Lunestedt Luunst (niederdeutsch) Gemeinde Beverstedt | ||
|---|---|---|
| Koordinaten: | 53° 26′ N, 8° 45′ O | |
| Höhe: | 2 m ü. NHN | |
| Fläche: | 17,25 km² | |
| Einwohner: | 2562 (31. Dez. 2023) | |
| Bevölkerungsdichte: | 149 Einwohner/km² | |
| Eingemeindung: | 1. November 2011 | |
| Postleitzahl: | 27616 | |
| Vorwahl: | 04748 | |
Lage von Lunestedt in Niedersachsen
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Lunestedt in der Gemeinde Beverstedt | ||
Lunestedt (niederdeutsch Luunst) ist eine Ortschaft in der Einheitsgemeinde Beverstedt im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven, welche 1968 durch eine Gebietsreform aus den zuvor selbständigen Gemeinden Freschluneberg (niederdeutsch Lunbarg) und Westerbeverstedt (niederdeutsch Westerbeverst) hervorging.
Der Ort liegt an dem Flüsschen Lune, einem Nebenfluss der Weser, und an der Bahnstrecke Bremen–Bremerhaven. Der Bahnhof an der 1862 eingerichteten Strecke zwischen Bremen und Geestemünde wurde 1879 eröffnet.
Am Kreuzungsbereich Am Geeren / Breslauer Straße (neuer Name: Zum Waldblick) befindet sich die Senke Westerbeverstedter Kessel, von der Geologen sicher sind, dass es ein Überbleibsel der Eiszeit ist – entweder ein Toteiskessel oder eine Bodeneisbildung.
Nördlich von Lunestedt liegt auf der Nordseite des Dohrener Bachs das Naturschutzgebiet Im Hausbeeken.
| Stinstedt (Einheitsgemeinde Loxstedt) Düring (Einheitsgemeinde Loxstedt) |
Heerstedt | Ortschaft Beverstedt – Ortsteil Wehldorf |
| Ortschaft Beverstedt | ||
| Hollen | Bokel | Stubben |
(Quelle:)
Lunestedt ist unter diesem Namen am 1. Juli 1968 im Zuge der Gebietsreform aus den zuvor selbständigen Gemeinden Freschluneberg und Westerbeverstedt gebildet worden. Westerbeverstedt wurde erstmals 860 zusammen mit einer Reihe anderer Orte der Region zwischen Ems und Elbe in einer Aufzeichnung des Erzbischofs Ansgar über Wunderheilungen am Grab Willehads genannt. Dort ist dokumentiert, worauf der Name Westerbeverstedt beruht: Es gab Biber in der Gegend. Und Westerbeverstedt war das „Dorf Westristan bever igi seti“, das „Dorf der auf der westlichen Biberinsel Sitzenden“. Der Biber steht als Symbol im Wappen Lunestedts und als Holzfigur an der Hauptkreuzung des Ortes bei der Volksbank. Hügel- und Großsteingräber zeugen von wesentlich früherer Besiedlung auf den Geesteinseln nördlich der Lune.
In der Franzosenzeit gehörten Westerbeverstedt und Freschluneberg im Departement der Elbe- und Weser-Mündung zwischen März und Dezember 1810 zum Königreich Westphalen, danach zum Departement der Wesermündungen. Es entstand als eines der drei hanseatischen Departements am 1. Januar 1811 infolge der Annexion des Gebietes durch Frankreich. Nach dem Sieg der Alliierten über Napoléon I. 1814 wurde das Departement wieder Teil des Königreichs Hannover.
Seit 1885 gehörten die Gemeinden Freschluneberg und Westerbeverstedt zum Kreis Geestemünde, Amtsgericht Wesermünde-Geestemünde, Post Freschluneberg, Finanzamt Wesermünde-Land.
Lunestedt wurde 2008 Kreissieger für den Landkreis Cuxhaven im Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft. Die 1150-Jahr-Feier fand im Juni 2010 statt.
1971 wurde die Gemeinde Lunestedt eine der neun Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Beverstedt.
Seit dem 1. November 2011 ist die zuvor selbständige Gemeinde Lunestedt eine Ortschaft in der Einheitsgemeinde Beverstedt.
Freschluneberg und Westerbeverstedt (vor der Bildung von Lunestedt)
| Jahr | 1910 | 1925 | 1933 | 1939 | 1950 | 1956 | 1961 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner Freschluneberg | 333 | 385 | 420 | 419 | 733 | 618 | 616 |
| Einwohner Westerbeverstedt | 368 | 544 | 576 | 561 | 1036 | 1082 | 1118 |
| Quelle | |||||||
Lunestedt
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¹ jeweils zum 31. Dezember
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Die St. Ansgari-Kirchengemeinde Lunestedt ist eine evangelische Kirchengemeinde im Kirchenkreis Wesermünde-Süd des Sprengels Stade. Seit dem 1. Januar 2024 bilden die Kirchengemeinden Lunestedt, Beverstedt und Altuneberg die neue „Dreieinigkeits-Gesamtkirchengemeinde Altluneberg-Beverstedt-Lunestedt“.
Auf kommunaler Ebene wird die Ortschaft Lunestedt vom Beverstedter Gemeinderat vertreten.
Der Ortsvorsteher von Lunestedt ist Thorsten Steinberg (CDU). Die Amtszeit läuft von 2021 bis 2026.
Die unteren Wappenentwürfe der Ortsteile verschmolzen im Jahre 1968 zu dem neuen Lunestedter Kommunalwappen.
| Blasonierung: „In Grün über blauem, mit silbernem Wellenbalken bedeckten Schildfuß, ein steigender goldener Biber, heraldisch links von einer zunehmenden silbernen Mondsichel begleitet.“ | |
| Wappenbegründung: Der Biber erinnert an die Bedeutung des mittelniederdeutschen Wortes „bever“. Die zunehmende Mondsichel weist auf die Deutung „fresch = neu“ hin, der blaue Schildfuß mit dem silbernen Wellenbalken auf die Lune. |
Die beiden Wappenentwürfe der zusammengelegten Ortsteile Freschluneberg und Westerbeverstedt stammen von dem Heraldiker und Wappenmaler Albert de Badrihaye, der zahlreiche Wappen im Landkreis Cuxhaven erschaffen hat.
Westerbeverstedt |
Freschluneberg |
Lunestedt ist ein Dorf mit viel Grün; Neubaugebiete sind durch Fuß- und Radwege strukturiert. An mehreren Stellen stehen Bäume mitten auf der Straße. 13 Feldgehölze wurden vor mehr als 15 Jahren in Lunestedts Feldmark angelegt. Im jährlich von den Vereinen des Ortes durchgeführten „Umwelttag“ sind mehr als 60.000 Bäume gepflanzt und die Landschaft gepflegt worden. Das Otterbiotop (ehemalige Teichkläranlage) an der Lune wird instand gehalten vom Forum Natur-Lunekring. Die Gruppe legte auch einen Naturlehrpfad an. Lunestedt ist bekannt für die Japanische Kirschblüte im Frühjahr: Die Straßen Zum Lunebogen und Heerstedter Straße sind zum Teil alleehaft mit Bäumen der Japanischen Blütenkirsche bepflanzt.
Die Lune war bis Anfang des 17. Jahrhunderts von der Mündung aufwärts bis Beverstedt-Deelbrügge mit Schiffen befahrbar. Heute ist der Fluss mit dem Kanu befahrbar.
(siehe auch die Seite „Vereinsleben“ auf der Seite der Gemeinde Beverstedt)
Zum Schwimmen stand in den 1960er Jahren die Baggerkuhle – am Wegesrand nach Düring gelegen – zur Verfügung. Heute ist das 1975 eröffnete Lubibad das einzige Bad im südlichen Kreis Cuxhaven mit wettkampfgerechten Bahnen.
In Lunestedt werden 1270 ha der Gemeindefläche (etwa 75 %) landwirtschaftlich als Acker- und Grünland genutzt. 13 Betriebe haben eine Größe zwischen 20 und 100 Hektar. Aufgrund der günstigen Verkehrsverbindungen und einer regen Bautätigkeit ist mit einem stetigen Anwachsen der Bevölkerung zu rechnen. An der Straße „Zum Lunebogen“ (früher: Bahnhofstraße) befindet sich ein Gewerbegebiet mit einer Möbelfabrikation und der Zentrale einer landwirtschaftlichen Genossenschaft. Im neu ausgewiesenen Gewerbegebiet „Ortsmitte“ (am Bahnhof) nutzen erste Betriebe die Erweiterungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, u. a. eine Spedition. An der Straße nach Heyerhöfen befindet sich eine Biogas-Anlage, eine zweite „Am Geeren“.
Im Ort gibt es einen Einkaufsmarkt, zwei Schlachtereien, eine Bäckerei-Verkaufsstelle, eine Apotheke und zwei Restaurants. Zwei Reiterhöfe gibt es in Lunestedt. Nachdem die Filiale der Wespa geschlossen wurde, gibt es nur noch am ehemaligen Standort der Volksbank Bremerhaven-Cuxland einen Geldautomaten. In Bahnhofsnähe gibt es eine Kfz-Werkstatt und eine Spedition. Eine Hausärztin, zwei Zahnarztpraxen sowie ein Fitness-Studio stellen die Gesundheit der Bevölkerung sicher. Seit Sommer 2013 gibt es auch einen Tierarzt im ehemaligen Gemeindebüro. Zudem existiert eine Heilpraktiker-Praxis. Insgesamt werden 220 Arbeitsplätze im Ort vorgehalten.
Lunestedter Betriebe hatten sich zum inzwischen aufgelösten Gewerbeverein zusammengeschlossen.
2014/15 wurde in Lunestedt (z. T. in Heerstedt und Stinstedt) der Windpark Lunestedt/Heerstedt gebaut: 14 Windkraftanlagen, mit einer Höhe von 150 m, einer Leistung von 38,5 MW. Die Stromproduktion von 85.000.000 kWh/Jahr reicht, um 24.000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Investiert wurden 67.000.000 Euro. 5 % der Summe, die an die Eigentümer der Grundstücke ausgeschüttet werden, zahlt der Betreiber an den gemeinnützigen Förderverein Windpark Lunestedt, der das Geld (etwa 13.000 Euro jährlich) für soziale Projekte im Ort ausgibt. Gebaut wurde der Park von dem 1990 in Bremerhaven gegründeten Unternehmen Energiekontor, nach der Inbetriebnahme wurde er an Capital Stage AG (Hamburg) verkauft. Die Abwicklung des Betriebs verblieb aber in Händen von Energiekontor.
Lunestedt hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Bremen–Bremerhaven. Im Stundentakt fahren seit dem 12. Dezember 2010 nicht mehr Regionalbahnen, sondern Regio-S-Bahnen der Linie RS 2 nach Bremen und Bremerhaven.
| Linie | Verlauf | Takt |
|---|---|---|
| RS 2 | Bremerhaven-Lehe – Bremerhaven Hbf – Bremerhaven-Wulsdorf – Loxstedt – Lunestedt – Stubben – Lübberstedt – Oldenbüttel – Osterholz-Scharmbeck – Ritterhude – Bremen-Burg – Bremen Hbf – Bremen-Hemelingen – Dreye – Kirchweyhe – Barrien – Syke – Bramstedt (b Syke) – Bassum – Twistringen Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2023 | 60 min 30 min (Bremen Hbf–Bremerhaven-Lehe in der HVZ-Lastrichtung) |
Ein Taxi-Unternehmen sorgt für Mobilität ohne Fahrplan, und das Anrufsammel-Taxi (AST) fährt fahrplanmäßig innerhalb der Gemeinde (seit dem 1. September 2008). Dieses verkehrt an allen Tagen der Woche (auch Schulferien).
Die Bundesautobahn A 27 verläuft elf Kilometer westlich. Die A 22 (jetzt: A 20) sollte ab 2020 an der Ortsgrenze zu Heerstedt verlaufen.