| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 48° 0′ N, 9° 7′ O | |
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Tübingen | |
| Landkreis: | Sigmaringen | |
| Höhe: | 616 m ü. NHN | |
| Fläche: | 76,22 km² | |
| Einwohner: | 8776 (31. Dez. 2025) | |
| Bevölkerungsdichte: | 115 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 88605 | |
| Vorwahlen: | 07570, 07575, 07578 | |
| Kfz-Kennzeichen: | SIG, SLG, STO, ÜB | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 4 37 078 | |
| Stadtgliederung: | 11 Teilorte | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Conradin-Kreutzer-Str. 1 88605 Meßkirch | |
| Website: | www.messkirch.de | |
| Bürgermeister: | Arne Zwick | |
| Lage der Stadt Meßkirch im Landkreis Sigmaringen | ||
Meßkirch ([] im Meßkircher Dialekt []) ist eine Kleinstadt im Landkreis Sigmaringen in Baden-Württemberg. Die Stadt liegt im westlichen Oberschwaben südwestlich von Sigmaringen zwischen der Donau und dem Bodensee. Der ehemalige Hauptort der zimmerischen Herrschaft Meßkirch kam in Erbfolge zum Fürstentum Fürstenberg und mit der Mediatisierung zu Baden.
Meßkirch liegt an der Nahtstelle von Schwäbischer Alb und voralpiner Moränenlandschaft zwischen der Oberen Donau und dem westlichen Bodensee. Die Gemarkungsfläche umfasst rund 7624 Hektar (Stand: 31. Dezember 2010).
Die Stadt wird von der Ablach durchflossen, die an der Europäischen Wasserscheide entspringt und in die Donau mündet. In der Stadt selbst mündet der Grabenbach in die Ablach. Nordwestlich der Stadt erhebt sich bis fast 900 Meter der Südliche Heuberg.
Nachbargemeinden sind Sigmaringen und Inzigkofen im Norden, Krauchenwies im Osten, Wald und Sauldorf im Süden sowie Leibertingen im Westen.
Die Stadt besteht aus der Kernstadt Meßkirch (mit Igelswies und Schnerkingen) und den Teilorten Dietershofen (mit Buffenhofen), Heudorf, Langenhart, Menningen (mit Leitishofen), Rengetsweiler, Ringgenbach und Rohrdorf.
| Wappen | Teilort | Einwohner (Stand: 1. Januar 2025) | Fläche (Stand: 31. Dezember 2010) | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| gesamt | männl. | weibl. | ||||
| Meßkirch mit Igelswies und Schnerkingen | 5983 | 3021 | 2962 | 2465 ha davon 297 ha und 700 ha | 24.652.478 m² | |
| Dietershofen mit Buffenhofen | 136 | 74 | 62 | 405 ha | 4.050.684 m² | |
| Heudorf | 355 | 179 | 176 | 787 ha | 7.873.727 m² | |
| Langenhart | 239 | 119 | 120 | 435 ha | 4.354.061 m² | |
| Menningen mit Leitishofen | 417 | 209 | 208 | 916 ha | 9.164.044 m² | |
| Rengetsweiler | 409 | 232 | 177 | 505 ha | 5.045.149 m² | |
| Ringgenbach | 208 | 100 | 108 | 499 ha | 4.989.438 m² | |
| Rohrdorf | 919 | 471 | 447 | 1611 ha | 16.112.147 m² | |
Nördlich von Rohrdorf liegt das Naturschutzgebiet Kreuzbühl.
Südlich von Meßkirch hat die Stadt Anteile am FFH-Gebiet Ablach, Baggerseen und Waltere Moor, das Felsentäle sowie ein Fledermausquartier in Menningen gehören zum FFH-Gebiet Riede und Gewässer bei Mengen und Pfullendorf.
Meßkirch gehört außerdem zum Naturpark Obere Donau.

Die Besiedlungsgeschichte des Meßkircher Raums reicht 3000 Jahre zurück. Die ältesten menschlichen Spuren auf Meßkircher Gemarkung stammen aus der Bronzezeit. Grabhügel im Bichtlinger Wald oder auf dem Dreibühl im Schnerkinger Wald zeigen, dass das Gebiet schon in der Hallstattzeit (um 9. bis 5. Jahrhundert vor Christus) relativ dicht besiedelt war. Des Weiteren findet sich bei Ringgenbach eine Gruppe von sieben hallstattzeitlichen Grabhügeln, im Wald Hackenberg zwischen Engelswies und Rohrdorf ein weiterer Grabhügel mit einem Durchmesser von 18 und einer Höhe von 3,6 Metern, am Buhlen und dem Ehnried. Die Siedlungskontinuität setzt sich mit der Latènezeit fort: Im Wald Birkstock in der Nähe von Heudorf fand sich unweit einer Doline eine gut erhaltene keltische Viereckschanze mit Seitenlängen von 73, 91, 62 und 93 Metern.
Nach den Kelten kamen die Römer. Diese hatten im Jahr 15 v. Chr. die Gegend in Besitz genommen. Unter Kaiser Vespasian ist 70/71 n. Chr. eine Militär- und Fernstraße von Argentoratum (Straßburg) nach Augusta Vindelicorum (Augsburg) erbaut worden, die über das Kinzigtal und Brigobannis (Hüfingen) entlang des Danuvius (Donau) verlief. Nicht weit von der als Donausüdstraße bezeichneten Straße liegt die so genannte Altstadt bei Heudorf, das größte bekannte römische Landgut in Südwestdeutschland. Das Land ist an Militärveteranen ausgegeben worden, wobei der Besitzer des Hofes aufgrund einer Weihe-Inschrift auf einem Altarstein bekannt und somit der älteste namentlich bekannte Meßkircher ist: Marcus Aurelius Honoratius Pankratius. Bemerkenswert an diesem römischen Gutshof ist vor allem ein 1978 entdecktes Fresko, das sich heute im Landesmuseum Württemberg in Stuttgart befindet: die Venus von Meßkirch. Zur Datierung: Die älteste Münze zeigt Kaiser Vespasian und entstand um das Jahr 70, die letzte zeigt Caracalla und stammt aus dem Jahr 210. In jenem Jahr hatten die Alamannen erstmals den Limes überschritten. 270 dann hatten sich die Römer endgültig südwärts hinter den Rhein zurückgezogen. Der Gutshof ist vermutlich einem der ersten Vorstöße bei der Alamannischen Landnahme ab 233 zum Opfer gefallen.
Die frühen Alamannen sind eher Viehzüchter und Ackerbauern gewesen und hatten sich, anders als die Römer, entlang der Flussläufe angesiedelt. Darauf, dass diese Siedlungen alamannischen Ursprungs sind, weisen die Suffixe der Ortsnamen entlang der Ablach mit -ingen hin, die stets nach dem Hofgründer benannt sind. Nach der Eingliederung des alamannischen Herrschaftsgebiets in das Frankenreich nach 496 sind Orte mit der Endung -heim an siedlungsgeographisch günstigen Stellen gegründet worden (beispielsweise Thalheim), später folgten an weniger günstigen Stellen Orte mit der Endung -dorf (zum Beispiel Sauldorf). Phasenweise hatten sich von den Altsiedelorten aus der weitere Landesausbau und die Rodung der weiten Wälder vollzogen. Besonders nachvollziehbar ist dies am Beispiel Menningen, wo entlang des Ringgenbachs die Orte Leitishofen, Kogenhofen (Ringgenbach), Buffenhofen und Dietershofen entstanden sind. Die im 8. Jahrhundert gegründeten Orte mit der Endung -weiler sind die letzten gewesen. Die alten Dörfer lagen fast alle westlich der Ablach, östlich findet man vor allem junge Gründungen. Zwei Lanzenspitzen aus der Merowingerzeit weisen auf eine Besiedlung im 7. Jahrhundert hin.

Meßkirch wurde erstmals in der Vita des um 965 geborenen Heiligen Heimerad genannt. Um 1080 wurde die Lebensgeschichte des Pilgermönchs aufgeschrieben. In ihr wird sein Geburtsort als Ort in Oberschwaben erwähnt, der Messankilche heißt. Ein Ort mit einer Kirche in der die heilige Messe gefeiert wurde. Die Martinskirche stammt aus der Zeit der Christianisierung im 8. Jahrhundert. Sie und die drei Peter-und-Paul-Kirchen in der Umgebung deuten auf eine Sonderstellung von Meßkirch als Zentralort der Missionierung im 8. Jahrhundert hin. Das älteste erhaltene Siegel ist eines der Meßkircher Schneiderzunft aus dem Jahr 1050. 1201 war vom Meßkircher Fruchtmaß die Rede. Der Kirchort Meßkirch war damals Teil der Herrschaft der Grafen von Rohrdorf. Nach dem Erlöschen des Grafengeschlechts 1210 wurde ein Großteil der Herrschaft einschließlich Meßkirch an eine Nebenlinie der Truchsessen von Waldburg verkauft, die sich daraufhin Truchsessen von Waldburg zu Rohrdorf nannten.
Im 12. oder 13. Jahrhundert wandelte sich Meßkirch zur Marktsiedlung der Herrschaft. Das Marktrecht ist urkundlich seit 1241 bezeugt, das Stadtrecht in einer Salemer Urkunde seit 1261. Das Stadtrecht ist im Kontext der Stadtgründungen im Bodenseeraum zu sehen. Für die Entwicklung der Stadt spielten zum einen die Lage an einer Furt und an zwei Überlandstraßen eine Rolle, zum anderen um das Jahr 1300 die Verlagerung des Herrschaftssitzes der Truchsesse von der Benzenburg bei Rohrdorf nach Meßkirch, das damit zur Residenz wurde. Seitdem nannte sich die Familie Truchsessen von Waldburg zu Meßkirch. Es folgte der Abbruch der Benzenburg und der Neubau der Burg (Altes Schloss), sowie der Bau der inneren und äußeren Stadtmauer mit zwei Stadttoren. Im Mittelalter umfasste die Stadtmauer schon das Grabenviertel. Keramikfunde aus dem Bereich westlich der Stadtkirche bezeugen, dass dies der ältere Teil der Stadt ist.
Die zimbrische Herrschaft Meßkirch begann 1319 mit der Heirat des Freiherrn Werner von Zimmern des Älteren (1289–1384) mit Anna Truchsessin von Rohrdorf († 1350). Nach ihrem Tod wurde Meßkirch 1351 durch Erbfolge Residenz der Herren von Zimmern (seit 1538 Grafen von Zimmern), was final im Jahre 1354 durch Kauf der Herrschaft bestätigt wurde. Die Herrschaft umfasste die Stadt Meßkirch und ihre sechs Stammdörfer Rohrdorf, Heudorf, Schnerkingen, Wackershofen sowie Ober- und Unterbichtlingen. Die Zimmern verschafften dem kleinen Ort durch künstlerisches, literarisches und wissenschaftliches Interesse über Generationen hinweg großes Ansehen.
Unter Meßkirchs erstem Landesherrn Werner von Zimmern und dessen zweiter Ehefrau Brigitte von Gundelfingen († 1404) kam es zu einer Abwanderung von Bürgern in die benachbarten Reichsstädte, unter anderem Konstanz, Überlingen und Ravensburg. Grund waren die erhobenen Steuern, Fronen und andere Dienste zum Nutzen des Landesherren. Eine Rückkehr der Bürger konnte erst erreicht werden, indem Werner die Untertanen für frei erklärte. Gottfried Werner von Zimmern (1484–1554) errichtete die spätgotische St. Martinskirche (später barock umgestaltet). Unter Graf Froben Christoph von Zimmern (1519–1566), Verfasser der „Zimmerischen Chronik“, erfuhr Meßkirch eine Blüte, die Stadt wuchs und wurde um die so genannte Vorstadt erweitert. Zudem ließ er das Schloss im Stile der italienischen Renaissance als Vierflügelanlage umgestalten und das Spital und viele andere Gebäude bauen.
Bis zum Bauernkrieg 1525 lagen die Machtverhältnisse noch zugunsten der Bürger. 1594 erlosch das Geschlecht der Grafen von Zimmern mit dem Tod von Graf Wilhelm von Zimmern (1549–1594) im Mannesstamm und kam über eine Schwester des letzten Grafen an die Grafen von Helfenstein, Freiherren zu Gundelfingen. 1627 kam die Stadt unter die Herrschaft der Meßkircher Linie der Fürsten zu Fürstenberg.
In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts hatte Meßkirch weniger als 1000 Einwohner. Der 1716 in den Fürstenstand erhobene Graf Froben Ferdinand von Fürstenberg-Mößkirch (1664–1741) stieg in den Diensten von Kaiser Karl VI. bis zum kaiserlichen Prinzipalkommissar am Regensburger Reichstag auf, als Bauherr und Mäzen zog er Baumeister und Künstler von überregionalem Rang in seine Residenzstadt, die sich zu einer der glanzvollsten Fürstenresidenzen in Südwestdeutschland entwickelte. Mittelpunkt dieses frühneuzeitlichen Territorialkomplexes war die Residenz Meßkirch mit ihrem noch auf die Grafen von Zimmern zurückgehenden Renaissanceschloss aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Hier standen Fürst Froben Ferdinand und seiner Familie um 1720 ein Hofstaat und eine Zentralverwaltung von rund 80 Bediensteten zur Verfügung. Die enormen Ausgaben für die fürstliche Repräsentation, Hofhaltung und zumal die Bautätigkeit bescherten den Meßkircher Handwerkern und Händlern beständige Einkünfte. Hof und fürstliche Verwaltung waren die wichtigsten Arbeitgeber der Stadt.
Als im Jahr 1744 Karl Friedrich von Fürstenberg-Mößkirch (1714–1744) starb und mit ihm die Meßkircher Linie der Fürsten von Fürstenberg, stellte sich ein abruptes Ende in der Entwicklung der Stadt als Residenz ein. Als die Donaueschinger Linie der Fürstenberger Meßkirch übernahm, verlor die Stadt Hofhaltung und Regierungsbehörden, mit schweren wirtschaftlichen Konsequenzen. Meßkirch war also nicht mehr Residenz, gehörte aber weiterhin zu dem Fürstentum.

Am 5. Mai 1800 fand der als Schlacht bei Meßkirch bekannte militärische Zusammenstoß zwischen französischen und österreichischen Truppen im Zweiten Koalitionskrieg statt. An die blutige Schlacht, die im Meßkircher Raum tiefe Spuren hinterließ, erinnert eine Inschrift mit dem Namen Meßkirchs (MOESKIRCH) am Arc de Triomphe in Paris.
Nach Säkularisation und Mediatisierung 1803 ging das Fürstentum Fürstenberg im Jahr 1806 im neu gegründeten Großherzogtum Baden auf. Die Stadt war bis 1936 badische Oberamtstadt.
In der Stadt kämpften im so genannten „Meßkircher Zeitungskrieg“, beginnend während des Badischen Kulturkampfs bis zur Zeit des Nationalsozialismus im Jahr 1933, zwei Lager um die Macht, das katholische Zentrum und die Liberalen. Zwei Lokalzeitungen, seit 1872 der liberale Oberbadische Grenzbote und seit 1898 das katholische Heuberger Volksblatt, versuchten die Position des eigenen Lagers zu stärken und das des anderen zu schwächen.
Am 16. November 1911 erschütterte um 22.25 Uhr ein schweres Erdbeben die Region. An den Häusern entstanden Risse, Schornsteine stürzten um, an der Liebfrauenkapelle entstand ein 15 Zentimeter breiter Riss an der Westwand, Sandsteinverzierungen fielen vom Rathausgiebel auf die Straße, in den umliegenden Orten werden vor allem Kirchtürme beschädigt.
Im Zuge der nationalsozialistischen Verwaltungsreform im Landeskommissärbezirk Konstanz wurde der Amtsbezirk Meßkirch 1936 aufgelöst, womit die Stadt Meßkirch dem Oberamt Stockach angegliedert wurde. Aus diesem entstand 1939 der Landkreis Stockach.
In der Zeit des Nationalsozialismus wurde auf dem Areal der ehemaligen Schuhfabrik Eyrich, die in den Wirtschaftskrisen der 1920er Jahre schließen musste, dem heutigen Bizerba-Gelände, ein Reichsarbeitsdienstlager des Reichsarbeitsdienstes (RAD) errichtet.
Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Meßkirch am 22. Februar 1945, im Rahmen der alliierten Operation Clarion, eines gemeinsamen Unternehmens der US-amerikanischen und britischen Luftstreitkräfte, Ziel eines Luftangriffes. Gegen 12 Uhr überflogen sieben Jagdbomber vom Typ „De Havilland D.H.98 Mosquito“ das Bahnhofsgelände und nahmen einen Güterzug und eine Rangierlok unter Beschuss. Zwei Stunden später kam es zu einem weiteren Luftangriff. Ziel der 442nd Squadron der 320th Bombardment Group der United States Army Air Forces mit sieben Mittelstreckenbombern vom Typ Martin B-26 „Marauder“ aus dem lothringischen Épinal unter dem Kommando von Captain Lafayette R. Welsh war der Meßkircher Bahnhof. Kurz nach 14 Uhr schlugen circa 42 Bomben im Primärziel Bahnhof ein. Aber auch in der Ortsmitte, das heißt in der Bahnhofstraße, in der Museumstraße und in der unteren Hauptstraße, wurden zwei Wohngebäude zerstört, 24 schwer und 80 leicht beschädigt. Durch Sprengbomben direkt und indirekt durch sieben Bomben mit Zeitzünder (6 und 12 Stunden Langzeitverzögerung) kamen 35 Menschen, unter anderem beim Löschen und Bergen, ums Leben, 93 wurden verwundet. Die meisten der Opfer waren Frauen und Kinder. Bei manchen Toten wurde die Identität nie geklärt, weil sich viele Fremdarbeiter und Soldaten in der Stadt befanden, sie wurden in einem bis heute erhaltenen Massengrab auf dem Meßkircher Friedhof beigesetzt.
Am 22. April 1945 wurde die Stadt durch französische Truppen besetzt. Bis 1949 gehörte Meßkirch zur Französischen Besatzungszone.

Bis 1949 gehörte Meßkirch zur Französischen Besatzungszone. Vom 1. Dezember 1945 an gehörte Meßkirch zu Baden (Südbaden) das am 23. Mai 1949 der Bundesrepublik Deutschland beitrat. Mit der Gründung Baden-Württembergs wurde Meßkirch am 25. April 1952 Teil von Baden-Württemberg.
Mit der Kreis- und Verwaltungsreform vom 1. Januar 1973 wurde der seit 1952 zum Regierungsbezirk Südbaden mit Sitz in Freiburg im Breisgau gehörende Landkreis Stockach aufgelöst. Meßkirch wurde dem Landkreis Sigmaringen zugeordnet, welcher zum Regierungsbezirk Tübingen gehört. Die ehemals badische Amtsstadt verlor im Zuge der Reformen zahlreiche Behörden und Schulen und andere wichtige Einrichtungen, darunter auch das Kreiskrankenhaus, das Amtsgericht und die Berufsschulen.
1964 wurde der Bodenseesender, eine Sendeanlage für Mittelwelle und bis 2004 auch Kurzwelle, errichtet. Diese Anlage wurde 1977/78 umgebaut und 2013 demontiert.
Nach dem Zusammenbruch zweier Unternehmen stieg im Dezember 1983 die Arbeitslosigkeit in Meßkirch auf einen Negativrekord von 17 Prozent.
Am 1. April 1936 wurde die Gemeinde Schnerkingen nach Meßkirch eingemeindet. Am 1. Dezember 1971 wurde Igelswies auf eigenen Wunsch in die Stadt Meßkirch eingemeindet und wechselte damit auch vom Landkreis Sigmaringen zum damaligen Landkreis Stockach. Die ehemaligen Nachbargemeinden Heudorf bei Meßkirch, Langenhart, Menningen und Rohrdorf wurden am 1. Januar 1974 ebenfalls auf eigenen Wunsch eingemeindet. Die ehemaligen Nachbargemeinden Dietershofen, Ringgenbach und Rengetsweiler sind seit der Gemeindereform vom 1. Januar 1975 ebenfalls Teilorte von Meßkirch, wobei Dietershofen und Ringgenbach freiwillig eingemeindet wurden. Rengetsweiler unterlag mit seiner Klage gegen die Eingemeindung vor dem Staatsgerichtshof.

| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1855 | 1678 |
| 1858 | 1728 |
| 1910 | 2240 |
| 1961 | 3770 |
| 1970 | 4514 |
| 1991 | 7913 |
| 1995 | 8711 |
| 2005 | 8583 |
| 2010 | 8291 |
| 2015 | 8302 |
| 2020 | 8428 |
Ohne die eingemeindeten Ortsteile zu berücksichtigen, wuchs die Einwohnerzahl von Meßkirch vom 31. Dezember 1910 bis zum 31. Dezember 2010 um 3420.
Meßkirchs Bevölkerung ist überwiegend römisch-katholischer Konfession. Die katholische Kirchengemeinde ist über das Dekanat Sigmaringen-Meßkirch der Erzdiözese Freiburg zugehörig. Daneben gibt es eine Kirchengemeinde der Evangelischen Landeskirche in Baden sowie Gemeinden der Mennoniten, der Zeugen Jehovas, der Neuapostolischen Kirche und die altkatholische Gemeinde Sauldorf-Meßkirch. 1991 haben türkische Zuwanderer eine islamische Gemeinde gegründet. Der Türkisch-Islamische Kulturverein hat eine Moschee in der Mengenerstraße errichtet.
Für das Mittelalter ist in Meßkirch eine kleine jüdische Gemeinde verzeichnet. Sie wurde in der Pestverfolgung 1348/49 vernichtet. Erst nach den Emanzipationsgesetzen von 1862 ließen sich in der Stadt wieder Juden nieder. 1875 bekannten sich acht Einwohner der Stadt zum jüdischen Glauben, 1900 elf und 1910 neun. Die Meßkircher Juden gehörten zur jüdischen Gemeinde Gailingen. Wegen des weiten Weges zur dortigen Synagoge hatten sie in Meßkirch einen eigenen Versammlungs- und Gebetsraum in der Tuttlinger Straße. Das jüdische Gemeindeleben erlosch Ende der 1920er Jahre, als die letzten Juden die Stadt verließen. Die Volkszählung von 1925 verzeichnet keine Juden mehr.

Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 55,6 % (+ 2,6 %) zu folgendem Ergebnis:
| Partei / Liste | Stimmenanteil | +/− %p | Sitze | +/− |
| CDU | 56,3 % | + 7,3 | 11 | + 2 |
| FWV | 21,6 % | + 1,0 | 4 | ± 0 |
| Grüne | 20,4 % | − 7,5 | 2 | − 2 |
| SPD | 8,2 % | − 0,9 | 2 | ± 0 |
Die Stadt Meßkirch hat die Unechte Teilortswahl, das heißt, es werden für den Bezirk Meßkirch Stadt, Igelswies und Schnerkingen (Wohnbezirk I) zwölf, für die Teilorte Heudorf, Rohrdorf und Langenhart (Wohnbezirk II), sowie Menningen, Ringgenbach, Dietershofen und Rengetsweiler (Wohnbezirk III) jeweils drei Gemeinderäte gewählt. Aufgrund dieser Regelung ist die Zahl der Stadträte wegen der Wahl 2024 von 20 auf 19 reduziert worden.
Mit Leibertingen und Sauldorf bildet Meßkirch eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft.
| Blasonierung: „In Blau ein dreischwänziger, rot bezungter goldener (gelber) Löwe, der in den Pranken einen halbkreisförmig vorgebogenen roten Schaft hält, an dem zwischen den Pranken das silberne (weiße) Blatt einer Hellebarde befestigt ist.“ | |
| Wappenbegründung: Die ursprünglich den Truchsessen von Waldburg-Rohrdorf gehörige Stadt führte am Ende des 13. Jahrhunderts ein Siegel mit dem Wappen dieses Geschlechts. Nachdem sie 1351 an die Freiherren und späteren Grafen von Zimmern gekommen war, wurde deren Wappen – ein Löwe mit Streitaxt – in den Stadtsiegeln abgebildet. Als diese Familie 1594 ausstarb, galt ihr Wappen offenbar schon so sehr als Kennzeichnen der Stadt Meßkirch, dass es als solches alle folgenden Herrschaftswechsel überdauerte. |
Meßkirch liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße und der Hohenzollernstraße. Die Kommune ist dem Tourismusverband „Donaubergland“ angeschlossen.




Der Verein Karolingische Klosterstadt erbaut in Anlehnung an den weltberühmten Klosterplan von Sankt Gallen die Klosterstadt Campus Galli der Karolingerzeit. Der Campus Galli soll in seiner Gesamtheit in einer Bauzeit von rund 40 Jahren entstehen, ausschließlich mit den technischen Mitteln des 9. Jahrhunderts. Seit dem 22. Juni 2013 ist die Baustelle für Besucher geöffnet, die vor Ort Schritt für Schritt am Entstehen der Klosterstadt teilhaben können. Der Campus ist als dynamisches Freilichtmuseum erlebbar.

Meßkirch


In der Fastnachtszeit gibt es den Meßkircher Katzendreck, einen Biskuitboden mit einer Masse unter anderem aus Sahne, Butter, Schokolade, Nüssen und Rum, sowie die Katzenpfoten und in Schnerkingen den Rälle-Dreck.
In Meßkirch kreuzen sich die Bundesstraßen 311 (Geisingen – Tuttlingen – Ulm) und 313 (Plochingen – Sigmaringen – Stockach).
Meßkirch liegt an der Hegau-Ablachtal-Bahn von Mengen nach Stockach und Radolfzell. Zwischen Mengen und Stockach wurde bereits 1954 der Personen- und 1960 der Gesamtverkehr eingestellt. Um die Strecke wieder zu reaktivieren, hat die Stadt Meßkirch zusammen mit der Gemeinde Sauldorf Ende Dezember 2020 den Streckenabschnitt Stockach–Mengen gekauft und betreibt ihn seit 1. März 2021 als Eisenbahninfrastrukturunternehmen. Seit Sommer 2021 wird die Strecke als Freizeitbahn unter dem Namen Biberbahn betrieben, an Wochenenden gibt es von Mai bis Oktober drei Mal täglich Fahrten.
Über Alltagsrouten aus dem Radnetz Baden-Württemberg ist Meßkirch
Meßkirch liegt am Hohenzollern-Radweg, einem Fernradweg, der vom Bodensee über die hohenzollerischen Städte Sigmaringen und Hechingen nach Weinstadt im Rems-Murr-Kreis führt. Er verläuft dabei vom Bahnhof Schwackenreute über den Sauldorfer Ortsteil Unterbichtlingen nach Meßkirch und weiter über Menningen, Engelswies und Vilsingen nach Inzigkofen.
Die Stadt ist Zwischenziel der Via Beuronensis, einem Abschnitt des Jakobswegs nach Spanien.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war Meßkirch für wenige Jahre die Heimat des damals sehr bekannten Renn- und Sportwagenherstellers Veritas. Des Weiteren stellte hier das Unternehmen Develop Kopierer her.
Von 1956 bis zum Konkurs 1982 wurden im Meßkircher Zweigwerk der Firma Dual von bis zu 450 Beschäftigten Plattenspieler und Zubehör produziert.
In Meßkirch hat der Waagen- und Aufschneidemaschinenhersteller Bizerba ein großes Zweigwerk und ist der größte Arbeitgeber der Stadt. Der Hauptsitz der Firma ist in Balingen. Für seine Mitarbeiter unterhielt das Unternehmen Arbeiterhäuser, die sogenannten Bizerbahäuser. In Meßkirch ist der Hauptsitz der „Volksbank Meßkirch eG Raiffeisenbank“ mit 13 Filialen sowie des Gmeiner-Verlags, eines Verlags für regionale Krimis und Reiseführer.
Die heute zur Berendsen-Unternehmensgruppe gehörende Großwäscherei geht zurück auf das Unternehmen Häußler, das 1991 von Spring Grove Services übernommen wurde. Das Unternehmen, das im Hotelbereich stark war, beschäftigte am Standort Meßkirch rund 150 Mitarbeiter. Durch den gemeinsamen Mutterkonzern der damaligen Davis Service Group mit Sitz in London firmierte das Unternehmen ab 2004 unter dem international agierende Unternehmensgruppe Berendsen. Das Unternehmen, das seit 60 Jahren in Meßkirch seinen Stammsitz hatte, siedelte 2007 für mehrere Millionen Euro seinen 30. deutschen Standort im Pfullendorfer Industriegebiet „Theuerbach“ an und schuf 20 Arbeitsplätze in den nach Pfullendorf verlagerten Bereichen „Schmutzfangmatten“ und „Mietsberufskleidung“. 2010 wurde in Meßkirch der Geschäftsbereich „Hotelwäsche“ geschlossen und ein Drittel der Stellen gestrichen. 2011 wurde bekannt, dass Berendsen den Standort schließen will. Nach der Schließung des Standorts 2011 wurde das Gelände 2018 von der Stadt Meßkirch gekauft, um es nach einer Altlastensanierung weiterzuverkaufen.
Die Stadt war etwa vom 12. Jahrhundert bis Ende 2007 Sitz des Dekanats Meßkirch des Erzbistums Freiburg. Im Jahr 2008 wurde der überwiegende Teil des Dekanats Meßkirch mit dem Dekanat Sigmaringen zum Dekanat Sigmaringen-Meßkirch mit Sitz in Sigmaringen zusammengefasst.
Das öffentliche Hallenbad Meßkirch im Schulzentrum hat ein 25 Meter großes Mehrzweckbecken, bei dem die Wassertiefe durch einen Hubboden teilweise verstellbar ist, und eine Wassertemperatur von 28,6 Grad. Zuvor gab es ein Naturschwimmbad am „Buhlen“.
In Meßkirch finden sich neben der Grundschule im Ortsteil Rohrdorf noch die Conradin-Kreutzer-Grund- und Hauptschule, die Grafen von Zimmern-Realschule, das Martin-Heidegger-Gymnasium und eine Förderschule für Lernbehinderte.
Erst nach Aufnahme Meßkirchs in das Investitionsprogramm für Kläranlagenbau konnte 1979 Meßkirch die Zentralkläranlage mit Standort im Ortsteil Menningen bauen und 1980 in Betrieb nehmen. 1989/90 wurde eine chemische Klärstufe eingebaut. Eine größere Optimierung erfuhr die Kläranlage 1994 bis 1996. Weil durch den Anschluss von Leibertingen, Kreenheinstetten, Lengenfeld und allen Täle-Orten an die Zentralkläranlage die zu reinigende Abwassermenge laufend steigt, musste die Anlage im November 2008 erneut optimiert und erweitert werden. Derzeit (2025) laufen die Planungen zur Erweiterung der Kläranlage um eine so genannte 4. Reinigungsstufe zur Beseitigung von Spurenstoffen.
Meßkirch beteiligt sich an der Initiative Bioenergiedorf.
Aufgrund der Häufung von berühmten Söhnen und Töchtern der Stadt bezeichnet sich Meßkirch gerne als „Badischer Geniewinkel“.

