Marian Gurtler

Marian Gurtler OSB (getauft 29. Mai 1703 in Blindenmarkt; † 29. Mai 1766 in Melk) war ein österreichischer Benediktiner, Violinist und Regens Chori des Stiftes Melk.

Leben

Marian Gurtler wurde am 29. Mai 1703 in Blindenmarkt auf den Namen Johannes Antonius getauft. Der Vater Georg Leopold Gurtler ist in der Taufmatrikel als Marktrichter des Ortes benannt und stammte aus Pöggstall, wo sein Vater wiederum Tuchscherer und Ratsbürger war. Marian Gurtlers Mutter Polixena war in erster Ehe mit dem Blindenmarkter Bäcker und Ratsbürger Franz Lang verheiratet.

Am 3. Jänner 1723, dem Festtag Jesu Namen, feierte Marian Gurtler gemeinsam mit dem gleichaltrigen Anselm Steyrer seine Profess. Seine Primiz fand am Gedenktag des Heiligen Benedikt, dem 21. März 1729 statt.

Zunächst war Gurtler als Vikar in der Melker Stiftspfarre Wullersdorf eingesetzt, anschließend als Pfarrer in Gainfarn. Nach dem Tod des Abtes Berthold Dietmayr wurde er am 29. November 1739 in das Kloster zurückberufen und der neue Abt Adrian Plieml übertrug ihm das Amt des Regens Chori. Dieses hatte er 21 Jahre lang bis zum 2. Juli 1760 inne. Zugleich war Gurtler von 1741 bis 1761 als instructor in cantu chorali für die Unterweisung der Mönche im Choralgesang zuständig.

Gurtler starb an seinem Tauftag 1766 in der äußeren Küche, deren Präfekt er seit 1760 war. Als Todesursache wird ein Gangrän genannt.

Wirken

Zwar geht aus zeitgenössischen Quellen hervor, dass Marian Gurtler während seiner Zeit als Regens Chori auch komponierte, jedoch haben sich keine seiner Werke erhalten. Er könnte ein Kompositionsschüler des vormaligen Chorleiters Albert Baumgartner gewesen sein. Im Bereich der Kirchenmusik wird eine neue Messe aus seiner Feder erwähnt. Unter seinen säkularen Kompositionen befanden sich jedenfalls vier Werke für das Melker Theater, die zwischen 1746 und 1754 entstanden.

Neben seiner Tätigkeit als Chorleiter war Gurtler Violinist und unterrichtete das Instrument auch im Melker Alumnat. Als sein bekanntester Geigenschüler galt Marian Paradeiser, der auch den Ordensnamen Gurtlers übernahm. Ferner zählten der spätere Stiftsorganist Johann Georg Albrechtsberger sowie seine beiden Nachfolger als Chorregenten P. Cajetan Dotzauer und P. Robert Kimmerling zu seinen Schülern.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Taufbuch - 01/02 | St. Georgen am Ybbsfelde | Niederösterreich (Westen): Rk. Diözese St. Pölten | Österreich | Matricula Online. Abgerufen am 12. Juli 2026.
  2. ↑ Tauf-, Trauungs- und Sterbebuch - 01,2,3/03 | Pöggstall | Niederösterreich (Westen): Rk. Diözese St. Pölten | Österreich | Matricula Online. Abgerufen am 12. Juli 2026.
  3. ↑ AT-StiAM (Stiftsarchiv Melk), Professbuch, S. 67.
  4. ↑ AT-StiAM (Stiftsarchiv Melk), Professbuch, S. 67.
  5. ↑ AT-StiAM (Stiftsarchiv Melk), Prioratsephemeriden, Konventregister 1741–1761.
  6. ↑ AT-StiAM (Stiftsarchiv Melk), Professbuch, S. 67.
  7. ↑ Robert N. Freeman: The Practice of Music at Melk Abbey. Based Upon the Documents, 1681–1826 (= Othmar Wessely [Hrsg.]: Veröffentlichungen der Kommission für Musikforschung. Band 23). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1989, ISBN 3-7001-1684-5, S. 53.
  8. ↑ AT-StiAM (Stiftsarchiv Melk), Prioratsephemeriden Bd. 15, S. 18 [06.01.1751].
  9. ↑ Robert N. Freeman: The Practice of Music at Melk Abbey. Based Upon the Documents, 1681–1826. S. 53.
  10. ↑ Robert N. Freeman: The Practice of Music at Melk Abbey. Based Upon the Documents, 1681–1826. S. 54–55, 92, 135.
Personendaten
NAME Gurtler, Marian
ALTERNATIVNAMEN Gurtler, Johannes Antonius (Taufname)
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Benediktiner, Violinist und Regens Chori des Stiftes Melk
GEBURTSDATUM getauft 29. Mai 1703
GEBURTSORT getauft Blindenmarkt
STERBEDATUM 29. Mai 1766
STERBEORT Melk