Bei Leander handelt es sich um eine latinisierte Variante von altgriechischΛέανδροςLéandros. Dieser setzt sich aus den Elementen λεώςleṓs, der attischen Variante von λαόςlaós „Volk“ und der Stammform*ανδρ·*andr· des Wortes ἀνήρanḗr „Mann“ zusammen, weshalb die Bedeutung oft mit „Volkmann“ oder „Mann des Volkes“ angegeben wird.
Die häufige Ad-hoc-Etymologisierung, die das erste Element von λέωνléōn „Löwe“ herleitet, ist hingegen linguistisch nicht haltbar, da λέων als Substantiv der konsonantischen Deklination die Verwendung des Stammes *λεοντ·*leont· verlangen würde.
Familienname
Beim Familiennamen Leander handelt es sich um eine Gräzisierung deutscher Patronyme wie Volkmann, die sich am griechischen Rufnamen ΛέανδροςLéandros orientiert. Eine patronymische Benennung nach dem Rufnamen Leander ist weitgehend auszuschließen.
Verbreitung
Vorname
Der Vorname Leander kam in Deutschland im 16. Jahrhundert in Gebrauch. Seit Ende der 1990er Jahre ist der Name geläufig und wird regelmäßig vergeben, jedoch zählte er nie zu den 100 beliebtesten Jungennamen des Landes. In den 2000er Jahren setzte ein Abwärtstrend ein, der ihn bis ins Jahr 2020 auf Rang 255 absinken ließ. Im darauffolgenden Jahr stieg seine Beliebtheit sprunghaft auf Rang 154 an. Im Jahr 2024 belegte er in den Vornamenscharts Rang 163. Auf der Liste der beliebtesten Folgenamen stand er im selben Jahr auf Rang 69. Besonders beliebt ist der Name in Sachsen-Anhalt. Das durchschnittliche Alter eines Leanders in Deutschland beträgt 15 Jahre.
In Österreich war der Name Leander bereits im ausgehenden 20. Jahrhundert geläufig, wurde jedoch eher selten vergeben. Im Jahr 2004 erreichte er erstmals die Top 200 der Vornamenscharts. Mit Rang 127 erreichte der Name seine höchste Platzierung in den Vornamenscharts im Jahr 2020. Seitdem befindet er sich im Abwärtstrend. Im Jahr 2023 belegte er Rang 180 der Hitliste.
Leander zählt in Norwegen seit 2006 zu den 100 beliebtesten Jungennamen. Mit Rang 40 erreichte er seine höchste Platzierung in den Jahren 2010 und 2012. Im Jahr 2023 belegte der Name Rang 87 der Vornamenscharts.
Familienname
Der Familienname Leander ist 1544 erstmals in Wien belegt. Neben Deutschland ist der Name auch in Schweden und Dänemark geläufig.
Margot Leander, deutsche Konzert- und Opernsängerin (Sopran)
Mike Leander (1941–1996), britischer Musikproduzent und Arrangeur
Pontus Leander (1872–1935), schwedischer Orientalist und Semitist
Thomas Leander (* 1960), deutscher Pianist und Hochschullehrer
Zarah Leander (1907–1981), schwedische Schauspielerin und Sängerin
Einzelnachweise
↑Wilhelm Pape: Wörterbuch der griechischen Eigennamen, Band 2. Braunschweig 1884, S. 779.
↑Rosa Kohlheim, Volker Kohlheim:Lexikon der Vornamen. Hrsg.: Duden. 8. Auflage. Cornelsen Verlag GmbH, Berlin 2023, ISBN 978-3-411-04948-6, S.255.
↑Wilfried Seibicke:Vornamen. Verlag für Standesamtswesen, 1991, ISBN 978-3-8019-5642-4, S.208.
123Daniel Kroiß:Leander.In:Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands.Akademie der Wissenschaften und der Literatur,18.März 2025,abgerufen am 30.März 2025.
12Leander.In:Beliebte Vornamen.Knud Bielefeld,25.Februar 2018,abgerufen am 30.März 2025.