Marolta

Marolta
Wappen von Marolta
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Tessin Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Bleniow
Kreis: Kreis Acquarossa
Gemeinde: Acquarossai2
Postleitzahl: 6723
frühere BFS-Nr.: 5042
Koordinaten: 713765 / 148554Koordinaten: 46° 28′ 43″ N, 8° 55′ 12″ O; CH1903: 713765 / 148554
Höhe: 793 m ü. M.
Höhenbereich: 671–2581 m ü. M.
Fläche: 2,83 km²
Einwohner: 42 (2003)
Einwohnerdichte: 15 Einw. pro km²
Website: www.acquarossa.ch
Karte
Marolta (Schweiz)
Marolta (Schweiz)
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Marolta (lombardisch ebenso) ist eine Ortschaft in der 2004 gebildeten politischen Gemeinde Acquarossa im Schweizer Kanton Tessin. Zuvor bildete sie eine eigenständige Gemeinde.

Geographie

Das Dorf liegt im mittleren Bleniotal auf 793 m ü. M., am Osthang des Pizzo Molare, 18 Kilometer nördlich von Biasca. Die Gemeinde umfasste das gleichnamige Dorf auf einer Terrasse am rechten Hang des mittleren Bleniotals sowie einen Teil der Siedlung Traversa.

Geschichte

Marolta findet sich erstmals im Jahre 1205 als Malouta urkundlich erwähnt. Die Herkunft des Namens ist unsicher.

Casa dei Pagani von Westen
Gemeindestand vor der Fusion am 4. April 2004

Im Mittelalter gehörte es mit Castro und Ponto Valentino zur Nachbarschaft (vicinia) und zum Abgabebezirk (rodaria) Consiglio. Die Abtei San Pietro in Ciel d’Oro von Pavia hatte dort zu Ende des 12. Jahrhunderts Grundbesitz. Oberhalb des Dorfes liegen die Reste einer Casa dei Pagani, einer Höhlenburg aus dem 9.–11. Jahrhundert, die als Wacht-, Signalhaus (Hochwacht) oder Fluchtburg gedient haben könnte.

Im 16. Jahrhundert wurde Marolta eidgenössisch. Die Gemeingüter der alten Nachbarschaft wurden 1895 aufgeteilt; seit 1897 bildet Marolta eine selbständige Ortsbürgergemeinde. Nach der Abtrennung von Castro 1909 wurde Marolta eine selbstständige Pfarrei. Die 1402 den Heiligen Bartholomäus und Gotthard geweihte Kirche erfuhr 1674 eine Neugestaltung.

Die Emigration vieler Einwohner in europäische Länder und die übrige Schweiz, wo sie sich als Kastanienröster, Kellner oder Hausangestellte verdingten, brachte Marolta zwar Einkünfte, sorgte aber gleichzeitig ab Beginn des 19. Jahrhunderts für eine konstante Bevölkerungsabnahme. In den letzten Jahrzehnten nahm die Zahl der Zweitwohnungen zu. Die Güterzusammenlegung wurde 1945 eingeleitet, 1946 folgte die Eröffnung einer Fahrstrasse. 2000 stellte die Landwirtschaft noch ein Drittel der Arbeitsplätze in Marolta.

Am 4. April 2004 fusionierte die damalige Gemeinde mit Castro, Corzoneso, Dongio, Largario, Leontica, Lottigna, Ponto Valentino und Prugiasco zur neuen Gemeinde Acquarossa. Marolta bildet aber nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.

Bevölkerung


 Bevölkerungsentwicklung Marolta 
EinwohnerJahr3060901201501802101808185018801910194119702000Marolta
Bundesamt für Statistik

Verkehr

Marolta ist über die 1,4 Kilometer lange Via Giuseppe Martinoli mit Traversa Welt-Icon an der Strasse Acquarossa–Ponto Valentino–Aquila verbunden. In Traversa befindet sich eine Haltestelle der Buslinie 62.134 Acquarossa–Ponto Valentino der Autolinee Bleniesi.

Sehenswürdigkeiten

Casa Romagnolo, erbaut von Hauptmann Francesco Romagnolo

Persönlichkeiten

Strassenschild in Marolta

Literatur

Commons: Marolta – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. 1 2 Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 571 f.
  2. 1 2 3 Sonia Fiorini: Marolta. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    Diese Abschnitte basieren weitgehend auf dem Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS), der gemäss den Nutzungshinweisen des HLS unter der Lizenz Creative Commons – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) steht.
  3. ↑ Casa dei Pagani
  4. ↑ Patriziato di Marolta (italienisch) auf ti.ch/di/sel/patriziati
  5. ↑ Martin Schuler: Cantone Ticino – L’effettivo della popolazione a livello locale prima del 1850. (CSV; 34 KB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 16. Juni 2023, abgerufen am 6. Mai 2026.
  6. ↑ Daten der Eidgenössischen Volkszählungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 12. Juli 2024, abgerufen am 6. Mai 2026 (Öffnung in Excel nur über „Anhang/Excel-Datensatz“ möglich).
  7. ↑ Offizielles Kursbuch, Fahrplanjahr 2025. In: öv-info.ch
  8. 1 2 3 4 Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 103.
  9. ↑ Franco Binda: Il mistero delle incisioni. Armando Dadò editore, Locarno 2013, S. 36.
  10. ↑ Nathalie Tami: Giovan Battista Martinoli. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 22. August 2008, abgerufen am 17. März 2020.
  11. ↑ Alberto Lepori, Fabrizio Panzera (Hrsg.): Giovan Battista Martinoli. In: Uomini nostri. Trenta biografie di uomini politici. Armando Dadò Editore, Locarno 1989, S. 22.
  12. ↑ Nathalie Tami: Martinoli, Sebastiano. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 22. August 2008.
  13. ↑ Achille Ferrari (Memento vom 31. August 2019 im Internet Archive) (italienisch) auf stsn.ch/chi-siamo/storia-della-stsn