Jochen Busse (* 28. Januar 1941 in Iserlohn) ist ein deutscher Schauspieler, Kabarettist, Fernsehmoderator und Autor.
Seine Schauspielkarriere in Theater, Film und Fernsehen erstreckte sich von 1960 bis 2026 und umfasst über 120 Film- und Fernsehproduktionen. Von 1976 bis 1991 gehörte er zum Ensemble und Autorenteam der Münchner Lach- und Schießgesellschaft. Als Moderator wurde er vor allem durch die Comedy-Sendung 7 Tage, 7 Köpfe bekannt.
Jochen Busse wuchs in Iserlohn und in Melle bei Osnabrück auf. Sein Vater war Fabrikant und besaß eine Fabrik für Vorhanggarnituren. Nach dem Besuch der Volksschule und des Märkischen Gymnasiums Iserlohn, das er kurz vor dem Abitur verließ, nahm er privaten Schauspielunterricht in München. Seine Ausbildung finanzierte er mit Aushilfsjobs, unter anderem als Autowäscher und Lagerarbeiter.
Sein Bühnendebüt gab Busse im Alter von 19 Jahren an den Münchner Kammerspielen. Erste Erfahrungen als Kabarettist sammelte er im Studentenkabarett „Die Knallfrösche“. Bereits 1962 spielte er unter der Regie von Friedrich Hollaender in Hoppla, auf’s Sofa, der umjubelten Rückkehr der Hollaender-Kabarettrevuen nach Berlin, was auch auf einer Schallplattenaufnahme dokumentiert wurde. Drei Jahre war er im Düsseldorfer Kom(m)ödchen aktiv. Von 1976 bis 1991 gehörte er zum Ensemble und Autorenteam der Münchner Lach- und Schießgesellschaft.

2000 inszenierte Busse am Schillertheater in Wuppertal Heinrich von Kleists Der zerbrochne Krug. Von 2007 bis 2009 tourte er mit Henning Venske und dem Programm Legende trifft Urgestein durch den deutschsprachigen Raum. Von September 2009 bis Juni 2011 folgte mit Inventur ein weiteres Bühnenprogramm von ihm und Venske. 2014 trat Busse erstmals in seiner langen Karriere mit einem Soloprogramm vor sein Publikum. In Wie komm ich jetzt da drauf? kam der Kabarettist ohne Bühnenbild, ohne Musik und ohne Kostüme aus. Im August 2020 spielte er im Theaterstück Komplexe Väter.
Im Juli 2026 verkündete Jochen Busse aus gesundheitlichen Gründen seinen Abschied von der Bühne.
Sein Filmdebüt gab Busse unter der Regie von Alfred Vohrer als Heinz in dem Filmdrama Mit 17 weint man nicht. Seitdem wirkte er in über 120 Film- und Fernsehproduktionen, wo er, wie in dem Dreiteiler 11 Uhr 20, zunächst meist als eiskalter Bösewicht besetzt wurde. 1972 erhielt er die Rolle des Kriminalassistenten Siebenlist in der ZDF-Krimiserie Mordkommission, wo er, ermuntert durch den Regisseur Kurt Wilhelm, erstmals sein komödiantisches Talent zeigen konnte.
Wiederholt übernahm er Gastrollen in einer Vielzahl von Fernsehserien und -reihen, so etwa 1994 mit Gerd Baltus und Karsten Speck in der Fernsehserie Drei Mann im Bett als griesgrämige Taxifahrer Gisbert oder 2005 als Außerirdischer YOK in der Comedy-Serie Nicht von dieser Welt. Seit 2023 spielt Busse in der ARD-Reihe Einspruch, Schatz! den im Altersheim lebenden resilienten Vater der Leipziger Scheidungsanwältin Eva Schatz (Christine Urspruch) zur Stammbesetzung. In Sven Unterwaldts Filmkomödie Horst Schlämmer sucht das Glück, die im März 2026 in den deutschen Kinos startete, spielte er sich selbst.
Busse prägte die deutsche Fernsehlandschaft vor allem als schlagfertiger, ironischer und stets eleganter Moderator. Er fungierte in seinen Shows meist als der „Zirkusdirektor“, der mit pointiertem Humor, feiner Ironie und scharfem Timing durch das Geschehen führte. 1978 startete Busse mit der WDR-Serie Medienklinik seine erste eigene Sendung, später war er Dreh- und Angelpunkt der Sketchreihe Nur für Busse. In der bayerischen Comedy- und Sketch-Show Kanal fatal des Bayerischen Rundfunks war Busse von 1986 bis 1990 einer der Hauptmoderatoren und Sketch-Partner, unter anderem neben Veronika von Quast. Hier parodierte er das klassische Fernsehen und führte skurril durch das Programm. Seine bekannteste Station als Fernsehmoderator wurde die von Rudi Carrell produzierte Freitagabendshow 7 Tage, 7 Köpfe, die er von 1996 bis 2005 über 300-mal bei RTL moderierte. In der kurzlebigen, schwarze RTL-Humor-Show Nur über meine Leiche moderierte er ebenfalls, bei der Kandidaten skurrile Aufgaben bewältigen mussten.
Im April 2006 wurde er Moderator der von Hugo Egon Balder produzierten Comedy-Talkshow Der heiße Brei – Comedy Talk mit Jochen Busse auf Sat.1, in der Schauspieler die Rollen von Politikern und Prominenten spielen. Bereits Mitte Mai 2006 wurde die Sendung aufgrund von geringem Zuschauerinteresse abgesetzt. 2007 moderierte er im NDR die Sendung Lachen macht Spaß. 2022 wurde die Freitagabendshow 7 Tage, 7 Köpfe vom Fernsehsender RTL neu aufgelegt. Im Gegensatz zur Erstauflage in den Jahren 1996 bis 2005 war Busse Teil der Besetzung, während die Moderation von Guido Cantz übernommen wurde. In der siebten Ausgabe war er zu Gast.
2012 unterstützte Busse ehrenamtlich als Rezitator das Projekt „Deutsche Winterreise“ des Autors Stefan Weiller. In ihm wird seit 2009 städtebezogen in Zusammenarbeit mit Einrichtungen wie beispielsweise dem Diakonischen Werk bei Benefizveranstaltungen in einem Lieder- und Textzyklus insbesondere auf die Situation von Wohnungslosen aufmerksam gemacht.
1978 wurde Busses erste Ehe geschieden, anschließend war er mit einer Filmeditorin verheiratet. In dritter Ehe war er von 1994 bis 2000 mit Sabine Kersten verheiratet, aus dieser Ehe stammt ein Sohn. Von 2002 bis 2006 war er mit der Filmemacherin Bea Sommer liiert. In vierter Ehe war er seit 5. November 2007 mit Constanze Volkner verheiratet, die vierjährige Zwillinge mit in die Ehe brachte. Am 13. November 2020 erklärte Busse in der Talkshow 3 nach 9, dass er zum Ende des Jahres die Scheidung einreichen werde. Nach der Trennung von seiner vierten Ehefrau zog er von Berlin nach Düsseldorf in den Stadtteil Pempelfort. Seit Sommer 2026 lebt Busse in einer Seniorenresidenz am Kölner Dom.
Die Hörspiele sind chronologisch nach der Erstsendung sortiert.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Busse, Jochen |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schauspieler, Kabarettist, Fernsehmoderator und Autor |
| GEBURTSDATUM | 28. Januar 1941 |
| GEBURTSORT | Iserlohn |