

Eine Ellipse (von altgriechisch ἔλλειψις élleipsis, deutsch ‚das Unterlassen, Ausbleiben, Zurückbleiben‘) ist in der Geometrie eine spezielle geschlossene Kurve. Sie zählt neben der Parabel und der Hyperbel zu den Kegelschnitten: Sie entsteht, wenn die Mantelfläche eines Kreiskegels von einer Ebene schräg geschnitten wird. Präzise ausgedrückt ist eine Ellipse die Schnittkurve eines Kreiskegelmantels mit einer Ebene, wenn der Winkel zwischen der Ebene und der Kegelachse größer ist als der halbe Öffnungswinkel des Kegels (siehe Bild rechts). Auch beim schrägen Schneiden einer Zylinderfläche entsteht eine Ellipse.
Eine Ellipse hat viele charakteristische Eigenschaften, die jeweils als Definition herangezogen werden können. Eine verbreitete Definition verwendet die Eigenschaft, dass für alle Ellipsenpunkte die Summe der Abstände zu zwei vorgegebenen Punkten, den Brennpunkten, gleich ist. Fallen die Brennpunkte zu einem Punkt zusammen, erhält man einen Kreis.
Jede Ellipse lässt sich in einem geeigneten kartesischen Koordinatensystem durch eine Koordinatengleichung der Form
oder eine Parameterdarstellung
beschreiben. Hieran erkennt man, dass man eine Ellipse als einen an der -Achse um und an der -Achse um gestreckten Einheitskreis auffassen kann.
Die Ellipse wurde von Apollonios von Perge (etwa 262–190 v. Chr.) eingeführt und benannt, die Bezeichnung bezieht sich auf die Exzentrizität .
In der Natur treten Ellipsen in Form von ungestörten keplerschen Planetenbahnen um die Sonne auf. Auch beim Zeichnen von Schrägbildern werden häufig Ellipsen benötigt, da ein Kreis durch eine Parallelprojektion im Allgemeinen auf eine Ellipse abgebildet wird (siehe Ellipse (Darstellende Geometrie)).

Eine Ellipse ist der geometrische Ort aller Punkte der Ebene, für welche die Summe der Abstände zu zwei gegebenen Punkten, den Brennpunkten, konstant ist. Bezeichnet man die Brennpunkte mit und und die Abstandssumme mit , so lässt sich diese Punktmenge formal schreiben als
Um eine Strecke auszuschließen, setzt man voraus, dass größer als der Abstand der Brennpunkte ist. Falls die beiden Brennpunkte zusammenfallen, ist ein Kreis mit Radius . Dieser Spezialfall wird im Folgenden oft stillschweigend ausgeschlossen, da die meisten Aussagen über Ellipsen im Kreisfall trivial werden.

Der Mittelpunkt der Strecke heißt Mittelpunkt der Ellipse. Die Gerade durch die Brennpunkte ist die Hauptachse und die dazu orthogonale Gerade durch die Nebenachse. Die beiden Ellipsenpunkte und auf der Hauptachse sind die Hauptscheitel. Der Abstand der Hauptscheitel zum Mittelpunkt ist und heißt die große Halbachse. Die beiden Ellipsenpunkte und auf der Nebenachse sind die Nebenscheitel, und ihr Abstand zum Mittelpunkt ist jeweils die kleine Halbachse . Den Abstand der Brennpunkte zum Mittelpunkt nennt man die lineare Exzentrizität und die numerische Exzentrizität. Nach dem Satz des Pythagoras, angewandt auf das Dreieck (Hypotenuse , Katheten und ), gilt .
Die Gleichung kann man auch so interpretieren (siehe Zeichnung Definition mit Leitkreis): Wenn der Kreis um mit Radius ist, dann ist der Abstand des Punktes zum Kreis gleich dem Abstand des Punktes zum Brennpunkt :
heißt Leitkreis der Ellipse bzgl. des Brennpunktes . Diese Eigenschaft sollte man nicht verwechseln mit der Leitlinieneigenschaft einer Ellipse (s. unten). Aufgrund der Leitkreis-Eigenschaft ist eine Ellipse die Äquidistanz-Kurve zu jedem ihrer Brennpunkte und dem Leitkreis mit dem anderen Brennpunkt als Mittelpunkt.
Mit Hilfe Dandelinscher Kugeln beweist man:
A. Führt man kartesische Koordinaten so ein, dass der Mittelpunkt der Ellipse im Ursprung liegt und die -Achse entlang der Hauptachse verläuft (Ellipse in Hauptlage), so haben die Brennpunkte die Koordinaten und . Für einen beliebigen Punkt ergibt sich mithilfe des Satzes des Pythagoras der Abstand zu als und zu als . Also liegt der Punkt genau dann auf der Ellipse, wenn die Bedingung
erfüllt ist. Nach Beseitigung der Wurzeln durch Quadrieren und Verwenden der Beziehung (s. o.) erhält man die Mittelpunktsgleichung
oder nach aufgelöst
Aus der Beziehung erhält man die Gleichungen
Daraus ergeben sich noch die Beziehungen
Ist , so ist und die Ellipse ein Kreis.
B. Die Ellipse in A. lässt sich auch mithilfe einer Bilinearform als Lösungsmenge der Gleichung auffassen. Hierbei werden die Vektoren und mit dem gleichen Punkt identifiziert. Bei Einführung kartesischer Koordinaten ist die Matrix , ein Zeilenvektor und ein Spaltenvektor.
Aufgrund der Definition einer Ellipse gilt:
(Die Symmetrieeigenschaft lässt sich auch leicht an der hier abgeleiteten Gleichung einer Ellipse erkennen.)
Die halbe Länge einer Ellipsensehne, die durch einen Brennpunkt geht und zur Hauptachse senkrecht verläuft, nennt man den Halbparameter, manchmal auch nur Parameter oder auch semi-latus rectum (die Hälfte des latus rectum = ) der Ellipse. Durch Einsetzen von in die nach aufgelöste Mittelpunktsgleichung ergibt sich
ist auch der Krümmungsradius in den Hauptscheiteln (s. weiter unten).
A. Für den Hauptscheitel bzw. hat die Tangente die Gleichung bzw. . Die einfachste Weise, die Gleichung der Tangente in einem Ellipsenpunkt zu bestimmen, ist, die Gleichung der Ellipse implizit zu differenzieren. Hiermit ergibt sich für die Ableitung
und damit die Punkt-Steigungs-Form der Tangente im Punkt :
Berücksichtigt man , so erhält man die hieraus die Geradengleichung
welche auch die Tangenten durch die Hauptscheitel einschließt. Letzteres gilt auch für die Vektorform
B. Die in A. eingeführte Tangentengleichung lässt sich auch ohne Differentialrechnung als Spezialfall einer Polarengleichung einführen (s. u. Herleitung der Lagebeziehungen von Pol und Polare, D.). Sie entspricht einer Normalenform mit dem Normalenvektor . Von diesem lässt sich ein dazu rechtwinkeliger Richtungsvektor von ablesen. Da nur bis auf einen Skalar eindeutig ist, hat er die Formen
dies liefert den Richtungsvektor der in A. angegebenen Vektorform und auch die Steigung der dort angegebenen Punktsteigungsform.
Eine zeichnerische Bestimmung von Ellipsentangenten findet man im Artikel Ellipse (Darstellende Geometrie).
Verläuft die x-Achse des kartesischen Koordinatensystems parallel zur Hauptachse und die y-Achse parallel zur Nebenachse, und hat der Mittelpunkt der Ellipse die Koordinaten , so wird die Ellipse durch die Gleichung in achsenparalleler Lage beschrieben:
Diese Gleichung erhält man durch eine Koordinatentransformation, bei der das Koordinatensystem um den Vektor verschoben wird.
Die übliche Parameterdarstellung einer Ellipse verwendet die Sinus- und Kosinus-Funktion. Wegen beschreibt
die Ellipse
Verschiedene Möglichkeiten, den Parameter geometrisch zu interpretieren, werden im Abschnitt Ellipsen zeichnen angegeben.

Mit der Substitution und trigonometrischen Formeln erhält man
und damit die rationale Parameterdarstellung einer Ellipse:
Die rationale Parameterdarstellung hat folgende Eigenschaften (s. Bild):
Rationale Parameterdarstellungen der Kegelschnitte (Ellipse, Hyperbel, Parabel) spielen im CAD-Bereich bei quadratischen rationalen Bezierkurven eine wichtige Rolle.
Eine Parameterdarstellung, die die Tangentensteigung in dem jeweiligen Ellipsenpunkt verwendet, erhält man durch Differentiation der Parameterdarstellung :
Mit Hilfe trigonometrischer Formeln ergibt sich
Ersetzt man in der Standarddarstellung und , erhält man schließlich
Dabei ist die Tangentensteigung im jeweiligen Ellipsenpunkt, die obere und die untere Hälfte der Ellipse. Die Punkte mit senkrechten Tangenten (Scheitel ) werden durch diese Parameterdarstellung nicht erfasst.
Die Gleichung der Tangente im Punkt hat die Form . Der -Abschnitt ergibt sich durch Einsetzen der Koordinaten des zugehörigen Ellipsenpunktes :
Diese Hauptform der Tangentengleichung ist ein wesentliches Hilfsmittel bei der Bestimmung der orthoptischen Kurve einer Ellipse.
Bemerkung: Die Hauptform der Tangentengleichung und die Koordinaten von lassen sich auch ohne Differentialrechnung und ohne trigonometrische Formeln herleiten, indem die Tangente als Spezialfall einer Polare aufgefasst wird (s. u. Herleitung der Lagebeziehungen von Pol und Polare, D.)
Eine verschobene Ellipse mit Mittelpunkt wird durch
beschrieben.
Eine Parameterdarstellung einer beliebigen Ellipse ist in dem Abschnitt Ellipse als affines Bild des Einheitskreises enthalten.

Die Verbindungslinie zwischen einem Brennpunkt und einem Punkt der Ellipse heißt Brennlinie, Leitstrahl oder Brennstrahl. Ihren Namen erhielten Brennpunkte und Brennstrahlen aufgrund der folgenden Eigenschaft:
Zwei Ellipsen mit denselben Brennpunkten nennt man konfokal. Durch jeden Punkt, der nicht zwischen den Brennpunkten liegt, gibt es genau eine Ellipse mit den Brennpunkten . Zwei konfokale Ellipsen haben keinen Schnittpunkt (s. Definition einer Ellipse).
Beweis der Brennpunkteigenschaft
Da die Tangente senkrecht zur Normalen verläuft, ist die obige Behauptung bewiesen, wenn die analoge Aussage für die Tangente gilt:

Es sei der Punkt auf der Geraden mit dem Abstand zum Brennpunkt ( ist die große Halbachse der Ellipse). Die Gerade sei die Winkelhalbierende der Außenwinkel der Brennstrahlen . Um nachzuweisen, dass die Tangente ist, zeigt man, dass auf kein weiterer Ellipsenpunkt liegen kann. Sei ein weiterer Punkt auf . Da zugleich die Mittelsenkrechte der Strecke ist, hat denselben Abstand zu und , das heißt es ist . Damit und mit der Dreiecksungleichung folgt
Wegen kann nicht auf der Ellipse liegen, denn für jeden Ellipsenpunkt ist die Abstandssumme zu den Brennpunkten genau gleich .
Bemerkung: Ein Beweis mit Mitteln der analytischen Geometrie befindet sich im Beweisarchiv.
Natürliches Vorkommen und Anwendung in der Technik:
Die Decken mancher Höhlen ähneln einer Ellipsenhälfte. Befindet man sich – mit den Ohren – in einem Brennpunkt dieser Ellipse, hört man jedes Geräusch, dessen Ursprung im zweiten Brennpunkt liegt, verstärkt („Flüstergewölbe“). Diese Art der Schallübertragung funktioniert in einigen Stationen der Pariser Métro sogar von Bahnsteig zu Bahnsteig. Das gleiche Prinzip der Schallfokussierung wird heute zur Zertrümmerung von Nierensteinen mit Stoßwellen verwendet (s. Dornier-Nierensteinzertrümmerer). Auch im lampengepumpten Nd:YAG-Laser wird ein Reflektor in Form einer Ellipse verwendet. Die Pumpquelle – entweder eine Blitzlampe oder eine Bogenlampe – wird in dem einen Brennpunkt positioniert, und der dotierte Kristall wird in den anderen Brennpunkt gelegt.

Für eine echte Ellipse, d. h. , bezeichnet man eine Parallele zur Nebenachse im Abstand als Direktrix oder Leitlinie. Für einen beliebigen Punkt der Ellipse ist das Verhältnis seines Abstands von einem Brennpunkt zu dem Abstand von der Direktrix auf der entsprechenden Seite der Nebenachse gleich der numerischen Exzentrizität:
Beweis
Mit sowie und den binomischen Formeln ist
Die Umkehrung dieser Aussage gilt auch und kann zu einer weiteren Definition einer Ellipse benutzt werden (ähnlich wie bei einer Parabel):
Die Wahl , also die Exzentrizität eines Kreises, ist in diesem Zusammenhang nicht erlaubt. Man kann als Leitlinie eines Kreises die unendlich entfernte Gerade auffassen.

Beweis
Es sei und ein Punkt der Kurve. Die Leitlinie hat die Gleichung . Mit und der Beziehung ergibt sich
Die Substitution liefert
Dies ist die Gleichung einer Ellipse () oder einer Parabel () oder einer Hyperbel (). All diese nicht-ausgearteten Kegelschnitte haben den Ursprung als Scheitel gemeinsam (s. Bild).
Für führt man neue Parameter und ein; die obige Gleichung wird dann zu
was die Gleichung einer Ellipse mit Mittelpunkt , der -Achse als Hauptachse und den Halbachsen ist.
Allgemeiner Fall
Für den Brennpunkt und die Leitlinie erhält man die Gleichung
Die rechte Seite der Gleichung benutzt die Hessesche Normalform einer Geraden, um den Abstand eines Punktes von einer Geraden zu berechnen.

Konstruktion der Leitlinie
Wegen sind der Punkt der Leitlinie (siehe Bild) und der Brennpunkt bezüglich der Spiegelung am großen Scheitelkreis (im Bild grün) invers. Damit kann wie im Bild gezeigt aus mit Hilfe des großen Scheitelkreises konstruiert werden. Eine weitere Begründung für die Konstruktion liefert die Tatsache, dass der Brennpunkt und die Leitlinie sowohl bezüglich der Ellipse als auch bezüglich des großen Scheitelkreises ein Pol-Polare-Paar (siehe unten) bilden.

Konjugierte Durchmesser (erstrangig von Ellipsen) werden auch auf einer eigenen Wikipedia-Seite behandelt, ebenso der Satz des Apollonius (samt Beweis). Ein analytischer Gesamt-Beweis sämtlicher hier aufgeführter Aussagen, der von der gemeinsamen Bilinearform zweier Ursprungsgeraden ausgeht, findet sich im Beweisarchiv. Dieser Beweis benötigt weder trigonometrische Funktionen noch Parameterdarstellungen noch eine affine Abbildung.
Eine Anwendungsmöglichkeit im Bereich des technischen Zeichnens besteht in der Möglichkeit, den höchsten Punkt einer Ellipse oder eines Ellipsenbogens beliebiger Lage über einer Linie zu finden – nützlich z. B. für korrekte 2D-Darstellungen nicht-orthogonaler Ansichten zylindrischer Körper oder abgerundeter Kanten ohne Verwendung von 3D-Programmen. Wichtig ist dies für den sauberen Anschluss tangential von der Ellipse weg laufender Linien. Hierzu sind in die Ellipse oder den Ellipsenbogen zwei Sehnen parallel zur gewünschten Tangentenrichtung und die durch die Mittelpunkte der beiden Sehnen definierte Linie des zugehörigen konjugierten Durchmessers einzuzeichnen. Der Schnittpunkt dieser Linie mit der Ellipse oder dem Ellipsenbogen definiert den Anschlusspunkt der Tangente (und normalerweise den Endpunkt des Ellipsenbogens).

Für die Ellipse liegen die Schnittpunkte orthogonaler Tangenten auf dem Kreis .
Diesen Kreis nennt man die orthoptische Kurve der gegebenen Ellipse, es ist der Umkreis des Rechtecks, das die Ellipse umschreibt.
Führt man kartesische Koordinaten so ein, dass der Mittelpunkt der Ellipse im Ursprung liegt, so kann eine beliebige Ellipse mit der Gleichung beschrieben werden (s. o. Abschnitt Gleichung). Weiter ordnet für eine vorgegebene Ellipse eine Funktion je einem Punkt die Gerade zu. Bezüglich heißt Pol, die zugeordnete Gerade Polare. ist eine Bijektion; die inverse Funktion bildet je eine Polare auf einen Pol ab. Der Ellipsenmittelpunkt ist in keiner so definierten Polare enthalten, entsprechend existiert zu keine Polare. Die angegebene Gleichung der Polare lässt sich als Normalenform mit dem zugehörigen Normalenvektor auffassen.
Eine solche Beziehung zwischen Punkten und Geraden, die durch einen Kegelschnitt vermittelt wird, nennt man Pol-Polare-Beziehung oder einfach Polarität. Pol-Polare-Beziehungen gibt es auch für Hyperbeln und Parabeln, siehe auch Pol und Polare.

Zu Pol und Polare gelten folgende Lagebeziehungen:
A. Ist eine Polare parallel zur -Achse, so hat sie auch die Form . Mit dem zugehörigen Normalenvektor ist der zugehörige Pol Insbesondere folgt für die Polarität (1) von Brennpunkt und Direktrix.
Einsetzen der betrachteten Polare in die Mittelpunktform einer Ellipse ergibt für die Ordinate eines beliebigen Schnittpunkts die Bedingung ; die Diskriminante dieser quadratischen Gleichung in hat bis auf einen positiven Faktor die Form
B. Ist eine Polare nicht parallel zur -Achse, so hat sie die Hauptform . Wegen lässt sich diese in die Normalenform umformen. Vergleich mit der Normalenform ergibt als Darstellung Koordinaten des Pols mit den Parametern der Hauptform:
Einsetzen der Hauptform in die Mittelpunktform einer Ellipse ergibt für die Abszisse eines beliebigen Schnittpunkts die Bedingung ; die Diskriminante dieser quadratischen Gleichung in hat bis auf einen positiven Faktor die Form
C. Insgesamt erlaubt der Term bzw. für eine beliebige Polare folgende Unterscheidung paarweise disjunkter Fälle:
D. Ist eine Tangente nicht senkrecht, so ergibt Auflösung der Gleichung nach und Einsetzen von die Hauptform der Tangente:
;
Einsetzen von in die Koordinaten des Berührpunkts ergibt die Koordinaten der Parameterdarstellung einer Ellipse mit der Steigung als Parameter: ;
diese Parameterdarstellung erfasst die Hauptscheitel nicht.
E. Ausgehend von der im Abschnitt „Gleichung“, B. aufgeführten Bilinearform der Ellipse hat die Polare zum Punkt die Normalenformen
Ist ein Punkt der Ellipse, so beschreiben auch diese Gleichungen eine Tangente.
Diese koordinatenfreie rechnerische Darstellung der Polare eignet sich für Beweise. Mit den Koordinatendarstellungen und sowie den im Abschnitt „Gleichung“ angegebenen Matrizenkoordinaten für entsteht durch Auswertung der Matrizenprodukte wieder die im Abschnitt Pol-Polare-Beziehung angegebene Gleichung .
Beweis von (5) („Jeder gemeinsame Punkt einer Polare und einer Ellipse ist Berührpunkt einer Tangente vom zugehörigen Pol an die Ellipse.“):
Da die Ellipsenpunkte auf der Polare zu liegen, gilt und . Fasst man in diesen Gleichungen nicht , sondern bzw. als Normalenvektor auf, so besagen sie, dass die Tangenten in den Ellipsenpunkten den Punkt gemeinsam haben.
Beweis von (6) („Der Schnittpunkt zweier Polaren ist der Pol der Gerade durch die Pole.“):
Für einen Schnittpunkt zweier Polaren zu und gilt und . Fasst man in diesen Gleichungen nicht bzw. , sondern als Normalenvektor auf, so besagen sie, dass auf der Polare zu die Punkte , liegen. Weiter zeigt die Betrachtung der Parameterform mit
die punktweise Gleichheit der Gerade mit der Polare zu .

Eine andere Definition der Ellipse benutzt eine spezielle geometrische Abbildung, nämlich die Affinität. Hier ist die Ellipse als affines Bild des Einheitskreises definiert.
Eine affine Abbildung in der reellen Ebene hat die Form , wobei eine reguläre Matrix (Determinante nicht 0) und ein beliebiger Vektor ist. Sind die Spaltenvektoren der Matrix , so wird der Einheitskreis auf die Ellipse
abgebildet. ist der Mittelpunkt und sind zwei konjugierte Halbmesser (s. u.) der Ellipse. stehen i. A. nicht senkrecht aufeinander. D. h., und sind i. A. nicht die Scheitel der Ellipse. Diese Definition einer Ellipse liefert eine einfache Parameterdarstellung (s. u.) einer beliebigen Ellipse.
Da in einem Scheitel die Tangente zum zugehörigen Ellipsendurchmesser senkrecht steht und die Tangentenrichtung in einem Ellipsenpunkt ist, ergibt sich der Parameter eines Scheitels aus der Gleichung
und damit aus .
(Es wurden die Formeln benutzt.)
Falls ist, ist und die Parameterdarstellung schon in Scheitelform.
Die 4 Scheitel der Ellipse sind
Die Scheitelform der Parameterdarstellung der Ellipse ist
Mit den Abkürzungen folgt aus den beiden Sätzen von Apollonios:
Löst man nach auf, ergibt sich (s. Steiner-Ellipse)
Aus dem zweiten Satz von Apollonios folgt:
Der Flächeninhalt einer Ellipse ist
Für Beispiel 3 ist


Löst man die Parameterdarstellung mit Hilfe der Cramerschen Regel nach auf und verwendet , erhält man die implizite Darstellung
Für Beispiel 3 ergibt sich:
Dreht man die Ellipse mit der Gleichung um den Nullpunkt (Mittelpunkt), hat ihre Gleichung die Form
Liegt umgekehrt die Gleichung einer gedrehten Ellipse vor und man möchte die Vorteile der hier beschriebenen Parameterdarstellung nutzen, bestimmt man die Ortsvektoren zweier konjugierter Punkte. Wählt man als ersten Punkt , ergibt sich:
Beispiel: Für die Ellipse mit der Gleichung sind
die Ortsvektoren zweier konjugierter Punkte.
Sind die Vektoren aus dem , so erhält man eine Parameterdarstellung einer Ellipse im Raum.
In diesem Abschnitt werden nur Ellipsen betrachtet mit Gleichungen
für die der Quotient fest (invariant) ist. Mit der Abkürzung erhält man die geeignetere Form
Die Achsen solcher Ellipsen sind parallel zu den Koordinatenachsen und ihre Exzentrizität (s. oben) ist fest. Die Hauptachse ist parallel zur -Achse, falls ist, und parallel zur -Achse, falls ist.

Wie beim Kreis ist so eine Ellipse durch drei Punkte nicht auf einer Geraden eindeutig bestimmt.
Für diesen allgemeineren Fall führt man das folgende Winkelmaß ein:
Peripheriewinkelsatz für Ellipsen:
Für vier Punkte keine drei auf einer Geraden (s. Bild) gilt:
Das Winkelmaß ist zunächst nur für Sekanten, die nicht parallel zur -Achse sind, verfügbar. Die angegebene vereinfachte Formel ist aber schließlich auch für diese Ausnahmen gültig.
Der Beweis ergibt sich durch einfaches Nachrechnen. Dabei kann man im Fall „Punkte auf einer Ellipse …“ annehmen, dass der Mittelpunkt der Ellipse der Ursprung ist.
Eine Folge des Peripheriewinkelsatzes in dieser Form ist:
3-Punkteform einer Ellipsengleichung
Die Gleichung der Ellipse durch die drei Punkte nicht auf einer Geraden ergibt sich durch Umformung der Gleichung (Beseitigung der Nenner und quadratische Ergänzung):
Diese Formel lässt sich (wie beim Kreis) übersichtlicher darstellen durch
wobei das hier geeignete Skalarprodukt beschreibt.
Beispiel
Für und ergibt sich zunächst die 3-Punkteform

Ellipsen treten in der darstellenden Geometrie als Bilder von Kreisen auf. Es ist also wichtig, geeignete Werkzeuge zur Verfügung zu haben, mit denen man Ellipsen zeichnen kann. Es gibt im Wesentlichen drei Typen von Verfahren, mit denen Ellipsen gezeichnet werden:
Den meisten Ellipsenzirkeln liegen die unten beschriebenen zwei Papierstreifenmethoden zugrunde. Diese waren schon den Griechen (Archimedes und Proklos) bekannt, wie man auch und vieles andere mehr in dem eigenständigen Artikel Ellipsograph des Archimedes nachlesen kann. Wenn kein Ellipsenzirkel zur Verfügung steht, ist die Approximation mit Hilfe der Scheitelkrümmungskreise die schnellste und beste Methode, eine Ellipse zu zeichnen.
Für jede hier beschriebene Methode ist die Kenntnis der beiden (Symmetrie-)Achsen und der Halbachsen erforderlich. Ist dies nicht der Fall, was in der darstellenden Geometrie oft vorkommt, so muss man wenigstens den Mittelpunkt und zwei konjugierte Halbmesser kennen. Mit Hilfe der Rytz-Konstruktion lassen sich dann die Scheitel und damit die Achsen und Halbachsen ermitteln. Nur die Parallelogramm-Methode (s. unten) bietet die Möglichkeit, zu zwei konjugierten Halbmessern direkt (ohne Rytz) einzelne Punkte einer Ellipse zu konstruieren.
Die definierende Eigenschaft einer Ellipse – die Summe der Abstände zu zwei Punkten ist konstant – nutzt die Gärtnerkonstruktion als einfache Möglichkeit, eine Ellipse zu zeichnen. Hierzu benötigt man einen Faden der Länge und zwei Reißbrettstifte (oder Nägel, Stifte, …), um die beiden Enden des Fadens in den Brennpunkten der zu zeichnenden Ellipse zu befestigen. Führt man einen Stift mit Hilfe des gespannten Fadens (s. Bild) über die Zeichenfläche, so entsteht die durch die Länge des Fadens und die Lage der Brennpunkte definierte Ellipse. Diese einfache Methode gibt Gärtnern die Möglichkeit, ellipsenförmige Beete anzulegen, was der Methode den Namen gab.

Eine Variation der Gärtnerkonstruktion zur Konstruktion konfokaler Ellipsen geht auf den irischen Bischof Charles Graves zurück.

Beim Abrollen eines Antiparallelogramms zeichnet der Schnittpunkt der beiden langen Stäbe eine Ellipse (blau im Bild). Die Enden des kurzen statischen Stabs definieren die Brennpunkte der Ellipse. Durch die symmetrische Geometrie ergibt sich theoretisch auch um den kurzen umlaufenden Stab eine Ellipse (im Bild grün). Diese Konstruktionsvariante ist mit der Gärtnerkonstruktion verwandt. Betrachtet man nur den Anteil innerhalb der statischen Ellipse und ersetzt die beiden inneren Teilstücke der Stäbe mit einer Schnur, ergibt sich die äquivalente Gärtnerkonstruktion. Die Mechanik des bewegten Antiparallelogramms ist ein Koppelgetriebe. Die innere Ellipse entspricht der Rastpolbahn, die äußere Ellipse ist die Gangpolbahn des umlaufenden kurzen Stabs.

Im Jahr 1657 veröffentlichte Frans van Schooten in seinem Werk Exercitationum mathematicarum libri quinque in Liber IV die Methode Gärtnerkonstruktion und ein paar Seiten weiter einen Ellipsenzirkel. Basis für den Ellipsenzirkel ist die Gärtnerkonstruktion.

Die Hauptelemente des rautenförmigen Ellipsenzirkels sind die fünf gleich langen Stäbe mit ihren Gelenkpunkt-Abständen , , , und als Führungsschiene sowie der deutlich längere Diagonalstab ab durch mit dem Klemmelement für den Spielausgleich. Die Führungsschiene mit dem Gelenkpunkt-Abstand und der Diagonalstab überkreuzen sich im Punkt und sind über Führungsnuten mithilfe eines sogenannten Gleitsteins dreh- und schiebbar verbunden. In diesem Gleitstein ist auch der Zeichenstift und ggf. der Handgriff montiert. Der zweite Gleitstein befindet sich im Gelenkpunkt . In den Gelenkpunkten und des Ellipsenzirkels sind die Zirkelnadeln befestigt.
Die Länge z. B. des Stabes ist gleich der Länge der Hauptachse . Der Abstand der Gelenkpunkte und bestimmt die Länge der Nebenachse. Je kleiner dieser Abstand ist, umso mehr ähnelt die Ellipse einem Kreis.
Betrachtet man eine Hälfte der Raute , d. h. das gleichschenklige Dreieck , so ist der Diagonalstab ab durch als Mittelsenkrechte des Gelenkpunkt-Abstandes erkennbar, die den Stab mit Gelenkpunkt-Abstand in schneidet. Dadurch entsteht das zweite gleichschenklige Dreieck mit den Schenkeln und . Wird nun der Ellipsenzirkel von Hand bewegt, durchläuft der Punkt den Kreis um den Punkt mit dem Radius (gleich ), dabei wirkt der Diagonalstab mit seinem Gelenkpunkt-Abstand konstant als Mittelsenkrechte der sich kontinuierlich verändernden gleichschenkligen Dreiecke und . Daraus folgt: In jeder gedrehten Stellung des Ellipsenzirkels gilt
Werden in die weiter oben beschriebene Definition einer Ellipse als geometrischer Ort die Bezeichnungen der betreffenden Punkte, u. a. die Brennpunkte und , aus der Darstellung des Ellipsenzirkels eingesetzt, ergibt sich
Damit wird aufgezeigt: Die mit dem rautenförmigen Ellipsenzirkel gezogenen Kurven sind Ellipsen.
Um eine Ellipse zu zeichnen, sticht man zuerst zur Lagefixierung des Ellipsenzirkels die Zirkelnadeln der Gelenkpunkte und in die Brennpunkte der Ellipse und zieht anschließend mithilfe des Handgriffs oder ggf. nur mit dem Zeichenstift die Ellipsenlinie.
Die übliche Parameterdarstellung einer Ellipse verwendet die Sinus- und Kosinusfunktion. Wegen beschreibt
die Ellipse Mit Hilfe dieser Darstellung lassen sich die folgenden Ellipsenkonstruktionen leicht verstehen.
Die nach Philippe de La Hire (1640–1718) benannte Punktkonstruktion benutzt die beiden Scheitelkreise, das sind die Kreise um den Mittelpunkt der Ellipse mit den Halbachsen als Radien. Der Parameter wird hier als der Steigungswinkel eines von ausgehenden Strahls interpretiert. Mit der in der Zeichnung angegebenen Methode wird ein Punkt mit den Koordinaten , also ein Ellipsenpunkt, konstruiert. Dieses Konstruktionsverfahren war allerdings auch schon in der Spätantike bekannt und ging damals auf Proklos Diadochos (412–485) zurück.
Die beiden Papierstreifenmethoden verwenden zwei weitere Möglichkeiten der geometrischen Interpretation des Parameters der obigen Parameterdarstellung einer Ellipse. Sie liefern die Grundlagen der meisten Ellipsenzirkel.
1. Methode
Die erste Methode verwendet einen Papierstreifen der Länge . Der Punkt, in dem sich die Halbachsen treffen, wird mit markiert. Wenn der Streifen nun so bewegt wird, dass die beiden Enden jeweils auf einer Achse gleiten, überstreicht der Punkt die zu zeichnende Ellipse. Der Beweis ergibt sich aus der Parameterdarstellung und der Interpretation des Parameters als Winkel des Papierstreifens mit der -Achse (s. Bild).
Eine weitere technische Realisierung des gleitenden Streifens kann man auch mit Hilfe eines Paares cardanischer Kreise erreichen (s. Animation). Der große Kreis hat den Radius .
Eine Variation der 1. Papierstreifenmethode geht von der Beobachtung aus, dass der Mittelpunkt des Papierstreifens sich auf dem Kreis mit Mittelpunkt und Radius bewegt. Man kann also den Papierstreifen in der Mitte (Punkt ) trennen und an dieser Stelle ein Gelenk einfügen und den zuvor auf der -Achse gleitenden Punkt in den Mittelpunkt der Ellipse verlegen. Nach dieser Operation bleibt das abgeknickte Ende des Papierstreifens fest (im Punkt ) und der unveränderte Teil des Streifens samt dem Punkt bewegt sich wie zuvor. Der Vorteil dieser Variation ist: Man benötigt nur einen technisch anspruchsvollen Gleitschuh. Auch gegenüber der cardanischen Realisierung der 1. Papierstreifenmethode ist diese Variation technisch einfacher.
Man beachte, dass immer dasjenige Ende des Streifens, das auf der Nebenachse gleitet, in den Mittelpunkt verlegt wird!

2. Methode
Die zweite Papierstreifenmethode geht von einem Papierstreifen der Länge aus. Man markiert den Punkt, der den Streifen in zwei Teile der Längen und zerlegt. Der Streifen wird so auf den Achsen positioniert, wie im Bild zu sehen ist. Der Teil, der die Länge besitzt, liegt zwischen den Achsen. Das freie Ende beschreibt dann die zu zeichnende Ellipse. Der Beweis ergibt sich aus der Zeichnung: Der Punkt kann durch die Parameterdarstellung beschrieben werden. Dabei ist der Steigungswinkel des Papierstreifens.
Diese Methode benötigt zu ihrer technischen Realisierung auch zwei Gleitschuhe, ist aber flexibler als die erste Papierstreifenmethode. Sie ist die Grundlage für viele Ellipsenzirkel (s. Weblink Ellipsenzirkel).
Bemerkung: Auch hier ist eine Variation durch Abknicken des Streifenteils zwischen den Achsen möglich. Es ist dann, wie bei der ersten Methode, nur ein Gleitschuh nötig.

Aus der Formelsammlung (s. unten) ergibt sich:
Die Zeichnung zeigt eine einfache Methode, die Krümmungsmittelpunkte des Scheitels und des Nebenscheitels zeichnerisch zu bestimmen:
Die Krümmungsmittelpunkte der restlichen Scheitel ergeben sich aus Symmetrie. Man zeichnet die beiden restlichen Scheitelkrümmungskreise. Mit Hilfe eines Kurvenlineals lässt sich dann eine gute Näherung der Ellipse zeichnen.
Die folgende Idee, einzelne Punkte einer Ellipse zu konstruieren, beruht auf der Steiner-Erzeugung eines Kegelschnitts (nach dem Schweizer Mathematiker Jakob Steiner):
Für die Erzeugung einzelner Punkte der Ellipse gehen wir von den Geradenbüscheln in den Scheiteln aus. Sei nun der obere Nebenscheitel der Ellipse und . Dann ist der Mittelpunkt des Rechtecks . Wir unterteilen die Rechteckseite in gleiche Stücke, übertragen diese Unterteilung mittels einer Parallelprojektion in Richtung der Diagonalen auf die Strecke (s. Bild) und nummerieren die Unterteilungen wie im Bild. Die benutzte Parallelprojektion zusammen mit der Umkehrung der Orientierung vermittelt die nötige projektive Abbildung der Büschel in und . Die Schnittpunkte der zugeordneten Geraden und liegen dann auf der durch die Vorgaben (3 Punkte, 2 Tangenten) eindeutig bestimmten Ellipse. Mit Hilfe der Punkte lassen sich Punkte auf dem 2. Viertel der Ellipse bestimmen. Analog erhält man Punkte der unteren Hälfte der Ellipse.
Bemerkung:
a) Benutzt man statt der Scheitel zwei Punkte eines anderen Durchmessers, so muss man für einen Punkt des konjugierten Durchmessers wählen und arbeitet dann mit einem Parallelogramm statt eines Rechtecks. Daher rührt auch der manchmal gebräuchliche Name Parallelogramm-Methode.
b) Den Beweis dieser Methode kann man auch am Einheitskreis nachrechnen. Da Teilverhältnisse und Parallelität bei affinen Abbildungen invariant bleiben, ist der Beweis dann auch allgemeingültig. (Eine Ellipse ist ein affines Bild des Einheitskreises!)
Besonders in der Computergrafik lohnt sich die Ableitung einer Ellipse aus einer Kreisform. Eine achsenparallele Ellipse ist dabei einfach ein Kreis, der in einer der Koordinatenrichtungen gestaucht oder gedehnt, mit anderen Worten: anders skaliert wurde. Eine allgemeine, in beliebigem Winkel gedrehte Ellipse kann man aus so einer achsenparallelen Ellipse durch Scherung erhalten, s. a. Bresenham-Algorithmus. Die Punkte werden also numerisch berechnet und gezeichnet.
Da eine Ellipse mit Zirkel und Lineal nicht als kontinuierliche Kurve exakt gezeichnet werden kann, wird für folgende Konstruktion eine Dynamische-Geometrie-Software (DGS) verwendet (siehe Doppeltes Bild).
Es beginnt mit dem Einzeichnen der beiden zueinander senkrechten Achsen eines kartesischen Koordinatensystems. Anschließend wird der Umkreis der Ellipse um den Mittelpunkt gezogen. Damit ergeben sich auf der horizontalen Achse (Abszissenachse) die Scheitelpunkte und als Schnittpunkte. Der Brennpunkt wird nun beliebig auf der Strecke – halbe Hauptachse der Ellipse – gewählt. Die Spiegelung von an der vertikalen Achse (Ordinatenachse) liefert den Brennpunkt . Eine Senkrechte in , die den Kreis in schneidet, sowie die Horizontale durch liefern im Schnittpunkt mit der vertikalen Achse den Scheitelpunkt und somit die halbe Nebenachse der Ellipse. Abschließend kann mithilfe der nun bekannten Punkte , und die Ellipse eingezeichnet werden.
Mittelpunkt ,
Aufgelöst nach :
Die letzte Form ist praktisch, um eine Ellipse mit Hilfe der beiden Bahnelemente, numerische Exzentrizität und große Halbachse, darzustellen.
Mittelpunkt , Hauptachse parallel zur -Achse:
Mittelpunkt , Hauptachse als -Achse:
Mittelpunkt , Hauptachse parallel zur -Achse:
Mittelpunkt , Hauptachse um bezüglich -Achse rotiert:

Dabei bezeichnet den Parameter dieser Darstellung. Dieser entspricht nicht dem Polarwinkel zwischen der -Achse und der Geraden, die durch den Ursprung und den jeweiligen Ellipsenpunkt führt, sondern z. B. dem Polarwinkel zwischen der -Achse und der Geraden, die durch den Ursprung und den affinen Punkt des Ellipsenpunktes auf dem Umkreis der Ellipse führt (vgl. nebenstehende Abbildung zur Konstruktion nach Proklos Diadochos / Philippe de la Hire).
In der Astronomie heißt dieser Parameter bei Keplerellipsen die exzentrische Anomalie, bei Meridianellipsen in der Geodäsie heißt er parametrische oder reduzierte Breite, vgl. Referenzellipsoid.
Für nicht rotierte Ellipsen, also , hängt der Polarwinkel , der durch definiert ist, mit dem Parameter zusammen über:
Hauptachse waagrecht, Mittelpunkt als Pol, Polarachse längs Hauptachse nach rechts:

In kartesischen Koordinaten ausgedrückt, parametrisiert durch den Winkel der Polarkoordinaten, wobei der Mittelpunkt der Ellipse bei und ihre Hauptachse entlang der -Achse liegt:
Aus der Ellipsengleichung in kartesischen Koordinaten und der Parametrisierung der kartesischen in Polarkoordinaten und folgt:
Umstellen und Radizieren liefert den Radius abhängig vom Polarwinkel.
Hauptachse waagrecht, rechter Brennpunkt als Pol, Polarachse längs Hauptachse nach rechts (Halbparameter ):
Hauptachse waagrecht, linker Brennpunkt als Pol, Polarachse längs Hauptachse nach rechts:
Der Wertebereich der Radien erstreckt sich von der Periapsisdistanz bis zur Apoapsisdistanz , die folgende Werte haben:
In kartesischen Koordinaten ausgedrückt, parametrisiert durch den Winkel bzw. der Polarkoordinaten, wobei der rechte Brennpunkt der Ellipse bei , der linke Brennpunkt bei liegt:
Der Winkel bzw. , je nachdem, welcher Pol Bezugspunkt ist, heißt in der Astronomie die wahre Anomalie.

Man betrachtet ein Dreieck, das von den beiden Fixpunkten , und einem beliebigen Punkt auf der Ellipse aufgespannt wird.
Die Abstände zwischen diesen Punkten betragen: sowie und nach der Definition der Ellipse . Der Winkel bei sei . Mit dem Kosinussatz gilt nun:
Analog verläuft die Herleitung für den rechten Pol. Die Abstände lauten und und . Der Winkel bei sei , da definiert ist, wobei den rechten Hauptscheitel markiert.
Durch Gleichsetzen zweier Darstellungen von erhält man:
Dies entspricht einerseits mit und
und andererseits mit und :
Mittelpunkt , Hauptachse als -Achse, Berührpunkt :
Mittelpunkt Hauptachse parallel zur -Achse, Berührpunkt :
Ein (unnormierter) Tangentenvektor an die Ellipse hat die Gestalt:
Die Tangentengleichung lautet in vektorieller Darstellung mit Mittelpunkt bei , Hauptachse als -Achse und Berührpunkt bei :

Zwischen Polarwinkel und Normalenwinkel und Ellipsenparameter besteht folgender Zusammenhang (siehe nebenstehende Grafik)
Der Zusammenhang des Polarwinkels und dem Steigungswinkel der Normalen (siehe Grafik rechts) lässt sich z. B. so finden:
Auflösen der Tangentengleichung nach
ergibt die Tangentensteigung als Koeffizient von zu
Mit erhält man den gesuchten Zusammenhang zwischen und .
Mittelpunkt , Hauptachse als -Achse, Berührpunkt :
oder auch
Ein (unnormierter) Normalenvektor an die Ellipse hat die Gestalt:
Die Normalengleichung lautet in vektorieller Darstellung mit Mittelpunkt bei , Hauptachse als -Achse und Berührpunkt bei :
Krümmungsradius im Punkt :
Mittelpunkt des Krümmungskreises, Krümmungsmittelpunkt :
Krümmungsradius und -mittelpunkt in einem der beiden Hauptscheitel :
Krümmungsradius und -mittelpunkt in einem der beiden Nebenscheitel :
Mit den Halbachsen und :
Ist die Ellipse durch eine implizite Gleichung
gegeben, dann beträgt ihr Flächeninhalt
Für eine Ellipse mit den Halbachsen und und einen Sektor, der mit der großen Halbachse den Winkel einschließt, gilt:
Beschreibt man den Ellipsensektor statt durch den Polarwinkel durch den Parameter aus der Parameterdarstellung , so erhält man die Formel
Der Umfang einer Ellipse mit großer Halbachse und kleiner Halbachse berechnet sich zu
wobei für das vollständige elliptische Integral zweiter Art steht. Die numerische Exzentrizität berechnet sich bei Ellipsen als

Man beachte, dass bei der numerischen Berechnung elliptischer Integrale mittels Funktionsbibliotheken verschiedene Parameterkonventionen Verwendung finden.

Der Umfang einer Ellipse kann nicht exakt durch elementare Funktionen ausgedrückt werden. Er kann aber mithilfe eines Integrals dargestellt werden, das daher elliptisches Integral genannt wird.
Die Formel für die Bogenlänge einer Kurve lautet
Für die Ellipse mit der Parameterdarstellung ergibt sich unter Berücksichtigung der Symmetrie für den Umfang
Ausklammern von , Verwendung von und führt zu
Durch die Substitution erhalten wir die folgende Form:
Das Integral nennt man vollständiges elliptisches Integral zweiter Art.
Der Umfang der Ellipse ist damit
Der Umfang hängt also von der numerischen Exzentrizität und der großen Halbachse ab. Mithilfe des nebenstehenden Diagramms kann bei gegebener Exzentrizität der Wert des Faktors für den Umfang abgelesen werden. liegt für jede Ellipse zwischen den Extremfällen (, entartete Ellipse als Linie) und (, Ellipse wird zum Kreis).
Aus dieser Formel resultiert jene zusätzliche Formel für den Umfang, die sowohl für den Fall a > b als auch für den Fall a < b reell ist:
Das Integral K nennt man vollständiges elliptisches Integral erster Art.
Die numerische Exzentrizität ist gleich dem elliptischen Modul vom vollständigen Elliptischen Integral zweiter Art!
Für nahe 1 konvergiert diese Reihenentwicklung extrem langsam. Es empfiehlt sich daher eine numerische Integration, z. B. nach dem Romberg-Verfahren.
Eine Reihe, die schneller konvergiert, beruht auf der Gauß-Kummer-Reihe. Für eine Ellipse mit den Halbachsen und (mit ) wird der Landensche Tochtermodul von der numerischen Exzentrizität , also der Modul definiert. Dann ergibt sich:
| Exz. ε | q = b / a | Fehler |
|---|---|---|
| = 0,000 | 1,000 | 0 (Kreis: exakt) |
| < 0,051 | > 0,9987 | < 10−7 |
| < 0,090 | > 0,996 | < 10−6 |
| < 0,1582 | > 0,9874 | < 10−5 |
| < 0,277 | > 0,961 | < 0,01 % |
| < 0,46 | > 0,885 | < 0,1 % |
| < 0,75 | > 0,66 | < 1 % |
| < 0,83 | > 0,55 | < 2 % |
| < 0,927 | > 0,37 | < 5 % |
| < 0,978 | > 0,21 | < 10 % |
| < 0,999 | > 0,044 | < 18,3 % |
| < 1,000 | > 0,000 | < 21,46 % |
| Exz. ε | q = b / a | Fehler |
|---|---|---|
| = 0,000 | = 1,0000 | 0 (Kreis: exakt) |
| < 0,016 | > 0,9999 | < 10−9 |
| < 0,026 | > 0,9997 | < 10−8 |
| < 0,047 | > 0,9989 | < 10−7 |
| < 0,084 | > 0,9965 | < 10−6 |
| < 0,149 | > 0,9888 | < 10−5 |
| < 0,262 | > 0,9651 | < 0,01 % |
| < 0,450 | > 0,8930 | < 0,1 % |
| < 0,720 | > 0,6937 | < 1 % |
| < 0,808 | > 0,5891 | < 2 % |
| < 0,914 | > 0,4037 | < 5 % |
| < 0,977 | > 0,2104 | < 10 % |
| < 1,000 | > 0,0000 | < 14,91 % |
Diese Näherung ist in einem weiten -Bereich von sehr genau und ergibt im ganzen Bereich stets einen etwas zu kleinen Wert, der monoton mit zunimmt.
Der relative Fehler beträgt
| Bereich | rel. Fehler |
|---|---|
| 0,0000 ≤ ε ≤ 0,8820 | < 10−9 |
| 0,8820 < ε ≤ 0,9242 | < 10−8 |
| 0,9242 < ε ≤ 0,9577 | < 10−7 |
| 0,9577 < ε ≤ 0,9812 | < 10−6 |
| 0,9812 < ε ≤ 0,9944 | < 10−5 |
| 0,9944 < ε ≤ 0,9995 | < 10−4 |
| 0,9995 < ε ≤ 1,0000 | < 0,000403 |
Für erhält man statt 4 den nur geringfügig zu kleinen Wert
Unicode enthält im Block Verschiedene Symbole und Pfeile vier Ellipsensymbole, die als Grafikzeichen oder Schmuckzeichen in beliebigem Text (auch Fließtext) verwendet werden können:
| Unicode | Zeichen | Name | LaTeX |
|---|---|---|---|
| U+2B2C | ⬬ | black horizontal ellipse (Vollflächige horizontale Ellipse) | \EllipseSolid |
| U+2B2D | ⬭ | white horizontal ellipse (Hohle horizontale Ellipse) | \Ellipse |
| U+2B2E | ⬮ | black vertical ellipse (Vollflächige vertikale Ellipse) | Anm. |
| U+2B2F | ⬯ | white vertical ellipse (Hohle vertikale Ellipse) | Anm. |
LaTeX kennt außerdem noch eine hohle horizontale Ellipse mit Schatten rechts: \EllipseShadow.
Berechnungen
Konstruktion