
Peter Pfrunder (* 19. Mai 1959 in Singapur) ist ein Schweizer Publizist, Kulturschaffender, Ausstellungskurator und Fotohistoriker. Von 1998 bis 2024 war er als Nachfolger von Walter Binder Direktor der Schweizerischen Stiftung für die Fotografie, deren Domizil sich von 1976 bis Anfang des 21. Jahrhunderts im Kunsthaus Zürich befand und seit 2003 in Winterthur ist.

Peter Pfrunder wuchs in Singapur und Meilen auf. Er studierte Germanistik, Europäische Volksliteratur und Englische Literatur an der Universität Zürich und an der Freien Universität Berlin. Von 1985 bis 1988 war er wissenschaftlicher Assistent von Rudolf Schenda am Lehrstuhl für Europäische Volksliteratur der Universität Zürich. 1988 promovierte er mit der Dissertation Pfaffen, Ketzer, Totenfresser. Fastnachtskultur der Reformationszeit – Die Berner Spiele von Niklaus Manuel bei Alois Maria Haas an der Universität Zürich. Ab 1988 arbeitete er als freier Kulturjournalist für verschiedene Zeitungen, darunter die Neue Zürcher Zeitung, Weltwoche und den Zürcher Tages-Anzeiger. Von 1995 bis 1998 war er Co-Direktor des neu eröffneten Forums der Schweizer Geschichte Schwyz. 1998 wurde er als Nachfolger von Walter Binder zum Direktor der Schweizerischen Stiftung für die Photographie in Zürich gewählt, die er bis 2024 leitete. Der neue Direktor des Kunsthauses Zürich, Christoph Becker, wollte der Stiftung kein Gastrecht mehr gewähren. Zwischen 2001 und 2003 entwickelte Pfrunder in Zusammenarbeit mit Martin Gasser ein Projekt für den Umzug der Fotostiftung vom Kunsthaus Zürich, wo sie von 1976 bis 2001 ihr Domizil hatte, nach Winterthur. 2003 wurden die Ausstellungs- und Archivräume, eine Forschungsbibliothek sowie Vermittlungsräume eingeweiht. 2017 kamen eine Abteilung für Digitalisierung (Digital Lab) und zusätzliche Vermittlungsräume für die Präsentation des Archivs der Fotostiftung dazu. Pfrunder realisierte zusammen mit anderen Kuratoren Ausstellungen und gemeinsam mit zahlreichen Textautoren Publikationen über historische und zeitgenössische Fotografie, darunter eine Übersichtsdarstellung zur Geschichte des Fotobuchs in der Schweiz. Die Stiftung ist eine von vier vom Bund finanzierte Gedächtnisinstitution. Während seiner Amtszeit konnte er die Archive von Balthasar Burkhard und Hans Danuser übernehemen. Zu Pfrunders Schwerpunkten gehörte auch die Bekanntmachung von Schweizer Fotoschaffenden im Ausland. 2019 kuratierte er die 15. Ausgabe des Lianzhou Foto Festival 2019 in China unter dem Titel «A Chance for the Unpredictable.» Er ist Mitglied des Stiftungsrats der Karlheinz Weinberger Stiftung.
(Quelle: )
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pfrunder, Peter |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Publizist, Kulturschaffender, Ausstellungskurator und Fotohistoriker |
| GEBURTSDATUM | 19. Mai 1959 |
| GEBURTSORT | Singapur |