| Kembs | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Grand Est | |
| Département (Nr.) | Haut-Rhin (68) | |
| Arrondissement | Mulhouse | |
| Kanton | Brunstatt-Didenheim | |
| Gemeindeverband | Saint-Louis Agglomération | |
| Koordinaten | 47° 41′ N, 7° 30′ O | |
| Höhe | 222–255 m | |
| Fläche | 16,45 km² | |
| Einwohner | 5.834 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 355 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 68680 | |
| INSEE-Code | 68163 | |
| Website | www.kembs.fr | |
Kirche Saint-Jean-Baptiste in Kembs | ||
Kembs [] (deutsch auch Großkems) ist eine französische Stadt mit 5834 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Zu Kembs gehören die südlich des Kernorts liegenden Ortsteile Schaeferhof (Schäferhof), Loechlé (Löchle) und Richardshaeuser (Richardshäuser).
Cambete oder Cambes lag in römischer Zeit an der Straße von Augusta Raurica nach Argentovaria und wird bereits im Itinerarium Antonini genannt. Das heutige Kembs liegt im Dreiländereck Deutschland–Frankreich–Schweiz und ist bekannt für das 1932 am Rheinseitenkanal in Betrieb gegangene Wasserkraftwerk Kembs. Bei Kembs mündet der Rhein-Rhône-Kanal (früher Canal de Huningue) in den Rheinseitenkanal. Zwei Außengebäude der Schleuse Kembs-Niffer wurden von dem bekannten Architekten Le Corbusier gestaltet.
Die Nachbargemeinden sind Rosenau im Süden, Bartenheim im Südwesten, Sierentz, Geispitzen und Schlierbach im Westen und Niffer im Norden. Im Osten grenzt Kembs an Deutschland; der alte Rhein bildet dort die Landesgrenze. Rechts des Rheines liegt auf deutscher Seite das Dorf Kleinkems, welches seit 1974 Teil der Gemeinde Efringen-Kirchen ist.
Die umliegenden größeren Städte sind Mülhausen (20 km nordwestlich), Lörrach (30 km südöstlich), Saint-Louis (15 km südlich) und Basel (20 km südlich).
Kembs liegt in der Schotterebene des Rheins. Der alte Ortskern zieht sich am Ostrand der Niederterrasse entlang, die sich hier mit einer um die sieben Meter hohen Geländestufe (dem Hochgestade, einem alten Rheinufer) über die Talaue erhebt. Die Niederterrasse entspricht dem Aufschüttungsniveau der letzten Kaltzeit (Würm-Kaltzeit), die Aue ist das Ergebnis der nacheiszeitlichen Eintiefung des Rheins.

Beim römischen Cambete traf die vom Mittelmeer kommende, über Epomanduodurum (Mandeure) den Sundgau erreichende Rhônetalstraße auf die Rheintalstrecke, die von Augst (Augusta raurica) in Richtung Breisach (Mons Brisiacus) und weiter nach Argentorate (Straßburg) zog. Die militärisch wichtige Rheinbrücke, von der 1950 ein Brückenpfeiler entdeckt wurde, vermittelte den Übergang ins Dekumatenland. Auf der berühmten Peutingertafel aus dem 4. Jahrhundert ist Cambete verzeichnet, und schon im Itinerarium Antonini aus dem 3. Jahrhundert wird der Ort für das Jahr 328 erwähnt (Quelle: RFO Regnum Francorum online, Antonini 354 + 386).
Auf der Gemarkung wurden eine spätantike Nekropole, zahlreiche Alemannengräber aus dem 5. Jahrhundert und ein merowingerzeitliches Gräberfeld entdeckt. Im Jahr 757 muss Kembs ein fränkischer Königshof gewesen sein, wo der Reisekönig übernachten und urkunden konnte, denn eine Schenkung an das Kloster Sankt Gallen wurde 757 dort ausgestellt ("actum in villa Chambiz publice", editiert in RFO UBSG_1,021).
877 erschien "Chembiz" in einer Schenkungsurkunde König Karls III. an seine Getreue Berethaida (Quelle: MGH DDKIII, 2). Im späteren Mittelalter war nach dem Kloster Sankt Gallen auch das Basler Sankt-Alban-Kloster im Ort begütert.
Kembs wurde von den spätmittelalterlichen Heimsuchungen der Region nicht verschont, etwa den Überfällen durch die marodierenden Söldnertruppen der Wilden Engländer, die während des Hundertjährigen Krieges zeitweise unbeschäftigt waren, und der Armagnaken, die von den Habsburgern im Kampf gegen die Eidgenossen ins Land gerufen wurden. Auch im Dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf verwüstet.
Kembs gehörte bis zum Westfälischen Frieden 1648 zu Vorderösterreich und kam dann mit dem ganzen habsburgischen Besitz im Elsass an die französische Krone. Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Kembs als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich (Kreis Mülhausen, Bezirk Oberelsaß) und hieß Großkems. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden die Einwohner im September 1939 in den Südwesten Frankreichs evakuiert (Département Landes). Nach dem Waffenstillstand im Juni 1940 war eine Rückkehr in das von den Deutschen besetzte Elsass möglich. Der Ort erlitt schwere Kriegsschäden. Kembs wurde zum Ende des Zweiten Weltkriegs bereits am 20. November 1944 von einem Panzervorstoß der französischen 1. Armee unter General de Lattre de Tassigny erreicht und nach vorübergehendem französischem Rückzug am 25. November von der Naziherrschaft befreit. Die Lage blieb aber bis zum endgültigen Rückzug der Deutschen, die den Brückenkopf Elsass noch immer hartnäckig verteidigten, Anfang Februar 1945 kritisch.
Ab 1680 war Kembs Poststation. 1830 wurden Teile der aufgelösten Gemeinde Neuweg (Schäferhof, Löchle und Richardshäuser) eingemeindet. Diese Weiler gehen auf unter Ludwig XIV. angelegte Feldschanzen und Wachtposten zurück. Im selben Jahr konnte der Canal de Huningue eröffnet werden. 1932 war das Wasserkraftwerk fertiggestellt. Es wurde im Zweiten Weltkrieg beschädigt und 1946 bis 1949 wieder hergestellt.
| 1910 | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2006 | 2018 |
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| 1116 | 1702 | 2009 | 2211 | 2575 | 3016 | 3739 | 4210 | 5376 |

In Kembs besteht seit über 50 Jahren das international tätige Unternehmen Barrisol. Gegründet 1967 durch Fernand Scherrer vertreibt es PVC-Folien für Spanndecken.