| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 48° 46′ N, 8° 44′ O | |
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Karlsruhe | |
| Landkreis: | Calw | |
| Höhe: | 320 m ü. NHN | |
| Fläche: | 33,78 km² | |
| Einwohner: | 9215 (31. Dez. 2025) | |
| Bevölkerungsdichte: | 273 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 75378 | |
| Vorwahlen: | 07052, 07084 | |
| Kfz-Kennzeichen: | CW | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 2 35 008 | |
| LOCODE: | DE LBZ | |
| Stadtgliederung: | 7 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Kurhausdamm 2–4 75378 Bad Liebenzell | |
| Website: | www.bad-liebenzell.de | |
| Bürgermeister: | Sebastian Kopp | |
| Lage der Stadt Bad Liebenzell im Landkreis Calw | ||
Bad Liebenzell (bis 1926 Liebenzell) ist eine Bäder- und Kurstadt im nördlichen Schwarzwald im Landkreis Calw; sie liegt rund 20 Kilometer südlich von Pforzheim, dabei gehört sie zur Region Nordschwarzwald und zur Randzone der europäischen Metropolregion Stuttgart.
Das zentrale Bad Liebenzell liegt westlich der Landesmitte von Baden-Württemberg im Nagoldtal. Das Stadtgebiet hat eine Höhenlage von 310 (Monbachtal) bis 714 Metern (Gemarkung Maisenbach-Zainen), erstreckt sich ungefähr 5,5 km entlang der Süd-Nord-Achse des Nagoldtales und quer dazu über die Schwarzwaldhöhen hinweg etwa 13 km weit. Es liegt zur Gänze im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord.

Reihum grenzen die Gebiete der folgenden Nachbarkommunen an:
Kommunen, bei denen kein Kreis genannt wurde, liegen wie Bad Liebenzell selbst im Landkreis Calw.
Zur Stadt Bad Liebenzell gehören die ehemaligen Gemeinden Möttlingen, Beinberg, Maisenbach, Monakam, Unterhaugstett und Unterlengenhardt.
Die ehemaligen Gemeinden sind Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzendem.
Im Jahr 1091 schenkte – wie dem Hirsauer Codex zu entnehmen ist – der Edle Hugo von Ostelsheim dem Kloster Hirsau eine „Hube Land zu Chele“. Dies war die erste urkundliche Erwähnung von Liebenzell. Um 1130 erhielt Gräfin Uta, eine Tochter des Pfalzgrafen Gottfried von Calw, als Mitgift unter anderem „Zelle samt zugehörigen Wald“. Ab 1196 war Burg und Städtchen Liebenzell im Besitz des Grafen von Eberstein. Der letzte Ritter von Liebenzell, Ludwig, verkaufte seinen Besitz 1272 an den Deutschen Orden und trat diesem bei.
Schon wenige Jahre später begann mit dem Verkauf von Burg und Stadt an den Markgrafen Rudolf I. von Baden die bis 1603 dauernde badische Zeit. 1384 tritt Liebenzell zum ersten Mal als Stadt auf. Eng im Zusammenhang mit der Stadt Liebenzell stand nahezu 600 Jahre lang das Zeller Bad. Bereits 1403 wird das „Untere Bad“ zum ersten Mal erwähnt. Das einige Jahre später erbaute „Obere Bad“ führte anfangs den Namen „neues Wildbad zu Liebenzell“. 1603 verkaufte Markgraf Ernst Friedrich von Baden-Durlach Stadt und Amt Liebenzell an Herzog Friedrich von Württemberg. Seitdem war Liebenzell Bestandteil des Herzogtums Württemberg.
Anfang des 18. Jahrhunderts ließ Erbprinz Ludwig Friedrich von Württemberg eine Lindenallee erbauen; 1727 entstand an dieser Allee ein Lusthaus mit prächtigem Kursaal. Nach dem großen Brand von 1785 wurde die Stadt von Johann Adam Groß in veränderter Gestalt wieder aufgebaut.
Das Amt Liebenzell wurde nach der Gründung des Königreichs Württemberg aufgelöst und 1807 dem Oberamt Calw unterstellt. 1810 kam Liebenzell zum Oberamt Neuenbürg und 1842 erneut zum Oberamt Calw.
Im Jahr 1900 fasste der Gemeinderat den Beschluss, Kuranlagen anzulegen. 1904 lud die Stadt, aus Anlass der 300-jährigen Zugehörigkeit Liebenzells zu Württemberg, König Wilhelm II. zu einem großen Fest ein, der auch tatsächlich kam. 1926 wurde der Namenszusatz „Bad“ genehmigt, was die starke Entwicklung der Stadt zum Heilbad und Kurort honorierte. 1928 wurde mit dem Abfüllen des „Liebenzeller Sprudels“ begonnen und 1933 das Freibad eingeweiht.
Bei der Kreisreform während der NS-Zeit in Württemberg gelangte Bad Liebenzell 1938 zum Landkreis Calw.
Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel Bad Liebenzell in die Französische Besatzungszone und kam somit 1947 zum neu gegründeten Land Württemberg-Hohenzollern. 1952 ging das provisorische Nachkriegsland im Regierungsbezirk Südwürttemberg-Hohenzollern auf und gehört seither zum neuen Land Baden-Württemberg.
1954 wurde das neue Kurhaus seiner Bestimmung übergeben und 1968 die Paracelsus-Therme eröffnet, die in den Jahren 2011 und 2012 energetisch saniert und renoviert wurde. Immer wichtiger geworden ist die Rolle als Naherholungsgebiet für den Großraum Stuttgart und Böblingen.
Ab 1971 wurden die heute insgesamt sechs Höhenstadtteile im Zuge der Gebietsreform auf freiwilliger Basis eingegliedert: Am 1. Januar 1971 die bis dahin selbständigen Gemeinden Beinberg, Monakam, Unterhaugstett und Unterlengenhardt; zum 1. Januar 1972 folgte Möttlingen und am 1. Juli 1974 Maisenbach.
Mit der Kreisreform zum 1. Januar 1973 erreichte der Landkreis Calw seine heutige Ausdehnung. Der Landkreis wurde gleichzeitig Teil der neu gegründeten Region Nordschwarzwald, die dem damals neu umschriebenen Regierungsbezirk Karlsruhe zugeordnet wurde. Somit wird seither über die Angelegenheiten Bad Liebenzells auch aus Karlsruhe mitentschieden.
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¹ laut Angaben des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg; bis 1961 Volkszählungsergebnisse, ab 1970 Fortschreibungen (jeweils zum 31. Dezember); heutiger Gebietsstand.
Der Gemeinderat in Bad Liebenzell umfasst 18 Personen. Er besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.
Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis.
| Parteien und Wählergemeinschaften | Stimmenanteil 2024 |
Sitze 2024 |
% 2019 |
Sitze 2019 | ||
| UL | Unabhängige Liste | 40,20 % | 7 | 47,0 | 8 | |
| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 22,89 % | 4 | 36,8 | 7 | |
| ZBL | Zukunft Bad Liebenzell | 23,02 % | 4 | – | – | |
| Grüne | BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN | 8,98 % | 2 | 16,2 | 3 | |
| AfD | Alternative für Deutschland | 4,90 % | 1 | – | – | |
| Gesamt | 100 % | 18 | 100 | 18 | ||
| Wahlbeteiligung | 60,94 % | 57,29 % | ||||
Seit 1914 lautet die Blasonierung wie folgt: In Blau unter einer liegenden schwarzen Hirschstange in einem silbernen Zelt, auf von Schwarz und Gold geschachtem Boden stehend eine goldene Badewanne, in der ein sitzender Mann zu sehen ist.
Zuvor war häufig eine Frau in der Badewanne zu sehen, vermutlich wegen der falschen Herleitung des Ortsnamens von der Heiligen Lioba. Die Bad Liebenzeller Stadtfarben sind Blau-Weiß.
Seit 1992 besteht eine Partnerschaft mit Villaines-la-Juhel in der französischen Region Pays de la Loire.
2019 ging Bad Liebenzell zudem eine Partnerschaft mit der portugiesischen Kleinstadt Lourinhã ein.

In die um 1971 in die Stadtgemeinde eingegliederten sechs Höhenstadtteile und in die Altstadt wurden seit 1990 über 100 Millionen Euro investiert, um die Infrastruktur zu verbessern und den Fremdenverkehr zu fördern. Neben dem Bau von Schulen, Kindergärten, Dorfzentren und Mehrzweckgebäuden wurde auch die Sanierung der alten Stadtmauer und die Renaturierung des Lengenbachs durchgeführt. Zur Bebauung des ehemaligen Kurgärtnereigeländes mit Seniorenwohnungen kamen Fußgängerzonen und neue Geschäfte hinzu.
Bad Liebenzell ist durch die Nagoldtalbahn (Pforzheim-Horb am Neckar) an das überregionale Streckennetz angeschlossen. Im 30/60-Minuten-Takt verkehren Züge nach Pforzheim bzw. Horb über Calw und Nagold.
Durch eine Alltagsroute aus dem Radnetz Baden-Württemberg ist Bad Liebenzell über Unterreichenbach mit Pforzheim und in der anderen Richtung mit Calw verbunden. Auf derselben Trasse verläuft als Landes-Radfernweg der Heidelberg-Schwarzwald-Bodensee-Radweg durch Bad Liebenzell, der insgesamt von Heidelberg nach Radolfzell führt.
Die Reuchlin Schulen Bad Liebenzell verfügen über je eine Grund-, Haupt-, Real- und Förderschule. Außerdem besteht in den Ortsteilen Möttlingen und Unterhaugstett jeweils eine Grundschule. Am 1. September 2011 begann der Studienbetrieb der Internationalen Hochschule Liebenzell (IHL), am 22. Juli 2011 fand die Einweihung der IHL statt.
Im Gebiet der Kommune Bad Liebenzell arbeiten die evangelischen Kirchengemeinden Bad Liebenzell, Monakam-Unterhaugstett, Möttlingen und die Petruskirchengemeinde Beinberg, Maisenbach-Zainen und Unterlengenhardt.
Die katholische Kirche St. Lioba in der Kirchstraße 5 gehört zur Seelsorgeeinheit Calw–Bad Liebenzell.
Die Stadt ist Sitz der weltweit arbeitenden evangelischen Liebenzeller Mission und der Geschäftsstelle des Liebenzeller Gemeinschaftsverbandes.
Neben dem Kurpark befindet sich die Paracelsus-Therme, ein 1969 als „Paracelsusbad“ eingeweihtes Thermalbad mit einer Gesamtwasserfläche von 620 m². Angeschlossen an das Bad ist die Sauna Pinea, in der man bei Temperaturen zwischen 60 °C und 100 °C saunieren kann. Die Therme besteht aus einem Bewegungsbecken mit einer Wassertemperatur von ca. 30 °C. Außerdem existiert ein Therapiebecken mit 34 °C Wassertemperatur. Das Außenbecken verfügt über einen Strömungskanal, Sprudelliegen, einen weiteren Whirlpool, Massagestationen und eine Schwalldusche. Die physikalische Therapieabteilung der Paracelsus-Therme bietet Massagen, Heißluftbehandlungen, Lymphdrainagen, Fußreflexzonenmassagen, Fangopackungen, Wannenbäder und Krankengymnastik.
Am 10. Januar 2011 begann eine Umbauaktion, die schon ab November 2010 geplant war, jedoch wegen des großen Besucherandrangs verschoben wurde. Zunächst war nur ein Umbau geplant, um energiebetreffende Details zu erneuern, aber es wurden auch weitreichende Änderungen an den Umkleidekabinen und der Außenfassade vorgenommen. Zusätzlich wurde eine Erlebnisdusche eingebaut, neue Liegeflächen auch auf dem Dach ausgewiesen und eine Soleinhalation installiert. Die Arbeiten wurden im Sommer 2012 abgeschlossen.
Im Kurpark wurden ein Planetenlehrpfad und ein Apothekergarten angelegt. Der Kurpark wird durch eine Erlebnisbeleuchtung in der Nacht farbenfroh beleuchtet.
Im südlichen Bereich des Parks in Flussrichtung links der Nagold befindet sich der beschriebene Stein, mit dem sich der Regierungsrat Carl Friedrich Feuerlein aus Stuttgart im Jahre 1800 ein bleibendes Denkmal errichten ließ. Hier befindet sich auch der 2017 von Ines Veith initiierte SOPHI PARK.
Erstmals 1938 wurde durch den Holzbildhauer Fritz Roller eine Holzfigur des Riesen Erkinger gestaltet und auf dem Riesenbrunnen Ecke Karlstraße/Hindenburgstraße platziert. 1954 dort abgebaut fand sie erst 2010 einen neuen Platz im Eingangsbereich des Bürgerzentrums. Ein über Spenden finanzierter, rund vier Meter hoher und fünf Tonnen schwerer Riese aus Sandstein – nach Vorbild dieser Holzfigur – fand 2013 einen Platz am Stadtsee mit Blick in Richtung seiner angestammten Heimat, der Burg.
Jährlich findet am ersten Maiwochenende das Riese-Erkinger-Fest statt, erstmals 2015.

Auf dem Hofgut Georgenau bei Möttlingen findet immer am Palmsonntag der Calwer Palmritt statt, eine von einem Esel angeführte Reiterprozession, die mit einem evangelischen Gottesdienst im Grünen abschließt.
Der niederländische Komponist Jan Brandts-Buys und seine beiden Librettisten Bruno Warden und Ignaz Michael Welleminsky wählten die Stadt Bad Liebenzell zum Schauplatz ihrer 1916 uraufgeführten Oper Die Schneider von Schönau.