Der Markt liegt im Naturpark Bayerischer Wald auf einem Felsplateau über der Menach. Die exponierte Lage brachte dem Ort schon früh die Bezeichnung „Bayerisches Jerusalem“ ein.
Der höchste Punkt der Gemeinde liegt auf 497mü.NHN im Gemeindeteil Kögl, der tiefste auf 325mü.NHN im Gemeindeteil Aichmühl.
Die Jahresmitteltemperatur liegt bei 7 °C–8 °C, die Jahresniederschlagssumme liegt zwischen 750 mm bis 850 mm.
Geschichte
Bis zur Gemeindegründung
Im Jahre 1104 gründeten die Grafen von Bogen das nahe Kloster Oberalteich. Die Burg Mitterfels wird erstmals 1194 genannt. Diese fiel mit dem Aussterben der Grafen von Bogen im Jahr 1242 an die Wittelsbacher. Mitterfels war von 1280 bis 1799 Sitz eines Pflegamts und von 1799 bis 1879 eines Landgerichts des Kurfürstentums und Königreiches Bayern. Im Dreißigjährigen Krieg fiel die Festung Mitterfels 1633/34 an die Schweden. Im 18. Jahrhundert wurden Angriffe der Panduren erfolgreich abgewehrt. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Sie wurde aus den Orten des Steuerdistrikts Mitterfels, sowie einzelnen Orten aus den Steuerdistrikten Gaishausen (Vorder- und Hinterbuchberg), Haselbach (Einfürst) und Ascha (Auhof, Englberg, Hörmannsberg) gebildet.
19. bis 21. Jahrhundert
Das Landgericht wurde 1861 aufgelöst, ein Amtsgericht bestand im Schloss Mitterfels bis zum Jahr 1973. Trotz seiner zentralörtlichen Funktion als Verwaltungsmittelpunkt besaß Mitterfels kein Markt- oder Stadtrecht. Erst 1968 wurde es zum Markt erhoben. Die Burganlage, die heute im Eigentum der Gemeinde und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Mitterfels ist, gehört zu den landschaftsprägenden Baudenkmalen der Region. Die historische Hien-Sölde, ein 1436 errichtetes Kleinbauernhaus in Blockbauweise, besitzt überregionale Bedeutung.
Eingemeindungen
Im Jahr 1876 wurde die Gemeinde Scheibelsgrub eingemeindet. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Mai 1978 die Gemeindeteile Hagnberg, Kögl und Wiespoint der aufgelösten Gemeinde Gaishausen nach Mitterfels eingegliedert.
Einwohnerentwicklung
Jahr
1840
1871
1900
1925
1939
1950
1961
1970
1987
1991
1995
2000
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
Einwohner
0949
1017
1047
1098
1136
1630
1583
1659
2047
2125
2221
2372
2459
2504
2478
2483
2468
2445
2421
2441
2467
2514
2609
2732
2799
2807
2823
2829
2858
2870
Religion
Nach den Ergebnissen des Zensus 2022 waren 63,7% der Einwohner römisch-katholisch und 8,5% evangelisch. Bei der Volkszählung 1987 hatten die Anteile 87,9% bzw. 10,3% betragen.
Politik
Bürgermeister
Seit 1. Mai 2020 ist Andreas Liebl (FW/FWG) hauptamtlicher erster Bürgermeister der Marktgemeinde. Bei der Bürgermeisterwahl 2020 erreichte er 66,78% der gültigen Stimmen. Bei der Wahl 2026 trat er ohne Gegenkandidat an und wurde für weitere sechs Jahre bestätigt. Sein Vorgänger war Heinrich Stenzel (Freie Wählergemeinschaft), der im Jahr 2002 Nachfolger von Werner Lang (CSU/Unabhängige Bürger) wurde.
Gemeinderat
Der Marktgemeinderat besteht aus dem berufsmäßigen ersten Bürgermeister und 14 ehrenamtlichen Mitgliedern, die zuletzt am 8.März 2026 gewählt wurden. In der Amtszeit 1. Mai 2026 bis 30. April 2032 sind diese 14 Mitglieder wie folgt verteilt:
CSU/UB: 3 Sitze
Freie Wähler/FWG 7 Sitze
SPD/FB: 2 Sitze
CWM: 2 Sitze
Sitzverteilung der Mitglieder im Gemeinderat Mitterfels
Schloss Mitterfels ging aus der Burganlage der Grafen von Bogen hervor. Die Reste der mittelalterlichen Burganlage sind von der Ortschaft durch einen 20 Meter tiefen Burggraben getrennt, der von einer 1791 errichteten Steinbrücke überspannt wird. Der Hauptturm stürzte 1812 ein. Erhalten blieben Reste der Ringmauern, der Gefängnistrakt des 18. Jahrhunderts und das Pflegerhaus. Das 1780 anstelle eines älteren Gebäudes erbaute Schloss, ehemals Pfleg-, Land- und Amtsgericht, dient seit 1973 als Rathaus und ist seit 1977 Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Mitterfels.
Das ehemalige Gefängnis wurde im 18. Jahrhundert in den Turmzwinger eingefügt. Es war bis 1879 Gefängnis des Landgerichts und bis 1949 des Amtsgerichts Mitterfels. Hier befindet sich seit 1982 das Heimatmuseum mit originalen Gefängniszellen.
Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft
Im Jahr 2020 gab nach der amtlichen Statistik 960 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 1109. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2016 28 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 597 ha, davon waren 305 ha Ackerfläche und 291 ha Dauergrünfläche.
Tourismus
Das Gemeindegebiet, außer den Gemeindeteilen Hagnberg, Kögl und Wiespoint, ist als Luftkurort staatlich anerkannt.
drei Kindertagesstätten: 204 genehmigte Plätze, 161 betreute Kinder
zwei allgemeinbildende Schulen:
Grundschule Mitterfels-Haselbach: 11 hauptamtliche Lehrkräfte, 158 Schülerinnen und Schüler (Stand: 2024/25) Zum Sprengel der Grundschule Mitterfels-Haselbach gehören der Großteil des Gebietes der Gemeinde Mitterfels, außer deren Gemeindeteile Aign, Aichmühl, Dunk, Englberg, Einfürst und Pürstenberg, sowie der Großteil des Gemeindegebietes von Haselbach, hier ohne die Gemeindeteile Buchhof, Hamberg, Gonnersdorf und Zachersdorf. Aus Haibach gehören die Gemeindeteile Leimbühlholz und Roßhaupten zum Grundschulsprengel.
Markt Mitterfels, Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten. In: Bayerisches Landesamt für Statistik (Hrsg.): Statistik kommunal 2018. März 2019 (bayern.de[PDF; 1,2MB]).
12Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration (Hrsg.):Amtliches Verzeichnis der anerkannten Kurorte, Luftkurorte und Erholungsortein Bayern. 28.August 2025, S.25 (PDF).
↑Gemarkungs- und Gemeindeverzeichnis.In:ldbv.bayern.de.Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung,17.April 2025,abgerufen am 16.Dezember 2025.