Haus in FescoggiaGemeindestand vor der Fusion am 13. März 2005
Fescoggia liegt im Val Magliasina zwischen Breno und Vezio auf einer Geländeterrasse (837m ü.M.) unterhalb des Monte Torri.
Geschichte und Wirtschaft
Das Dorf wird erstmals als Foschagiora im 11. Jahrhundert erwähnt; weitere frühe Nennungen sind Fiscoza (1250), Fescozia und Fiscozia (beide 1296) und Fischozia (1467). Nach einem Dokument von 1296 war Fescoggia neben Agnuzzo das einzige Dorf im Südtessin, das sich gänzlich im Besitz des Domkapitels von Como befand. In der gleichen Quelle wird auf ein castellum de Arina hingewiesen, von dem jedoch weitere Kunde fehlt. Das Zehntrecht besass das Kloster Sant’Abbondio in Como, welches es 1579 an die Vicinìa (Nachbarschaft) Breno verkaufte.
Fescoggia gehört zur Pfarrei Breno. Die dem heiligen Silvester geweihte Betkapelle wurde Ende des 13. Jahrhunderts über einer früheren, der Schneemadonna geweihten Kirche errichtet und im ausgehenden 18. Jahrhundert letztmals umgebaut. Das Gemeindegebiet, dessen Grenzen im 15. Jahrhundert festgelegt wurden, umfasste auch die Monti di Lot und die Alp Firinesc.
Bis Ende des 19. Jahrhunderts betrieben die Einwohner Weide- und Alpwirtschaft an den östlichen Abhängen der Berge S. Maria und Cervello. Auf dem Monte Torri wurde im 19. Jahrhundert Eisenerz (Hämatit) abgebaut und ein Ofen zur Verhüttung in Betrieb genommen.
2000 waren mehr als vier Fünftel der in Fescoggia lebenden Erwerbstätigen Wegpendler.
Fescoggia fusionierte am 13.März 2005 mit den damaligen Gemeinden Arosio, Breno, Mugena und Vezio zur neuen Gemeinde Alto Malcantone. Fescoggia bildet aber nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.
Fescoggia liegt an der Strasse Agno–Mugena.
Im öffentlichen Verkehr wird Fescoggia von der Postautolinie 62.423 Magliaso–Novaggio–Breno–Arosio–Lamone erschlossen.
Sehenswürdigkeiten
Oratorium San Silvestro
Ehemaliges Gemeindehaus
Casa Boschetti
Persönlichkeiten
Santino Negri (* 1. November 1821 in Fescoggia; † 25. Mai 1894 ebenda), Stuckateur, wirkte an der Pfarrkirche Santi Cosma e Damiano von Mendrisio und am königlichen Schloss von Turin
Domenico Negri (* 21. August 1838 in Fescoggia; † 2. Januar 1899 ebenda), Künstler, Maler in Turin und Chicago, Porträtist
Virgilio Gilardoni: Fescoggia. In: Il Romanico. Catalogo dei monumenti nella Repubblica e Cantone del Ticino. La Vesconta, Casagrande S.A., Bellinzona 1967, S.324, 328.
Plinio Grossi: Fescoggia. In: Il Malcantone. In: Guida Galli-Tamburini. 2. Auflage, Fontana Print Società Anonima, Pregassona 1984, S.75–76, 142, 147.
123Simona Martinoli u.a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Schweizerischen Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S.387.