 1110

Die aus altsächsisch-engernschem Uradel stammenden, zur Schicht der Edelfreien gehörenden, im Hochmittelalter aufstrebenden Grafen von Schaumburg (bzw. Schauenburg) hatten als weltliche Grundherren im Stammesherzogtum Sachsen bereits seit dem Jahr 1110 die Landeshoheit über ihre Grafschaft an der Weser (in ihren Stammlanden), sowie nördlich der Elbe in Holstein und Stormarn. Sie wurden 1386 vom dänischen König auch mit dem Herzogtum Schleswig belehnt. Hemeringen gehörte zur Grafschaft Schaumburg (Vogtei Lachem). Nach dem Aussterben der Grafen von Schaumburg in der männlichen Linie fiel es an die welfischen Herzöge zu Braunschweig-Lüneburg (später Kurhannover).

St.-Maria-Kirche
Feuerwehrhaus

Frühe Neuzeit (1500–1789 n. Chr.)

Hexenverfolgungen gab es in der Grafschaft Schaumburg vor allem in der Zeitstellung zwischen 1558 und 1660. Denunziationen gingen meistens von Dorfbewohnern aus, die ihren Nachbarn Missernten, Viehsterben oder plötzliche Krankheiten als „Schadenszauber“ anlasteten.

Die Reformation wurde in der Grafschaft Schaumburg vergleichsweise spät im Jahr 1559 eingeführt. Graf Otto IV. von Schaumburg (* 1517, † 21. Dezember 1576) hatte im Jahr 1558 Elisabeth Ursula, die Tochter von Ernst I., Herzog von Braunschweig-Lüneburg geheiratet und im Ehevertrag zugesichert, einen lutherischen Hofprediger zu berufen. Er führte 1559 die Mecklenburgische Kirchenordnung von 1552 in der Grafschaft Schaumburg ein. Zu Pfingsten 1559 wurde auf seine Veranlassung hin der erste evangelisch-lutherische Gottesdienst in der Stiftskirche in Fischbeck gefeiert. 1561 ist Pastor Calmeyer als erster lutherischer Prediger der Gemeinde Hemeringen belegt. 1564 wurden die Kirchengemeinden in der Grafschaft Schaumburg erstmals visitiert.

Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) wurde die Kirche in Hemeringen in den Jahren 1635 und 1642 geplündert. Die Kirchengemeinde schrieb, ihr damaliger Pastor habe „in dem langwürigen Kriege unsre Kirche oft und vielmals vor Plünderung gerettet, Fewersnot und allerhand Unglück nach seinem Vermögen abgewendet und das Amt eines getreuen Predigers redlich und woll verrichtet.“

Am 8. Juli 1633 fand die Schlacht bei Hessisch Oldendorf zwischen den protestantischen schwedischen, hessischen und lüneburgischen Truppen unter Herzog Georg von Braunschweig-Lüneburg (Georg von Calenberg, * 17. Februar 1582, † 2. April 1641) und dem katholisch-kaiserlichen Heer unter Johann T'Serclaes Graf von Tilly statt. Das Umland wurde im zeitlichen Zusammenhang mit der Schlacht von kaiserlichen und schwedischen Truppen rücksichtslos requiriert.

Von 1677 ist in der Hemeringer Kirche ein Erbbegräbnis der Niederadelsfamilie von Post vorhanden.

Bis zum Frühmittelalter durften die freien germanischen Bauern sämtliches Wild frei jagen. Das Jagdrecht, speziell die Jagd auf Braunbären, Rothirsche, Luchse, Wildschweine, Steinadler, Fischadler, Kraniche und Auerhähne, ging jedoch im Hochmittelalter als „Hohe Jagd“, als exklusives Hoheitsrecht, auf den Landesherrn über, der damit auch andere höhere Adlige belehnen konnte. Der Adel bevorzugte die Treibjagd sowie die Jagd mit Falken auf edles Federvieh. Der niedere Landadel und die Geistlichkeit durften hingegen nur das sog. Niederwild, wie z. B. Rehe, Wölfe, Hasen, Füchse, Dachse, Marder, Iltisse und Federvieh jagen. Die bäuerliche Bevölkerung war von der Jagd auf Wildtiere gänzlich ausgeschlossen. Sie musste stattdessen die Flurschäden hinnehmen, die vor allem vom Schwarzwild verursacht wurden. Und die Wilderei wurde hart bestraft. Die Grafen von Schaumburg beanspruchten darüber hinaus weitere wirtschaftliche Hoheitsrechte im Süntel.

Neuere und neueste Geschichte (1789-heute)

Von 1810 bis 1813/1814 gehörte Hemeringen zum Kanton Aerzen im Distrikt Rinteln des französischen Satellitenstaats Königreich Westphalen des jüngeren Bruders von Napoléon Bonaparte, Jérome Bonaparte. Hemeringen ist unter anderem bekannt für das Schützenfest, das seit 1842 regelmäßig alle vier Jahre gefeiert wird. Nach den napoleonischen Kriegen wurde es den Einwohnern in Hemeringen freigestellt, einen jährlichen Jahrmarkt abzuhalten oder ein Schützenfest zu feiern. Beim Schützenfest wird ein Scharmützel am Hemeringer Berg nachgestellt. Während der napoleonischen Kriege zogen marodierende, sich in die Heimat zurückziehende französische Soldaten auch durch Hemeringen. Bei den Plünderungen kam ein Hemeringer Einwohner ums Leben, woraufhin eine Bürgerwehr für Ruhe und Ordnung sorgte. Aus dieser Geschichte sind die beiden großen Kompanien des Schützenfestes entstanden, die Schützenkompanie und die Räuberkompanie.

Der Hemeringer Pastor Karl Wilhelm Wachsmuth (amt. 1835–1845) unterstützte die Erweckungsbewegung. Er war neben seinem Pfarramt auch schriftstellerisch tätig (siehe das Literaturverzeichnis).

Mit der Revolution von 1848 wurde das adlige Jagdregal aufgehoben und das Jagdrecht an den Grundbesitz gekoppelt. Spätestens seit 1848 mussten die Adligen, wie alle Wald- und Grundbesitzer, die Bauern für Wildschäden entschädigen, die durch das Wild aus ihren Privatwäldern und -fluren verursacht wurden. In der Zeitstellung von 1848 bis 1934 konnten Jagdgenossenschaften das Jagdrecht pachten. Seit 1934 (Reichsjagdgesetz, dessen System bis heute im Bundesjagdgesetz fortbesteht) ist die Jagdpacht auf natürliche Personen beschränkt und wird in Jagdgenossenschaften als Körperschaften des öffentlichen Rechts verwaltet, im Fall von Hemeringen ist es die Jagdgenossenschaft Hemeringen.

1843 wurde die Synagogengemeinde Aerzen mit Hemeringen, Groß Berkel und Reher gebildet. 1850 wollten die Hemeringer Bürger jüdischen Glaubens wegen der großen Entfernung nach Aerzen zur Synagogengemeinde Hessisch Oldendorf wechseln. Zu den Bürgern jüdischen Glaubens in Hessisch Oldendorf bestanden verwandtschaftliche Beziehungen. Die Kinder besuchten die dortige jüdische Elementarschule. Eine Trennung von der Synagogengemeinde Aerzen wurde jedoch nicht bewilligt. Von den wenigen deutschen Familien jüdischen Glaubens, die 1933 noch in Hemeringen lebten, gelang nur einem Teil die Flucht aus Deutschland. Es ist nicht bekannt, ob es im Ort während des Novemberpogroms 1938 (außer am jüdischen Friedhof) zu Ausschreitungen kam. Der jüdisch-gläubige Inhaber eines Hemeringer Textilgeschäfts wurde seit 1940 zur Zwangsarbeit in einem hannoverschen Betrieb verpflichtet. Er wurde zusätzlich schikaniert und musste, wenn er sich an seinem Heimatort aufhielt, in Hemeringen die Gosse fegen. Er wurde mit seiner Frau am 23. Juli 1942 über die Sammelstelle der Israelitischen Gartenbauschule Ahlem nach Theresienstadt und von dort aus am 6. Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert. In Hemeringen existierte an der Ecke Wahrendahler Straße/Lisettenstraße der 250 m² große jüdische Friedhof „Hugenkamp“ (belegt von etwa 1850 bis 1906), der während der Novemberpogrome 1938 zerstört wurde. Er befindet sich seit 1960 im Besitz des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden von Niedersachsen.

Im Zweiten Weltkrieg gab es in Hemeringen ein Lager für sowjetische Kriegsgefangene, deren Gräber (u. a. sechs Gräber im Forellental) an diese Zeit erinnern. Die Männer stammten aus dem Kriegsgefangenenlager in Hemeringen und mussten im Wald und in einem Sägewerk arbeiten. Die Todesursachen sind unbekannt. Heute ist die Grabanlage im Forellental mit einer Buchenhecke umgeben.

Von Juli 1944 bis April 1945 bestand in Hemeringen in einer früheren Baracke, in der zuvor sowjetische Kriegsgefangene untergebracht waren, ein sogenanntes „fremdvölkisches Kinderheim“, ein NS-Kinderlager, in dem Säuglinge und Kleinkinder zwangsweise und in menschenverachtender Weise von ihren Müttern getrennt und unter primitiven Bedingungen untergebracht wurden, um die Arbeitskraft der Frauen voll (aus-)nutzen zu können. Für die neun Monate sind 26 Neugeborene, Säuglinge und Kinder als Lagerinsassen bezeugt: 19 Säuglinge und Neugeborene, sechs etwa einjährige Kleinkinder, sowie ein Mädchen von vier Jahren. 18 Kinder waren polnischer Herkunft und acht russischer oder ukrainischer Herkunft. Die meisten Kinder waren bei ihrer Unterbringung zwischen zwei und vier Monate alt. Zwölf der 26 Kinder, acht polnische und vier russische bzw. ukrainische, haben das Lager nicht überlebt. Vier von ihnen starben nach ihrer Verlegung ins Hamelner Krankenhaus. Acht Todesfälle im Lager geschahen zwischen August und Oktober 1944, als nur eine Pflegekraft für die Kinder zuständig war. Angesichts der hohen Sterberate und der Umstände der Unterbringung kann man beim „fremdvölkischen Kinderheim“ in Hemeringen von einem Todeslager sprechen. Die Kinderleichen wurden auf dem Gemeindefriedhof in Hemeringen bestattet. Die Gräber wurden zu einem nicht bekannten Zeitpunkt eingeebnet. Die Grabanlage ist nur durch eine Zeichnung des damaligen Hemeringer Bürgermeisters lokalisierbar.

Das Dorf Hemeringen hat zwei Kirchen. Die evangelische Kirche befindet sich an der Kirchstraße, ihre Kirchengemeinde gehört zum Kirchenkreis Hameln-Pyrmont des Sprengels Hildesheim-Göttingen. Die katholische Kirche St. Maria wurde 1965/66 am nördlichen Ortsausgang errichtet, seit 2012 gehört sie zur Pfarrgemeinde St. Sturmius in Rinteln. Zur Sozialstruktur des Kirchspiels Hemeringen schrieb der Ortspastor 1956: „Die Bevölkerung besteht aus Landwirten (einigen größeren), Fabrikarbeitern und Angestellten, die zumeist in Hameln oder Hess. Oldendorf tätig sind.“

In den Kirchenbüchern sind bis heute folgende Einträge erhalten geblieben:

Digitalisierte Kirchenbücher liegen bei Archion vor.

Im unteren Ortsteil von Hemeringen befindet sich das alte Dorf mit Arztpraxen, kleineren Geschäften und der Freiwilligen Feuerwehr; im oberen Ortsteil liegen die größeren Neubaugebiete.

Baudenkmale

In der Liste der Baudenkmale in Hessisch Oldendorf sind für Hemeringen 27 Baudenkmale aufgeführt, darunter die evangelische Kirche St. Petrus.

Vereine, Interessengemeinschaften und Organisationen

In Hemeringen gibt es folgende Vereine, Interessengemeinschaften, Körperschaften d.ö.R. und Organisationen:

Einwohnerentwicklung

Einwohnerentwicklung von Hemeringen
Jahr 1871 1895 2017 2022
Einwohnerzahl 833 870 1381 1373

Politische Zugehörigkeiten

In den ersten Jahrhunderten n. Chr. gehörte die Region um Hemeringen zum Stammesgebiet der Cherusker und später der Angrivarier sowie flexiblen Siedlungsgemeinschaften und Sippen in der Germania Magna. Ab dem 5. bis 6. Jahrhundert bis ca. 780 n. Chr. war das Gebiet um Hemeringen im Tilithigau sächsisches Stammesgebiet mit einer losen Verwaltung durch altsächsische Adelsfamilien und Thing-Versammlungen. Von ca. 780 bis 843 stand die Region um Hemeringen vor, während und nach den Sachsenkriegen zumeist unter fränkischer Herrschaft. Hemeringen gehörte bis 1180 zum Tilithigau im mittleren Teilstammgebiet Engern im Stammesherzogtum Sachsen. Von 843 bis 962 gehörte Hemeringen zum Ostfrankenreich. Von 962 bis 1806 gehörte der Ort über eine Zeitspanne von 844 Jahren zum Heiligen Römischen Reich. Ab 1137 gehörte Hemeringen zur Grafschaft der altsächsisch-engernschen Grafen von Schaumburg und Holstein und zur Vogtei Lachem in der Grafschaft Schaumburg. Nach einem historischen Gerücht soll der letzte Graf, Otto V. zu Holstein-Schaumburg, bei einem Bankett der evangelischen Kriegsparteien im Dreißigjährigen Krieg in Hildesheim vergiftet worden sein. Am 15. November 1640 starben mit ihm die Grafen von Schaumburg in der männlichen Linie aus. Der südöstliche Teil der Grafschaft, in dem Hemeringen liegt, wurde 1648 bis 1692 dem protestantischen Fürstentum Calenberg zugeschlagen. Von 1692 bis 1810 gehörte Hemeringen zum Kurfürstentum Hannover (Kurhannover). Von 1810 bis 1813 gehörte Hemeringen zum Kanton Oldendorf im Distrikt Rinteln des napoleonischen Satellitenstaates Königreich Westphalen des Bruders von Napoléon Bonaparte, Jérome Bonaparte. Von 1815 bis 1866 gehörte der Ort zum Königreich Hannover, von 1823 bis 1885 zur Landdrostei Hannover und von 1885 bis 1945 zum Regierungsbezirk Hannover. Bis 1823 gehörte der Ort zum Amt Lachem. 1823 gehörte Hemeringen zum Amt Aerzen, 1823 bis 1852 zum neuen Amt Hameln, 1852 bis 1859 erneut zum Amt Aerzen, 1859 bis 1885 erneut zum Amt Hameln, 1885 bis 1922 zum Kreis Hameln und 1922 bis 1945 zum Kreis Hameln-Pyrmont. Von 1866 bis 1945 gehörte der Ort Hemeringen zunächst zur preußischen Provinz Hannover. 1945 gehörte Hemeringen zur Britischen Besatzungszone, ab 1946 zum Land Hannover und in demselben Jahr zum Regierungsbezirk Hannover im Land Niedersachsen. Am 1. Januar 1973 wurde die Gemeinde Hemeringen im Rahmen der Gebietsreform in Niedersachsen vom Landkreis Hameln-Pyrmont in den Landkreis Grafschaft Schaumburg umgegliedert und Teil der Ortschaft Lachem-Hemeringen. Die bisher selbständigen Gemeinden Friedrichsburg, Friedrichshagen, Fuhlen, Heßlingen, Lachem und Rumbeck wurden eingegliedert. Am 29. Januar 1973 wurde Hemeringen der Stadt Hessisch Oldendorf zugeordnet. 1977 wurde die Region um Hessisch Oldendorf und Hemeringen wiederum in den Landkreis Hameln-Pyrmont umgegliedert. Am 31. Dezember 2004 wurden die Regierungsbezirke aufgelöst.

Politik

Die Bürgermeister

Hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Hessisch Oldendorf ist seit dem Jahr 2021 Tarik Oenelcin (parteilos). Er wurde bei der Bürgermeisterwahl für die gesamt Stadt Hessisch Oldendorf, zu der Fischbeck gehört, am 13. September 2026 mit einer überwältigenden Mehrheit von über 90 Prozent im Amt bestätigt.

Ortsbürgermeister der Ortschaft Hemeringen/Lachem ist Klaus Brzesowsky (SPD). Nach der Kommunalwahl vom 13. September 2026 sind die Ortsbürgermeister bisher noch nicht gewählt. Dies geschieht erst noch durch die neu gewählten Ortsratsmitglieder.

Der Ortsrat Hemeringen/Lachem

Hemeringen bildet mit dem Nachbarort Lachem einen gemeinsamen Ortsrat. Der Ortsrat hat 11 Mitglieder. Sitzverteilung im Ortsrat Hemeringen/Lachem nach den Kommunalwahlen von 2021 und 2026:

Sitzverteilung im Ortsrat Hemeringen/Lachem
Politische Partei Ortsratswahl 2021 Ortsratswahl 2026
SPD 5 Sitze 3 Sitze
CDU 5 Sitze 7 Sitze
Bündnis 90/Die Grünen 1 Sitz 1 Sitz
Ortsratswahl vom 13. September 2026 (nur Ortschaft Hemeringen)
Politische Partei Ortsratswahl Hemeringen 1 2026 Ortsratswahl Hemeringen 2 2026
SPD 28,04 % 30,73 %
CDU 63,62 % 58,19 %
Bündnis 90/Die Grünen 8,33 % 11,08 %

Persönlichkeiten

Siehe auch

Literatur

Commons: Hemeringen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Nahverkehrsplan 2023 – 2027 / ANLAGE 1 – Einwohnerzahlen Ortsteile 2022. (PDF; 406 KB) Landkreis Hameln-Pyrmont, S. 3, abgerufen am 8. November 2024.
  2. ↑ Quelle: Karl-Heinrich Hartge & Francis Bailly: Beziehungen zwischen Staunässemerkmalen, Wasserleitfähigkeit und Porenkontinuität in Löß-Parabraunerden im südlichen Niedersachsen, in: Zeitschrift für Pflanzenernährung, Düngung und Bodenkunde, 1967, ISSN 0372-9702.
  3. ↑ Quelle: Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat: Lößboden - Boden des Jahres 2021, in: https://www.bmleh.de/DE/themen/landwirtschaft/pflanzenbau/bodenschutz/boden2021.html, abgerufen am 22. Juli 2026.
  4. ↑ Quelle: Christian Wiegand, Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (Hrsg.): Kulturlandschaftsräume und historische Kulturlandschaften landesweiter Bedeutung in Niedersachsen. Landesweite Erfassung, Darstellung und Bewertung, Hannover, 2019, S. 261.
  5. ↑ Quellen:
    a) Thomas Saile: Aspekte der Neolithisierung in der Weser-Harz-Region, Germania: Anzeiger der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts, Vol. 85, 2007, S. 181–197, ISSN 0016-8874;
    b) Ernst Sprockhoff: Altlas der Megalithgräber Deutschlands, Rudolf Habelt Verlag, Bonn, 1975;
    c) Waltraud Schrickel: Westeuropäische Elemente im neolithischen Grabbau Mitteldeutschlands und die Galeriegräber Westdeutschlands und ihre Inventare. Beiträge zur Ur- und Frühgeschichtlichen Archäologie des Mittelmeer-Kulturraumes, Band 4 und 5, Rudolf Habelt Verlag, Bonn, 1966.
  6. ↑ Quelle: Geologischer Dienst NRW: Geologie im Weser- und Osnabrücker Bergland, Krefeld, 2003, S. 109, ISBN 978-3-86029-932-6.
  7. ↑ Die Verortung des Siedlungsraums der Angrivarier in der Römischen Kaiserzeit an der Mittelweser ist wissenschaftlicher Standardkonsens. Quelle: Reinhard Wenskus: Angrivarier, in: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA), 2. Auflage, Band 1, Walter de Gruyter, Berlin/New York, 1973, S. 333, ISBN 3-11-004489-7.
  8. ↑ Quelle: Reinhard Wenskus: Angrivarier, in: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA), 2. Auflage, Band 1, Walter de Gruyter, Berlin/New York, 1973, S. 333, ISBN 3-11-004489-7.
  9. ↑ Quellen:
    a) Ludwig Schmidt: Geschichte der deutschen Stämme bis zum Ausgange der Völkerwanderung, Nachdruck des Originals von 1907, Salzwasser Verlag, 2015, ISBN 978-3-86382-485-3.
    b) Klaus Tausend: Im Inneren Germaniens: Beziehungen zwischen den germanischen Stämmen vom 1. Jh. v. Chr. bis zum 2. Jh. n. Chr. Geographica Historica, Band 25, Stuttgart, 2009, ISBN 978-3-515-09416-0.
    c) Hans-Dieter Berlekamp: Rhein-Weser-Germanen, in: Bruno Krüger (Hrsg.): Die Germanen I, Berlin, 1978, S. 396–403, Digital- und Print-Nachdruck des Verlags Walter De Gruyter: ISBN 978-3-11-261794-6.
  10. ↑ Quellen zur Kleinen Eiszeit in der Spätantike:
    a) Ulf Büntgen u. a.: Cooling and societal change during the Late Antique Little Ice Age from 536 to around 660 AD. In: Nature Geoscience 9, 2016, 231–236, ISSN 1752-0894.
    b) Joel D. Gunn (Hrsg.): The Years without Summer. Tracing A.D. 536 and its Aftermath. Archaeopress, Oxford 2000, ISBN 1-84171-074-1 (BAR. International Series 872).
    c) Kyle Harper: Climate, Disease and the Fate of Rome. Princeton University Press, Princeton, New Jersey 2017, ISBN 978-0-691-16683-4. Dt. Übersetzung: Fatum. Das Klima und der Untergang des Römischen Reiches. C. H. Beck, München 2020, ISBN 978-3-406-74933-9. Siehe Klimaanomalie 536–550.
  11. ↑ Detaillierte historische Schätzungen liefert Hans-Jürgen Häßler: Niedersachsens frühe Bevölkerung: Die Altsachsen der Römischen Kaiserzeit und des frühen Mittelalters. Versuch einer kulturhistorischen Würdigung anhand archäologischer Forschung, Isensee Florian GmbH, 2004, ISBN 978-3-89995-094-6. Wenn man die von Historikern geschätzte maximale Bevölkerungszahl in der Saxonia im 7. Jahrhundert (300.000) mit der heutigen statistisch belegten Bevölkerungszahl von Niedersachsen (ca. 8.000.000) ins Verhältnis setzt und in beiden Zeitstellungen ein gleiches prozentuales Verhältnis der Bevölkerungszahl im Raum Hemeringen zur Gesamtbevölkerung im Raum der historischen Saxonia bzw. zur Gesamtbevölkerung im Raum Niedersachsen annimmt, dürften in Hemeringen im 7. Jahrhundert geschätzt zwischen 20 und 50 Menschen entweder in einem kleinen Weiler oder in einer Streusiedlung von wenigen Einzelgehöften gelebt haben, während heute über 1.370 Einwohner in Hemeringen leben. Wenn diese Annahme stimmt, hätte sich die Bevölkerungszahl in Hemeringen in einer Zeitspanne von 14 Jahrhunderten um das 27- bis 68-fache erhöht. Diese kontrafaktische Hypothese ist aber für Hemeringen weder geschichtswissenschaftlich, noch archäologisch belegt und dient hier allein der Veranschaulichung demografischer Veränderungen im Vergleich von zwei verschiedenen Zeitstellungen in Hemeringen.
  12. ↑ Der Historiker Caspar Ehlers (* 1964) hat die Liste der vier ausschließlich fränkischen Staatsdokumente analysiert und aufgezählt, in denen der Name des altsächsischen Teilstamms der Engern auftaucht. Diese Zusammenstellung wird auch von der Historischen Kommission für Westfalen in aktuellen Fachpublikationen aufgegriffen. Quelle: Caspar Ehlers: Geld und Münzstätten als Mittel politischer Integration. Das sächsische Beispiel, in: Jörg Jarnut & Jürgen Strothmann (Hrsg.): Die Merowingischen Monetarmünzen als Quelle zum Verständnis des 7. Jahrhunderts in Gallien, Paderborn, Fink, 2013, S. 585–600. Das Gesamtwerk hat die ISBN 978-3-7705-5548-2.
  13. ↑ Archäologische Funde wie das Steinkistengrab in Rohden und das Felsovalbeil in Tündern belegen die Besiedlung des Wesertals in der Jungsteinzeit.
    Quellen:
    a) Waltraud Schrickel, 1966;
    b) Ernst Sprockhoff, 1975;
    c) Thomas Saile, 2007;
    d) Daniel Lau, 2022.
  14. ↑ HKLH, Artikel Hemeringen, URL: https://kirchengemeindelexikon.de/einzelgemeinde/hemeringen/, 29. September 2026.
  15. ↑ Die Grafen von Schaumburg waren als Landesherren in ihren Territorien vielfach wirtschaftlich erfolgreich, nicht nur in ihrer Grafschaft Schaumburg im Weserbergland. Ab Mitte des 12. Jahrhunderts traten sie auch als Lokatoren und Kolonisatoren auf. Nachdem Graf Adolf II. von Schauenburg und Holstein den slawischen Stamm der Wagrier, der in Oldenburg (Holstein), Eutin und Alt-Lübeck saß, in den Jahren 1139 bis 1140 im Gebiet des heutigen Lübeck bekämpft und besiegt hatte, gründete er im Jahr 1143 die Stadt Lübeck als erste Stadt an der Ostsee auf dem Territorium des heutigen Deutschland, lockte Siedler aus Westfalen, Holland und Flandern an und brachte die spätere Hansestadt zur ersten wirtschaftlichen Blüte. In den Jahren 1186/1187 gründete Graf Adolf III. von Schauenburg und Holstein die Hamburger Neustadt am rechten Alsterufer im Bereich der sogenannten neuen Burg und lockte Siedler an, während die Erzbischöfe von Hamburg-Bremen sowie der Hamburger Domprobst und das Hamburger Domkapitel die Hamburger Altstadt beherrschten. Graf Adolf III. erhielt im Jahr 1189 von Kaiser Friedrich Barbarossa den berühmten Freibrief für den Hamburger Hafen und die Schifffahrt. Ab 1241 entstand der Städtebund der Hanse.
  16. ↑ Quelle: HKLH, Artikel Hemeringen, URL: https://kirchengemeindelexikon.de/einzelgemeinde/hemeringen/, 29.09.2026.
  17. ↑ Der schwedische Feldmarschall Dodo zu Innhausen und Knyphausen (* 1583, † 1636) befehligte in der Schlacht bei Hessisch Oldendorf wesentliche Teile des schwedischen Kontingents. Peter Melander, der Graf von Holzappel (* 8. Februar 1589, † 17. Mai 1648) befehligte die Truppen der Landgrafschaft Hessen-Kassel. Der schwedische Generalmajor Lars Kagg (* 1. Mai 1595, † 19. November 1661) befehligte den wichtigen rechten Flügel der protestantischen Armee. Schlachtentscheidend war die von den Kaiserlichen unbemerkte Attacke des ortskundigen lokalen Rittmeisters Cord Meyer im Blauen/Cavallerieregiment des Herzogs von Celle in den Rücken der kaiserlichen Truppen, während gleichzeitig der finnische Oberst und schwedische General Torsten Stalhandske (* 1593 oder 1594, † 21. April 1644) die Kaiserlichen frontal angriff. Dies führte in eine tödliche Zweifronten-Schlacht und zum Sieg der Protestanten bei Hessisch Oldendorf, sowie in der Folge zur Befreiung der Festung Hameln von den katholisch-kaiserlichen Besatzungstruppen.
  18. ↑ Das Niederadelsgeschlecht von Post, das seit dem Spätmittelalter an verschiedenen Orten im Tilithigau, u. a. in Fischbeck, Holtensen bei Hameln, Posteholz und Posteburg bei Schmarrie begütert war, diente über mehrere Jahrhunderte den Grafen von Schaumburg, den Bischöfen von Minden, den Herzögen von Braunschweig und Lüneburg und zuletzt den Landgrafen und Kurfürsten von Hessen-Kassel in verschiedenen Funktionen. Das Stift Fischbeck und das Kloster Barsinghausen belehnten die Edelherren von Post mit Vogteien und Höfen, bzw. verpfändeten diese an sie.
  19. 1 2 Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte Hameln e.V. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
  20. ↑ Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft - Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte Hameln e.V. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
  21. ↑ Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte Hameln e.V. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
  22. ↑ Quelle: HKLH, Artikel Hemeringen, URL: https://kirchengemeindelexikon.de/einzelgemeinde/hemeringen/, 29.09.2026.
  23. ↑ Quelle: Karl-Wilhelm Knoke, 1992.
  24. ↑ Quelle: Karl-Wilhelm Knoke, 1992.
  25. ↑ Hemeringen wurde am 30. Juni 2022 zusammen mit Lachem und Wahrendahl als Ortschaft geführt.
  26. ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 192 und 195.