
Bruno Ritter (* 20. Dezember 1951 in Baar ZG, Schweiz) ist ein Schweizer Maler, Zeichner, Druckgrafiker und Illustrator.
Bruno Ritter wuchs in Neuhausen am Rheinfall SH auf und besuchte dort die Primar- und Sekundarschule. Nach einer Ausbildung zum Retoucheur bei Conzett & Huber in Zürich und dem anschliessenden Besuch der Kunstgewerbeschule Zürich, die er 1975 mit dem Diplom HfG für Kunsterziehung abschloss, ist er bis 1982 als Dozent an verschiedenen Schulen im Kanton Zürich tätig gewesen.
1982 zog Ritter von Schaffhausen nach Canete im Valchiavenna (I) und von dort 1989 nach Chiavenna (I). 1992 heiratet Ritter Esther Wolfensberger. 1994 erfolgte der Umzug ins Bergell (CH), zuerst nach Maloja, wo 1997 Tochter Sara geboren wurde, 2008 nach Borgonovo, ein Dorf, das heute zur Gemeinde Bregaglia GR gehört. Ritters Atelier befindet sich im Schloss von Chiavenna, er pendelt zwischen seinem Wohnort Borgonovo in der Schweiz und seinem Arbeitsort Chiavenna in Italien täglich hin und her.
Bruno Ritter wurde schon früh als Grenzkünstler bezeichnet. Der Begriff verweist sowohl auf seinen Wohnort nahe der Grenze zur Schweiz bzw. zu Italien sowie auf sein regelmässiges berufsbedingtes Pendeln über Landesgrenzen hinweg als auch auf die bewusste Überschreitung künstlerischer Grenzen zur Erweiterung seiner Ausdrucksmöglichkeiten. Seine Beschäftigung mit unterschiedlichen Malereitraditionen und alten Meistern – darunter Matthias Grünewald, Rembrandt, Peter Paul Rubens, Pieter Bruegel, Théodore Géricault und Paul Cézanne – sowie mit den fliessenden Übergängen zwischen figurativen, abstrakten und ungegenständlichen Darstellungsformen wird als Grenzkunst bezeichnet.
1978 eröffnete Ritter zusammen mit dem Schaffhauser Kunstmaler Carlo Domeniconi in Schaffhausen ein Druckatelier für Lithografie und Radierung. Es entstanden die ersten druckgrafischen Mappen: Rembrandt-überarbeitet, The Fuckmachine (Überarbeitung von Charles Bukowskis Kurzgeschichte Fuck Machine) und Charlottenfels – über die Architektur des Schlosses in Neuhausen. Zudem beschäftigte sich Ritter vertieft mit der deutschen Malerei des fünfzehnten und sechzehnten Jahrhunderts.
Die Übersiedlung Ritters 1982 von seiner städtischen Umgebung in der Schweiz in den kleinen italienischen Weiler Canete nahe der Stadt Chiavenna – 20 Dorfbewohner inmitten der Bergeller Alpenwelt – bedeutete für Ritter eine Zäsur in seinem Leben, die ihn menschlich und künstlerisch fordert. Er setzt sich zeichnerisch und malerisch intensiv mit der neuen Umgebung auseinander. Die raue, bedrohliche Bergwelt, das enge Tal, die Einsamkeit, die kleine Dorfgemeinschaft und der tägliche Existenzkampf der Bewohner widerspiegeln sich in Ritters Werken. Dabei entstanden erste Werkgruppen, zu denen auch Die dummen Berge, Schattenfiguren, Der grosse Schatten und Selbstmord gehören.
Um weiterhin aus dem abgelegenen Weiler Canete mit Freunden und Bekannten in Kontakt zu bleiben – Ritter hat weder Telefon noch Auto –, zeichnet er ihnen Briefe in Comic-Form. Auch schreibt Ritter Gedichte und Kurzgeschichten, die er aber nicht veröffentlicht, sie bleiben in seinem Privatbesitz.
Die italienische Malerei inspiriert Ritter. Er kam in Kontakt mit verschiedenen italienischen Künstlern und zeigte seine Werke in Ausstellungen in Italien, auf Sizilien, Sardinien (1986 und 1988 an der Internationalen Kunstbiennale) wie auch im Veltlin. Der Mailänder Raffaele De Grada, Kunstkritiker mit Lehrstuhl für Kunstgeschichte an der Kunstakademie Brera in Mailand und Autor zahlreicher Kunstbücher, präsentierte ihn und seine Werke 1985 anlässlich einer Ausstellung in Voghera (I) im Rahmen von De Gradas Zyklus Città e Campagna. Für diesen Zyklus wählte De Grada jeweils Künstlerinnen und Künstler aus städtischen bzw. ländlichen Gegenden aus und zeigte ihre Arbeiten in Ausstellungen in Italien. Raffaele De Grada war der Sohn des italienischen Landschaftsmalers gleichen Namens. Die Kontakte zur Schweiz brachen aber nicht ab, Arbeiten von Ritter sind auch in Ausstellungen in der Schweiz zu sehen gewesen.
Das Carlton Hotel in St. Moritz, das traditionell Kunstausstellungen zeigt (wie schon Werke von Willy Guggenheim, Künstlername Varlin, oder von Karl Madritsch), widmete Ritter im Winter 1985/86 eine Ausstellung mit 30 Bildern.
Seit 1986 arbeitet Ritter zusammen mit der Galerie Riss in St. Moritz (CH), die ab 1992 als Kunstraum Riss in Samedan weitergeführt wurde.
Unter der künstlerischen Leitung von Claudio Abbado fand 1987 in St. Moritz das erste internationale Musikertreffen im Bergell statt. Eingeladen waren 50 junge Musiker und Musikerinnen aus der ganzen Welt zu Meisterkursen mit Musikern wie Yuri Bashmet, Thomas Brandis, Rudolf Buchbinder, Severino Gazzelloni, Shlomo Mintz, Paul Tortelier oder Sandor Vegh. Fotografen waren bei den öffentlichen Proben nicht zugelassen, und so erhielt Ritter die Möglichkeit, die Musikerinnen und Musiker bei ihren Proben und Konzerten als Zeichner und Illustrator zu begleiten. Seine Arbeiten wurden in verschiedenen Zeitungen abgedruckt und 1988 in Pontresina ausgestellt.
Im eigenen Druckatelier in Borgonuovo di Piuro entstanden weitere Grafik-Mappen. Auf Einladung des italienischen Radierers und Kunstdruckers Giorgio Upiglio arbeitete Ritter 1988 während zweier Monate in Upiglios Druckerei Grafica Uno in Mailand, einem Treffpunkt internationaler Künstler wie Alberto Giacometti, Giorgio De Chirico, Lucio Fontana, Marcel Duchamp, Joan Miró, Valerio Adami oder Günter Grass, mit denen Upiglio zusammenarbeitete.
Camilla Gianoli widmete ihre Dissertation an der Universität Pavia (I) Ritters künstlerischem Schaffen während der Jahre in Canete.
Aus Ritters künstlerischem Interesse an der Metamorphose von Körper und Landschaft, Landschaft und Tier, aber auch Körper und Tier – Ritter bevorzugt in seinen Werken das Schaf –, sowie der Darstellung des menschlichen Körpers in aussergewöhnlichen Stellungen und Situationen, um die inneren Spannungen und Befindlichkeiten anschaulich zu machen, entstehen weitere Werkgruppen wie die Werkreihe zum Thema Badewanne. Sie enthält einerseits Bilder von Frauen bei der alltäglichen, behaglichen Tätigkeit des Badens, andererseits solche von sich windenden Frauenkörpern, eingezwängt in die Enge einer Badewanne.
Ritter nahm in Chiavenna auch seine Arbeit an der Werkreihe il pendolare – Der Pendler auf, die er über mehrere Jahre erweiterte. Diese Werke präsentierte Ritter 2005 im italienischen Bellano.
Zusammen mit zwei Köchen gestaltete Ritter 1991 die Kunstmappe DelikArtEssen, die der Küche Thailands gewidmet ist. Eindrücke für seine Illustrationen sammelte Ritter während einer Thailand-Reise 1990.
Das Museum zu Allerheiligen in Schaffhausen zeigte 1992 Bilder von Ritter, die in Canete und Chiavenna entstanden sind. Es war Ritters erste grosse Einzelausstellung in der Schweiz.
1992 begann die Zusammenarbeit mit der Galerie Jörg Stummer in Zürich, sie dauert bis zum Tode des Galeristen 2008.
Im Bergell entstanden u. a. mehrere grössere Werkgruppen.
Ein Artikel in der Februarausgabe 1994 des Kulturmagazins du über das von Théodore Géricault gemalte Bild Le Radeau de La Méduse – Das Floss der Medusa, erstmals 1819 in Paris ausgestellt, inspiriert Ritter zu dem monumentalen Malzyklus Ein barockes Thema – un tema barocco. Auf 15 hohen, schmalen Tafeln – die Zahl entspricht der Zahl der Überlebenden des Unterganges der Medusa – setzt sich Ritter malerisch mit der Katastrophe auseinander und stellt menschliche Körper in angestrengten Posen da, die keine Bewegungsfreiheit und keine Möglichkeit der Entfaltung haben. In der Mitte des Zyklus ein Floss mit drei weiteren Figuren in ihrem Überlebenskampf auf dem stürmischen Meer und zusätzlich zwei Leinwände mit menschlichen Gliedern und 15 kleinere Porträts. Die Kunsthistorikerin Paola Tedeschi-Pellanda sieht in diesem Zyklus eine Zusammenfassung von Ritters künstlerischer Entwicklung seit den achtziger Jahren und seine Gedanken über das Malen. Tedeschi-Pellanda schreibt zu diesem Zyklus: „Ritter wird zum Sprachrohr der Tragödie einer menschlichen Existenz, die den Einzelnen dauernd mit dem Unbekannten, dem Unfassbaren, dem unlösbaren Rätsel konfrontiert, mit der Grenze des eigenen Verstandes und des eigenen Seins.“
Das Motiv des Berges ist in Ritters künstlerischem Schaffen seit seiner Übersiedlung nach Canete wiederkehrendes Thema: „Dem Motiv des Berges kommt im Werkganzen eine prägende Bedeutung zu: Als Sinnbild für Einsamkeit und Verlorenheit, für die Enge und das Unausweichliche, für verschattete Existenz ebenso wie für latente Bedrohung.“ (Beat Stutzer) 1998 stellt Ritter das 100-teilige Postkartenwerk über den Piz Lizun 100 Ansichten des Piz Lizun – 100 vedute del Piz Lizun, dem Hausberg von Maloja, der im Alpen-Triptychon von Giovanni Segantini eine Rolle spielt, vor. Es sind Variationen des Berges in verschiedenen Techniken in Anlehnung an die 100 Ansichten des Berges Fuji, einem Holzschnittwerk des japanischen Künstlers Katsushika Hokusai. Ritters Postkartenwerk über den Piz Lizun ist Teil der Kunstsammlung der Graubündner Kantonalbank.
Ab 1999 ward Ritters Malerei abstrakt und bleibt es bis ca. 2004, um anschliessend wieder figurativ zu werden.
Anfangs der 1990er Jahre erhielt Ritter von einem befreundeten Arzt ein Bündel Originaldokumente, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden. Es sind Militärarzt-Rapporte aus französischen Militärspitälern und Armeelazaretten. Säuberlich aufgelistete Zahlentabellen, kalligrafisch anmutend, geben Auskunft über die Ein- und Austritte, die Gestorbenen, die Krankheiten, an denen die Soldaten litten – wie Diphtherie, Tuberkulose oder Wundbrand –, und die verschiedenen Schussverletzungen. Die Patienten bleiben anonym. Lange weiss Ritter nicht, wie er diese Dokumente verwenden könnte, beginnt sie aber malerisch zu bearbeiten in Farben, die einerseits Assoziationen wecken zu sauberen Laken und weissen Arztkitteln, anderseits zu Blut, Leid und Schmutz. 2003 – US-amerikanische Soldaten marschieren in den Irak ein, die Administration unter dem damaligen Präsidenten George W. Bush propagiert diesen Krieg als "sauber" – fügt Ritter den von ihm bearbeiteten Militärarzt-Rapporten handschriftlich seine Beobachtungen und Reflexionen über diesen Krieg an, die den "sauberen Krieg" in der Mitte des 19. Jahrhunderts wie auch 2003 als Oxymoron entlarven. Die Ausstellung findet erstmals 2003 statt (Galerie Jörg Stummer, Zürich), ein weiteres Mal 2007 (Kunstraum Riss, Samedan). Dieses Projekt ist nicht abgeschlossen und wird von Ritter weiter bearbeitet.
Ritter pendelt täglich von seinem Wohnort Maloja im Bergell über die italienische Grenze zu seinem Atelier im Schloss von Chiavenna: 32 Kilometer auf ca. 1600 Meter Höhenunterschied. In der Ausstellung il pendolare – Der Pendler 2005 im italienischen Bellano zeigen Ritters Bilder, wie er die Landschaft auf seinem Arbeitsweg wahrnimmt. Die Ausstellung enthält auch Ansichten aus seinem Atelier, wo Ritters Bilder entstehen.
Ascoltando le parole dell’acqua, gezeigt 2011 in der Casa Brenna Tosatto in Lenno (I), ist die künstlerische Auseinandersetzung Ritters mit dem Thema Wasser und dem Comersee.
2012 kuratiert Ritter die Ausstellung Wissenschaftliche Visualisationen im Museo Ciäsa Granda in Stampa. Es werden populärwissenschaftliche Zeichnungen von einheimischen Tieren und ausgestorbenen Dinosauriern gezeigt.
Die Galerie mera in Schaffhausen stellt 2016 in der Ausstellung Rohgemut auch ein Werk von Ritter vor, das den Namen Das Boot trägt. Auf engstem Raum, auf einem Boot, ist eine Gruppe sich fremder Menschen zusammengepfercht, schutzlos und verzweifelt der drohenden Gefahr ausgesetzt – ein Thema, das bis in die frühe Neuzeit und in den Barock zurückreicht. Der Kampf ums Überleben des Einzelnen kann zum Untergang aller führen. „Bruno Ritter entwirft eine zeitgemässe Metapher mit gesellschaftlichem, sozialem und religiösem Hintergrund, wie sie seit dem Narrenschiff (nach 1490) von Hieronymus Bosch (Musée du Louvre, Paris) ihre Gültigkeit und Brisanz bewahrt hat.“ (Beat Stutzer)
Seit seiner Jugendzeit interessiert sich Ritter für die chinesische Kultur und Kunst. Dieses Interesse fliesst auch in Arbeiten ein, die Ritter in der Ausstellung Dietro le mura (2017) in Sondrio (I) präsentiert. Eine Serie grossformatiger Tuschepinselzeichnungen stellt sogenannte scholar's rocks, auch Gongshi genannt, dar. Diese Steine sind markante, mystisch anmutende Felsformationen wie auch natürlich geformte oder leicht bearbeitete kleinere Steine. Sie dienen seit der Tang-Dynastie der Meditation und Inspiration. China Town (2004), ein nach chinesischer Buchbindermanier gefertigtes langformatiges Büchlein mit sieben Holzschnitten, zeugt ebenfalls von Ritters Interesse für die chinesische Kunst. In Dietro le mura zeigt Ritter zudem Werke, die Themen des Alltags betreffen.
Seine Verbundenheit mit dem Bergell bringen Ritters Werke – Zeichnungen, die zwischen 2013 und 2017 entstanden sind – anlässlich der Ausstellung leggende e storia im Museo Ciäsa Granda in Stampa 2017 zum Ausdruck. Ausschnitte aus der u. a. zur Ausstellung gehörenden Werkgruppe Il patibolo – Der Henkerplatz, die eine eng zusammengedrängte Gruppe von Schaulustigen zeigt, die der Hinrichtung eines Menschen durch Erhängen in der Waldlichtung Cudin der Gemeinde Vicosoprano beiwohnen, sind im Dokumentarfilm About Bruno Ritter (2020) der Giger Brothers zu sehen. Zu dieser Werkgruppe gehört auch die Darstellung der Musikanten, die dem Opfer voranschreiten, der Schergen, des Henkers und des Opfers selbst. Die noch immer bestehenden Steinsäulen, über die der Balken zur Strangulation gelegt war, erinnern an die Hexenprozesse während der Reformation im 16. Jahrhundert. Die zum Tode verurteilten Frauen wurden an jenem Ort gehängt.
Die Unberechenbarkeit der Bergwelt und die Gefahren, die von ihr ausgehen können – wiederholt Thema in Ritters künstlerischem Werk –, erlebt Ritter selbst im August 2017, als sich der seit Jahrzehnten grösste Felssturz in Graubünden ereignet. Grosse Felsmassen lösen sich vom Piz Cengalo (3369 m ü. M.) und stürzen ins Tal. Acht Menschen sterben und das Bergeller Dorf Bondo, in unmittelbarer Nähe zu Ritters Wohnort Borgonovo, wird evakuiert und teilweise zerstört. Das Tal ist vorübergehend nicht passierbar und Ritter kann während dieser Zeit seine Arbeit im Atelier in Chiavenna nicht weiterführen.
Im Text- und Bildband (Comic) Al me Mungac (2019) dokumentieren Ritter und Gian Andrea Walther, Kunstvermittler im Bergell, ihre fünf Jahre zurückliegende Wanderung auf den Mungac – ein steiler Hügel, Relikt eines Bergsturzes, bei Promontogno.
Anlässlich der Ausstellung Bruno Ritter – Tagwerk – Faccende quotidiane 2020 im Museo Ciäsa Granda in Stampa realisieren die Giger Brothers einen Dokumentarfilm über Ritter: About Bruno Ritter.
Auf Schloss Kastelbell im Vinschgau (Südtirol, I) findet 2022 die Herbstausstellung mit Ritters Arbeiten statt. Aus seinem Interesse am menschlichen Körper, den Ritter auch in ungewöhnlichen Stellungen und Situationen darstellt und dadurch menschliche Bedürfnisse und Befindlichkeiten unter extremen Bedingungen zum Ausdruck bringt, entstehen seit Beginn seines künstlerischen Schaffens Werkgruppen und Malzyklen, die er zusammenführt und weiterentwickelt. Solche Werke sind unter anderem auch auf Kastelbell zu sehen.
2023 veröffentlicht Ritter seinen ersten autobiografischen Comic: Das Protokoll – il rendiconto.
Über die Jahre zeichnet und malt Ritter zahlreiche Selbstporträts, von denen einige auf seiner Website abgebildet sind.
Zusammen mit der Druckgrafikerin Maya Griesser und dem Kunstmaler Carlo Domeniconi gestaltet Ritter 1980 die Druckgrafikmappe Atelier-Mappe.
Vogliamo le bambole – Radierungen zu Liedern des italienischen Bänkelsängers Carlo Nonini entstehen 1982.
Hans Rudolf Hiltys Buch Zuspitzungen (1984) enthält 4 Illustrationen von Ritter.
Für Wendepunkt (1985), ein Buch zum zehnjährigen Bestehen des Limmat Verlages von Emil Zopfi, Gisela Widmer und Isolde Schaad, gestaltet Ritter das Buchcover.
Die Zusammenarbeit mit dem italienischen Schriftsteller und Arzt Andrea Vitali ermöglicht 1988 Corpo, ein Buch, das Illustrationen von Ritter und Texte von Vitali vereint; 1998 thematisiert Ritter den Tod seines Vaters (1993) in Padri, 7 Pensieri dintorno alla morte di mio padre, einer Druckgrafik-Mappe mit einem Text von Vitali; Quintetti, ein Buch mit Radierungen zu Texten von Andrea Vitali erscheint 2005; Manone ist eine zweisprachige Bildergeschichte (Comic), die in Zusammenarbeit mit Vitali entsteht und 2013 veröffentlicht wird, sie erzählt von den schwierigen Lebensbedingungen eines italienischen Fremdarbeiters, der 1959 an der Albigna-Staumauer im Bergell mitarbeitet; Un verso solo, ripetuto (Übersetzung: Marisa Rossi Ital / DE) von Andrea Vitali, illustriert von Ritter, wird 2017 publiziert.
1993 Oltre confine – Grenzüberschreitungen, eine Mappe mit fünf Radierungen von fünf Künstlern: Bruno Baldari, Hannes Gruber, Bruno Ritter, Werner Schmidt, Bryan Cyril Thurston.
Die Druckgrafikmappe Montagna – Berg gestaltet Ritter 1989 zusammen mit Velasco Vitali, Andrea Vitali und Ruth Vetsch.
Sieben der Lustvollen Sonette des italienischen Renaissance-Dichters Pietro Aretino inspirieren Ritter 1994/95 zu erotischen Radierungen auf gefalzten Büttenblättern, 7 Sonetti lussuriosi di Pietro Aretino, denen die auf Pergamentpapier gesetzte Vertonung der Sonette durch den Lautenspieler Gabriele Palomba (Melodie mit Lautentabulatur) und eine Tonbandkassette mit einer Aufnahme der italienischen Sopranistin Emanuela Galli, begleitet vom Komponisten, beigefügt sind.
In Zusammenarbeit mit dem Schaffhauser Künstler Erich Brändle entsteht 1998 die Druckgrafikmappe Duett Nr. 3 1998.
Mit Gedichten des Schriftstellers Ralph Dutli und eigenen Druckgrafiken erscheint 2003 das Büchlein Hotaru – Das Leuchtkäferbüfett; Dutlis Text Goldene Aussichten für die Vontobel-Schriftenreihe (2019) illustriert Ritter mit Tusche, Aquarell und Blattgold.
Aus Ritters spontanen Bleistiftzeichnungen auf handgeschöpftem, verbleichtem, holzartigem „Van Gelder Zonen-Papier (NL)“ aus den 60er Jahren und seiner Idee, diese Zeichnungen, die er auch als Mitteilung, als Brief versteht, Freunden zu zeigen und um einen „Antwort-Brief“ zu bitten, entsteht stille zeichnungen (2007), ein Buch mit Ritters Zeichnungen, denen 12 Briefe in Form von Gedichten, Geschichten oder einzelnen Gedanken gegenübergestellt sind, u. a. von Dino Carlesi, Ralph Dutli, Jacques Guidon, Göri Klainguti und Andrea Vitali.
Illustrationen von Ritter finden sich u. a. auch in Beat Brechbühls Bäume und Gras (2005), Leonardo Zaniers Ma da vivo... (2005) , im Text Il mio teatro nudo: monologo (2006) der italienischen Schauspielerin, Regisseurin und Gründerin des Theaters No'hma in Mailand Teresa Pomodoro und in Quartetti, Gedichte des italienischen Lyrikers und Kunstkritikers Dino Carlesi (2009). Zu Zeichnungen von Ritter schreibt Dino Carlesi in Dialogo (2009) Gedichte.
Für das Buch Ich bin mein Werk. Geschichten von Kunst und Künstlern (2024) der deutschen Schriftstellerin Ursula Haas fertigt Ritter Zeichnungen an.
Einzelausstellungen (eine Auswahl)
Gruppenausstellungen (eine Auswahl)
Neben Arbeiten von Ritter in privaten Sammlungen finden sich Werke in folgenden Sammlungen:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ritter, Bruno |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Maler, Zeichner, Druckgrafiker und Illustrator |
| GEBURTSDATUM | 20. Dezember 1951 |
| GEBURTSORT | Baar ZG, Schweiz |