Wilhelm Carl Peter Willing, anglisiert William Willing (* 2. Mai 1866 in Rendsburg, Herzogtum Holstein; † 15. Oktober 1944 in Calgary, Alberta) war ein deutschkanadischer lutherischer Geistlicher. Er war Gründungsmitglied der Evangelisch-Lutherischen Synode von Manitoba und andern Provinzen, bis 1903 deren erster Sekretär und von 1902 bis 1903 kommissarischer Präses der Synode.
Willing wurde in Rendsburg geboren und erhielt seine theologische Ausbildung am Missionsseminar Breklum unter Christian Jensen. Er plante, als Missionar nach Indien zu gehen, und richtete sich darum an die dafür zuständige Missionsbehörde des amerikanischen General-Konzils. Da dieses zwar keinen Bedarf für die indische Mission, wohl aber für die deutschsprachigen Gemeinden im Westen Kanadas hatte, berief es Willing als Missionar der Kanada-Synode nach Winnipeg. Er folgte diesem Ruf im Juni 1892 und bediente von dort aus zehn verstreute lutherische Gemeinden und Predigtplätze im Süden von Manitoba und entlang des Red River of the North. Größere Gemeinden gab es in Gretna und Plum Coulee, kleinere Stationen bestanden in Rosenfeld, Steinbach, Morden, Friedensfeld, Brandon, Alcester, Neuenburg, Rosenhof und Moline. Die meisten Lutheraner arbeiteten dort bei mennonitischen Siedlern und zogen oft später weiter nach Westen. Einige Zeit später verlegte er seinen Wohnsitz nach Gretna, von wo aus er die Gemeinden leichter erreichen konnte.
Im November 1896 berief ihn die St.-Johanneskirche in Edenwald zu ihrem Pastor. Zur Pfarrei Edenwald gehörten auch Predigtplätze in Regina, Kronau, Davin, Strassburg, Josephburg, Dunmore, Rosthern und weiteren Siedlungen. Im Juli 1897 organisierte Willing mit Martin Ruccius und zwei weiteren Pastoren in Winnipeg die Evangelisch-Lutherische Synode von Manitoba und den Nordwest-Territorien und wurde zu deren erstem Sekretär gewählt. Im Januar 1902 folgte Willing einem Ruf an die Zionskirche in Neudorf als Nachfolger von Ruccius. Erneut war er auch für die Lutheraner in einem weiten Umkreis um Neudorf zuständig. Da Frederick Beer 1902 als Präses der Synode noch vor Ende seiner Amtszeit zurücktrat, um einem Ruf an das Theologische Seminar in Saginaw zu folgen, leitete Willing die Synode als kommissarischer Präses bis zur Wahl von Victor Henning im Juli 1903.
1907 ging Willing für ein Jahr an die Gemeinde in Heimthal in der Provinz Alberta, bevor er als Missionar nach British Columbia weiterzog. In Fruitvale gründete er eine Missionsgemeinde. Die mangelnde Unterstützung dieser Mission durch die Synode brachte Willing dazu, zur konkurrierenden Ohio-Synode zu wechseln, die Gemeinden in der Gegend unterhielt. Die Mission in Fruitvale wurde aufgegeben, stattdessen ging er nach British Columbia. Für die Ohio-Synode hatte er bis 1916 Pfarrstellen in Jansen, bis 1920 nahe Oyen, bis 1922 in Holdfast und bis 1926 in Rosthern inne. Im Januar 1927 wurde er zum ersten Superintendenten des lutherischen Kinder- und Altenheims in Melville berufen, das die Ohio-Synode in den Gebäuden des ehemaligen Melville College eingerichtet hatte. Bereits im Juli desselben Jahres kehrte er jedoch in den Gemeindedienst zurück und übernahm die Pfarrstelle in Castor. Dort blieb er etwa zehn Jahre, bevor er in den Ruhestand trat.
Willing heiratete 1894 bei Waterloo die Deutschkanadiern Sophia F. Engellund, mit der er sechs Kinder hatte. Er starb am 15. Oktober 1944 im Holy Cross Hospital in Calgary.
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| Frederick Beer | Präses ad interim der Manitoba-Synode 1902–1903 | Victor Henning |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Willing, William |
| ALTERNATIVNAMEN | Willing, Wilhelm Carl Peter (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutschkanadischer lutherischer Geistlicher |
| GEBURTSDATUM | 2. Mai 1866 |
| GEBURTSORT | Rendsburg, Herzogtum Holstein |
| STERBEDATUM | 15. Oktober 1944 |
| STERBEORT | Calgary, Alberta |