| Eigenschaften | |||||||||||
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| Allgemein | |||||||||||
| Name, Symbol, Ordnungszahl | Rhodium, Rh, 45 | ||||||||||
| Elementkategorie | Übergangsmetalle | ||||||||||
| Gruppe, Periode, Block | 9, 5, d | ||||||||||
| Aussehen | silbrig weiß metallisch | ||||||||||
| CAS-Nummer | |||||||||||
| EG-Nummer | 231-125-0 | ||||||||||
| ECHA-InfoCard | 100.028.295 | ||||||||||
| Massenanteil an der Erdhülle | 0,001 ppm | ||||||||||
| Atomar | |||||||||||
| Atommasse | 102,90549(2) u | ||||||||||
| Atomradius (berechnet) | 135 (173) pm | ||||||||||
| Kovalenter Radius | 142 pm | ||||||||||
| Elektronenkonfiguration | [Kr] 4d8 5s1 | ||||||||||
| 1. Ionisierungsenergie | 7.45890(5) eV ≈ 719.67 kJ/mol | ||||||||||
| 2. Ionisierungsenergie | 18.08 eV ≈ 1744 kJ/mol | ||||||||||
| 3. Ionisierungsenergie | 31.06 eV ≈ 2997 kJ/mol | ||||||||||
| 4. Ionisierungsenergie | 42.0(1,7) eV ≈ 4052 kJ/mol | ||||||||||
| 5. Ionisierungsenergie | 63.0(1,9) eV ≈ 6079 kJ/mol | ||||||||||
| Physikalisch | |||||||||||
| Aggregatzustand | fest | ||||||||||
| Kristallstruktur | kubisch flächenzentriert | ||||||||||
| Dichte | 12,38 g/cm3 (20 °C) | ||||||||||
| Mohshärte | 6 | ||||||||||
| Magnetismus | paramagnetisch (χm = 1,7 · 10−4) | ||||||||||
| Schmelzpunkt | 2237 K (1964 °C) | ||||||||||
| Siedepunkt | 4000 K (3727 °C) | ||||||||||
| Molares Volumen | 8,28 · 10−6 m3·mol−1 | ||||||||||
| Verdampfungsenthalpie | 531 kJ/mol | ||||||||||
| Schmelzenthalpie | 21,7 kJ·mol−1 | ||||||||||
| Schallgeschwindigkeit | 4700 m·s−1 bei 293,15 K | ||||||||||
| Spezifische Wärmekapazität | 243 J·kg−1·K−1 | ||||||||||
| Elektrische Leitfähigkeit | 23,3 · 106 S·m−1 | ||||||||||
| Wärmeleitfähigkeit | 150 W·m−1·K−1 | ||||||||||
| Chemisch | |||||||||||
| Oxidationszustände | ±0, +1, +2, +3, +4 | ||||||||||
| Normalpotential | 0,76 V (Rh3+ + 3e− → Rh) | ||||||||||
| Elektronegativität | 2,28 (Pauling-Skala) | ||||||||||
| Isotope | |||||||||||
| Weitere Isotope siehe Liste der Isotope | |||||||||||
| NMR-Eigenschaften | |||||||||||
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| Sicherheitshinweise | |||||||||||
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| MAK |
Schweiz: 0,1 mg·m−3 | ||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. | |||||||||||
Rhodium ist ein chemisches Element mit dem Elementsymbol Rh und der Ordnungszahl 45. Es ist ein silberweißes, hartes, unreaktives Übergangsmetall. Im Periodensystem zählt es zusammen mit Cobalt, Iridium und Meitnerium zur 9. Gruppe oder Cobaltgruppe. Rhodium besitzt große Ähnlichkeit mit anderen Platinmetallen wie Platin oder Palladium. Dies betrifft beispielsweise die für Edelmetalle charakteristische geringe Reaktivität und eine hohe katalytische Aktivität.
Rhodium wird daher, oft in Form von Legierungen, vorwiegend als Katalysator eingesetzt. Als wichtiger Bestandteil von Fahrzeugkatalysatoren wird es zur Reduktion von Stickoxiden eingesetzt. Auch in industriellen Prozessen zur Herstellung einiger chemischer Grundstoffe wie dem Ostwald-Verfahren zur Salpetersäure-Produktion werden Rhodiumkatalysatoren genutzt. Da das Metall in der Natur sehr selten vorkommt und gleichzeitig eine breite Anwendung findet, zählt es zu den teuersten Metallen überhaupt.
Im menschlichen Körper kommt Rhodium normalerweise nicht vor, eine biologische Bedeutung ist nicht bekannt.

Im Jahr 1800 kauften William Hyde Wollaston und Smithson Tennant 5959 Feinunzen (etwa 185 Kilogramm) Platinerz aus Kolumbien und untersuchten es, indem sie das Erz in Königswasser lösten. Dabei löste sich ein Großteil des Erzes, es blieb aber auch ein unlöslicher Rückstand. Daraufhin teilten die beiden Chemiker die weitere Untersuchung. Tennant erforschte die unlöslichen Bestandteile und entdeckte darin 1804 Osmium und Iridium.
Wollaston untersuchte dagegen die löslichen Bestandteile. Bei der Entdeckung des späteren Rhodiums entfernte er zunächst einen Großteil des Platins mit Ammoniumchlorid durch Fällung als Ammoniumhexachloroplatinat(IV). Zum Filtrat gab er Zink, wodurch Rhodium und einige weitere Bestandteile ausfielen. Nach der Abtrennung von Kupfer und Blei mit verdünnter Salpetersäure, erneutem Lösen in Königswasser und Zugabe von Natriumchlorid bildete sich Na3[RhCl6] · n H2O, das beim Verdunsten der Flüssigkeit als rosarotes Salz zurückblieb. Aus diesem konnte Wollaston durch Extraktion mit Ethanol und Reduktion mit Zink das elementare Rhodium gewinnen. Der Name wurde von Wollaston nach dem griechischen ῥόδεος rhódeos („rosenfarbig“) gewählt, da verdünnte Lösungen von Rhodium-Salzen eine rosa Farbe aufweisen. Seine Entdeckung und den Namen Rhodium stellte er am 21. Juni 1804 der Royal Society vor, am gleichen Tag wie Tennant die Entdeckung des Osmiums. Schon 1802 entdeckte Wollaston ein weiteres Element in dem Erz, das er zunächst Ceresium (nach (Ceres), später Palladium (Pallas) nannte. Da er die Entdeckung zunächst über anonyme Anzeigen verkündete, in denen er ein neues Metall zum Kauf anbot, untersuchte Richard Chenevix das Material und behauptete, dass es eine Platin-Quecksilber-Legierung sei. 1805 verkündete Wollaston offiziell bei der Royal Society die Entdeckung des Palladiums, was auch akzeptiert wurde.
Als Atomsymbol des Rhodiums schlug Jöns Jakob Berzelius zunächst R vor, dies wurde später auf das heutige Rh geändert.
Die erste Anwendung des neuen Metalls waren die ab 1820 von William Wollaston entwickelten Spitzen von Schreibfedern aus einer Rhodium-Zinn-Legierung, die für einen Sixpence verkauft wurden. Diese wurden später jedoch durch härtere Osmium-Iridium-Legierungen abgelöst. 1823 entdeckten Louis Jacques Thénard und Pierre Louis Dulong die katalytische Wirkung von Rhodium, als sie die von Johann Wolfgang Döbereiner bei Platinschwamm gefundene Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff bei Raumtemperatur auch bei feinverteiltem Rhodium, Palladium und Iridium bestätigen konnten.

Rhodium zählt zu den seltensten nicht-radioaktiven Elementen auf der Erde. Seine Häufigkeit in der oberen kontinentalen Erdkruste beträgt nur etwa 0,018 ppb. Dies ist vergleichbar mit der Häufigkeit von Ruthenium und Iridium. Dies liegt darin, dass Rhodium ein stark siderophiles (eisenliebendes) Element ist und daher bei der Entstehung der Erde große Mengen Rhodium in den Erdkern gelangt sind. Es wird geschätzt, dass sich über 99 % des auf der Erde vorhandenen Rhodium im Erdkern befinden und dass dieser einen Rhodiumgehalt von 0,756 mg/kg besitzt.
Rhodium ist immer mit den anderen Platinmetallen vergesellschaftet. Es wird häufig zur Platin-Gruppe der Platinmetalle (PPGE) gezählt verhält sich jedoch eher wie die Elemente der Iridium-Gruppe (IPGE) Osmium, Iridium und Ruthenium. Diese wirken in Magmaschmelzen im Erdmantel als kompatible Elemente und werden daher bevorzugt in Mineralgitter eingebaut. Dadurch kommt es beim teilweisen Schmelzen von platinmetallreichen Gesteinen zu einer Entmischung der Elemente und zur Anreicherung von Rhodium und den IPGE-Elementen in bestimmten Erzen. Besonders Chromit begünstigt die Anreicherung von Rhodium. Daneben findet man auch in sulfidischen Eisen-Nickel-Erzen wie Pentlandit hohe Gehalte an Rhodium.
Die höchsten Gehalte an Rhodium findet man im Merensky Reef des Bushveld-Komplexes in Südafrika, Great Dyke in Simbabwe, in den Nickel-Erzen von Norilsk und Talnach in Russland, dem Stillwater-Komplex in Montana (Vereinigte Staaten) sowie dem Sudbury-Becken in Kanada.
Im Vergleich zur Erdkruste enthalten Meteoriten hohe Gehalte an Rhodium. So enthalten Eisenmeteoriten durchschnittlich 1 ppm Rhodium In CI-Chondriten wurden durchschnittlich 133 μg/kg an Rhodium gefunden.
Es sind einige, überwiegend sulfidische Minerale mit Rhodium als essentiellem Bestandteil bekannt. Das häufigste davon ist Hollingworthit (RhAsS). Daneben wurden auch Cuprorhodsit ((Cu+0,5Fe3+0,5)Rh3+2S4), Bowieit (Rh2S3), Cherepanovit (RhAs), Rhodarsenid (Rh,Pd)2As, Zaccariniit (RhNiAs) und Miassit (Rh17S15) an einigen Orten gefunden. Wie alle Platinmetalle kommt es auch gediegen vor. Insgesamt sind (Stand Juni 2026) 22 rhodiumhaltige Minerale von der International Mineralogical Association anerkannt. Zu den wichtigsten Fundorten zählen Haraigawa bei Misato in der Präfektur Kumamoto sowie Tomamae in Hokkaidō in Japan, die Onverwacht-Mine bei Steelpoort in Südafrika, die Flüsse Miass und Anabar in Russland und der Coldwell-Komplex bei Marathon in Kanada.
Rhodium wurde 1974 von Louis J. Cabri und J. H. Gilles Laflamme entdeckt. Es handelte sich um ein einzelnes, 175 · 195 μm großes Korn, das aus einer Rhodium-Platin-Legierung mit 57 % Rhodium und 43 % Platin bestand (Rh0,57Pt0,43). Fundort und damit die Typlokalität war der Stillwater-Komplex im US-Bundesstaat Montana. Das Typmaterial wird im Royal Ontario Museum in Toronto (Kanada) unter der Sammlungsnummer M33257 aufbewahrt.
Neben der Typlokalität wurde das Mineral in den Vereinigten Staaten noch im Fox Gulch am Salmon River in Alaska und bei Webster in North Carolina gefunden. Weitere Fundorte sind bei Rustenburg, dem Pilanesberg, Madibeng und Fetakgomo Tubatse in Südafrika, Ballina, Rosebery und Kalgoorlie-Boulder City in Australien, Qusum in China, Bodaibo in Russland, Riosucio in Kolumbien, der Kleva gruva in Alseda, Schweden und Shurugwi in Simbabwe.
Bereits in der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte Rhodium zur Mineralklasse der „Elemente“ und dort zur Abteilung „Metalle und intermetallische Legierungen (ohne Halbmetalle)“, wo er gemeinsam mit Iridium, Palladium, Platin, Stannopalladinit und Zvyagintsevit in der „Platin-Reihe“ mit der Systemnummer I/A.05b steht.
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer I/A.14-010. Dies entspricht ebenfalls der Abteilung „Metalle und intermetallische Verbindungen“, wo Rhodium zusammen mit Damiaoit, Hongshiit, Iridium, Kitagohait, Palladium, Platin, Skaergaardit und Yixunit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer I/A.14 bildet.
Auch die von der IMA zuletzt 2009 aktualisierte 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet Rhodium in die Abteilung „Metalle und intermetallische Verbindungen“ ein. Diese ist weiter unterteilt nach den in der Verbindung vorherrschenden Metallen, die entsprechend ihrer verwandten Eigenschaften in Metallfamilien eingeteilt wurden. Das Mineral ist hier entsprechend in der Unterabteilung „Platin-Gruppen-Elemente (PGE)“ zu finden, wo es zusammen mit Iridium, Palladium und Platin die „Rhodiumgruppe“ mit der Systemnummer 1.AF.10 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen und zuletzt 1997 veröffentlichten Systematik der Minerale nach Dana hat Rhodium die System- und Mineralnummer 01.02.01.03. Das entspricht ebenfalls der Klasse und gleichnamigen Abteilung „Elemente“. Hier findet es sich in der „Platingruppe“ mit der Systemnummer 01.02.01, in der auch Platin, Iridium, und Palladium eingeordnet sind.


Die Gewinnung von Rhodium ist wie die der anderen Platinmetalle sehr aufwendig. Dies liegt vor allem an der Ähnlichkeit und geringen Reaktivität der Platinmetalle, wodurch sie sich schwer trennen lassen. Ausgangsstoff für die Gewinnung von Rhodium ist Anodenschlamm, der bei der Kupfer- und Nickelproduktion als Nebenprodukt bei der Elektrolyse anfällt. Dieser wird zunächst in Königswasser gelöst. Dabei gehen Gold, Platin und Palladium in Lösung, während Ruthenium, Osmium, Rhodium und Iridium sowie Silber als Silberchlorid ungelöst zurückbleiben. Das Silberchlorid wird durch Erhitzen mit Bleicarbonat und Salpetersäure in lösliches Silbernitrat umgewandelt und so abgetrennt.
Um das Rhodium von den anderen Elementen abzutrennen, wird der Rückstand mit Natriumhydrogensulfat geschmolzen. Dabei bildet sich wasserlösliches Rhodium(III)-sulfat Rh2(SO4)3, das mit Wasser ausgelaugt werden kann. Das gelöste Rhodium wird zunächst mit Natriumhydroxid als Rhodiumhydroxid Rh(OH)3 gefällt. Die folgenden Reaktionsschritte sind das Lösen in Salzsäure als H3[RhCl6] und die Fällung mit Natriumnitrit und Ammoniumchlorid als (NH4)3[Rh(NO2)6]. Um elementares Rhodium zu erhalten, wird aus dem Rückstand durch Digerieren mit Salzsäure der lösliche (NH4)3[RhCl6]-Komplex gebildet. Nachdem das Wasser durch Verdampfen entfernt wurde, kann das Rhodium mithilfe von Wasserstoff zum Metallpulver reduziert werden.
Rhodiumisotope entstehen als Nebenprodukte bei der Kernspaltung von 235U und können aus abgebrannten Brennelementen extrahiert werden. Aufgrund der Radioaktivität gibt es jedoch noch keine kommerzielle Anwendung des so erhaltenen Rhodiums.
Rhodium wird nur in geringem Umfang gewonnen, 2019 betrug die Produktion 25 Tonnen. Mit 20 Tonnen wurde der Großteil davon in Südafrika produziert. Weitere Produktionsländer sind Russland, gefolgt von Kanada und Simbabwe.


Rhodium ist ein silberweißes, hoch schmelzendes, hartes Edelmetall. Es ist härter als Gold oder Platin, ist jedoch zäh und dehnbar und lässt sich durch Hämmern bearbeiten. In den meisten Eigenschaften ist es mit den anderen Platinmetallen vergleichbar. So liegt der Schmelzpunkt des Rhodiums von 1966 °C zwischen demjenigen von Platin (1772 °C) und Ruthenium (2334 °C). Die Dichte des Elements von 12,41 g/cm3 ist vergleichbar mit denen der benachbarten Elemente Ruthenium und Palladium. Rhodium besitzt die höchste Wärme- und elektrische Leitfähigkeit aller Platinmetalle. Unterhalb von 0,9 Kelvin wird Rhodium zum Supraleiter.
Rhodium kristallisiert wie Cobalt und Iridium in einer kubisch-dichtesten Kugelpackung (Kupfer-Typ) in der Raumgruppe Fm3m (Raumgruppen-Nr. 225) mit dem Gitterparameter a = 380,4 pm sowie vier Formeleinheiten pro Elementarzelle.
Als typisches Edelmetall ist Rhodium sehr reaktionsträge. Nach Iridium ist es das am wenigsten reaktive Platinmetall. Es reagiert mit Sauerstoff und Chlor erst bei Temperaturen von 600 bis 700 °C zu Rhodium(III)-oxid beziehungsweise Rhodium(III)-chlorid. Auch mit dem reaktivsten Halogen Fluor reagiert es nur in der Hitze zu Rhodium(VI)-fluorid. Von Mineralsäuren wird das Metall nicht angegriffen. Eine Ausnahme ist feinstverteiltes Rhodium, das sich sehr langsam in Königswasser und konzentrierter Schwefelsäure löst.
Das Metall reagiert mit einigen Salzschmelzen und lässt sich so aufschließen. Salze, die dies vermögen, sind Natriumhydrogensulfat, Kaliumdisulfat, Cyanide und Natriumcarbonat.
Sauerstoff löst sich in flüssigem Rhodium (>2000 °C). Beim Erkalten der Schmelze wird er unter Spratzen wieder abgegeben. Eine Reaktion erfolgt nicht, da die Oxide oberhalb von ≈1100 °C instabil sind.
Es sind insgesamt 33 Isotope sowie weitere 20 Kernisomere des Rhodiums bekannt. Natürliches Rhodium besteht zu 100 % aus dem Isotop 103Rh, das Element ist somit eines von 22 Reinelementen. Die langlebigsten künstlichen Isotope sind 101Rh, das mit einer Halbwertszeit von 3,3 Jahren unter Elektroneneinfang zu 101Ru zerfällt, sowie 102mRh, das mit einer Halbwertszeit von 3,742 Jahren überwiegend unter Aussendung von Positronen zu 102Ru zerfällt. Zu einem geringen Teil geht der metastabile Kern auch unter Isomerieübergang in 102Rh über.
Eine Anwendung als Tracer hat der mit einer Halbwertszeit von 35,88 Stunden kurzlebige Kern 105Rh gefunden.

Wie andere Platinmetalle wirkt Rhodium in vielen Prozessen katalytisch. Sowohl das Metall als auch seine Verbindungen und Legierungen mit anderen Platinmetallen werden daher dementsprechend eingesetzt. Daneben existieren weitere rhodiumspezifische Anwendungsmöglichkeiten; die Verwendung ist jedoch durch den hohen Preis begrenzt.
Die wichtigsten Anwendungsbereiche des Rhodiums sind Fahrzeugkatalysatoren. Es dient darin als Katalysator zur Reduktion von Stickstoffmonoxid zu elementarem Stickstoff. Würde stattdessen Platin oder Palladium eingesetzt, entstünden verstärkt Ammoniak und Distickstoffmonoxid.
Ein Teil des Rhodiums wird in Katalysatoren zur Salpetersäureherstellung verwendet. Im sogenannten Ostwald-Verfahren werden zur katalytischen Ammoniakverbrennung zu Stickstoffmonoxid Netze eingesetzt, die aus einer Platin-Rhodiumlegierung mit etwa 10 % Rhodium bestehen. Durch den Einsatz von Rhodium erhöht sich die Haltbarkeit und Ausbeute im Vergleich zu reinem Platin. Auch im Andrussow-Verfahren zur Blausäure-Herstellung wird eine Rhodium-Platin-Legierung als Katalysator eingesetzt.

Metallisches Rhodium kann als Beschichtung eingesetzt werden. Mit Rhodium beschichtete Flächen besitzen ein hohes Reflexionsvermögen und sind daher als hochwertige Spiegel geeignet. Gleichzeitig sind diese Beschichtungen sehr hart und chemisch stabil. Auch als Überzug für Schmuck, Brillengestelle oder Uhren wird Rhodium verwendet. Es verhindert das Anlaufen des verwendeten Metalls. Dies ist vor allem bei Schmuck aus Silber oder Weißgold wichtig. Der Vorgang des Überziehens wird Rhodinieren genannt.
Weitere mögliche Anwendungen sind hochbeanspruchte Laborgeräte, Heizspiralen oder Thermoelemente, die aus Platin-Rhodium-Legierungen gefertigt werden. Seit Edelmetalle wieder international in den Fokus von Finanzanlegern gekommen sind, gibt es auch physische Rhodium-Anlageprodukte. Aufgrund des späteren Einsatzes in der Industrie nach dem Rückkauf wird Rhodium meist in Pulverform angeboten. Seit 2012 ist Anlage-Rhodium auch in Barren-Form erhältlich.
Die Internationale Wertpapierkennnummer (ISIN) im Börsenhandel lautet XY0101622766.
Da der Verbrauch durch erhöhte Nachfrage in der Schmuckindustrie gestiegen ist und 2005 mit 25,3 Tonnen über der Produktion lag, war der Preis stark gestiegen. So lag der Rhodiumpreis 2003 noch bei etwa 475 US-Dollar (entsprach 2003 etwa 420 €) pro Feinunze (etwa 31,1 Gramm), im Juni 2008 zählte es mit einem Preis von über 9700 US-Dollar (etwa 6230 Euro) pro Feinunze zu den teuersten Metallen überhaupt, fiel danach jedoch schnell auf einen Preis von unter 1000 Dollar im Dezember 2008. Im März 2021 lag der Preis bei 25.155 Dollar pro Feinunze. Im Dezember 2023 lag der Rhodiumpreis bei circa 4.425 USD pro Feinunze. Rhodium ist derzeit (2024) ungefähr doppelt so teuer wie Gold und weist aufgrund seiner begrenzten Verfügbarkeit und starken industriellen Nachfrage deutlich größere Preisschwankungen auf als der vergleichsweise stabilere Goldpreis.
Kompaktes Rhodium ist auf Grund der geringen Reaktivität ungefährlich, als feinverteiltes Pulver dagegen ist es leicht entzündlich und brennbar. Da brennendes Rhodium mit Wasser reagiert, dürfen zur Löschung nur Metallbrandlöscher (Klasse D) eingesetzt werden. Wegen einiger Hinweise auf eine karzinogene Wirkung werden Rhodium und seine Verbindungen von der MAK-Kommission als karzinogen, Kategorie 3 eingeordnet.
Wie andere Schwermetallionen sind gelöste Rhodiumionen in hohen Konzentrationen toxisch. In einer Untersuchung mit Lungenepithelzellen wurde ein LC50-Wert von 1,2 mmol · l−1 für Rhodium(III)-ionen ermittelt.
Rhodium bildet Verbindungen in den Oxidationsstufen von −I bis +VI. Die stabilste Stufe ist +III, höhere kommen vor allem in Verbindungen mit Fluor, niedrigere in Komplexen mit Liganden wie Kohlenstoffmonoxid, Cyanid oder Phosphanen vor.
Einige Rhodium-Verbindungen, beispielsweise Rhodium(II)-carboxykomplexe, werden untersucht, ob sie sich zur Behandlung von Krebs eignen. Die Verbindungen sind dabei, wie die des Platins auch, sehr oft nierentoxisch.

Einige Rhodiumkomplexe werden in technisch wichtigen Synthesen organischer Chemikalien als Katalysator eingesetzt. Dazu zählt der Wilkinson-Katalysator, ein quadratisch-planarer Rhodiumkomplex mit drei Triphenylphosphan- (PPh3) und einem Chlorid-Liganden. Eine Reaktion, die dieser Komplex katalysiert, ist die Hydrierung von Alkenen mit Wasserstoff. Es ist auch möglich, die Liganden durch chirale Gruppen zu ersetzen und so eine asymmetrische Hydrierung zu erreichen. Dies wird unter anderem für die Synthese der Aminosäure L-DOPA genutzt. Eine weitere wichtige Reaktion, bei der der Wilkinson-Katalysator eingesetzt wird, ist die Hydroformylierung. Dabei werden aus Alkenen, Kohlenstoffmonoxid und Wasserstoff Aldehyde dargestellt.

Ein weiterer Rhodiumkomplex wird zur Herstellung von Essigsäure eingesetzt. Im Monsanto-Prozess wird cis-[Rh(CO)2I2]−, ein quadratisch-planarer Komplex mit zwei Kohlenstoffmonoxid- und zwei Iodid-Liganden, eingesetzt.
Mit den Halogenen Fluor, Chlor, Brom und Iod sind eine Reihe Verbindungen bekannt. Während Chlor, Brom und Iod nur Verbindungen in der Oxidationsstufe +III bilden, sind die Fluoride Rhodium(IV)-fluorid, Rhodium(V)-fluorid und Rhodium(VI)-fluorid bekannt. Die wichtigste Rhodium-Halogenverbindung ist Rhodium(III)-chlorid, die als Katalysator bei Reduktionen, Polymerisationen oder Isomerisierungen eingesetzt werden kann.
Es sind insgesamt drei Rhodiumoxide, Rhodium(III)-oxid Rh2O3, Rhodium(IV)-oxid RhO2 und Rhodium(VI)-oxid RhO3 bekannt. Letzteres ist allerdings nur in der Gasphase zwischen 850 °C und 1050 °C stabil. Rhodium(III)-oxid entsteht in wasserfreier Form durch Verbrennung aus den Elementen bei 600 °C. Erhitzt man dieses unter erhöhtem Sauerstoffdruck weiter, entsteht Rhodium(IV)-oxid.
Rhodium(III)-sulfat Rh2(SO4)3 ist ein Zwischenprodukt bei der Rhodiumproduktion. Daneben wird es als Rohstoff für die galvanische Beschichtung von Oberflächen, beispielsweise bei Schmuckwaren, verwendet.
Rhodium(II)-acetat wird in der Organischen Chemie als Katalysator verwendet. Es bildet mit Diazoverbindungen, die eine benachbarte Carbonylgruppe besitzen, Carbene. Aus den Carbenen können unter anderem Cyclopropane dargestellt werden. Auch für die Gewinnung von Yliden und für Insertionsreaktionen können Rhodium-Carbene eingesetzt werden.