Louis Gustave Taraval

Louis-Gustave Taraval: Section of a Salon, um 1785, Feder und schwarze Tinte, Pinsel und Aquarell in Rosa und Blau auf Papier, Cooper Hewitt, Smithsonian Design Museum, New York

Louis Gustave Taraval (* 1738 in Stockholm; † 15. Oktober 1794 in Paris) war ein schwedisch-französischer Architekt, Zeichner und Kupferstecher.

Leben

Louis Gustave Taraval wurde in Stockholm geboren. Er war der Sohn des in Schweden tätigen Malers Guillaume Taraval, der Bruder von Hugues Taraval und der Vater von Jean Gustave Taraval. 1754 ging er nach Paris. Dort wurde er Inspecteur des Bâtiments du Roi. Er starb am 15. Oktober 1794 in Paris.

Werk

Louis Gustave Taraval ist vor allem als Stecher architektonischer Entwürfe und Publikationen bekannt. Seine eigenen Entwürfe sind in Zeichnungen überliefert.

Eigene Entwürfe

Louis-Gustave Taraval (1738–1794), nach einem Entwurf von François Antoine Davy de Chavigné (1747–1805): Fontaines des muses. Monument projeté en mémoire de la protection accordée à la littérature et aux arts par Sa Majesté Marie-Antoinette d’Autriche, Reine de France et de Navarre, 1778, Radierung, 53,6 × 82,3 cm, Musée Carnavalet

Nach eigener Erfindung stach er den Brunnenentwurf La Source des Arts. Ein Entwurf mit diesem Titel, der als Vorschlag für die Schwedische Kunstakademie bezeichnet wird, befindet sich im Nationalmuseum in Stockholm. Dort liegen auch ein Projekt für ein Akademiegebäude in Stockholm (Aufriss) sowie weitere architektonische Zeichnungen. Im Musée des Arts décoratifs in Paris werden weitere Zeichnungen aufbewahrt. Mit der Handzeichnungssammlung von Marc Rosenberg gelangten im Jahr 1930 einige architektonische Entwürfe Taravals in die Staatliche Kunstbibliothek in Berlin. Die National Gallery of Art in Washington, D.C. besitzt ebenfalls Entwurfszeichnungen, darunter eine Kirchenfassade (um 1768) und Tempelentwürfe (um 1780). Als Folge eigener Entwürfe und Stiche erschien Plusieurs Portails et Portes, composés et gravés par L. G. Taraval (6 Blätter).

Stiche nach fremden Vorlagen

Mitarbeit an Publikationen

  • Als Stecher war Taraval an folgenden Werken beteiligt:
  • Louis-François Cassas: Voyage pittoresque de la Syrie
  • Gabriel-Pierre-Martin Dumont: Recueil de plusieurs parties d’Architecture (ab 1763) sowie Aufnahmen des Pariser Panthéons (1781)
  • Pierre Contant d’Ivry: Les Œuvres d’Architecture (1766 bzw. 1769, siehe Quellenlage)
  • Jean-François-Thérèse Chalgrin: Livre d’Architecture
  • Charles-François Viel: Principles of Order. Darin stach Taraval zehn Tafeln zur Salle de Vente und weiteren Bauten des Mont-de-Piété sowie weitere Tafeln gemeinsam mit Antoine-Joseph Gaitte. Von ihm stammt auch eine Radierung der Pläne und Schnitte des Hôpital Saint-Jacques-du-Haut-Pas in Paris nach Viel (1780).
  • Ollivier: Collection des dessins des poêles
  • Jacques Le Roy stach nach Taraval das Titelblatt für Cauvets Recueil d’Ornemens (1777).

Literatur

Commons: Louis Gustave Taraval – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 L. Hermann-von Eynern: Taraval, Gustave. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Band 32. Leipzig 1938, S. 440–441.