Minisyncoccota

Minisyncoccota

FISH-Beobachtung von Minisyncoccus archaeiphilus PMX.108ᵀ (pink) und dem Archaeon Methanospirillum hungatei DSM 864ᵀ (blau) in Co-Kultur.

Systematik
Klassifikation: Lebewesen
Domäne: Bakterien (Bacteria)
Reich: Terrabakterien (Bacillati)
Stamm: Minisyncoccota
Wissenschaftlicher Name
Minisyncoccota
Nakajima et al. 2025
Zeichnung eines CPR-Bakteriums mit dich­tem Zytoplasma, Ribosomen, Pili, komplexer Wand, in Kontakt mit einem großen Bakterium (unten) und einem Bakteriophagen (rechts).
Frei nach Luef et al. (2015)

Minisyncoccota ist ein Phylum (Abteilung oder Stamm) im Bakterien-Reich Bacillati (Terra­bakterien). Andere und frühere Bezeichnungen sind „Ca. Patesci­bac­teri­ota“, Patesci­bacteria Rinke et al. 2013 oder provisorisch CPR-Gruppe (englisch CPR group Brown 2015, Candidate Phyla Radiation).

Das Phylum Minisyncoccota (alias „Ca. Patesci­bac­teri­ota“) ist das viertgrößte unter den Bakterien (Stand Januar 2025).

Aufgrund ihrer im Vergleich zu anderen Bakterien geringen Größe im Nanobereich wurden sie gelegentlich auch als Nanobakterien (Nanobacteria) oder ultrakleine Bakterien (ultra-small bacteria) be­zeich­net.

Beschreibung

Kulturunabhängige DNA-Sequenzierungsansätze erlaubten in neuerer Zeit vielfältige, noch nicht kultivierte Mikroorganismen zu erforschen und den Stammbaum des Lebens um diese „mikrobielle dunkle Materie“ erheblich zu erweitern. Eine wichtige Linie der Domäne Bacteria ist das Phylum Minisyncoccota, früher bekannt als „Ca. Patescibacteria“ oder „Candidate Phyla Radiation“ (CPR). Es handelt sich um eine große evolutionäre Radiation von Bakterienlinien (Kladen), d. h. eine sehr vielfältige phylogenetische Bakteriengruppe. Sie ist zwar in natürlichen und künstlichen Ökosystemen weit verbreitet, dennoch bisher (Stand Anfang 2026) noch kaum erforscht ist. Ihre Mitglieder konnten bisher meist nicht kultiviert werden und sind daher nur durch Metagenomik oder Sequenzierung von Einzelzellen bekannt. Aufgrund der wenigen kultivierten Vertreter und metagenomischer Untersuchungen wird angenommen, dass sie obligat symbiotisch (mutualistisch) oder parasitär mit anderen Prokaryoten (anderen Bakterien oder auch Archaeen) oder sogar mit Eukaryoten zusammenleben. Anlass zu dieser Annahme sind fehlende, aber für andere Bakterien gängige Biosynthesewege und ribosomale Proteine, sowie eine kleine Zell- und Genomgröße. Zwar wurden zunächst nur Bakterien-parasitierende oder -fressende Vertreter der Minisyncoccota beschrieben, später zeigte es sich aber, dass einige Linien spezifisch mit Archaeen interagieren können, wobei in den bekannten Fällen die Hinweise eher auf Parasitismus denn auf Mutualismus hindeuten.

Im Falle der Beziehung zwischen Saccharimonadia (Saccharibakterien) und Actinomycetota (Actinobakterien) haben zwei aktuelle Studien Mechanismen vorgeschlagen, durch die Saccharibakterien ihrem Wirt in einer natürlichen Umgebung eher nützen als schaden könnten:

  1. Von Epibionten produziertes Ammoniak könnte den Wirt vor Säurestress im Mund schützen, und
  2. eine Infektion mit Saccharimonadia könnte die Genexpression von Phagenrezeptoren ihres Wirts unterdrücken.

Ob diese spezifischen Vorteile einer Infektion durch Saccharimonadia ausreichen, um von einer mutualistische Partnerschaft zu sprechen, ist noch in der Diskussion; weitere Forschung zur Natur der Beziehungen zwischen Minisyncoccota und ihren Wirten könnte helfen und ist vorgeschlagen (Stand 2024).

Als im Allgemeinen obligate Symbionten sind die Minisyncoccota -Mitglieder nicht in Reinkultur kultivierbar und werden deshalb und wegen ihrer kleinen Größe bei Untersuchungsmethoden, die von der Kultivierung abhängig sind, generell übersehen. Selbst bei kulturunabhängigen Studien, die sich auf 16S-rRNA-Sequenzen stützen, werden häufig übersehen.

Diversität

Ursprünglich (um 2016) hatte man angenommen, dass das damals als CPR-Gruppe bezeichnete heutige Phylum Minisyncoccota über 15 % der gesamten bakteriellen Vielfalt ausmacht und entsprechend selbst als „Superphylum“ aus mehr als 70 verschiedenen Phyla (Abteilungen, englisch divisions) bestehen könnte. Untersuchungen für die Genome Taxonomy Database (GTDB) hatten jedoch 2018 auf der Grundlage der relativen evolutionären Divergenz festgestellt, dass die CPR-Gruppe ein einziges Phylum darstellt. Frühere Zahlen könnten durch die rasche Evolution der ribosomalen Proteine aufgebläht worden sein.

Stoffwechsel

Schema einer Minisyncoccota-Zelle [alias Patescibacteria bacterium], das Vor­handen­sein oder Fehlen von Schlüsselfunktionen anzeigend. Gefüllte rote Kreise kenn­zeichnen Stoffwechselwege, die überwiegend oder vollständig fehlen; halbgefüllte Kreise kenn­zeichnen solche, bei denen nur einige Komponenten vorhanden sind (z. B. Glykolyse, Pentosephosphatweg (PPP), TCA-Zyklus) oder Funktionen mit nur teilweisem Vorkommen im Phylum; mit blauem Text gekennzeichnet sind universell vorhandene Strukturen. Spezielle, bei anderen Bakterien unübliche Merkmale von Ribosomen sind angegeben. Siehe auch ATP-Synthase und Typ-IV-Pilus.

Mit einigen wenigen Ausnahmen fehlen den Mitgliedern der Minisyncoccota (CPR-Gruppe) im Allgemeinen mehrere Biosynthesewege für verschiedene Aminosäuren und Nukleotide. Bislang geben die Genomdaten keine Hinweise darauf, dass die Mitglieder von CPR in der Lage sind, die für die Bildung der Zellhülle wesentlichen Lipide zu produzieren (Stand 2018). Außerdem fehlen ihnen in der Regel vollständige Citratcyclen (Tricarbonsäurezyklen, TCA-Zyklen) und Komplexe der Elektronentransportkette, einschließlich der ATP-Synthase. Dieses Fehlen mehrerer wichtiger Stoffwechselwege, die in den meisten freilebenden Prokaryoten zu finden sind, deutet darauf hin, dass die CPR-Gruppe aus obligat fermentativen (gärenden) Symbionten besteht.

Ribosomale Merkmale

Darüber hinaus weisen die CPR-Mitglieder spezifische ribosomale Merkmale auf. Ihre Proteine kodierenden rRNA-Gene haben selbstspleißende Introns. Dies kommen bei anderen Bakterien selten vor, wurden bei CPR aber bereits 1995 gefunden wurden. Aufgrund dieser Introns werden CPR-Mitglieder bei 16S-abhängigen Methoden nicht erkannt. Außerdem fehlt wie bei vielen Symbionten allen CPR-Mitgliedern das Gen für die ribosomalen Protein L30 (englisch 60S ribosomal protein L7, RPL7) und L9.

Größe

Die Mitglieder der Minisyncoccota (CPR-Gruppe) sind ultrakleine Bakterien im Nanometerbereich. Elektronenmikroskopische Untersuchungen ergaben, dass übliche Durchmesser bei ca. 250 nm liegen. Das Volumen beträgt entsprechend 0,009 (±0,002) μm³ (Kubikmikrometer) und kann durch Aushungern weiter verringert werden. Sie haben daher eine ähnliche Größe wie die ultrakleinen Archaeen des Reichs Nanobdellati (früheres DPANN-Superphylum).

Sehr kleine Bakterien werden generell als Ultramikrobakterien (UMB) bezeichnet. UMB finden sich nicht nur im Phylum Minisyncoccota, es gibt auch Beispiele unter den Proteobakterien, Deinococcus-Thermus, Firmicutes, Acidobacteria, Dependentiae und Elusimicrobia. In all diesen Fällen sind auch die Genome mit 0,58 bis 3,2 Mbp (Megabasenpaaren) recht klein.

Viele Merkmale der Minisyncoccota-Vertreter sind denen der ultrakleinen Archaeen aus dem Reich Nanobdellati ähnlich oder entsprechen ihnen direkt (wozu beispielsweise eine epibiontische Lebensweise gehört).

Aufbau

Die Mitglieder der Minisyncoccota (CPR-Gruppe) haben folgende strukturelle Eigenschaften:

Habitat

Die Bakterien der Minisyncoccota (CPR-Gruppe) sind sehr vielfältig und in der terrestrischen und marinen Umgebungen weit verbreitet und auch im Grundwasser sehr häufig. Bislang (Stand 2019) wurden sie im menschlichen Mikrobiom, im Trinkwasser, in Grundwasserleitern, im Meeressediment, im Boden, in tiefen unterirdischen Sedimenten, im Maul von Delfinen und in anderen Umgebungen gefunden. Sie wurden als Episymbionten anderer Mikroorganismen gefunden, von denen sie aufgrund ihrer begrenzten Biosynthesekapazität abhängig sind. Sie sind auch von Bedeutung in heißen Quellen, allerdings nimmt ihre Häufigkeit mit steigender Temperatur ab.

Es wurde festgestellt, dass Grundwasserumgebungen eine besonders große Fülle an CPR-Bakterien enthalten (bis zu 38 % des gesamten Mikrobioms). Vertreter wurden auch in Tiefseesedimenten, im Permafrost und im tiefen kontinentalen Untergrund gefunden.

„Guaymas1“ ist eine vorgeschlagene Klade von mit den Thermodesulfobacteria verwandten mutmaßlichen Minisyncoccota [Patescibacteria] aus den hydrothermal aktiven Meeressedimenten des Guaymas-Beckens (siehe auch Saccharimonadia §Phylogenie).

Etymologie

Die Bezeichnung ‚Mi­ni­syn­coc­co­ta‘ ist neulateinisch und bezieht sich auf die Typusgattung Minisyncoccus, versehen mit dem Suffix ‚-ota‘ zur Kennzeichnung von Bakterienphyla. Der Name der Typusgattung, Mi­ni­syn­coc­cus setzt sich zusammen aus lateinischen Adjektiv minor ‚kleiner‘, der altgriechischen Präposition συν- sym-, deutsch ‚zusammen‘, ‚mit(einander)‘ und κόκκος kókkos, deutsch ‚Korn‘, ‚Saatgut‘. Die Bezeichnung verweist daher auf körnchenförmige Mikroorganismen, die mit anderen Organismen zusammenleben.

Die Bezeichnung ‚Patescibacteria‘ bzw. ‚Patescibacteriota‘ leitet sich ab von lateinisch patesco ‚ich bin sauber, kahl, einfach‘, englisch ‚bare‘, was auch als ‚schlicht‘ oder ‚einfach‘ verstanden werden kann und auf die geringeren Stoffwechselkapazitäten dieser Bakterien anspielt.

Die englische Bezeichnung ‚Candidate Phyla Radiation‘ verweist auf die Auffächerung (Radiation) der ursprünglich mit diesem Rang belegten Kandidaten-Phyla.

Phylogenie

Phylogenetischer Baum auf Grundlage ribosomaler Proteine (2016).

Frühe phylogenetische Analysen um 2016–2018 ergaben aufgrund von Profilen der ribosomalen Proteine und des Vorkommens von Proteinfamilien, dass die CPR-Klade die „basalste“ Verzweigungslinie in der Domäne der Bakterien sein sollte. Nach diesen Studien ergab sich damals die folgende Phylogenie mit Phyla und Superphyla (letztere sind fett wiedergegeben):

 Bacteria​ 
 ​CPR 

Wirthbacteria (CG2-30-54-11)


 ​ 
 „Microgenomates-Cluster“​ 

Dojkabacteria (WS6)


 ​ 

Katanobacteria (Katan)


   

Microgenomates (OP11)




 ​ 
 „Saccharibacteria-Cluster“​ 

Berkelbacteria (ACD58)


   

Saccharimonadia (TM7)



 „Parcubacteria-Gruppe“ (OD1)​ 
 „Gracilibacteria-Cluster“​ 

Peregrinibacteria (PER)


 GN02​ 

Absconditabacteria
(SR1 & BD1-5)


   

Gracilibacteria




 „Parcubacteria-Cluster“ 

 Parcubacteria (ABY1 & …)






   

andere Bakterien



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Diese Phylogenie basiert auf ribosomalen Proteinen (Hug et al., 2016). Andere Ansätze, einschließlich der Existenz von Proteinfamilien und 16S rRNA, lieferten ähnliche Ergebnisse bei geringerer Auflösung (2017, 2019). Mehrere neuere Studien deuten jedoch darauf hin, dass die CPR-Gruppe zu den Terrabacteria gehört und enger mit den Chloroflexi verwandt ist.

Phylogenie von Bakterien und Archaeen anhand von ribosomalen Proteinen und RNA-Polymerase-Untereinheiten (2021).
„Terrabacteria“ = Bacillati,
„Gracilicutes“ = Pseudomonadati,
Thermotogota & Synergistota = Thermotogati.

Systematik

CARD-FISH-Aufnahme von Mit­gliedern ver­schie­dener CPR-Kladen (d. h. des Phylums Minisyncoccota) aus euro­päischen Seen.
a, b Familien f__GWF2-40-263 bzw. f__UBA9934, beide „Ca. Pa­tesci­bacteriia“ (ABY1).
c-f Gattung GWA1-54-10, „Adlerbacteraceae“, „Ca. Phyco­cordi­bacter­ales“).
h, i Gattung 2-02-FULL-48-14 („Peregrinibacterales“, „Ca. Gra­cili­bacteria“).
j Familie f__LOWO2-01-FULL-3 („Peregrinibacterales“, „Ca. Gra­cili­bacteria“).
k Familie f__UBA10212 („Ca. Saccharimonadales“ [„Ca. Nano­gingivalales“], Sacchari­monadia).
l, m Familie f__UBA11359 [„Nomurabacteraceae“] („Ca. Phyco­cordi­bacter­ales“, Klasse Minisyncoccia [„Ca. Pacei­bacteria“]).

Die meisten großen Kladen der ursprünglich als CPR-Grup­pe bezeichneten Minisyncoccota waren um 2015/2016 als Phyla vorgeschlagen worden, aller­dings mit einer diese Rangstufe nicht re­prä­sen­tierenden Endung (meist ‚-bac­teria‘). was anschließend korrigiert wurde (d. h. auf den Suffix ‚-ota‘, meist also ‚-bacteriota‘).

Wegen der geringen Größe (genauer: Genomgröße) der Mini­syn­coccota wird die phylogenetische Distanz von Vertretern leicht überschätzt. Bei kleinem Genom bedeutet der Austausch eines einzigen Gens bereits einen viel größeren prozentualen Unterschied als bei einem großen Genom. Daher müssen – wie bei Viren die prozentualen Grenzwerte für Abweichungen innerhalb der einzelnen taxonomischen Rangstufen (Familie, Ordnung, Klasse etc.) unterschiedlich vergeben werden.

Daher werden diese ursprünglichen Gruppen heute nur noch im Rang von einer Klasse bis herab zu einer Familie innerhalb eines einzigen Phylums gesehen. Viele davon wurden dabei aufgeteilt – sei es, weil sie sich als polyphyletisch erwiesen hatten, oder um etwa im Rang zwischen Ordnung und Familie liegende Gruppen in einzelne Familien herabzubrechen. Allerdings ist für viele dieser Gruppen bislang (Stand Mitte Februar 2026) noch kein offizieller Vorschlag mit einem den neuen taxonomischen Rang korrekt kennzeichnenden Suffix erfolgt; diese Namen sind daher noch provisorisch – das gilt erst recht für die Abspaltungen von den Hauptgruppen. Gleichzeitig existieren in der LPSN noch die (verwaisten) Einträge zu den ursprünglichen Phyla mit dem korrigierten (diese Rangstufe kennzeichnenden) Suffix einschließlich der originalen Namen.

Im Jahr 2025 gaben Meri Nakajima et al. die erfolgreiche Co-Kultivierung von Minisyncoccus archaeophilus (Referenzstamm JCM 39522 alias PMX.108) mit dem Archaeon Methanospirillum hungatei (Referenzstamm DSM 864 alias JF-1; Fam. Methanospirillaceae, Ord. Methanomicrobiales, Klasse Methanomicrobia, Phylum Methanobacteriota) bekannt. Das anaerobe Bakterium ist ein obligater Parasit des Archaeons; es war nicht möglich, das Bakterium in Reinkultur (axenischer Kultur) zu züchten. Dabei wurde auch der heutige Name ‚Mini­syn­coccota‘ für die gesamte CPR-Gruppe als Phylum festgelegt.

Phylogenie der Minisyncoccota
 ​ 

„Wirthbacteria“ [c__CG2-30-54-11]


 ​ 
 ​ 
 ​„Microgenomates-Cluster“ 

„Dojkabacteria“ (WS6)


 ​ 

„Katanobacteria“
[c__WWE3]


   

„Microgenomatia“ (OP11)





 ​ 
 ​ 
 ​„Saccharibacteria-Cluster“ 

„Berkelbacteria“
[c__UBA1384]


   

„Kazanbacteria“
[c__Kazan-3B-28]


 ​ 

„Howlettbacteria“
[c__CPR2]


   

„Saccharimonadia“
(TM7)






 ​ 
 ​„Gracilibacteria-Cluster“ 

„Absconditabacteria“
[c__JAEDAM01]


   

„Peribacteria“



 „Parcubacteria-Cluster“​ 

„Doudnabacteria“


 ​ 

„Andersenbacteria“


 ​ 
 ​ 

„Torokbacteria“
[c__GCA-2792135]


   

„Patescibacteriia“ [c__ABY1]



   

Minisyncoccia
[„Paceibacteria“]









Vorlage:Klade/Wartung/Style

Die folgende auszugsweise Systematik versucht, die Entwicklung transparent darzustellen (Stand 21. Februar 2026):

Phylum Minisyncoccota Nakajima et al. 2025(L,N)
[„Ca. Paceibacterota“ corrig. Brown et al. 2015(L),
„Ca. Paceibacterota“ corrig. Brown et al. 2015(N),
„Ca. Patescibacteriota“ Dutkiewicz et al. 2025(L,G),
„Ca. Altimarinota“ corrig. Rinke et al. 2013(L),
„Ca. Microgenomatota“ corrig. Rinke et al. 2013(L),
„Ca. Microgenomates“ Rinke et al. 2013(L),
„Ca. Saccharimonadota“ corrig. Albertsen et al. 2013(L),
„Ca. Peregrinibacteriota“ corrig. Wrighton et al. 2012(L,G),
„Ca. Elulimicrobiota“ Rodriguez-R et al. 2020(N) bzw. corrig. Rodriguez et al. 2020(L),
„Ca. Elulota“ Rodriguez et al. 2020(L),
„Ca. Saccharibacteria“ Albertsen et al. 2013 (Phylum)(L),
„Ca. Peregrinibacteria“ Wrighton et al. 2012 (Phylum)(L),
„Ca. Pacebacteria“ Brown et al. 2015 (Phylum)(L),
„Ca. Gracilibacteria“ Rinke et al. 2013 (Phylum)(L),
„Ca. Parcubacteria“ Rinke et al. 2013 (Phylum)(L),
„Patescibacteria“,
„CPR-Gruppe“,
OP11-derived 1,
Candidate division OD1]
– vom Umfang her entsprechend der „Microgenomates group“ [„Microgenomates superphylum“, Candidate division OP11](N)

Absconditabakterien

LM-Aufnahme von anoxy­genen photo­syn­the­ti­schen Bak­terien, die von epi­bion­tischen Vampirococcus-Zellen („Ca. Absconditi­coccaceae“, „Ca. Abscondita­bacterales“) und Fila­men­ten aus wenigen Zellen infiziert sind (gelbe Pfeile).
Balken: 1 µm.
Links: REM-Aufnahme einer Wirts­zelle, die von zwei ge­stapel­ten Vampiro­coccus-Zellen infiziert wurde (gelber Pfeil). Mitte: TEM-Aufnahme eines Dünn­schnitts infizierten Wirts­zelle (gelber Pfeil). Rechts: Nähere TEM-Ansicht eines Dünnschliffs mit faseriger, zerklüfteter Zelloberfläche und großem Zwischen­raum zwischen zusam­men­hängenden Zellen.
Balken: 1 µm (links, Mitte); 0,5 µm (rechts).

Andersenbakterien

Berkelbakterien

Dojkabakterien

Doudnabakterien

Howlettbakterien

Katanobakterien

Kazanbakterien

Microgenomatia

Minisyncoccia oder Paceibacterien

Phylogenie der Minisyncoccia inkl. Parcunitrobacteria
 ​ 

„Moranbacterales“


 ​ 
 ​ 
 ​o__UBA6257 
 ​ 

„Jorgensenbacteraceae“ [f__GWB1-50-10]


 ​ 

„Wolfebacteraceae“ [f__UBA9933]


 ​ 

„Colwellbacteraceae“


 ​ 

„Harrisonbacteraceae“ [f__WO2-44-18]


   

„Liptonbacteraceae“ [f__2-01-FULL-56-20]






   

„Brennerbacteraceae“




 ​ 
 *​ 
 ​ 

„Spechtbacterales“


   

„Terrybacterales“



 ​ 

„Parcunitrobacterales“ [o__GWA2-38-13b]


 ​ 

„Portnoybacterales“


 ​„Paceibacterales“ [Minisyncoccales] 

„Wildermuthbacteraceae“ [f__UBA10102]


 ​ 

„Gribaldobacteraceae“ [f__CG1-02-41-26]


 ​ 

„Paceibacteraceae“ [„Parcubacteria“]


 ​ 

„Nealsonbacteraceae“ [f__PWPS01]


   

„Staskawiczbacteraceae“









 ​ 

„Azambacterales“ [o__UBA10092]


 ​ 

„Yanofskybacterales“ [o__2-02-FULL-40-12]


 ​ 

„Sungbacterales“


 ​ 

„Ryanbacterales“


 ​ 

„Giovannonibacterales“ (UBA11713)


 ​ 

„Niyogibacterales“ [o__HO2-45-28]


 ​ 

„Tagabacterales“ [o__JAHISW01]


 ​Phycocordibacterales [o__UBA9973] 
 ​ 

„Yonathbacteraceae“ [f__UBA1539]


 ​ 

„Nomurabacteraceae“ [f__UBA9973]


 ​ 
 ​ 

„Adlerbacteraceae“ [f__SBAW01]


   

„Kaiserbacteraceae“ [f__UBA2103]



 ​ 

„Campbellbacteraceae“ [f__UBA12079]


 ​ 

„Taylorbacteraceae“ [f__PALSA-1337]


   

„Zambryskibacteraceae“







   

„Vogelbacteraceae“ [f__XYD1-FULL-46-19]













Vorlage:Klade/Wartung/Style

Parcunitrobakterien

Patescibakterien

Phylogenie der Patescibacteriia
 ​ 

„Kerfeldbacterales“ [o__SBBC01]


 ​ 
 ​ 

„Jacksonbacterales“ [o__UBA9629]


 ​ 

„Komeilibacterales“ [o__UBA1558]


   

„Kuenenbacterales“ [o__UBA2196]




 ​ 
 ​ 

„Veblenbacterales“


 ​ 

„Magasanikbacterales“


   

„Uhrbacterales“ [o__SG8-24]




 ​ 

„Buchananbacterales“


 ​ 

„Falkowbacterales“ [o__BM507]


   

„Moisslbacterales“ [o__UBA2591]







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Peribakterien

Saccharimonadia

„Ca. Nanosynbacter lyticus“ TM7x (grün), zusammen mit verschiedenen Stämmen der Wirtsgattung Actinomyces (rot).,
FISH-Aufnahme Balken 5 μm​

Torokbakterien

Wirthbakterien

Splittergruppen

4484-211-Bakterien
CPR2_A-Bakterien
CPR3-Bakterien
JABMPQ01-Bakterien
JACMRA01-Bakterien
SICC01-Bakterien
SOKK01-Bakterien
WS5-Bakterien
Ohne Klassenzuweisung

Verschiebungen

Verschiebungen (gemäß GTDB):

Fußnoten

Viren

Über Viren (Bakteriophagen) der Minisyncoccota (CPR-Bakterien) ist wenig bekannt. Die Identifizierung solcher Phagen ist aber wichtig für das Verständnis ihrer Evolution und der Einschränkungen, denen sie in ihrer natürlichen Umgebung ausgesetzt sind.

Mit Stand 2021 sind Absconditabacteria und Saccharimonadia [Saccharibacteria] die einzigen Minisyncoccota-Klassen (früher: CPR-Stämme), für die Phagen identifiziert wurden.

Dazu kommen Einträge beim National Center for Biotechnology Information (NCBI) zu einer mutmaßlichen Beziehung zwischen einem Jumbo-Phagen und Vertretern der Gattung „Ca. Strigamonas“ (Klasse „Ca. Absconditabacteria“) – Näheres siehe § Weiterführende Literatur:
  • Wirt: „Ca. Strigamonas methylophilicida“ Bouderka et al. 2024
  • Virus: Patescibacteria phage anagtz-2024a [inkl. Strigamonas phage Smet_jumbo]

Anmerkungen

  1. Markierung mit DAPI (blau), der ARC915-Sonde (markiert mit Fluorescein-Isothiocyanat alias FITC) für den Archaeenstamm DSM 864ᵀ (grün) und der 32-520-1066-Sonde (markiert mit Cy3) für Minisyncoccaceae (magenta). Die Pfeile zeigen je eine einzelne PMX.108ᵀ-Zelle an einer DSM 864ᵀ-Zelle (gelb, durchgezogen) bzw. verkettete PMX.108ᵀ-Zellen (grün, gestrichelt).
  2. ↑ Markierung mit DAPI (blau), der ARC915-Sonde (markiert mit Fluorescein-Isothiocyanat alias FITC) für den Archaeenstamm DSM 864ᵀ (grün) und der 32-520-1066-Sonde (markiert mit Cy3) für Minisyncoccaceae (magenta). Die Pfeile zeigen je eine einzelne PMX.108ᵀ-Zelle an einer DSM 864ᵀ-Zelle (gelb, durchgezogen) bzw. verkettete PMX.108ᵀ-Zellen (grün, gestrichelt).
  3. ↑ Parcubacteria-Gruppe
  4. ↑ Fluorescence In Situ Hybridization and Catalyzed Reporter Deposition (CARD-FISH)
  5. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 synonymisiert nach Rangstufe der Klade, nicht nach deren Umfang
  6. ↑ synonym wegen Ordnung „Ca. Peribacterales“ (GTDB: Klasse Gracilibacteria, LPSN: Klasse „Ca. Peribacteria“ Anantharaman et al. 2016
  7. ↑ OD1 = OP11 derived 1
  8. ↑ nach NCBI synonym zu Parcubacteria group innerhalb der Patescibacteria group, deren Mitglieder nach LPSN alle zum Phylum Minisyncoccota gehören – bis auf „Ca. Parcunitrobacter“ (s. u.)
  9. ↑ die GTDB listet die abgespaltenen Gattungen Microgenomatus_A und Microgenomatus_B in der Klasse Patescibacteriia, nicht in der von dieser verschiedenen Klasse Microgenomatia. Es gibt jedoch andere Stämme, die in der NCBI-Taxonomie der Gattung Microgenomatus und in der GTDB nach wie vor der Klasse Microgenomatia eingeordnet werden
  10. ↑ nach der GTDB gehören alle in der NCBI-Taxonomie als Andersenbacteria gekennzeichneten Stämme zu dieser Familie.
  11. ↑ nach der GTDB gehören gut die Hälfte der in der NCBI-Taxonomie als Dojkabacteria gekennzeichneten Stämme zu dieser Ordnung.
  12. ↑ mit Buchstabe O in O2
  13. ↑ Gleichsetzung wegen Stamm GW2011_GWA2_42_17
  14. ↑ Gleichsetzung wegen Stämmen OLB22 und OLB23
  15. ↑ Klade „Parcubacteria 3“
  16. ↑ Klade „Parcubacteria 2“
  17. ↑ Klade „Parcubacteria 4“
  18. 1 2 Klassen synonymisiert wg. „Ca. Elulimicrobiales“
  19. ↑ gesplittet, da die „Azambacteria“ Brown et al. 2015 offenbar polyphyletisch sind
  20. ↑ synonymisiert wg. Stämmen SulCav_GS09_5_3_41_19 und SulCav_PC08_66_47_31
  21. ↑ gesplittet, da die „Uhrbacteria“ Brown et al. 2015 offenbar polyphyletisch sind
  22. ↑ wegen Ordnung Peribacterales
  23. ↑ in der NCBI-Taxonomie sind „Ca. Nanoperiomorbales“, „Ca. Nanosynbacterales“, „Ca. Nanosynbacterales“, „Ca. Nanogingivalales“ und „Ca. Saccharimonadales“ nicht synonym
  24. ↑ meint Mitglied der Domäne Bacteria, nicht der Gattung Eubacterium
  25. 1 2 Name in der angegebenen Studie Pallen et al. (2022) nicht verifiziert
  26. ↑ Im Excel-Supplement als „caidate_division_SR1_bacterium_taxon_345“ bezeichnet

Weiterführende Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 Meri Nakajima, Ryosuke Nakai, Yuga Hirakata, Kengo Kubota, Hisashi Satoh, Masaru K. Nobu, Takashi Narihiro, Kyohei Kuroda: ​Minisyncoccus archaeiphilus gen. nov., sp. nov., a mesophilic, obligate parasitic bacterium and proposal of Minisyncoccaceae fam. nov., Minisyncoccales ord. nov., Minisyncoccia class. nov. and Minisyncoccota phyl. nov. formerly referred to as Candidatus Patescibacteria or candidate phyla radiation. In: International Journal of Systematic and Evolutionary Microbiology, Band 75, Nr. 2, 10. Februar 2025; doi:10.1099/ijsem.0.006668, PMC 12281837 (freier Volltext), PMID 39928396 (englisch).
  2. 1 2 3 Birgit Luef, Kyle R. Frischkorn, Kelly C. Wrighton, Hoi-Ying N. Holman, Giovanni Birarda, Brian C. Thomas, Andrea Singh, Kenneth H. Williams, Cristina E. Siegerist, Susannah G. Tringe, Kenneth H. Downing, Luis R. Comolli, Jillian F. Banfield: Diverse uncultivated ultra-small bacterial cells in groundwater. In: Nature Communications, Band 6, Nr. 6372, 27. Februar 2015; doi:10.1038/ncomms7372, ResearchGate:272835328, PMID 25721682 (englisch).
  3. 1 2 3 4 5 LPSN: Phylum Minisyncoccota Nakajima et al. 2025.
  4. 1 2 3 Zuzanna Dutkiewicz, Caitlin M. Singleton, Mantas Sereika,.Juan C. Villada, Aaron J. Mussig, Maria Chuvochina, Mads Albertsen, Frederik Schulz, Tanja Woyke, Per H. Nielsen, Philip Hugenholtz, Christian Rinke: Proposal of Patescibacterium danicum gen. nov., sp. nov. in the ubiquitous bacterial phylum Patescibacteriota phyl. nov. In: ISME Communications, Band 5, Nr. 1, Januar 2025, S. ycae147; doi:10.1093/ismeco/ycae147, PMC 11809585 (freier Volltext), PMID 39931676, ResearchGate:385501012, ePub 19. November 2024 (englisch).
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  34. 1 2 GTDB: Patescibacteriota (Phylum).
  35. 1 2 LPSN: Search taxonomy.
  36. 1 2 3 4 Genome Taxonomy Database (GTDB) Release 09-RS220
  37. 1 2 Jacob P. Beam, Eric D. Becraft, Julia M. Brown, Frederik Schulz, Jessica K. Jarett, Oliver Bezuidt, Nicole J. Poulton, Kayla Clark, Peter F. Dunfield, Nikolai V. Ravin, John R. Spear, Brian P. Hedlund, Konstantinos A. Kormas, Stefan M. Sievert, Mostafa S. Elshahed, Hazel A. Barton, Matthew B. Stott, Jonathan A. Eisen, Duane P. Moser, Tullis C. Onstott, Tanja Woyke, Ramunas Stepanauskas: Ancestral Absence of Electron Transport Chains in Patescibacteria and DPANN. In: Frontiers in Microbiology. 11. Jahrgang, 17. August 2020, S. 1848, doi:10.3389/fmicb.2020.01848, PMID 33013724, PMC 7507113 (freier Volltext) – (englisch).
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  39. ↑ GTDB: „Organism Name“ CONTAINS „Microgenomatus“ AND „GTDB Taxonomy“ CONTAINS „g__Microgenomatus“.
  40. ↑ GTDB: „Organism Name“ CONTAINS „Microgenomatus“ AND „GTDB Taxonomy“ CONTAINS „c__Microgenomatia“.
  41. ↑ Michail M. Yakimov, Alexander Y. Merkel, Vasil A. Gaisin, Martin Pilhofer, Enzo Messina, John E. Hallsworth, Alexandra A. Klyukina, Ekaterina N. Tikhonova, Vladimir M. Gorlenko: Cultivation of a vampire: ‘Candidatus Absconditicoccus praedator’. In: Environmental Microbiology, Band 24, Nr. 1, Januar 2022, S. 30-49; doi:10.1111/1462-2920.15823, PMID 34750952, Epub 9. November 2021 (englisch).
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