DP-Lager (englisch DP Camps) waren Einrichtungen zur vorübergehenden Unterbringung von Displaced Persons (DPs) nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien.


Mitte 1943 schätzten die Alliierten die Zahl der Displaced Persons in Europa auf 21 Millionen. Diese Menschenmenge musste untergebracht, versorgt und in ihre Heimatländer gebracht werden. Sobald die militärische Situation vor Ort es zulassen würde, sollte eine zivile, internationale Organisation, die United Nations Relief and Rehabilitation Administration (UNRRA) auch die Rückführung organisieren. Im Nahen Osten, Ostafrika und Indien gab es zu dem Zeitpunkt schon Lager der Middle East Relief and Refugee Administration.
Nach dem Einmarsch der Alliierten 1945 befanden sich auf dem Gebiet des Deutschen Reiches zwischen 6,5 Millionen und 7 Millionen DPs. Unter diesem Begriff wurden Zivilisten verstanden, die sich infolge des Krieges nicht mehr in ihrem Herkunftsland befanden, aber nach den Vorstellungen des Hauptquartiers der alliierten Streitkräfte dorthin zurückkehren sollten. In der weit überwiegenden Mehrheit handelte es sich dabei um ehemalige KZ-Häftlinge, Zwangsarbeiter oder von den Nationalsozialisten angeworbene ausländische Arbeitskräfte, die sich in den nunmehr westlichen Besatzungszonen Deutschlands und Österreichs befanden.
In der Erklärung von Jalta hatten sich die Alliierten die Repatriierung der Kriegsflüchtlinge – die Rückführung von Flüchtlingen in ihr Heimatland – zum Ziel gesetzt. Bis Ende des Jahres 1946 konnten knapp sechs Millionen DPs in ihre Heimat zurückgeführt werden. Für ungefähr eine Million Menschen kam jedoch eine Rückkehr in ihre Heimat nicht in Frage. Dies waren vor allem ehemalige Zwangsarbeiter, die nicht in ihre von der Sowjetarmee besetzten Heimatländer zurückkehren wollten, jüdische Überlebende des Holocaust, die im Osten ihre gesamte Existenz verloren hatten, aber auch Osteuropäer und Balten, die freiwillig in der Wehrmacht gekämpft oder gearbeitet hatten, um die Unabhängigkeit ihrer Länder von der Sowjetunion zu erreichen, und nun Repressalien in ihren Heimatländern fürchteten.
Die Unterbringung und Versorgung einer derartig großen Anzahl von Menschen gestaltete sich schwierig. Die Militärverwaltungen in den drei westlichen Besatzungszonen betrauten daher die Hilfsorganisation UNRRA der Vereinten Nationen mit der Betreuung der Lager, die offiziell als assembly centers bezeichnet wurden. Für jedes Lager war ein UNRRA-Team verantwortlich. Es bestand in der Regel aus acht Verantwortlichen für unterschiedliche Bereiche der Lagerverwaltung und sechs Funktionsträgern (Koch, Krankenpfleger, Fahrer, Schreibkraft). Ab 1947 übernahm die Nachfolgeorganisation der UNRRA, die IRO die Verwaltung der DP-Lager.
Bereits mit dem Vorrücken der alliierten Streitkräfte nach der Landung in der Normandie wurden in Frankreich, Belgien und den Niederlanden viele Zwangsarbeiter und Fremdarbeiter befreit, die untergebracht und versorgt werden mussten. Die ersten vom SHAEF eingerichteten assembly centers befanden sich daher auch in diesen Ländern. Die überwiegende Mehrzahl der DP-Lager befand sich auf dem Gebiet der US-amerikanischen Besatzungszone. In der sowjetischen Besatzungszone wurden keine DP-Lager eingerichtet. Im Sinne einer möglichst raschen und reibungslosen Repatriierung wurden die Displaced Persons je nach Nationalität auf die DP-Lager verteilt. Für jüdische DPs wurden eigene DP-Lager eingerichtet, nachdem anfangs manche der jüdischen Verfolgten mit ihren früheren Peinigern, wie etwa baltischen oder ukrainischen Nazi-Kollaborateuren, in denselben Baracken hatten zusammenleben müssen. US-Militärrabbiner alarmierten die Öffentlichkeit über diese unhaltbaren Zustände, worauf der amerikanische Präsident Harry S. Truman im Sommer 1945 den Aufbau von eigenen Wohngebieten und Gemeinden für Juden anordnete.
Einer Anweisung des SHAEF vom 8. Mai 1945 zufolge, sollte die Wohlfahrt und Repatriierung der DPs höchste Priorität haben. Dies konnte bedeuten, DPs in deutschen Dörfern oder Kleinsiedlungen unterzubringen, und somit die vorherige deutsche Bevölkerung, wenn nicht anders möglich sogar in ehemalige Konzentrationslager zu evakuieren. Es sollte der Eindruck vermieden werden, dass die DPs nicht besser als KZ-Häftlinge behandelt würden, wenn man sie in überfüllte Lager steckte. Im Prinzip ginge es darum, für die DPs gegenüber den Deutschen bessere Lebensbedingungen zu ermöglichen. Dafür wurden ganze Dörfer und Siedlungen frei gemacht. Ein Ziel dieser Anweisung war es auch, die DPs aus sicherheitspolitischen Erwägungen in geschlossenen Siedlungen und getrennt von der deutschen Bevölkerung unterzubringen. Diese Anweisung sollte für drei Jahre gelten, wurde aber durch unterschiedliche Einflussnahmen unterschiedlicher Institutionen und Gruppen (Militärregierung, DPs, internationale Hilfsorganisationen und die entstehende deutsche Verwaltung) verändert. In der Praxis blieb die Räumung von Dörfern aber eine Ausnahme.
Als DP-Lager dienten vorwiegend bereits bestehende Einrichtungen, wie
Insbesondere die Unterbringung in Lagern, die zuvor den Nationalsozialisten gedient hatten, wie auch die schlechte Versorgung in den Lagern, verbitterten viele hier Untergebrachte. Die DPs in Bayern hatten anfangs – anders als ihre Leidensgenossen in Baden-Württemberg und Hessen – sehr unter dem Antisemitismus von George S. Patton zu leiden, der bis zum Herbst 1945 als Befehlshaber der 3. US-Armee auch Militärgouverneur in Bayern war. Für ihn sorgten die DPs für eine Beeinträchtigung der öffentlichen Ordnung, weshalb sie mit äußerster Strenge zu behandeln seien.
„Auf Patton ging es vor allem zurück, daß die im Umkreis von München eingerichteten Lager mit Stacheldraht und bewaffneten Posten nach außen abgeriegelt wurden. Die DP's durften das Lager nur aus triftigem Grund und mit Tagespaß verlassen. Unter Pattons ablehnender Einstellung den DP's gegenüber, zu deren Kontrolle er - bar jeglichen Feingefühls - neben Militärpolizei auch deutsche Polizei heranziehen ließ, litt die Ausstattung und Versorgung der Lager sehr.“
Unter Pattons Regime herrschten nach Wetzel anfangs vor allem in den großen Lagern Zustände, „die sich von den Verhältnissen in den deutschen Arbeits- und Konzentrationslagern der NS-Zeit nicht mehr sehr unterschieden“. Zudem veranlasste Patton, dass Gruppen von DPs gegen ihren Willen in Übergangslager zur Repatriierung nach Osteuropa verlegt wurden, was insbesondere für Juden fatale Folgen haben konnte, wie es sich nicht erst beim Pogrom von Kielce zeigen sollte. Viele dieser Zwangsrepatriierten kamen dann mit Unterstützung der Bricha illegal zurück und landeten meist abermals in der amerikanischen Besatzungszone.
Nachdem Patton im September 1945 in einem Interview die NSDAP als normale Partei bezeichnet hatte, wurde er von seinem Posten in Bayern abgezogen. Kurz zuvor war bereits der Harrison-Report veröffentlicht worden, der die teilweise unmenschlichen Bedingungen in den DP-Lagern offenlegte und auch konkrete Vorschläge für eine Verbesserung der Situation vorschlug. Seine wichtigsten Vorschläge waren die Aufhebung der Einteilung der DP-Lager nach Nationalitäten, die dazu geführt hatte, dass Juden mit nichtjüdischen Lagerinsassen zusammenleben mussten, die ihnen häufig feindlich gesonnen waren. Künftig sollten Juden einen Sonderstatus haben und nur noch mit Juden gemeinsam untergebracht werden. Außerdem sollte die Lagerverantwortung und -leitung künftig aus der Zuständigkeit der Armee an zivile Organisationen übergehen, in erster Linie an die UNRRA.
„Aufgrund der amerikanischen Reaktion auf den Harrison-Report konnten die oft katastrophalen Verhältnisse in den Lagern gründlich verbessert werden. Im Umkreis von München entstanden nun drei große rein jüdische Lager. Als erstes Lager nur für jüdische DP's war schon lange vor der Harrison-Mission Anfang Mai 1945 auf dem Gelände einer in der NS-Zeit für die Ausbildung einer künftigen nationalsozialistischen Elite eingerichteten Nationalpolitischen Erziehungsanstalt (Napola) bei Feldafing am Starnberger See ein Camp entstanden, in dem sich von Anfang an eine starke Autonomie der jüdischen Lagerverwaltung entwickelte. Feldafing gab deshalb auch das Vorbild für die UmOrganisation der anderen Lager im Sommer 1945 ab.
In Landsberg begann mit dem 24. September 1945 der Auszug der nichtjüdischen DP's, vier Wochen später war auch der Stacheldraht mnd um das Lager beseitigt. In dem seit Anfang Oktober rein jüdischen Lager entwickelte sich bald eine gute Zusammenarbeit zwischen amerikanischen Militärs (Lagerkommandant war Major Irving Heymont), den Vertretern der UNRRA, die nun einen Großteil der Verantwortung für die Versorgung des Lagers übernahmen, und der jüdischen Selbstverwaltung unter Leitung von Samuel Gringauz, einem ehemaligen Richter aus Memel.“
Ab Dezember 1951 kamen die DP-Lager der US-amerikanischen und britischen Besatzungszonen in der 1949 neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland unter bundesdeutsche Verwaltung und wurden zu Regierungslagern für heimatlose Ausländer erklärt. 1957 wurde das Lager Föhrenwald als letztes der DP-Lager der ehemaligen US-Besatzungszone aufgelöst. In der britischen Besatzungszone existierte das DP-Lager Wehnen bei Oldenburg noch bis 1959.
Durch den Internationalen Suchdienst (ITS) wurden bis März 2014 etwas über 1800 DP-Camps oder DP living zones zusammengetragen, die sich auf den Gebieten der drei Westzonen und der Westsektoren Berlins befanden. Auf der Webseite wird allerdings auch darauf hingewiesen, dass kein abgeschlossenes Forschungsergebnis dokumentiert werde, sondern man mit der Seite zu weiteren Recherchen anregen wolle.
Aus jüdischer Perspektive betreibt das Nürnberger Instituts für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts eine Webseite, auf der „Informationen über alle jüdischen DP-Camps und Communities in den westlichen Besatzungszonen nach 1945“ zusammengetragen werden.
Die nachfolgend aufgeführten Lager repräsentieren lediglich eine kleine Auswahl aus den beiden zuvor genannten Quellen.
Das KZ Dachau wurde am 29. April 1945 durch die US-Army befreit. Da im Lager aber das Fleckfieber wütete, verhängte die US-Army eine strenge Quarantäne und verbot den Lagerinsassen das Verlassen des Lagergeländes. Es gab aber noch weitere Gründe, weshalb die Gefangenen im Lager ausharren mussten. „Es herrschte erstens bis zur bedingungslosen Kapitulation Deutschlands am 8./9. Mai 1945 noch Krieg. Zweitens mussten Vergangenheit und Haftgründe der Lagerinsassen genau überprüft werden (im Lager waren nämlich auch ehemalige Angehörige der Waffen-SS untergetaucht). Und drittens machten im Krieg zerstörte und unterbrochene Verkehrswege eine Rückkehr unmöglich. Manchen Gefangenen blieb auch die Heimat verschlossen, weil sich dort die politischen Verhältnisse geändert hatten und eine Heimkehr für sie nicht ratsam war.“ Diese Übergangsperiode für die DPs endete im Juli 1945. Sie wurden repatriiert – vielfach auch zwangsrepatriiert – oder in andere Lager verlegt. Ab Juli 1945 wurde aus dem ehemaligen Konzentrationslager das Internierungslager Dachau für NS-Kriegsverbrecher und KZ-Personal, das dann ab 1948 als Flüchtlingslager genutzt wurde. Gleichzeitig entstanden aber in und um Dachau herum mehrere DP-Einrichtungen, häufig auch in einem der zahlreichen Außenlager des KZ Dachau und des KZ-Außenlagerkomplexes München-Allach (BMW).
„Für München ist die genaue Zahl an DPs schwer zu rekonstruieren, auch deshalb, weil nicht alle durch die Alliierten registriert wurden. Für die unmittelbare Nachkriegszeit ist jedoch von über 100.000 Personen mit DP-Status auszugehen, die sich in der Landeshauptstadt aufhielten. Ein Grund für diese hohe Zahl war die vormalige Omnipräsenz von Zwangsarbeit in München und Umgebung.“
Das Landesgeschichtliche Informationssystem Hessen (LAGIS) berichtet auf seiner Webseite von 29 von der UNRRA betreuten DP-Lagern in Hessen.
Unter Berufung auf Dokumente aus den Arolsen Archives heißt es bei Isabel Panek, „dass im Dezember 1949 nur noch 2859 DPs in ganz Hessen lebten. Neben dem ITS-Employees-Camp in Arolsen gab es nur noch ein weiteres DP-Camp in Hanau sowie drei Einrichtungen, die speziell für Repatriierungs- und Emigrationsangelegenheiten eingerichtet worden waren: ein Control Center in Hanau, ein Resettlement Center in Butzbach und ein Repatriation Center in Babenhausen.“
Nachdem 1951 die administrative Zuständigkeit für das DP-Lager Föhrenwald auf die Bundesrepublik übergegangen war und schließlich die Räumung des DP-Lagers zugunsten des katholischen Siedlungswerks erfolgte, das die Häuser fortan für Heimatvertriebene aus dem Sudetenland nutzte, wurden 1956/57 von den dort noch verbliebene rund 800 DPs und ihre Familien 125 nach Frankfurt umgesiedelt. In der dortigen Waldschmidtstraße, im ehemals stark jüdisch geprägten Frankfurter Ostend, fanden vorwiegend jüdische Überlebende aus dem Osten Europas, die ursprünglich nicht im Land der Täter bleiben wollten, denen aber aus gesundheitlichen, finanziellen oder beruflichen Gründen eine Auswanderung nicht möglich gewesen war, Unterkunft in zwei neu errichteten Wohnblocks. In den Häusern in der Waldschmidtstraße leben bis heute Nachfahren der ehemaligen Föhrenwald-DPs. 2017 thematisierte eine Ausstellung im Hochbunker an der Friedberger Anlage in Frankfurt, dem früheren Standort der Synagoge Friedberger Anlage, den Weg der jüdischen DPs von Föhrenwald nach Frankfurt.
Thüringen wurde zwischen dem 1. und dem 16. April 1945 von den Amerikanern besetzt und zum 1. Juli 1945 an die sowjetische Militärverwaltung übergeben. Während dieser Zeit existierten auch hier DP-Camps.
„1945 wurden von den britischen Streitkräften in Hamburg ca. 100.000 nichtdeutsche Zwangsarbeiter, Kriegs- und KZ-Gefangene befreit. Einige tausend dieser Displaced Persons genannten Menschen blieben in Hamburg und lebten in Wohnlagern unter britischer Verwaltung. Ende 1945 bestanden 14 größere solcher Lager, 1950 noch sechs.“
Der Aufsatz von Stefan Schröder über „Displaced Persons“ im Rheinland enthält eine Tabelle mit den DP-Lagern in Westfalen und im Rheinland und den entsprechenden Belegungszahlen.
„In Schleswig-Holstein wartete auf die Briten eine immense Aufgabe. Tausende „DiPis“ sollten sich in Sammelzentren einfinden. Dort galt es, sie ärztlich zu untersuchen, notdürftig unterzubringen, zu versorgen und für die Heimreise vorzubereiten. In SH dürfte ihre Zahl zum Ende des Krieges deutlich über 200.000 gelegen haben. Als die Briten am 18. Juli 1945 zählen ließen, gab es noch 130.255 „DPs“. 75.972 davon waren Polen, 11.986 Italiener, 4809 Jugoslawen, 4629 Russen, 236 Niederländer, 159 Dänen, 129 Franzosen, 63 Belgier sowie 32.859 „Andere“. Zur letzten Gruppe gehörten vor allem Esten, Letten, Litauer und Ukrainer. Die Momentaufnahme zeigt: Die vermutlich ursprünglich größten Gruppen der sowjetischen wie auch die der „DPs“ aus westlichen Ländern waren zu diesem Zeitpunkt durch die Repatriierung bereits auf kleine Reste zusammengeschmolzen.“
In der französischen Besatzungszone waren zumindest in folgenden Orten jüdische DP-Camps:
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs irrten „Tausende von rassisch oder politisch verfolgten Jungen und Mädchen, entweder Waisen oder Kinder, die von ihren Eltern getrennt“ worden waren, „auf dem Gebiet des ehemaligen Deutschen Reiches umher“. Tobias und Schlichting sprechen von 25.000 Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre, die „während des Krieges im sowjetischen Exil, im Untergrund oder als Partisanen in den Wäldern überlebt [hatten]. […] Insbesondere dieser Personenkreis war schwer traumatisiert, kannte kaum soziale Verantwortung und gefestigte Moralvorstellungen, hatte weder Kindergarten oder eine Schule besucht und keine Lehre absolviert. Kurzum: Das Verhalten der jüdischen Jungen und Mädchen unterschied sich aufgrund ihrer Erlebnisse während der Verfolgung fundamental von dem anderer Kinder gleichen Alters.“
Diesen in der heutigen Terminologie traumatisierten Kindern und Jugendlichen wieder zu einer Lebensperspektive zu verhelfen, war die Aufgabe der über zwei Dutzend Children’s Centers, die in der US-amerikanischen Besatzungszone eingerichtet wurden, so zum Beispiel: in Baden-Württemberg
in Bayern
in Hamburg
in Hessen
Während viele dieser Heime ausschließlich jüdische Jungen und Mädchen beherbergten, standen Aglasterhausen und Indersdorf allen von den Nationalsozialisten Verfolgten offen. Ab 1947 übernahm die Nachfolgeorganisation der UNRRA, die International Refugee Organization (IRO), die Verwaltung der DP-Lager.
1947 drehte Fred Zinnemann einen semidokumentarischen Film über das Schicksal vertriebener Kinder nach dem Zweiten Weltkrieg.
Der Film, der hauptsächlich in den Ruinen von Nürnberg gedreht wurde, hatte nicht nur das Schicksal der vertriebenen Kinder und Jugendlichen zum Gegenstand, sondern ließ diese auch ihr eigenes Schicksal spielen. Zinnemann setzte nur wenige professionelle Schauspieler ein, dafür aber über 600 Kinder und Jugendliche, die er auf seinen Recherchereisen durch die DP-Lager und Children’s Centers ausgewählt hatte. Die meisten von ihnen kamen aus dem Kinderlager Bayerisch Gmain, aus dem Kinder-Kibbuz im Ansbacher Stadtteil Strüth, aus dem Children’s Center Rosenheim und dem Children’s Center Kloster Indersdorf.
Zinnemanns Film kam 1948 in die US-amerikanischen Kinos. Eine deutsche Fassung unter dem Titel Die Gezeichneten folgte erst 1961, allerdings mit vielen Abweichungen vom Original.
Im Jahre 2015 drehte Jim G. Tobias den Dokumentarfilm In den Ruinen von Nürnberg. Darin wird die Entstehungsgeschichte von Zinnemanns Film nachgezeichnet, und es kommen auch noch zwei Laiendarsteller zu Wort, die als Jugendliche in dem Film mitgewirkt hatten: porträtierte. Avri Ladany aus Bayerisch Gmain und Joel Feldmann aus dem Kinder-Kibbuz in Ansbacher-Strüth.
Für viele Menschen in den DP-Lagern ging es auch darum, sich eine berufliche Zukunft zu sichern. Die Aufgabe, die sich damit stellte, bestand darin, für Personen verschiedener Altersgruppen, unterschiedlicher Bildung und sozialer Herkunft ein Qualifizierungsangebot zu schaffen, das sich gleichermaßen an junge Männer und Frauen ohne ausreichende Grundschulbildung richtete, die ihre Kindheit im KZ verbracht hatten, wie an ehemalige Handwerker oder Kaufleute, die ihren Beruf jahrelang nicht ausüben konnten und nun eine Auffrischung brauchten. Solche Angebote waren vor allem für solche DPs notwendig, die nicht mehr in ihre Herkunftsländer zurückkehren wollten oder konnten und sich auf eine Emigration außerhalb Deutschlands vorbereiten wollten.
Für jüdische DPs, die auf eine Einwanderung nach Palästina hofften, stand oft der Erwerb von landwirtschaftlichen und gärtnerischen Kenntnissen im Vordergrund. Eine der wenigen Ausbildungsstätten, die das ermöglichte, war der noch im KZ Buchenwald gegründete
Bereits 1945 war es zu einer Vereinbarung zwischen der UNRRA der World ORT (ORT) gekommen, um wo immer möglich Berufsbildungseinrichtungen für DPs einzurichten. Nach Juliane Wetzel gab es 1947 in der US-Zone nicht weni- ger als 60 ORT-Schulen, 22 davon in München und Umgebung, die Ausbildungsangebote für handwerklichen Berufe innerhalb und außerhalb der Lager anboten.
Seitens der UNRRA beziehungsweise der IRO kam es zur Einrichtung sogenannter Vocational Training Centers (VTC), in denen DPs in mehrwöchigen oder mehrmonatigen Kursen Sprachen erlernen oder handwerkliche Grundkenntnisse als Schreiner, Schlosser, Schweißer oder Schneider. erwerben konnten. VTC bestanden etwa in:
Das ORT-Programm, das sich ursprünglich vorrangig an jüdische DPs richtete, wurde nach der Gründung des Staates Israel zurückgefahren. Als letzte ORT-Ausbildungsstätte wurde die im Lager Föhrenwald im März 1956 geschlossen. Einrichtungen der ORT bestanden in Deutschland auch in der britischen Besatzungszone und in vielen weiteren europäischen Ländern mit Einrichtungen für jüdische DPs.
Im DP-Lager Hanau gab es bereits im August 1945 eine Universitätsklasse, die vermutlich auf ein Studium an den zu dieser Zeit meist noch geschlossenen Universitäten vorbereiten sollte. Als die Universitäten in den britischen und amerikanischen Besatzungszonen wieder öffneten, musste sie mindestens zehn Prozent der Studienplätze für Studierende aus dem Kreis der DPs bereitstellen. „In Härtefällen, wozu etwa ehemalige KZ-Insassen zählten, mussten die Universitäten die Immatrikulation auch ohne eine gesonderte Aufnahmeprüfung zulassen.“ Die bislang wenig untersuchte Situation von DPs als Studenten an deutschen Universitäten wurde von Elisa Lecointe am Beispiel der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main dargestellt und von Marcus Velke am Beispiel der Universitäten in Bonn und Köln.
Neben dem Studium an einer deutschen Universität gab es auch besondere Hochschulen für DPS:
Der selber als DP in Frankfurt am Main Zahnmedizin studierende Aron Bernstein verfasste 1950 seine Dissertation über das DP-Lager Hanau, in der er sehr detailliert die gesundheitliche Lage und die Ernährungssituation dieses Lagers während der Jahre 1946 bis 1949 untersuchte.
Die nachfolgenden Länderübersichten repräsentieren nur eine Auswahl der DP-Lager, die tatsächlich bestanden haben. Für eine erste breitere Überischt sieh die Webseite Displaced Persons Camps (international).

In Linz gab es mehrere DP-Lager für jüdische DPs. Laut dem in der Betreuung der DPs involvierten World ORT (ORT) war die Gegend um Linz einer der wichtigen Sammelpunkt für Vertriebene und Flüchtlinge. „In den ersten fünf Jahren nach dem Krieg zogen mindestens 150.000 jüdische DP durch die Region“.
(Quelle:)
In Frankreich wurden seit dem Winter 1944/45 rund 50 DP-Camps eingerichtet. Die ersten Camps entstanden in
1947 existierten noch mindestens 45 DP-Camps.
Amerikanische Zone
Britische Zone
Amerikanische Zone in Österreich
Zur Situation der DPs außerhalb der Alliierten Besatzungszonen
Allgemeine Links zu DP-Lagern
Links zu jüdischen DP-Lagern
Eindrücke aus baltischen DP-Lagern
Hinweise zu DP-Lagern