Verl

Wappen Deutschlandkarte
Verl
Deutschlandkarte, Position der Stadt Verl hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 51° 53′ N, 8° 31′ OKoordinaten: 51° 53′ N, 8° 31′ O
Bundesland:Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Kreis: Gütersloh
Höhe: 92 m ü. NHN
Fläche: 71,37 km²
Einwohner: 25.574 (31. Dez. 2025)
Bevölkerungsdichte: 358 Einwohner je km²
Postleitzahl: 33415
Vorwahl: 05246
Kfz-Kennzeichen: GT
Gemeindeschlüssel: 05 7 54 044
Stadtgliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Paderborner Straße 5
33415 Verl
Website: www.verl.de
Bürgermeister: Robin Rieksneuwöhner (CDU)
Lage der Stadt Verl im Kreis Gütersloh
KarteGüterslohSchloß Holte-StukenbrockVerlRietbergLangenbergRheda-WiedenbrückHerzebrock-ClarholzSteinhagenWerther (Westf.)Halle (Westf.)HarsewinkelBorgholzhausenVersmoldKreis PaderbornKreis LippeKreis SoestBielefeldKreis HerfordKreis WarendorfNiedersachsenNordrhein-Westfalen
Karte
Luftbildaufnahme in Richtung Norden der Verler Kernstadt, 2026

Verl ([fɛʁl] ⓘ) ist eine Stadt im Nordosten Nordrhein-Westfalens. Die zum ostwestfälischen Kreis Gütersloh im Regierungsbezirk Detmold gehörende Stadt zählt 25.574 Einwohner und liegt 15 Kilometer südlich von Bielefeld.

Die Besiedlung des heutigen Stadtgebietes in der Westfälischen Bucht wurde im Jahr 1088 erstmals schriftlich belegt. Die Stadt Verl entstand 1970 durch Zusammenlegung mehrerer Teile der fünf Gemeinden des Amtes Verl. Verl wurde am 1. Januar 2010 zur mittleren kreisangehörigen Stadt erhoben. Aufgrund ansässiger Großunternehmen ist Verl eine wirtschaftlich starke Stadt, galt mehrere Jahre als schuldenfrei und hat im Jahr 2026 zudem einen ausgeglichenen Haushalt.

Aufgrund der Lage direkt am Ölbach wird Verl häufig als Ölbachstadt (vor der Ernennung zur Stadt als Ölbachgemeinde) bezeichnet. Über die Region hinaus bekannt ist sie vor allem durch den in der 3. Fußball-Liga spielenden SC Verl sowie durch die Ostwestfalenhalle im Stadtteil Kaunitz. Dort findet seit 1966 monatlich der Hobbymarkt statt, der 2016 als größter Tier- und Trödelmarkt in NRW galt.

Geografie

Geografische Lage

Verl liegt im Nordosten des Landes Nordrhein-Westfalen in der Region Ostwestfalen-Lippe südlich des Teutoburger Waldes im Süden des Kreises Gütersloh in einem Dreieck, dessen Ecken die Städte Gütersloh (9,2 km entfernt), Bielefeld (15,4 km) und Paderborn (25,1 km) bilden. Die Stadt gehört dem Regierungsbezirk Detmold an.

Das Stadtgebiet liegt in der Großlandschaft des norddeutschen Tieflandes im Teilbereich Ostmünsterländer Sande (Ostmünsterland) innerhalb der Westfälischen Bucht.

Verl wird von den Bächen Dalke, Menke-, Öl-, Wapel- und Sennebach durchzogen (Auflistung von Nord nach Süd). Zusammen mit den jeweiligen Zuflüssen sorgen sie für die Entwässerung der Stadt. Die Dalke hat als Zuflüsse den Hassel- und den Strothbach. Dem Ölbach fließt der Landerbach und der Wapel der Rodenbach zu. Der Sennebach entwässert direkt in die Ems, der letztendlich das gesamte Verler Bachsystem nahezu parallel in nordost-südwestlicher Richtung aus dem Teutoburger Wald zufließen.

Bekanntester und größter See auf dem Gebiet der Stadt ist der Verler See im Stadtteil Sürenheide. Im Nordwesten liegt der A2-See, ein Baggersee, der bei dem Bau der Bundesautobahn 33 entstanden ist und in unmittelbarer Nähe der namensgebenen Bundesautobahn 2 liegt. Etwa 1 Kilometer südlich vom A2-See befindet sich der deutlich kleinere Tellersee. Beide Seen befinden sich im Stadtteil Sende.

Zum Hochwasserschutz der am Wapelbach flussabwärts liegenden Städte wurden im Jahr 2011 das Wapelbecken I und 2023 das Wapelbecken II in Betrieb genommen.

Im Osten der Stadt liegt der Holter Wald, dessen größter Teil jedoch zur Stadt Schloß Holte-Stukenbrock gehört. Der höchste Punkt im Stadtgebiet befindet sich auf 111 m ü. NN (St.-Heinrich-Straße), der niedrigste auf 82 m ü. NN (Wiedenbrücker Straße).

Ausdehnung und Nutzung des Stadtgebiets

Die größte Ausdehnung der Stadtfläche in Nord-Süd-Richtung beträgt etwa 11 km und in Ost-West-Richtung etwa 10 km.

Die Gesamtfläche der Stadt Verl umfasst eine Fläche von 71,37 km². Mit 65 % besteht der überwiegende Teil aus landwirtschaftlich genutzten Flächen, gefolgt von Wohnbau-, Industrie- und Gewerbefläche mit 10,5 %. Mit einem Wald- bzw. Gehölzanteil von 8,9 % ist das Gebiet im Vergleich zu Nordrhein-Westfalen, welches einen Waldanteil von 27 % hat, eher waldarm.

Die folgende Tabelle zeigt die detaillierte Flächennutzung:

Nutzungsart Fläche in ha Prozentualer Anteil
Fläche insgesamt 7137 100 %
Fläche für Siedlung und Verkehr 1602 22,4 %
Wohnbau-, Industrie- und Gewerbefläche 751 10,5 %
Abbauland 1) und Halde 0 0
Sport-, Freizeit- und Erholungsgebiete, Friedhofsfläche 102 1,4 %
Flächen anderer Nutzung 2) 378 5,3 %
Verkehrsfläche 371 5,2 %
Vegetations- und Gewässerfläche 5534 77,5 %
Landwirtschaftsfläche 4640 65,0 %
Waldfläche, Gehölz 635 8,9 %
Moor, Heide, Sumpf, Unland 179 2,5 %
Gewässer 80 1,1 %


1) 
umfasst folgende Flächen: Bergbaubetrieb, Tagebau, Grube, Steinbruch
2) 
umfasst folgende Flächen: Fläche gemischter Nutzung sowie Fläche besonderer funktionaler Prägung; Quelle: Statistisches Landesamt NRW
* 
Quelle: Statistisches Landesamt NRW; Stand 31.12.2022


Stadtgliederung

Seit der kommunalen Neugliederung gliedert sich die Gemeinde in fünf Stadtteile, die aber nicht von der Hauptsatzung Verls festgelegt sind, so dass dort keine offiziellen Grenzen der einzelnen Stadtteile zueinander definiert sind. Die Stadt entstand aus den drei Altgemeinden Bornholte, Österwiehe und Verl sowie Teilen von Sende, Schloß Holte und Varensell. Heute gibt es die Stadtteile Bornholte-Bahnhof, Kaunitz, Sende, Sürenheide und Verl (Kernstadt).

„Die am 01.01.1970 durch das Gesetz zur Neugliederung des Kreises Wiedenbrück und von Teilen des Kreises Bielefeld vom 04.12.1969 (GV NW S. 772) gebildete Gemeinde Verl, seit 01.01.2010 Stadt Verl, besteht aus den früheren Gemeinden Verl (mit Ausnahme des Gebietes um die Autobahnauffahrt), Bornholte, Österwiehe (mit Ausnahme der sogenannten "Union"), dem westlichen Teil der Gemeinde Sende, Teilen der Gemeinde Schloß Holte und Teilen der Gemeinde Varensell.“

„§ 1.1 der Hauptsatzung“

– Rat der Stadt Verl: Website der Stadt Verl

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Verteilung der Bevölkerung nach Ortsteilen.

Stadtteil Einwohnerstand Veränderung
2011 bis 2020
2011 2020 absolut relativ
Bornholte-Bahnhof 2.420 2.528 108 4,5 %
Kaunitz 3.827 3.899 72 1,9 %
Sende 1.275 1.279 4 0,3 %
Sürenheide 4.765 4.746 −19 −0,4 %
Verl (Kernstadt) 12.991 13.452 461 3,5 %
Gesamt 25.278 25.904 626 2,5 %
*) 
Quelle: Wohnraumbedarfsanalyse und -konzept für die Stadt Verl, 2022

Nachbargemeinden

Im Norden grenzt Verl an die kreisfreie Stadt Bielefeld. Im Osten liegen die Stadt Schloß Holte-Stukenbrock und südöstlich die Gemeinde Hövelhof. Im Süden befinden sich die Stadt Delbrück, im Südwesten die Stadt Rietberg und im Westen die Kreisstadt Gütersloh.

Hövelhof und Delbrück gehören dem Kreis Paderborn an, Schloß Holte-Stukenbrock, Rietberg und Gütersloh dem Kreis Gütersloh.

Gemarkung

Das Stadtegbiet besteht aus den Gemarkungen (oder Teilen davon) Bornholte, Liemke, Oesterwiehe, Sende und Verl. Diese Gemarkungen stimmen nicht immer mit den heutigen Stadtteilen überein. So hat Kaunitz bspw. kein eigene Gemarkung, sondern besteht aus Bornholte, Oesterwiehe und Liemke. Sürenheide besteht aus der Gemarkung Verl, während Verl-Kernstadt aus Bornholte und Verl besteht.

Geologie

Verler Weiden- und Wiesenlandschaft, 2008
Geothermische Karte von Verl

Der geologische Untergrund des Münsterländer Beckens, zu dem Verl gehört, hat ungefähr die Gestalt einer Schüssel. Über einem Sockel aus gefalteten Gesteinen des Erdaltertums (Devon und Karbon) im tiefen Untergrund liegt ein Festgesteinsuntergrund, der aus mächtigen, tektonisch nur wenig gestörten Tonmergelsteinen des Erdmittelalters (Oberkreide) und älteren Kreide-Kalksteinschichten besteht. Sie sind schwach Richtung Osten geneigt.

Die Oberschicht des Gebiets besteht aus einer meist sandig-schluffig-tonigen Lockergesteinsschicht des Eiszeitalters (Quartär). Es finden sich junge, manchmal torfige Sedimente der Ems und ihrer Zuflüsse sowie ältere eiszeitliche Ablagerungen wie Grundmoränen oder Schmelzwassersande in der Oberschicht. Der oberflächennahe Bereich führt zum Teil reichlich Grundwasser. Das Grundwasser des tieferen Untergrundes ist versalzen.

Nährstoffarme und überwiegend sandige Böden mit geringer landwirtschaftlicher Ertragsleistung sowie geringer Wasserkapazität und Wasserdurchlässigkeit sind in Verl anzutreffen. Stellenweise haben sich Niedermoorböden gebildet.

Obwohl Verl in der Emssandebene (Ostmünsterland) liegt, wird sein Landschaftsbild durch eine für das Münsterland charakteristische Parklandschaft geprägt. Deutlich wird dies durch den Wechsel von kleineren Acker- und Grünlandflächen sowie gliedernden Hecken und baumumstandenen Einzelhöfen. Auf dem Gebiebt Verls finden sich durch einen Gletscher des Inlandeises geformte Drumlins. Der Lauf des an Gütersloh grenzenden Dalke-Bachs folgt streckenweise solchen Drumlins. Verl eignet sich gut bis sehr gut zur Nutzung von geothermischen Wärmequellen mittels Erdwärmesonde und Wärmegewinnung durch Wärmepumpenheizungen (vgl. dazu die nebenstehende Karte).

Klima

Verl gehört der gemäßigten Klimazone Mitteleuropas an. Es liegt im Bereich des subatlantischen Seeklimas. Die Winter sind unter atlantischem Einfluss meist mild und die Sommer mäßig warm. Dieser Einfluss führt zu einer mittel bis relativ gedämpften Jahrestemperaturamplitude von etwa 16 °C. Die Niederschlagssumme beträgt im langjährigen Mittel etwa 770 bis 830 mm. Die minimalen Niederschlagssummen sind im März (40–50 mm) und die maximalen im Juli und August (80–90 mm) zu verzeichnen. Die Stadt liegt in einer Talnebelzone mit häufig auftretendem Strahlungsnebel an 70 bis 100 Tagen im Jahr.

Siehe auch: Klima in Ostwestfalen-Lippe

Die folgenden Tabellen zeigen die charakteristischen Klimadaten der Stadt Verl, gemessen in einem 30-jährigen Zeitraum:

Lufttemperatur
(langjähriges Mittel)
Lufttemperatur Windgeschwindigkeit
1,5 m/s
(mittlere Häufigkeit)
über das Jahr im Januar im Juli absolutes Max. absolutes Min.
9–9,5 °C1–2 °C17–18 °C36,0 °C−22,8 °C20–25 %
Heiße Tage
(Max. > 30 °C)
Sommertage
(Max. > 25 °C)
Frosttage
(Min. < 0 °C)
Eistage
(Max. < 0 °C)
Nebeltage Niederschlagssumme
(jährliches Mittel)
5 Tage / Jahr29 Tage / Jahr57 Tage / Jahr14 Tage / Jahr70–100 / Jahretwa 770–830 mm
Klimadaten für Verl (bzw. Gütersloh)
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Mittl. Tagesmax. (°C) 5,0 7,0 10,0 15,0 19,0 23,0 25,0 25,0 21,0 15,0 10,0 8,0 ⌀ 15,3
Mittl. Tagesmin. (°C) 0,0 0,0 2,0 3,0 7,0 11,0 13,0 13,0 9,0 7,0 3,0 3,0 ⌀ 6
Niederschlag (mm) 66 50 53 46 51 83 87 70 45 56 67 72 Σ 746
Sonnenstunden (h/d) 1 3 4 7 7 7 7 7 6 3 2 1 ⌀ 4,6
Regentage (d) 13 10 10 9 9 11 11 10 9 10 12 12 Σ 126
Luftfeuchtigkeit (%) 86 80 76 69 70 72 71 72 77 84 86 86 ⌀ 77,4
Quelle: wetter.com – Klimadaten von Gütersloh, Zeitraum 2015 bis 2020

Geschichte

Prähistorisches und erste Erwähnung

Bei archäologischen Ausgrabungen an einer ehemalige Ziegelei (heute am Leinenweg) wurden in den Jahren 1939 und 1955 mittelalterliche Keramikscherben aus dem 9./10. Jahrhundert geborgen. Zudem wurden 2023 bei weiteren Ausgrabungen, zirka 200 Meter weiter nordöstlich, Pfostengruben und Überreste von Hochäckern, sogenannten Wölbäckern, entdeckt. Beides lässt darauf schließen, das Verl bereits vor 1088 besiedelt war.

Die „Herzebrocker Heberolle“, die sich im Staatsarchiv Osnabrück befindet, erwähnt erstmals urkundlich einen Hof aus den Bauerschaften des Verler Landes für das Jahr 1088 als Hofstelle Krax („crackashardt = Krähenwald“). In einer weiteren Urkunde im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen in Münster aus dem Jahr 1153 werden vom Paderborner Bischof Bernhard I. von Oesede die Höfe Ebbinghaus („ebbekenhusen“) und Liemke („lindbike“) bezeugt.

Die Bedeutung des Namens

Der Name Verl taucht erstmals in einer Urkunde im Staatsarchiv Münster aus dem Jahre 1264 im Namen des „Henricus de Verlo“ auf. Zu diesem Namen existieren zwei Deutungen. Zum einen die Deutung als „vier Wälder“ und zum anderen wird „der weit weg liegende (‚ver‘) Wald (‚lo‘)“ im Sinne von „abseits gelegen“ oder „abgelegen“ vorgeschlagen.

In einer Urkunde im Staatsarchiv Münster wird für 1350 der Meierhof von Verl belegt. Dort heißt es: „curia dicta Verlo in parochia Nygenkerken prope Rethberge“ – „ein Haupthof namens Verlo in der Pfarrei Neuenkirchen nahe bei Rietberg“. Im Jahre 1370 ist in einer weiteren Urkunde die Rede von der Mühle und den „vier Häusern“ zu Verl.

Eine weitere Deutung geht von den vier Höfen „Bürmann“, „Hascheneik“, „Mühlenjost“ und „Müller zu Verl“ aus, die je ein Viertel zur Gründung des Pastorats hergeben mussten.

Neuzeit und Reformation

Die Grafschaft Rietberg bildete sich 1237 als eigenständige Landesherrschaft heraus. Zu ihrem Gebiet gehörten Bornholte, Sende, Österwiehe, Liemke sowie die Bauerschaft Gütersloh, die spätere Bauerschaft Verl.

Grafschaft Rietberg, Karte erstellt 1645 bis 1662
Fürst Wenzel Anton von Kaunitz-Rietberg war österreichischer Staatsmann und Diplomat

Im Jahr 1512 wurde in der Bauerschaft Verl eine Kapelle erbaut – die Annenkapelle. Diese wurde um 1577 zur Pfarrkirche erhoben und bildete seitdem den Mittelpunkt des aus den Bauerschaften Verl, Sende und Bornholte bestehenden Kirchspiels Verl.

Der heutige überwiegend katholische Bevölkerungsanteil liegt in der Geschichte der ehemaligen Grafschaft Rietberg begründet. Das Grafenhaus war katholisch, und die Einwohner hatten dem Glaubensbekenntnis der Landesherrschaft zu folgen (Cuius regio, eius religio). Die Reformation wurde 1537 nur vorübergehend, aufgrund einer Lehensabhängigkeit des Rietberger Grafenhauses von der Landgrafschaft Hessen, eingeführt. Im Jahre 1610 kehrten die Grafenfamilie und mit ihr die Untertanen wieder zum katholischen Glauben zurück. Dies zeigt Wirkung bis heute, obwohl sich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges mit den Flüchtlingen und Vertriebenen in größerer Zahl evangelische Gläubige im damaligen Amt Verl ansiedelten.

In den ersten Jahren des Dreißigjährigen Krieges gingen die schlimmsten Ereignisse am Verler Land vorbei. Auch die in dieser Zeit weitverbreitete Pest verschonte weitestgehend die Verler Bevölkerung. Erst 1635 zogen lüneburgische Truppen, welche den Winter in Bielefeld verbrachten, plündernd durch das Land. Sie rückten auf der Suche nach Proviant in Richtung Rietberg vor und erbeuteten vor allem Kühe und Korn. Alles, was nicht geraubt wurde, wurde vernichtet. 1644 zogen hessische und drei Jahre später schwedische Soldaten erneut plündernd durch das Land. Nach dem Ende des Krieges 1648 konnte aufgrund allgegenwärtiger Not nur mühsam mit dem Wiederaufbau begonnen werden. Im Jahre 1676 breitete sich die Rote Ruhr im Verler Land aus. Mehr als 125 Personen fielen ihr zum Opfer.

Am 6. September 1746 erfolgte die Grundsteinlegung der Kirche in Kaunitz (damals Neu-Kaunitz); sie sollte die Keimzelle des Dorfes bilden. Sie wurde auf Veranlassung des Landesherrn Graf Maximilian Ulrich von Kaunitz-Rietberg und seiner Frau Maria Ernestine auf dem Grenzgebiet zwischen Österwiehe und Liemke – „der Mayburg“ – errichtet. Wenzel Anton von Kaunitz-Rietberg veranlasste 1792 den Bau der St.-Anna-Kirche. Die klassizistische Hallenkirche ersetzte die dort 1512 errichtete Kapelle und wurde 1801 fertiggestellt.

Unter dem letzten Fürsten von Kaunitz verlor die Grafschaft Rietberg ihre Selbständigkeit, als sie im Jahr 1807 dem von Napoleon I. neu gebildeten Königreich Westphalen zugeschlagen wurde. Aus der Grafschaft wurden zwei Verwaltungsbezirke, die beiden Kantone Rietberg und Neuenkirchen, gebildet. Beide gehörten zum Distrikt Paderborn im Departement der Fulda. Verl wurde dem Kanton Neuenkirchen zugeteilt. Nach dem Wiener Kongress gelangte das Gebiet 1815 an Preußen und wurde 1816 in den neu gegründeten Kreis Wiedenbrück eingegliedert. 1822 verkaufte Fürst Alois von Kaunitz die Grafschaftsgüter an den Rittergutsbesitzer Friedrich Ludwig Tenge zu Niederbarkhausen.

Am 1. Juli 1838 wurde die Kantonsverwaltung von Neuenkirchen nach Verl verlagert und der Name des Kantons in „Kanton Verl“ geändert. Als Folge der preußischen Landgemeindeordnung vom 31. Oktober 1841 wechselte am 16. Juni 1843 die Bezeichnung: Aus dem Kanton Verl wurde das Amt Verl.

1848 veranlasste große Not die Verler Bauern dazu, vor ihren Gutsherren Friedrich Ludwig Tenge nach Barkhausen zu ziehen, um eine Minderung der von ihm geforderten Abgaben zu erwirken. Zu den Verler Bauern gesellten sich Männer aus der Grafschaft Rietberg und dem Amt Delbrück. Insgesamt zogen wohl 4000 Mann nach Barkenhausen. Das Verler Land war zu dieser Zeit für seine Armut bekannt. Dies zeigte sich unter anderem dadurch, dass noch im Jahre 1856 Hungertyphus auftrat.

Gründerzeit und Industrialisierung

Karte des Verler Landes (Ausschnitt aus der Karte „Le Cog“ aus dem Jahre 1805)
Verler Krankenhaus, um 1914

Ab 1850 begründeten neu geregelte Besitzverhältnisse, neue Verfahren und Hilfsmittel sowie eine gezielte staatliche Förderung den Aufschwung der Landwirtschaft und der damit verbundenen Gewerbe im Amt Verl. Voraussetzung dieses Aufschwungs war der Bau der Straßen nach Bielefeld, Gütersloh, Neuenkirchen sowie nach Kaunitz und weiter nach Hövelhof. Diese Baumaßnahmen begannen im Jahre 1854 und wurden erst 1890 vollendet. Von 1901 bis 1902 errichtete die Teutoburger-Wald-Eisenbahn-Gesellschaft (TWE) die Eisenbahnstrecke Gütersloh–Verl–Kaunitz–Hövelhof. Diese wurde am 18. April 1903 eröffnet. Mit der Aufnahme des Betriebs am Folgetag erhielt Verl einen unmittelbaren Anschluss an die wirtschaftlich wichtige Bahnverbindung zwischen dem Ruhrgebiet und Hannover. Das Amt Verl förderte den Bau der Eisenbahn, indem es die Kosten des Grunderwerbs innerhalb sämtlicher Gemeinden des Amtes Verls und der Gemeinden Spexard und Hövelhof trug. Dies war für die damalige Zeit eine beachtliche Wirtschaftsförderung. Die Straßen und der Bahnverkehr erleichterten es den Verler Einwohnern, die in den Nachbarstädten entstandenen Arbeitsmöglichkeiten zu nutzen. Auch der Absatz von landwirtschaftlichen Produkten wurde so gefördert.

Zwischen 1907 und 1909 wurde das Verler Krankenhaus erbaut. Errichtet wurde es durch den Verler Domkapitular Ferdinand Kühlmann. Zu dieser Zeit lebten insgesamt 9811 Einwohner (Stand 1910) im Verler Land; davon 1844 in Verl, 1765 in Bornholte, 2410 in Sende und 2492 in Liemke.

Ab 1908 wurden in Verl insgesamt vier Außenstellen des Strafgefangenenlager Oberems eingerichtet. Das erste Lager befand sich an der heutige Adresse Dalkeweg 27 (heute JVA Bielefeld-Senne) im heutigen Sürenheide. Vermutlich ab 1922 wurde in Bornholte (heute Paderborner Straße 185) ein weiteres Lager eingerichtet. 1933 kamen mit Sende (heute Im Bruch 31) und Sende-Süd (heute Am Ölbach 283, Bethel.regional Mühlgrund) zwei weitere Lager auf dem heutigen Gemeindegebiet dazu.

1911 hatten bereits viele Häuser im Dorf Verl elektrischen Strom. Erzeugt wurde dieser durch die „Westfälische Holzindustrie“, welche ihren Betrieb am Standort der heutigen Post im Ortszentrum hatte. Nachdem dieser 1922 abgebrannt war, begann der allgemeine Netzausbau. Zwischen 1927 und 1929 fand der Ausbau von Stromnetzen auch in den Gemeinden Bornholte, Sende, Liemke und Österwiehe statt. 1938 wurden für das Amt und dessen Gemeinden Wappen eingeführt und die Autobahn Köln–Hannover fertiggestellt, die auch durch Verl führt.

Erster Weltkrieg

Die ersten acht Männer aus Verl erhielten am 31. Juli 1914 den Gestellungsbefehl. Dem Ersten Weltkrieg fielen aus dem Amtsbezirk Verl mehr als 350 Bürger zum Opfer. Zudem kam es durch den Krieg zu einer wirtschaftlichen Notlage im Verler Land. Der wirtschaftliche Aufschwung aus der Gründerzeit kam zum Erliegen. Die Verler Schützenhalle wurde ab 1915 eine Außenstelle des Kriegsgefangenenlagers Sennelager für 80 Gefangene. Im Ortszentrum wurde 1923 ein Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges errichtet. Das Ehrenmal befindet sich auf dem ehemaligen Dorffriedhof und hat die Form eines Obelisken.

Zeit des Nationalsozialismus

Bild von Stolpersteinen in der Stadt Verl
Stolpersteine in der Verler Hauptstraße, 2017

Bei der Reichstagswahl im September 1930 und 1932 erhielt die NSDAP nur relativ wenige Stimmen. Die Zentrumspartei erhielt im Schnitt rund 66 % der Stimmen. Kurz nach der Machtergreifung 1933 wurde der Ehrenplatz im Ortskern von Verl in „Hindenburg-Hitler-Platz“ umbenannt. Er behielt diesen Namen bis zum Ende der NS-Zeit. Wie überall in Deutschland kam es auch in Verl während des Nationalsozialismus zu systematischer Ausgrenzung und Deportation der jüdischen Einwohner: Während der Novemberpogrome 1938 wurde das Haus der Verler Familie Hope verwüstet. Die meisten Familienangehörigen wurden ab 1941 schließlich in den Konzentrationslagern Auschwitz, Theresienstadt und im Ghetto Minsk ermordet. Der Familie Wissbrun aus Kaunitz gelang es dagegen, 1937 in die Vereinigten Staaten zu emigrieren. Vorausgegangen war die mehrmonatige Inhaftierung Oskar Wissbruns aufgrund angeblich abfälliger Bemerkungen über das NS-Regime.

Neben den bereits seit 1908 bzw. 1922 bestehenden zwei Standorten wurden 1938 in Verl-Sende zwei zusätzliche Stellen des Strafgefangenenlagers Oberems als „besondere Vollzugsanstalten“ errichtet. In Verl misshandelten Wärter mehrere Gefangene so schwer, dass diese an den Folgen starben.

Das eigentliche Kriegsgeschehen wirkte sich nur wenig auf Verl aus. Die Einwohner blieben bis auf wenige Bombenabwürfe weitgehend verschont. Dennoch starben 550 Verler Bürger. Am 1. April 1945 erreichten US-Truppen das Amt und brachten ihm das Ende des Krieges und der NS-Zeit. Sie befreiten bei Kaunitz circa 800–900 jüdische Zwangsarbeiterinnen, die von den Lippstädter Außenstellen des KZ Buchenwald zum KZ Bergen-Belsen marschieren sollten. In der Folgezeit wurde für sie das Displaced Persons Assembly Center Kaunitz eingerichtet, welches anfangs auch für befreite Gefangene und Zwangsarbeiter aus dem nahegelegenen Stammlager VI K (326) genutzt wurde. Bis zu 1200 Menschen fanden so zeitweise Zuflucht im DP-Lager.

Nachkriegszeit bis heute

Da nach dem Zweiten Weltkrieg zahlreiche Vertriebene und Flüchtlinge aus den Ostgebieten des ehemaligen Deutschen Reiches in Verl ansässig geworden waren, wurde an der Paul-Gerhardt-Straße 1951 die evangelische Erlöserkirche errichtet. Im Stadtteil Sürenheide entstand aus dem gleichen Grund zwei Jahre später die katholische Kirche St. Judas Thaddäus. Im Jahre 1960 hatten sich insgesamt 3.448 weitere Neubürger aus den Ostgebieten im Amt Verl angesiedelt. Diese geht aus einer Erhebung aus demselben Jahr hervor. Zur Behebung der Wohnungsnot der Heimatvertriebenen entstanden besonders in Sürenheide – aufgrund des preisgünstigen Baulandes – neue Siedlungen.

In Kaunitz führte das Zusammenleben der befreiten jüdischen Zwangsarbeiterinnen und der anderen Dorfbewohner in den Jahren nach Kriegsende indes zu Spannungen. Mehr als die Hälfte der Häuser war von Einquartierungen betroffen, wodurch es zu Konflikten mit der einheimischen Bevölkerung kam. Für die jüdischen DPs wurden in Kaunitz durch die Jewish Relief Unit und das Lagerkomitee Ausbildungsmöglichkeiten sowie Sprachkurse, Kultur- und Sportveranstaltungen geschaffen. Nach und nach verließen in den Folgejahren die ehemaligen Zwangsarbeiterinnen das Lager in Richtung USA, Kanada, Australien und Israel. Zum Ende des Jahres 1949 wurden das DP-Lager offiziell aufgelöst.

1964 wurde die zum Amt Verl gehörende Gemeinde Liemke in das heutige Schloß Holte umbenannt.

Von 1970 bis 1973 entstand in Sürenheide die Helfgerd-Siedlung und der Verler See. Sie sollten den Stadtteil Sürenheide mit dem Verler Ortskern verbinden. 1978 stellte die Teutoburger-Wald-Eisenbahn aufgrund der wachsenden Zahl an privaten Kraftwagen den Personenzugverkehr auf der Strecke Gütersloh–Verl–Kaunitz–Hövelhof ein. Das Bahnhofsgebäude in Verl wurde verkauft. Die eine Hälfte wird als Lagerhalle genutzt. Die andere Hälfte wurde zwischenzeitlich als Restaurant genutzt und ist heute der Sitz der Stadtwerk Verl GmbH. Nach fast dreijähriger Renovierung wurde am 1. September 1986 das Heimathaus eröffnet. Zum Jahresende 1988 wurde das Verler Krankenhaus, trotz des Widerstandes der Bevölkerung, vom Land Nordrhein-Westfalen geschlossen und in ein Altenpflegeheim (St.-Anna-Haus) umgewandelt.

Verler Rathaus im Jahr 2018

Das ehemalige Bahnhofsgebäude in Kaunitz an der Strecke Ibbenbüren–Hövelhof wurde 2003 nach dessen Renovierung als Dorfgemeinschaftshaus wieder eröffnet. Von 2006 bis 2007 wurde das Rathaus der Stadt umgebaut und erweitert. Den Kern des neuen Rathauses bildet das Amtshaus aus dem Jahre 1885. Am 11. November 2008 beschloss die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen, Verl mit Wirkung zum 1. Januar 2010 zu einer mittleren kreisangehörige Stadt zu erheben.

2020 traf die Stadt die COVID-19-Pandemie in besonderer Weise, denn am 21. Juni des Jahres wurde, nachdem zahlreiche Mitarbeiter des fleischverarbeitenden Unternehmens Premium Food Group (ehemals Tönnies) positiv auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 getestet worden waren, im Stadtteil Sürenheide (in der Helfgerd-Siedlung) eine Quarantänezone eingerichtet. In den betroffenen Straßenzügen wohnen insgesamt 668 Menschen. Davon waren etwa 250 Tönnies-Beschäftigte; über 100 waren mit Stand 21. Juni nachweislich infiziert.

Im Mai 2021 wurde der Neu- und Umbau der Gesamtschule beschlossen. In den Jahren 2022 und 2023 wurde über eine Bewerbung Verls für die Landesgartenschau 2029 diskutiert. Ende 2023 fand ein Ratsbürgerentscheid statt, bei dem sich die Bevölkerung dagegen entschied.

Eingemeindungen

Von 1816 bis zum 31. Dezember 1972 gehörte Verl dem Kreis Wiedenbrück an. Der Kreis ging 1973 im Rahmen der Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen im neu gegründeten Kreis Gütersloh auf. Die kommunale Neuordnung in Nordrhein-Westfalen, für die 1965 eine Sachverständigenkommission eingerichtet wurde, wurde damit begründet, dass durch den Abbau von Kleinstverwaltungen und Zweckverbänden der kommunale Leistungsstand verbessert werden könnte.

Für das damalige Amt Verl mit den Gemeinden Verl, Bornholte, Sende, Österwiehe und Schloß Holte schlug der Oberkreisdirektor die Bildung von zwei neuen Großgemeinden vor:

Dies entspräche der geographischen und siedlungsmäßigen Zweiteilung des Raumes, die durch die kulturellen und persönlichen Beziehungen der Bevölkerung beider Gebiete verstärkt würde, und den kirchlichen Beziehungen, wie sie die Grenzen der Pfarrbezirke zeigten.

Das Innenministerium des Landes griff den Vorschlag auf. Am 31. Dezember 1969 wurde das Amt Verl infolge der Neugliederung des Kreises Wiedenbrück aufgelöst. Durch die kommunale Neugliederung mit dem Gesetz zur Neugliederung des Kreises Wiedenbrück und von Teilen des Kreises Bielefeld am 1. Januar 1970 ging das damalige Amt Verl mit den vormals eigenständigen Gemeinden Verl, Bornholte und Österwiehe sowie Teilen von Sende und Liemke in der Gemeinde Verl auf.

Zum 1. Januar 1973 wurde Verl im Zuge der Umsetzung des Bielefeld-Gesetzes dem Kreis Gütersloh angegliedert.

Einwohnerentwicklung

Bevölkerungsentwicklung in Verl seit 1849 (Stand 2025)

Durch die kommunale Neuordnung wurden die bevölkerungsreicheren Teile von Sende und Liemke aus dem Amt ausgegliedert und gingen in der Gemeinde Schloß Holte-Stukenbrock oder in der Stadt Bielefeld auf. Im Vergleich zum ehemaligen Amt Verl verlor so die neugebildete Gemeinde knapp ein Drittel der Fläche und dadurch auch einen Teil der Bevölkerung.

Die folgenden Tabellen zeigen den Bevölkerungsstand des Amtes Verl und der Gemeinde/Stadt Verl sowie den Bevölkerungsstand der Gemeinde/Stadt Verl nach Altersgruppen für 2015 und eine Prognose für 2030. Bei den Zahlen handelt es sich um amtliche Fortschreibungen des Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen. Die Bevölkerungsfortschreibung basiert ab 2022 auf dem Zensus 2022, ab 2011 auf dem Zensus 2011, von 1987 bis 2010 auf der Volkszählung 1987 und davor auf Schätzungen. Die Daten zum Amt Verl basieren auf Chroniken des Amtes/der Gemeinde.

Bevölkerung Amt-Verl 1)
1849 1871 1890 1910 1930 1938 1948 1956 1969
7.144 7.245 7.633 9.811 12.566 14.324 18.432 20.396 26.497
Bevölkerung Gemeinde / Stadt Verl 2)
1970 1980 1990 2000 2010 2020 2025
15.712 18 .398 19.771 23.315 24.984 25.382 25.574
Bevölkerungsstand 2015 und Prognose 2030 nach Altersgruppen 3)
insgesamt unter 3 3–6 6–10 10–16 16–18 18–25 25–30 30–50 50–65 65–75 über 75 Frauen Männer
Verl 2015

Bevölkerungsstand

25.182 690 705 987 1653 625 2177 1550 7318 5196 2100 2181 12.243 12.939
100,0 % 2,74 % 2,80 % 3,92 % 6,56 % 2,48 % 8,65 % 6,16 % 29,06 % 20,63 % 8,34 % 8,66 %
Verl 2030

Prognose IT.NRW

26.884 661 699 958 1427 480 1673 1450 7421 5687 3455 2973 12.408 14.476
100,0 % 2,46 % 2,60 % 3,56 % 5,31 % 1,79 % 6,22 % 5,39 % 27,60 % 21,15 % 12,85 % 11,06 %
Veränderung

2015–2030

+1.702 −29 −6 −29 −226 −145 −504 −100 +103 +491 +1355 +792 +165 +1537
+6,8 % −4,2 % −0,9 % −2,9 % −13,7 % −23,2 % −23,2 % −6,5 % +1,4 % +9,4 % +64,5 % +36,3 %
1) 
„Chronik des Amtes Verl 1849–1956 von Amtmann a. D. Josef Hermwille“, Verl 1957; „Die Gemeinde Verl nach dem 1. Januar 1970. Zahlenspiegel und Kurzinformationen“
3) 
"Entwicklungskonzept: Verl 2030", BKR Aachen Noky & Simon, Stadt Verl


Religion

Gemäß der Volkszählung 2011 waren 55,6 % der Einwohner römisch-katholisch, 19,3 % evangelisch und 25,1 % konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe. Der gemeinsame Anteil der Protestanten und der Katholiken an der Gesamtbevölkerung ist seitdem gesunken; derzeit gehört weniger als die Hälfte der Bevölkerung der römisch-katholischen Kirche an. Gemäß der Volkszählung in Deutschland 2022 waren 44,7 % der Einwohner römisch-katholisch, 17,1 % evangelisch und 38,2 % konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.

Die drei katholischen Gemeinden Sankt Maria Immaculata in Kaunitz, Sankt Judas Thaddäus in Sürenheide und Sankt Anna in Verl haben sich am 1. Januar 2001 zu einem gemeinsamen Pastoralverbund zusammengeschlossen. Der Pastoralverbund gehört dem Dekanat Rietberg-Wiedenbrück im Erzbistum Paderborn an. Die evangelische Kirche ist mit der Erlöserkirche in Verl vertreten. Sie gehört zum Kirchenkreis Gütersloh innerhalb der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Im Verler Westweg befindet sich die Christen-Brüder-Gemeinde Verl. Die türkisch-islamische Gemeinde zu Verl betreibt am Reckerdamm eine Moschee. Die Syrisch-Orthodoxe Sankt Jakob von Nisibis-Gemeinde nutzt seit 2025 die ehemalige evangelische Auferstehungskirche in Sürenheide.

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat hat gegenwärtig 38 Mitglieder aus fünf Parteien. Hinzu kommt der Bürgermeister als Ratsvorsitzender. Die folgende Tabelle zeigt die Sitzverteilung im Rat und die Wahlergebnisse seit 1975:

Rat der Stadt Verl: Wähleranteil und Gemeinde- (1975–2009) bzw. Stadträte (ab 2010)
CDU SPD FDP FWG ödp Grüne Gesamt Wahl-
beteiligung
Wahlperiode%Mandate %Mandate %Mandate %Mandate %Mandate %Mandate %Gesamtanzahl der Sitze im Rat %
1975–1979 68,1727 25,6210 6,212 –– –– –– 100 39 88,95
1979–1984 66,2427 30,0012 3,760 –– –– –– 100 39 72,59
1984–1989 63,6326 31,9613 4,410 –– –– –– 100 39 69,55
1989–1994 52,0423 28,0012 3,810 11,284 –– 4,870 100 39 70,72
1994–1999 58,5323 30,8412 –– 10,634 –– –– 100 39 83,68
1999–2004 67,7926 23,019 1,900 7,303 –– –– 100 38 56,52
2004–2009 61,1723 24,969 4,482 6,803 2,601 –– 100 38 57,64
2009–2014 58,3722 26,4710 8,243 4,192 2,731 –– 100 38 56,02
2014–2020 56,8622 23,489 3,711 5,222 –– 10,744 100 38 50,62
2020–2025 58,0622 14,275 4,802 7,373 –– 15,506 100 38 57,44
2025–2030 56,3022 13,415 5,492 11,544 –– 13,265 100 38 56,09
*) 
Prozentanteile gerundet / ohne Berücksichtigung von Rundungsdifferenzen. Quellen: Landesdatenbank NRW; Landesbetrieb Information und Technik NRW
Stadtratswahl 2025
 %
60
50
40
30
20
10
0
56,30
13,41
13,26
11,54
5,49
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2020
 %p
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
−1,76
−0,86
−2,24
+4,17
+0,69

Verl galt bis 2014 als die größte Stadt im Westen Deutschlands, in deren Stadtrat Bündnis 90/Die Grünen nicht vertreten waren. Bei den Kommunalwahlen erzielte die Partei, die erst am 15. Februar 2014 in Verl einen Ortsverband gegründet hatte, aus dem Stand einen Stimmenanteil von 10,74 % und bildet mit 4 Ratsmitgliedern die drittstärkste Fraktion.

Sitzverteilung im
Stadtrat 2025
     
Insgesamt 38 Sitze

Bürgermeister

Nach der kommunalen Neugliederung wurde aus dem Amts- der Gemeindedirektor als Leiter der Verwaltung und Vertreter der Gemeinde, mit dem ehrenamtlichen Bürgermeister als Vorsitzendem des Gemeinderates an seiner Seite. Diese sogenannte kommunale Doppelspitze gibt es seit 1999 in Nordrhein-Westfalen nicht mehr. Nun ist der Bürgermeister Leiter der Verwaltung und gleichzeitig Vorsitzender des Rates.

Bei der Kommunalwahl im Jahr 1999 wurde Klaus Hörsting (CDU) mit 76,7 % der Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Sein Nachfolger wurde Paul Hermreck (CDU). Er erlangte 58,0 % der Stimmen bei der Kommunalwahl 2004. Auch bei der Kommunalwahl 2009 konnte Hermreck die Mehrheit erlangen und wurde mit 64,76 % der Stimmen wiedergewählt. Sein einziger Gegenkandidat Peter Heethey (SPD) kam auf 35,24 %.

Bei der Bürgermeisterwahl am 13. September 2015 kandidierte Paul Hermreck nach einem Zerwürfnis mit der CDU als unabhängiger Bewerber gegen den von der CDU aufgestellten Bürgermeister der Stadt Hemer Michael Esken und Peter Heethey (SPD). Da keiner der Kandidaten bei der Wahl eine absolute Mehrheit erreichte, fand am 27. September 2015 eine Stichwahl zwischen Paul Hermreck und Michael Esken statt, aus der Esken als Sieger mit 55,5 Prozent der Stimmen hervorging. Bei der Bürgermeisterwahl am 13. September 2020 kandidierte Michael Esken (CDU) erneut. Bei dieser Wahl war Dieter Fleiter für die SPD angetreten. Michael Esken wurde mit 82,43 Prozent der Stimmen wiedergewählt.

Bei der vorgezogenen Bürgermeisterwahl am 21. Januar 2024, die aufgrund des Wechsels vom bisherigen Bürgermeister zur Gemeindeprüfungsanstalt Nordrhein-Westfalen notwendig wurde, wurde mit 66,37 % Robin Rieksneuwöhner von der CDU zum Bürgermeister gewählt. Er trat gegen Jan Böttcher an, der von einem Parteibündnis aus Bündnis 90/Die Grünen, der SPD und der FWG als Kandidat aufgestellt wurde. Die Amtszeit des Bürgermeisters läuft über die Kommunalwahl 2025 hinaus bis 2030.

Amtsdirektoren, Gemeindedirektoren & Bürgermeister 1 Ehrenamtliche Bürgermeister & Vorsitzende des Gemeinderates
  • 1851–1852, Ludwig Rohden
  • 1852–1888, Werner Rohden
  • 1888–1919, Adolf Rohden
  • 1919–1920, Heinrich Kleikemper
  • 1920–1932, Wilhelm Runte
  • 1932–1945, Josef Lükewille (NSDAP)
  • 1945, Carl Creutz
  • 1945–1961, Paul Gärtner
  • 1961–1985, Hans-Georg Klose
  • 1985–2004, Klaus Hörsting (CDU)
  • 2004–2015, Paul Hermreck (CDU)
  • 21. Oktober 2015 – 15. September 2023, Michael Esken (CDU)
  • seit 1. Februar 2024, Robin Rieksneuwöhner (CDU)
  • 1970–1971, Hermann Dreismann (CDU)
  • 1971–1975, Hubert Hermwille (CDU)
  • 1975–2013, Josef Lakämper (CDU)
1) 
Ehemalige Amtsdirektoren seit 1851, Gemeindedirektoren seit 1970 sowie hauptamtliche Bürgermeister seit 1999
*) 
Quelle: Website Stadt Verl, Stand: 3. September 2026

Wahlergebnisse

Landtagswahl

Verl gehört gemeinsam mit den Städten und Gemeinden Langenberg, Rheda-Wiedenbrück, Rietberg und Schloß Holte-Stukenbrock zum Landtagswahlkreis Gütersloh III.

Bei der Landtagswahl am 14. Mai 2017 hat das Direktmandat des Wahlkreises André Kuper (CDU) mit 56,18 % der Stimmen aus Verl erhalten. Mit 53,19 % konnte er bei der Landtagswahl 2022 erneut das Direktmandat holen.

Parteien und Wählergemeinschaften Ergebnisse
2005 2010 2012 2017 * 2022 *
CDU 61,8 % 53,8 % 50,98 % 47,25 % 48,02 %
SPD 24,9 % 26,7 % 29,53 % 25,37 % 19,00 %
Grüne 3,9 % 8,5 % 7,65 % 5,32 % 16,31 %
FDP 5,5 % 4,8 % 3,99 % 11,50 % 5,65 %
Die Linke 3,7 % 1,47 % 2,62 % 0,96 %
Piratenpartei 1,5 % 5,82 % 0,77 % 0,20 %
AfD 4,85 % 5,12 %
Sonstige 3,9 % 1 % 3,36 % 2,31 % 4,85 %
*) 
Zweitstimmen

Bundestagswahl

Die Stadt gehört dem Bundestagswahlkreis Gütersloh I (Wahlkreis 131) an. Er umfasst den gesamten Kreis Gütersloh ohne die Städte Werther und Schloß Holte-Stukenbrock.

Bei der Bundestagswahl 2009 hat das Direktmandat des Wahlkreises Ralph Brinkhaus (CDU) mit 51,0 % der Stimmen in Verl gewonnen, welches er bei der Bundestagswahl 2013 mit 50,2 % der Stimmen erneut gewinnen konnte. Bei der Bundestagswahl 2017 erreichte Ralph Brinkhaus 56,0 % der Stimmen in Verl und gewann erneut den Wahlkreis. Bei der Bundestagswahl 2021 konnte er mit 47,4 % und bei der Bundestagswahl 2025 mit 48,4 % erneut den Wahlkreis für sich entscheiden.

Parteien und

Wählergemeinschaften

Ergebnisse
2005

2009

2013

2017

2021

2025

CDU 49,7 % 45,4 % 54,0 % 45,9 % 35,6 % 38,4 %
SPD 28,8 % 21,9 % 23,4 % 18,8 % 22,5 % 14,5 %
Grüne 5,0 % 7,5 % 6,4 % 6,8 % 14,5 % 11,3 %
FDP 10,8 % 16,2 % 5,7 % 13,6 % 12,9 % 5,0 %
Die Linke 5,0 % 3,8 % 4,7 % 2,1 % 5,5 %
Piratenpartei 1,7 %
AfD 2,6 % 7,5 % 7,0 % 18,2 %
BSW 4,0 %
Sonstige 5,7 % 4,1 % 2,4 % 2,8 % 3,4 % 3,3 %
*) 
Zweitstimmenergebnisse, Prozentanteile gerundet

Wappen

Der Rat der neu gebildeten Gemeinde beschloss am 16. April 1970, dass Verl ein Wappen und ein Banner führt. Im Wesentlichen übernahm die Gemeinde so, mit der Genehmigung vom 31. Januar 1973, das Wappen des ehemaligen Amtes Verl.

Blasonierung: „Im gevierten Schild im ersten und vierten Feld in Grün ein silberner (weißer) Eichbaum mit zwei goldenen (gelben) Eicheln, im zweiten und dritten Feld in Silber (Weiß) ein grüner Eichbaum mit goldenen (gelben) Eicheln. Ein goldener (gelber) Herzschild.“

Die Fläche des Wappenschilds ist in vier Felder unterteilt. In der Mitte des Wappens ist ein goldenes Herzschild eingelassen. Die Felder eins und vier haben einen grünen Hintergrund und zeigen je einen silbernen Eichenbaum mit zwei goldenen Eicheln. Auf den Feldern zwei und drei sind grüne Eichenbäume mit jeweils zwei goldenen Eicheln auf silbernem Grund zu sehen. Vorbild dieses Wappens war das Wappen des ehemaligen Amtes Verl. Dessen Herzschild war jedoch mit fünf grünen Rauten belegt. Die vier Eichenbäume beziehen sich darauf, dass Verl „vier Wälder“ bedeuten soll. In jüngerer Zeit wird diese Namensdeutung jedoch in Frage gestellt. Die fünf Rauten des Amtswappens versinnbildlichten die fünf Gemeinden (Verl, Bornholte, Sende, Liemke und Österwiehe), die dem Amt Verl angehörten. Verl wollte bei der Zugrundelegung des Amtswappens zum Ausdruck bringen, dass es durch den Zusammenschluss von vier dem ehemaligen Amt angehörenden Gemeinden und nicht durch Eingemeindungen gebildet wurde. Dieser Zusammenschluss wird durch das Weglassen der fünf Rauten auf dem Herzschild symbolisiert.

Die folgende Galerie bietet eine Übersicht über das Wappen der Stadt und dessen Einbindung als Banner und Flagge. Rechts befindet sich das Wappen des ehemaligen Amtes Verl.

Seit dem Jahr 2014 führt die Stadt Verl ein Logo, mit dem sie sich öffentlich präsentiert und welches für die städtische Korrespondenz genutzt wird. Dem Logo gehört ein Slogan an: „Stadt Verl – Ein guter Grund“. Die fünf Farben stehen für die fünf Verler Stadtteile, ohne direkte Zuweisung. Die Farben des Logos finden seit 2019 als ein Ensemble aus je fünf Stelen aus Robinieholz Verwendung an den Orsteinfahrten der Stadtteile.

Öffentliche Haushalte

Aufgrund fortwährend hoher Gewerbesteuereinnahmen ist Verl eine der finanzstärksten Kommunen des Landes. In den Jahren 2016 und 2018 war Verl eine der wenigen Gemeinden, die als schuldenfrei galten. Zum 31. Dezember 2018 betrug das Eigenkapital im Haushalt 237,8 Mio. €. Im Jahr 2018 betrug das Gewerbesteueraufkommen 54,5 Mio. € oder 2.137 € / Einwohner (2018).

Im Jahr 2022 wurde erstmals seit 20 Jahren der Hebesatz für die Gewerbesteuer auf 355 Punkte erhöht. Er liegt 61 Punkte unter dem fiktiven Satz von 416 Punkten für kreisangehörige Städte und Gemeinden. Im selben Jahr wurden die Grundsteuer A von 110 auf 90 und die Grundsteuer B von 190 auf 170 Punkte gesenkt.

Der Haushalt für das Jahr 2026 gilt nach Angaben des Stadtrats als ausgeglichen. Fehlende Einnahmen werden durch die Rücklage gedeckt. Für 2026 rechnet die Stadt mit Einnahmen von 93,1 Mio. € und Ausgaben von 121,0 Mio. €.

Städtepartnerschaften und -freundschaften

Verl unterhält mit zwei Städten eine Städtepartnerschaft bzw. eine Städtefreundschaft:

Kurz nach der Maueröffnung im Jahre 1989 entstand eine Städtefreundschaft zwischen Verl und Annaburg in Sachsen-Anhalt. Zu Beginn gab es Kontakte zwischen dem damaligen Hegeringsvorsitzenden von Verl, Heinrich Meermeier, und seinem Pendant in Annaburg, in deren Folge sich weitere Kontakte anderer Einrichtungen und der Verwaltungen beider Kommunen anschlossen, die schließlich zu dem Beschluss führten, eine offizielle Städtefreundschaft miteinander einzugehen.

Am 2. November 1998 beschloss der Rat der Gemeinde Verl mit der Stadt Delphos (Ohio) in den USA eine Städtepartnerschaft einzugehen. Ferdinand Bredeick, Bruder des in Verl 1789 geborenen Pfarrers Johannes Otto Bredeick, gründete 1845 die Stadt Delphos. Wegen der damals herrschenden bitteren Not verließen viele Auswanderer Verl und umliegende Gemeinden und siedelten sich in Delphos und Umgebung an.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Heimathaus Verl, 2009

Theater und Museen

Verl verfügt über kein eigenes Theater, jedoch wird der große Saal des Sankt-Anna-Pfarrzentrums einmal im Jahr vom Kolping-Theater Verl als solches genutzt. Die nächstgelegenen Theater sind das Theater Gütersloh, das Theater Bielefeld und das Landestheater Detmold.

Seit 1986 betreibt die Stadt zusammen mit dem Heimatverein Verl e. V. das Heimathaus Verl. Dort finden neben einer Ausstellung über die Siedlungsgeschichte des Verler Landes weitere kulturelle Veranstaltungen statt. Auch im Rathaus der Stadt können seit 2008 Kunstausstellungen besichtigt werden.

Der ehemalige Geschäftsführer der Bielefelder Union Knopf, Manfred Dolleschel, hat 2014 das Verler Knopfmuseum gegründet. Es befindet sich in einem ehemaligen Druckereigebäude namens „Heuerlingshaus“ an der Sender Straße. Die nach wie vor funktionstüchtigen Manufaktur-Maschinen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammen aus dem französischen Städtchen Andeville nahe Paris. Sie wurden vom Fachexperten Dolleschel vor der Vernichtung gerettet und von ihm als sein Alters-Projekt in Verl neu aufgebaut.

Musik

Der Musikverein Verl e. V. besteht aus den drei Blasorchestern Musikverein Verl, dem Jugendorchester Verl sowie dem Schülerorchester Verl. Darüber hinaus sind in Verl weitere Orchester beheimatet. Neben den Jagdhornbläserkorps oder auch dem Posaunenchor Verl ist vor allem das Westfalia Big Band Showorchester über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt. Einige Chöre laden die Bevölkerung nicht nur zum Mitsingen, sondern auch zu diversen Konzerten ein. Zu den bekanntesten zählen der Männergesangverein „Liedertafel“, der Frauenchor „VerLady“ sowie der Gospelchor S(w)inging Voices.

Bauwerke

Blick auf den St.-Anna-Kirchplatz, 2006

Die katholische Pfarrkirche St. Anna wurde von 1792 bis 1801 unter dem Fürsten Wenzel Anton von Kaunitz-Rietberg erbaut. Es handelt sich um eine dreischiffige klassizistische Hallenkirche mit Ostturm. Die für Westfalen eher untypische Architektur geht auf den Erbauer zurück. Dieser war ein österreichischer Staatsmann und beauftragte den Wiener Architekten Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg mit dem Entwurf des Bauwerkes.

Im Ortskern blieben einige Fachwerkhäuser des 17. bis 19. Jahrhunderts erhalten. An der Bürmannstraße 10 befindet sich ein ehemaliges Heuerlingshaus, das 1741 errichtet wurde. Es wird heute als Café genutzt. Aus dem frühen 18. Jahrhundert stammt das Fachwerktraufenhaus am Kirchplatz 4. Es wurde im späten 19. Jahrhundert verputzt und in den Formen des barockisierenden Jugendstils umgebaut. Seit 1844 betreibt dort die Heinrich Schroeder KG eine Boonekamp- und Likörfabrik. Der Zweiständer-Fachwerkbau am Kirchplatz 5 ist am Dielentor 1698 inschriftlich datiert. Teile des Gerüstes sind vermutlich älter, worauf die auf einem Balken im Inneren angebrachte Jahreszahl „1586“ hindeutet. Das Gebäude wird heute als Restaurant genutzt. Der zweigeschossige Fachwerkbau an der Sender Straße 8 geht auf eine 1615 gegründete Kötterstelle zurück. Bei der 1985 durchgeführten Restaurierung wurden etliche Hölzer der maroden Fachwerkkonstruktion ausgetauscht. Am 1. September 1986 wurde das Gebäude als Heimathaus Verl offiziell eröffnet. Das um 1800 erbaute Quer-Dielenhaus mit Krüppelwalmdach und Utlucht an der Hauptstraße 15 wird heute von der Verler Bibliothek genutzt. Obwohl es über ein großes Dielentor verfügt, wurde es nachweislich nicht landwirtschaftlich genutzt.

Am nördlichen Rand des Stadtgebietes befindet sich die Alte Dorfmühle, die älteste Verler Mühle. In einer aus dem Jahre 1370 stammende Urkunde, welche im Staatsarchiv Münster verwahrt wird, ist bereits ein Hinweis auf „molen to Verlo“ zu finden, was auf die Vorgängerin der heutigen Dorfmühle hindeutet. Der stattliche, mit einem Krüppelwalmdach versehene Fachwerkbau soll im Kern auf das Jahr 1598 zurückgehen. Sein jetziges Erscheinungsbild verdankt er einer umfassenden Erneuerung von 1819.

In der näheren Umgebung finden sich noch einige Einzelhöfe, wie sie für diese Gegend typisch sind. In für heutige Zeiten seltener Geschlossenheit präsentiert sich der Hof Johannliemke, Mühlenstraße 1. Während das Haupthaus, ein mächtiger Vierständerbau, von 1822 stammt, entstand der Schafstall bereits 1595. Der Backspeicher wurde 1509 errichtet. Komplettiert wird die Hofanlage durch ein Bienenhaus, einige jüngere Scheunen und eine Prozessionskapelle von 1888. Auf dem Hof Kettelhoit in Bornholte-Bahnhof befindet sich ein Fachwerkspeicher, der laut Inschrift 1747 errichtet wurde. Er gehört zu den wenigen noch erhaltenen Speicherbauten des Verler Landes, ist jedoch stark restaurierungsbedürftig. Neben dem Droste-Haus am Schillingsweg steht die Seppeler-Kapelle, eine barocke Feldkapelle, die 1661 erstmals erwähnt wird, im Innern eine Pietà aus der Zeit.

Denkmäler

Nepomuk-Standbild an der Verler Dorfmühle, 2010
Das Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges, 2009

An der vor der Dorfmühle gelegenen Brücke über den Ölbach befindet sich ein Standbild des heiligen Johannes Nepomuk. Es handelt sich jedoch nicht mehr um die ursprüngliche Figur aus dem Jahr 1752 – so die Sockelinschrift –, sondern um eine jüngere Arbeit von Heinz Hollenhorst. Die ursprüngliche Entstehung verdankt die Statue den Grafen zu Rietberg-Kaunitz, die im 18. Jahrhundert Nepomuk zum Schutzpatron der Grafschaft Rietberg machten und an dieser Stelle eine Holzfigur erstellen ließen. Diese wurde jedoch 1920 zerstört und durch eine Steinfigur ersetzt, welche im Jahre 1976 ebenfalls zerstört wurde. In Anlehnung an die Steinfigur wurde die Nepomuk-Statue 1980 neu errichtet.

Im Stadtgebiet finden sich zahlreiche Bildstöcke und Hofkreuze unterschiedlichsten Alters. Während auch in der Gegenwart neue Bauwerke dieser Art errichtet werden, blicken andere auf eine bereits Jahrhunderte alte Geschichte zurück. Der älteste Bildstock Verls stammt aus dem Jahr 1706 und befindet sich am Lönsweg im Stadtteil Bornholte-Bahnhof. Derzeit sind 19 Bildstöcke sowie acht Hofkreuze in die städtische Denkmalliste eingetragen.

Das Ehrenmal 1914–1918 befindet sich auf dem Denkmalplatz. 1923 wurde das Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges errichtet. Es hat die Form eines Obelisken und trägt die Inschrift „Den Heldentod für Deutschlands Bestand und Ehre starben im Welt-Krieg 1914–1918“. An der Seite sind die Namen der Gefallenen Kriegsteilnehmer aus Verl eingemeißelt. Durch die Verwitterung sind diese heute aber kaum noch lesbar. Ebenfalls auf dem Denkmalplatz befindet sich auch das Mahnmal 1939–1945. Am 16. November 1968 wurde das durch den Verler Bildhauer Heinz Hollenhorst gestaltete Mahnmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges errichtet. Das Mahnmal in Gestalt einer vielfältig gebrochenen und durchbrochenen Wand voller Kreuze trägt die Inschrift 1939–1945.

Auf dem Kühlmannplatz, dem Schulhof des Gymnasiums, wurde 1986 der Früchtetragende Lebensbaum aufgestellt. Dieser soll an das Wirken von Domkapitular Ferdinand Kühlmann erinnern, welcher über 50 Jahre lang als Priester in Verl tätig war. Geschaffen wurde die Plastik durch den Bildhauer Bruno Buschmann.

Am 4. Juli 1991 wurde der Gedenkstein für die jüdische Familie Hope an der Hauptstraße, in der Nachbarschaft der ehemaligen jüdischen Häuser, errichtet. Der Stein trägt die Inschrift: „Den Familien Hope zum Gedenken“. Auf Hebräisch wird ergänzt: „Es werde Friede“. Am 1. April 1995 wurde an der Straße Zum Sennebach im Stadtteil Kaunitz eine Gedenktafel aus Bronze zur Befreiung jüdischer Zwangsarbeiterinnen enthüllt.

Auf dem Dr.-Borgmann-Platz wurde 1997 die Spinnerin errichtet. Die von Robert Günzel aus Söhlde erstellte Plastik erinnert an die Garnspinnerei, die bis ins 19. Jahrhundert in Verl weit verbreitet war.

Ein ausgewiesenes Naturdenkmal auf dem Stadtgebiet ist die 1913 gepflanzte Friedenslinde. Die Linde soll an den "Sieg-Frieden" der Befreiungskriege erinnern und befindet sich am Rande der Ortschaft Sende, Karte.

Grünflächen und Naturschutzgebiete

Denkmalplatz mit Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges und Mahnmal für die Opfer des Zweiten Weltkrieges (Bildmitte), 2009

Eine kleine Grünanlage im Zentrum der Stadt ist der Denkmalplatz. Von 1770 bis 1873 befand sich hier der Dorffriedhof. 1923 wurde ein Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges in Form eines Obelisken errichtet. 1968 entstand das Mahnmal für die Opfer des Zweiten Weltkrieges. Im Jahr 2002 wurde der Platz neu gestaltet.

Die Rasenflächen am Konrad-Adenauer-Schulzentrum, die so genannte Gymnasium-Wiese und die angrenzende Volksbank-Wiese dienen auch als Veranstaltungsorte. Das kleine Waldstück Am Bühlbusch im Südosten der Stadt ist zudem parkähnlich angelegt. Dort versammelten sich noch vor der Gründung der Annenkapelle (1512, daraus entstand später die St.-Anna-Kirche) die umliegenden Bauern, um für gute eine Ernte zu beten.

Im Jahr 2020 wurde ein als Bürmsche Wiese benannter Skulpturenpark eröffnet. Die heute gut 9000 m² große Fläche, hinter dem Rathaus an der Paderborner Straße, war ehemals Teil des aus dem Jahr 1698 stammenden Bürmanns Hof, welcher heute als Restaurant genutzt wird.

Übersichtskarte der Verler Naturschutzgebiete

In Verl befinden sich drei Naturschutzgebiete, davon zwei ausschließlich innerhalb des Stadtgebietes. Das mit 131 ha größte sind die Grasmeerwiesen. Sie sind gleichzeitig eines der größeren Feuchtwiesenschutzgebiete im Kreis Gütersloh. Das Gebiet wurde am 26. Januar 1989 ausgewiesen und liegt südwestlich des Stadtteils Kaunitz. Mit dem Naturschutzgebiet Fleckernheide befindet sich ein weiteres Naturschutzgebiet vollständig in Verl. Es ist 10,5 ha groß und wurde am 18. Juli 1989 unter Schutz gestellt. Außerdem liegt das 228 ha große Naturschutzgebiet Große Wiese zum Teil auf dem Gebiet der Stadt. Der weitaus größere Teil davon gehört zur Stadt Gütersloh. Es wurde am 28. Dezember 1994 ausgewiesen und liegt im Norden von Verl.

Friedhöfe

Seitdem der ehemalige Dorffriedhof am heutigen Denkmalplatz aufgegeben wurde, wird der kommunale Friedhof am Rande des Ortes für Bestattungen genutzt. Darüber hinaus gibt es einen Friedhof im Stadtteil Kaunitz sowie jeweils eine katholische und evangelische Begräbnisstätte im Stadtteil Sürenheide.

Die kleine jüdische Begräbnisstätte am Bükersweg wurde in der Zeit des Nationalsozialismus verwüstet und nach Ende des Krieges nicht wiederhergestellt. Das Grundstück wird seit dem nicht bewirtschaftet. Im November 2020 wurde das Areal durch Bäume und Findlinge zu einem Hain der Erinnerung umgestaltet.

Auf dem Hof Laustroer im Stadtteil Kaunitz wurde im Jahr 2026 eine öffentlich zugängliche, aber nur für die Bestattung von Hof-Angehörigen, geschaffene Grabstelle eingerichtet.

Sport

Der SC Verl spielt seit der Saison 2020/21 in der dritten Fußball-Liga der Männer. Der Verein bestreitet seine Spiele in der Sportclub Arena. Dort angeschlossen ist ein Sportzentrum mit Fußball-, Baseball- und Basketballplatz, einer Inline-Skating Anlage, einer Rad-Cross-Bahn sowie einer Finnenbahn. Die Tennisvereine betreiben verteilt über das Stadtgebiet drei Tennisplätze.

Der mitgliederstärkste Sportverein ist der TV Verl. Dieser spielt mit der Handball-Frauenmannschaft in der Oberliga (Westfalen) und mit der Männermannschaft in der Landesliga. Darüber hinaus bietet er verschiedene Breitensportarten an. Der Baseballverein Verl Yaks e.V. ist in der NRW-Liga vertreten und betreibt seit 2026 am Rande der Verler Kernstadt einen Baseballpark. Die Ortsgruppe der DLRG in Verl erhielt auf Bundesebene Preise für gute Jugendarbeit, unter anderem das Grüne Band, eine Auszeichnung für vorbildliche Talentförderung in Vereinen.

Die vier Schützenvereine der Stadt betreiben Schießsport. Zwölf verschiedene Brieftaubenzuchtvereine und drei Rassegeflügelzuchtvereine sind in Verl vertreten. Ein Vertreter des Motorsports ist der Motor-Sport-Club Verl. Weitere Vereine der Stadt sind unter anderem der Reitverein RV Verl oder auch die Schachfreunde Verl.

Die Stadt übernimmt mit dem Stadtsportverband für aktuell 20 Vereine (Stand 2026) verschiedene Aufgaben.

Im Konrad-Adenauer-Schulzentrum befinden sich neben einem Hallenbad auch mehrere Mehrfachsporthallen, die nicht nur von den Schülern der ansässigen Schulen, sondern auch vom TV Verl und dessen Handballmannschaften genutzt werden. Eine der Hallen diente unter anderem der deutschen Frauen-Handballnationalmannschaft als Austragungsort eines Länderspieles gegen die Niederlande. Außerdem verfügt die Stadt über weitere Turnhallen, ein Freibad und etwa 20 offene Fußballplätze, die über die Siedlungsgebiete verteilt sind.

Im Jahre 2021 bewarb sich die Stadt als Host Town für die Gestaltung eines viertägigen Programms für eine internationale Delegation der Special Olympics World Summer Games 2023 in Berlin. Im Jahre 2022 wurde sie als Gastgeberin für Special Olympics Honduras ausgewählt. Die Delegation bestand aus etwa 25 Personen. Damit wurde die Stadt Teil des größten kommunalen Inklusionsprojekts in der Geschichte der Bundesrepublik mit mehr als 200 Host Towns.

Regelmäßige Veranstaltungen

Der Hobbymarkt besteht seit 1966 und galt 2016 als größter Tier- und Trödelmarkt in Nordrhein-Westfalen. Der Markt findet an jedem ersten Samstag im Monat in und um die Ostwestfalenhalle im Stadtteil Kaunitz statt. Die Halle wird während des Marktes von Verkaufsständen zum Verkauf von Waren aller Art und Imbiss- und Getränkeständen umrahmt. In der Halle werden Kleintiere wie Vögel, Geflügel, Meerschweinchen und Kaninchen zum Verkauf angeboten.

Verler Leben, 2025

Im Januar findet das Jahreskonzert des Musikvereins Verl statt. Jährlich präsentieren die Blasorchester ein Programm aus Marschmusik, Polka, Samba sowie Film- und Musicalhits. Wegen Umbauarbeiten findet das Jahreskonzert seit 2024 in der Aula des Gymnasiums Schloß Holte-Stukenbrock statt. Seit 1970 führt das Kolping Theater Verl jährlich ein Theaterstück auf. An Ostern wird auch in Verl die weitverbreitete Tradition des Entfachens von Osterfeuern gepflegt.

Im Sommer finden vier Schützenfeste im Stadtgebiet statt, zwei in der Kernstadt (Schützenhalle) und jeweils eins in Kaunitz (Ostwestfalenhalle) und Sürenheide (Schützenplatz). Am letzten Sonntag im August führt der seit 2021 stattfindende Grafschaftslauf durch Kaunitz. Der Lauf startet in Rietberg und führt auf 28 km nach Schloß Holte Stukenbrock. Er verbindet historisch bedeutsame Orte der Grafschaft Rietberg.

Jährlich am ersten September-Wochenende findet mitten im Ortskern die traditionelle Kirmes Verler Leben statt. Offiziell beendet wird das seit 1651 bezeugte Fest mit einem Feuerwerk am Sonntagabend. Der heute nur noch als Verkaufsoffener Sonntag am letzten Oktober-Wochenende stattfindende Verler Tod wurde 1848 als Vieh- und Flachsmarkt gegründet. In den Adventswochen findet an der Sankt-Anna-Kirche in der Ortsmitte ein Weihnachtsmarkt statt.

Kulinarische Spezialitäten

Die örtliche Spezialität: „Verler Heimatwasser“, 2009

In Verl ist traditionell die deftige Westfälische Küche anzutreffen. Außerdem ist das Kartoffelgericht Pickert weit verbreitet. Eine Getränkespezialität ist der Magenbitter Schroeders Boonekamp. Dieser ist so eng mit der Stadt verbunden, dass er den Namen Verler Heimatwasser trägt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Das erste große Unternehmen des Verler Landes war die Holter Eisenhütte. Sie wurde vom Rittergutsbesitzer Friedrich Ludwig Tenge zu Niederbarkhausen gegründet und nahm 1842 ihren Betrieb auf. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts gab es daneben nur kleine Handwerksbetriebe, die hauptsächlich in der Holz- und Fleischverarbeitung tätig waren, und einige Ziegeleien. Heute verdankt die Stadt ihre starke Wirtschaftskraft Großunternehmen und einem starken Mittelstand.

Im Jahr 2021 lag die Kaufkraft in Verl bei rund 25.270 Euro pro Einwohner pro Jahr. Das ergab einen Kaufkraftindex von 107. Damit hat die Bevölkerung auch eine überdurchschnittlich hohe Kaufkraft, im Vergleich zum Kreis Gütersloh (101), zum Land NRW (98) und zur Bundesrepublik (100). Seit 2017 ist die Kaufkraft pro Einwohner um etwa 1390 Euro bzw. um rund 5,8 % gestiegen.

Mit 574,5 pro 1000 Einwohner lag die Dichte der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Jahr 2004 in Verl deutlich über dem Landesdurchschnitt von 472,9. Am 30. Juli 2008 waren in Verl insgesamt 11.011 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Zwischen 2011 und 2020 stieg die Anzahl an sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen in Verl um 42,7 % an. Damit wuchs Verl überdurchschnittlich, im Vergleich mit dem Kreis Gütersloh (+28 %) und dem Land NRW (+17 %).

Mit 91,47 % aller Beschäftigten arbeitet der Großteil in den beiden Berufsbereichen Dienstleistung (46,39 %) und Fertigung (45,08 %). Weitere 6,27 % arbeiten in technischen Berufen, 1,65 % in der Land-, Tier-, Forstwirtschaft und im Gartenbau sowie 0,57 % in den übrigen Berufsbereichen.

Unternehmen

Mit der Firma Nobilia hat der europäische Marktführer für Küchenmöbel seinen Sitz in der Stadt. Das Unternehmen beschäftigt etwa 4500 Mitarbeitende und produziert an vier deutschen Produktionsstätten nach eigenen Angaben 8,5 Millionen Schränke im Jahr. Mit den Werken in Verl-Kaunitz und -Sürenheide ist Nobilia ein großer Arbeitgeber in Verl. Die in Verl ansässige Beckhoff Unternehmensgruppe beschäftigt weltweit 7100 Mitarbeitende (2023). Die Gruppe betreibt einen Elektrofachhandel und ist in der Automatisierungstechnik und Gebäudetechnik tätig.

Ein Verler Hersteller von Türen und Toren aus Metall ist die Firma Teckentrup. Sie betreibt 15 Niederlassungen in Deutschland und beschäftigt weltweit mehr als 850 Mitarbeitende. Ihre Hauptverwaltung ist in Verl-Sürenheide. Die Firma Heroal ist ein Hersteller von Aluminium–Profilsysteme und hat seinen Sitz in Verl. Sie beschäftigt rund 900 Mitarbeitende und hat Standorte in Verl und Hövelhof. Ein weiterer Verarbeiter von Aluminium ist die Firma Alulux. Sie beschäftigt rund 280 Mitarbeitende und hat ihren Sitz ebenfalls in der Stadt. Seit April 2012 ist Alulux Teil der irischen CRH.

Mit der Firma Kleinemas ist in Verl ein Hersteller von Fleisch- und Wurstwaren ansässig. Er beschäftigt etwa 250 Mitarbeitende. Mit dem Unternehmen Nüßing ist ein Unternehmen für Baubeschläge ansässig und betreibt deutschlandweit zehn Standorte. Das Verler Unternehmen Hermann Bock ist ein Hersteller von Pflegehilfsmitteln. Im Jahr 2014 beschäftigte das Unternehmen nach Angabe des ABC der deutschen Wirtschaft 120 Mitarbeitende und erzielte einen Umsatz von 22 Millionen Euro. Mit der Landmaschinenfabrik Köckerling hat zudem ein Landtechnik-Hersteller seinen Sitz in der Stadt und mit Konrad Motorsport ein Unternehmern aus dem Automobilsport.

Die deutsche Tochtergesellschaft des spanischen Telefonkonzerns Telefónica betrieb in Verl einen Standort. Trotz des Einzugs in einen im Frühjahr 2010 fertiggestellten Neubau wurde dieser Standort im September 2011 wieder geschlossen. Mit Riverty betreibt der weltweit tätige Medienkonzern Bertelsmann einen Standort in der Stadt. Viele Menschen der Stadt arbeiten auch für andere Zweige des Konzerns, der seine Hauptverwaltung in Gütersloh, in unmittelbarer Nähe zur Stadt, hat.

Medien

In Verl sind drei Tageszeitungen vertreten. In alphabetischer Reihenfolge sind dies Die Glocke aus Oelde, die Neue Westfälische sowie das Westfalen-Blatt aus Bielefeld. Alle Zeitungen bieten in ihren Ausgaben auch Lokalteile für die Stadt. Außerdem erscheinen monatlich die beiden werbefinanzierten Magazine Verler Leben und Verler Magazin. Beide sind kostenlos und werden über Auslagestellen im Einzelhandel verteilt.

Verl gehört zudem zum Berichtsgebiet des Regionalstudios Bielefeld des WDR. Weiterhin gehört die Stadt zum Sendegebiet von Radio Gütersloh, welches Verl in der Berichterstattung als Lokalradio mit abdeckt.

Pendlerüberschuss

Die Wirtschaftskraft der Stadt zeigt sich auch an der Pendlerstatistik. Im Jahr 2022 pendeln mehr Personen in die Stadt herein (15.153 Einpendler) als aus der Stadt hinaus (8240 Auspendler). Im Jahr 2022 beträgt der Pendlerüberschuss daher 6913.

Die folgende Tabelle zeigt die tägliche Zahl der Aus- und Einpendler der fünf wichtigsten Städte der Umgebung (Stand 2022).

Stadt EinpendlerAuspendlerPendlersaldo
Gütersloh 35003190310
Bielefeld 19801620360
Rietberg 1280690590
Rheda-Wiedenbrück 1010850160
Schloß Holte-Stukenbrock 960660330

Öffentliche Einrichtungen

Haupteingang der Ostwestfalenhalle Kaunitz, 2009

Das im Jahr 2008, nach einjährigem Ausbau, wieder bezogene Rathaus an der Paderborner Straße ist neben dem Sitz des Bürgermeisters auch die zentrale Anlaufstelle für alle Bürger der Stadt. Seit Juli 2008 ist dort auch eine Kraftfahrzeug-Zulassungsstelle eingerichtet.

Hauptfeuerwehrwache am Florianweg in der Verler Kernstadt, 2026

Die Freiwillige Feuerwehr Verl ist für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe im Stadtgebiet zuständig und verfügt über drei Löschzüge mit rund 160 Mitgliedern. Der Löschzug Kaunitz wurde am 8. August 1910 gegründet und besteht heute aus 52 Feuerwehrangehörigen. Am 6. Juli 1913 wurde der Löschzug Verl gegründet und zählt heute 74 Feuerwehrleute. 2013 wurde die Löschgruppe Sürenheide gegründet, die 2025 in das neue Feuerwehrgerätehaus an der "Rettungsgasse 1" gezogen ist. Sie hat 37 aktive Mitglieder und ist seit 2025 ein eigenständiger Löschzug.

In Sürenheide und im Industriegebiet Verl-West wird die Freiwillige Feuerwehr Verl durch den Löschzug Spexard der Freiwilligen Feuerwehr Gütersloh unterstützt. Hierfür wurde im Jahr 2011 ein öffentlich-rechtlicher Kooperationsvertrag zwischen den Städten Verl und Gütersloh geschlossen. Auf Grund der geographischen Lage der Feuerwehrhäuser kann der Spexarder Löschzug den Verler Stadtteil sowie das Industriegebiet schneller erreichen als die örtliche Feuerwehr. In Gruppenstärke (9 Einsatzkräfte) und mit einem Fahrzeug werden Erstmaßnahmen innerhalb der Hilfsfrist eingeleitet.

Bibliothek mit einbezogenem Querdielenhaus, 2011

Die Bibliothek Verl besteht seit 1999. Sie hat einen Bestand von über 40.000 Medien unterschiedlicher Art.

Das Freibad Verl bietet neben einem 50 m Schwimmbecken, einem Strömungskanal und 10 m Sprungturm auch Freiflächen sowie Beach-Volleyball- und Beach-Handball-Felder. Auch das Hallenschwimmbad im Schulzentrum zählt zu den öffentlichen Einrichtungen der Stadt und steht der Bevölkerung zur Verfügung.

Die 1966 eingeweihte Ostwestfalenhalle im Stadtteil Kaunitz gehört ebenfalls zu den öffentlichen Einrichtungen der Stadt. Sie wurde bis 1976 vom Zweckverband „Großmarkt Kaunitz“ betrieben. Ursprünglich diente sie als Großmarkthalle für Eier und Geflügel. Daher ist sie im Volksmund auch als Eierhalle bekannt. Heute finden neben dem Hobbymarkt weitere Veranstaltungen das ganze Jahr über statt.

Das Gemeinschaftsklärwerk Verl-Sende betreibt die Stadt zusammen mit den daran angeschlossenen Kommunen Oerlinghausen, Bielefeld und Schloß Holte-Stukenbrock. Es hat eine Reinigungsleistung von etwa 1.000.000 m³ pro Jahr. Darüber hinaus betreibt die Stadt noch die Kläranlage Verl-West, die im Jahr 2007 eine Reinigungsleistung von 2.165.151 m³ hatte.

Zur Versorgung betreibt die Wasserversorgung Verl GmbH das Wasserwerk Mühlgrund im 1100 m² großen Wasserschutzgebiet Verl-Mühlgrund, welches im Holter Wald liegt. Dort werden bis zu 1,7 Mio. m³ Grundwasser im Jahr gefördert. Das Wasserwerk versorgt teilweise auch die Nachbarstädte Rheda-Wiedenbrück und Rietberg mit Wasser. Seit 2021 betreibt die Stadt die Wasserversorgung Verl GmbH und ist mit 51 % daran beteiligt. Die anderen 49 % gehören der Vereinigte Gas- und Wasserversorgung GmbH (VWG), einem Tochterunternehmen der Gelsenwasser AG.

Bildung

Schulzentrum

Die 2009 entstandene Mensa mit Schriftzug des Konrad-Adenauer-Schulzentrums, 2013

Seit 1973 liegt im Norden der Verler Kernstadt das heute zirka 6,8 Hektar große Konrad-Adenauer-Schulzentrum. Darin liegen mit der Gesamtschule Verl und dem Gymnasium Verl die beiden Weiterführenden Schulen der Stadt. Die Gesamtschule entstand 2013 als Ersatz für die Verler Realschule (1964) und Hauptschule (1968) im Gebäude der Hauptschule. Das Gymnasium wurde 1977 gegründet und ist seit Ende 2020 anerkannte UNESCO-Projektschule. Im Jahr 2026 besuchen 1062 Schülerinnen und Schüler die Gesamtschule und 1034 das Gymnasium.

Das Zentrum umfasst zudem eine separate Mensa, mehrere Sport-Einrichtungen sowie die römisch-katholische Grundschule Marienschule Verl.

Weitere Schulen

Weiter südlich und zentral in der Kernstadt befindet sich die Grundschule am Bühlbusch, die mit 385 Schülerinnen und Schüler (2026) größte Grundschule in Verl. Sie entstand ab 1975 und ersetzte drei ehemalige Volksschulen im damaligen Bornholte. In Bornholte-Bahnhof und Kaunitz gibt es je einen Standort der Gemeinschaftsgrundschule Kaunitz-Bornholte. Im Jahr 2026 besuchen zirka 280 Schülerinnen und Schüler die Gemeinschaftsgrundschule; zirka 100 von ihnen den Standort Bornholte. Im Stadtteil Sürenheide gibt es die von 195 Schülerinnen und Schülern (2026) besuchte St. Georg-Schule Sürenheide. Sie entstand 1857 als „Aule Schoule“ und wurde von 1965 bis 1967 am heutigen Standort errichtet.

Alle Schulen im Stadtgebiet sind in öffentlicher Trägerschaft und Offene Ganztagsschulen.

Verkehr

Straßenverkehr

Das Straßensystem der Stadt besteht aus rund 400 Straßen und Plätzen. Die Hauptverkehrsachse der Stadt bilden die Gütersloher Straße und die Paderborner Straße. Sie durchziehen auf einer Gesamtlänge von 9,7 km von Westen (Gütersloh) nach Süd-Osten (Hövelhof) das komplette Stadtgebiet.

Durch das Stadtgebiet verläuft die Bundesautobahn 2, ohne direktem Anschluss. Verl ist über die Anschlussstelle Gütersloh in etwa 6 km Entfernung an diese angeschlossen. An die nahegelegene Bundesautobahn 33 ist Verl mit den etwa 10 km entfernten Anschlussstellen in Bielefeld-Senne und Schloß Holte-Stukenbrock sowie mit der circa 18 km entfernten Anschlussstelle in Hövelhof angebunden.

Innerhalb der Stadt wurde bereits in den 1970er Jahren damit begonnen, in jedem Stadtteil Straßennamen nach einer bestimmten Ordnung zu vergeben. So entstand bspw. das Blumenviertel in Borholte-Bahnhof.

Schienen- und Busverkehr

Namensgebender aber nicht mehr benutzter Bahnhof in Bornholte-Bahnhof, 2009

Die Stadt liegt an der Nebenbahnstrecke Gütersloh–Verl–Kaunitz–Hövelhof der Teutoburger-Wald-Eisenbahn-Gesellschaft (TWE). Diese Linie besteht seit 1903, wird aber seit 1978 nur noch für den Gütertransport und Museumsverkehr genutzt. Im selben Jahr wurde der Verler Bahnhof geschlossen und der gewerblichen Nutzung übergeben. Auch die anderen an der Bahnlinie gelegenen Bahnhöfe Varensell, Bornholte-Bahnhof und Kaunitz werden nicht mehr für den Personentransport genutzt. Die nächstgelegenen Bahnhöfe befinden sich in Gütersloh in etwa 10 km, Hövelhof in etwa 15 km und Bielefeld in etwa 20 km Entfernung.

Seit 2009 wird eine Reaktivierung der TWE-Strecke für den Schienenpersonennahverkehr zwischen Harsewinkel, Gütersloh und Verl geplant. Die Inbetriebnahme hat sich immer wieder verzögert und ist aktuell für 2029 geplant. Verl soll dann über die beiden Haltestellen Eiserstraße (westliche Kernstadt) und Bahnhof (im Zentrum der Kernstadt) angebunden sein. Seit 2026 wird auch eine Reaktivierung des Schienenpersonennahverkehrs im weiteren Verlauf zwischen Verl und Hövelhof diskutiert.

Im Straßenpersonennahverkehr ist Verl über Regionalbusse mit den umliegenden Städten bzw. Gemeinden Gütersloh, Hövelhof, Schloß Holte und Bielefeld verbunden. Für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr gelten regional die Tarife im Verkehrsverbund Westfalentarif und, außerhalb dessen Grenzen, im weiteren Nordrhein-Westfalen der NRW-Tarif. Seit Juni 2025 besteht eine Schnellbus-Verbindung zwischen Verl und Bielefeld.

Fuß- und Radverkehr

Der Europaradwanderweg R1, ein 3.500 Kilometer langer Radfernweg von Boulogne-sur-Mer in Frankreich nach Sankt Petersburg in Russland, führt von Gütersloh kommend in Richtung Schloß Holte-Stukenbrock quer durch das Stadtgebiet. Auch der 160 Kilometer lange Radfernweg BahnRadRoute Teuto-Senne von Osnabrück nach Paderborn führt durch die Stadt.

Darüber hinaus gibt es Radtouren in historische Bauerschaften, in die Senne und zu den Emsquellen sowie durch die historische Grafschaft Rietberg. Wanderungen führen zum Steinhorster Becken, entlang des Ölbachs oder durch den Stadtteil Sürenheide. Der Heimatverein bietet diese Touren auch mit Führung an.

Flugverkehr

Der nächstgelegene Flughafen ist der Flughafen Paderborn/Lippstadt. Dieser ist etwa 30 Kilometer entfernt und über die A33 zu erreichen. Über die A2 sind zudem die internationalen Flughäfen in Dortmund (etwa 95 km entfernt) und Hannover (etwa 130 km) zu erreichen.

Der am südlichen Stadtrand von Bielefeld gelegene Flugplatz Bielefeld wird vorwiegend für den Geschäftsreiseverkehr genutzt. Er befindet sich nur wenige Kilometer von Verl entfernt.

AuToRail OWL

Auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhof in Kaunitz wird seit Januar 2024 eine Teststrecke für das Projekt AuToRail OWL – Automated Transport of Road and Rail Goods OWL erstellt. Es geht um ein Konzept für ein ressourcenschonendes Zweiwegefahrzeug zum Transport von Gütern auf Schiene und Straße. Perspektivisch sollen darüber auch Personen transportiert werden.

Das Projekt hat einen Umfang von 2,3 Millionen Euro und ist auf drei Jahre angelegt. Die Konsortialführerin ist die Universität Bielefeld. Beteiligt ist neben der Stadt Verl die Technische Hochschule Ostwestfalen und der Rail Campus OWL.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Am 15. Mai 1777 wurde Johann Christoph Bernsmeyer in Verl geboren. Der Pater der Franziskaner (OFM) war Gründer der Kongregation der Krankenschwestern nach der 3. Regel des hl. Franziskus zu Münster.

Johannes Otto Bredeick, der Gründer der Stadt Delphos in Ohio (USA), die seit 1999 Partnerstadt Verls ist, wurde am 22. Januar 1789 in Verl-Bornholte geboren. Als Pastor organisierte er zusammen mit seinem Bruder Ferdinand eine Auswandererbewegung in die USA. Er gründete auch die Stadt Ottoville, eine benachbarte Stadt von Delphos.

Am 14. Mai 1946 wurde Elmar Brok in Verl geboren. Der Politiker (CDU) studierte ohne Abschluss Rechtswissenschaft und Politikwissenschaft und war danach als Journalist tätig. Von 1999 bis 2007 und 2012 bis 2017 war er Vorsitzender des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten, Menschenrechte, Gemeinsame Sicherheit und Verteidigungspolitik und er war bis 2011 Manager bei Bertelsmann.

Der Arzt und Kabarettist Ludger Stratmann wurde am 23. Juli 1948 in Verl geboren. Er studierte Humanmedizin, promovierte 1985 und ließ sich in Bottrop mit einer Praxis für Allgemeinmedizin nieder. Stratmann wurde unter anderem mit dem Kulturpreis der Stadt Bottrop ausgezeichnet und starb 2021 in Bottrop.

Der Bluesmusiker und Songschreiber Roland Berens wurde am 12. Juli 1949 in Verl geboren. Er erwarb das Diplom im Ingenieurstudiengang Informationsverarbeitung und studierte 1992 bis 1997 Hispanistik, Literaturwissenschaft und Wirtschaftswissenschaften.

Der Moderator und Autor Philipp Fleiter wurde 1985 in Verl geboren. 2019 startete er den True-Crime-Podcast Verbrechen von nebenan, der heute zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Podcasts gehört.

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Die folgenden Persönlichkeiten sind keine gebürtigen Verler, wirkten aber hier.

Ehrennadel und Heimat-Preis

Im Rahmen des Internationaler Tag des Ehrenamtes hat die Stadt seit 2017 insgesamt 23 Personen mit der Ehrennadel der Stadt Verl ausgezeichnet. Seit 2019 wurden zudem im Rahmen der Heimat-Förderung des Landes Nordrhein-Westfalen 23 Personen und Vereine mit dem Heimat-Preis ausgezeichnet.

Sonstiges

Blick auf die renaturierte Ölbachauen, 2026

Auf Verls bekanntesten Bach, den Ölbach, geht der von vielen Einheimischen und lokalen Medien für Verl verwendete Begriff Ölbachgemeinde/Ölbachstadt zurück. Auch ein Musikstück bezieht sich direkt auf die Verbundenheit der Stadt zu diesem Gewässer. Besonders auf den Schützenfesten im Stadtgebiet ist dieses Lied des Öfteren zu hören.

„Verl am Ölbach, Verl am Ölbach, Verl am Ölbachstrand, Du bist mein Heimatland. (...)“

„Textzeile aus Verl am Ölbach“

– Heinz Reckord

Literatur

Commons: Verl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Verl – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Bevölkerung der Gemeinden Nordrhein-Westfalens am 31. Dezember 2025 – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus 2022. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 16. Juni 2026. (Hilfe dazu)
  2. ↑ Entfernungsangaben zwischen den Gemeinden – Gemeinden – Stichtag 1. Januar 1984. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 6. Januar 2012.
  3. ↑ A2 See Verl. Abgerufen am 7. September 2026 (deutsch).
  4. ↑ Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung Köln, Abteilung GEObasis NRW (Hinweise)
  5. 1 2 Kommunalprofil Verl, Stadt. (PDF; 0,5 MB) In: statistik.nrw. Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) Statistisches Landesamt, 23. Mai 2025, abgerufen am 22. Oktober 2025.
  6. ↑ Integriertes Mobilitätskonzept für die Stadt Verl. (PDF) Stadt Verl, 29. April 2022, abgerufen am 12. Mai 2024., S. 10.
  7. 1 2 3 4 5 6 7 LP Institut für Wohnen und Stadtentwicklung GmbH: Wohnraumbedarfsanalyse und -konzept für die Stadt Verl. (PDF) Stadt Verl, 2022, abgerufen am 12. Mai 2024., Folie 22.
  8. ↑ Hauptsatzung der Stadt Verl vom 15.09.2010 (Amtsblatt Verl S. 67/2010). (PDF) Abgerufen am 14. Mai 2024.
  9. ↑ TIM-online. Abgerufen am 11. August 2026.
  10. ↑ Geowissenschaftliche Gemeindebeschreibung Verl. (Memento vom 1. August 2012 im Webarchiv archive.today)
  11. ↑ Ernst Th. Seraphim: Drumlins des Drenthe-Stadiums am Nordostrand der Westfälischen Bucht. (PDF; 24 MB) 1973, S. 44, abgerufen am 22. Mai 2015.
  12. ↑ Erdwärme nutzen – Geothermiestudie liefert Planungsgrundlage. (PDF; 0,3 MB) Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 14. September 2005; abgerufen am 12. August 2012.
  13. ↑ Büro für Kommunal- und Regionalplanung Aachen: Entwicklungskonzept: Verl 2010. (PDF; 20,5 MB) In: verl.de. Stadt Verl, Februar 1998, S. 11, abgerufen am 6. August 2026.
  14. ↑ Klimadaten von Gütersloh. In: wetter.com. wetter.com Group GmbH, abgerufen am 19. September 2026 (deutsch).
  15. ↑ Vorstoß in Verls älteste Vergangenheit. In: archaeologie-online.de. archaeomedia - Brunn, Jordan & Steinacker GbR, 12. Mai 2023, abgerufen am 26. September 2026.
  16. 1 2 Stadtgeschichte. In: verl.de. Stadt Verl, abgerufen am 7. September 2026 (deutsch).
  17. ↑ Stadtgeschichte. Stadt Verl, abgerufen am 10. Dezember 2015.
  18. ↑ Annette Huss: Schulchronik der Schule zu Verl, Sürenheide. In: archive.nrw.de. Stadt Verl, August 2013, abgerufen am 12. August 2026.
  19. ↑ wiki:verl_073 [Westfalenhöfe - Kreis Gütersloh]. In: westfalenhoefe.de. Kreisheimatpfleger des Kreises Gütersloh, abgerufen am 26. September 2026.
  20. ↑ Maria Schlelein: 1000 Jahre wie ein Tag – Geschichte des Verler Landes. Heimatverein Verl, Gütersloh 1998.
  21. ↑ Amtsblatt der Regierung Minden 1838, S. 229
  22. 1 2 3 Friedrich Adämmer, Udo Graffunder: Verl, unsere Gemeinde. Flöttmann, Gütersloh 1991, ISBN 3-87231-012-7.
  23. ↑ Karina Isernhinke: Das Strafgefangenenlager Oberems. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2015, ISBN 978-3-89534-893-8, S. 140.
  24. 1 2 3 Als der Erste Weltkrieg nach Verl kam. In: Neue Westfälische – Onlineausgabe. Abgerufen am 23. Mai 2014.
  25. 1 2 3 4 Malte Möhr: Verl entdecken. Erkundungen in Natur und Geschichte. plv-Verlag, Mammendorf 2006, ISBN 3-86611-080-4.
  26. ↑ Volker Schockenhoff: Unser liebes, gutes Verl hat alle Anziehungskraft für mich verloren. Verl 1994.
  27. ↑ Außenkommando des Gefangenenlagers Oberems (Gütersloh) in Verl. In: Internetportal „Zwangsarbeit im NS-Staat“. Bundesarchiv, Koblenz, abgerufen am 6. Februar 2026.
  28. ↑ Jörg van Norden: Deserteure an Front und Heimatfront. NS-Justiz in Westfalen-Lippe. Ausstellungskatalog. Bielefeld 2009.
  29. ↑ Informationen des ORT and the Displaced Person Camps. Abgerufen am 10. Dezember 2015 (englisch).
  30. 1 2 Displaced Persons Assembly Center Kaunitz 1945–1949. In: Internetprojekt „Jüdische DP Lager und Gemeinden in Westdeutschland“. Nürnberger Institut für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts e. V., Nürnberg, abgerufen am 6. Februar 2026.
  31. ↑ Joachim Görres: Ausstellung über jüdische Presse. Warnung vor Fallingbostel. In: Webangebot taz.de. taz Verlags u. Vertriebs GmbH, Berlin, 21. November 2012, abgerufen am 6. Februar 2026.
  32. ↑ Annette Huss: „Camp Kaunitz“. Das Lager für Displaced Persons in Kaunitz 1945–1949. In: Heimatjahrbuch Kreis Gütersloh 2017. S. 38–42.
  33. ↑ Gisbert Strotdrees: „Wir dachten, die einzigen Überlebenden zu sein“. Kriegsende 1945 in Kaunitz: Ein Bauerndorf wird „D. P. Assembly Center“ für hunderte befreiter Jüdinnen. In: ders.: Jüdisches Landleben. Vergessene Welten in Westfalen. Das Landjudentum von seiner Entstehung seit dem Mittelalter bis zur völligen Zerstörung während des Nationalsozialismus. Landwirtschaftsverlag, Münster 2024, ISBN 978-3-7843-5781-2, S. 144–151.
  34. ↑ Route Sürenheide. In: verl.de. Stadt Verl, abgerufen am 2. Juni 2026.
  35. ↑ Roland Thöring: Neuer Nutzer für den alten Bahnhof in Verl. Abgerufen am 27. Juni 2026.
  36. ↑ Impressum. In: Stadtwerk Verl. Abgerufen am 27. Juni 2026.
  37. ↑ Attendorn, Verl und Xanten werden Mittlere Kreisangehörige Städte. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 26. April 2014; abgerufen am 25. April 2014.
  38. ↑ Jeanette Salzmann: Tönnies-Arbeiter tauchen unter - Verl setzt auf drastische Maßnahmen, in: Haller Kreisblatt, 22. Juni 2020.
  39. ↑ Die Glocke: Verler lehnen Landesgartenschau eindeutig ab. 11. Dezember 2023, abgerufen am 7. September 2026.
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