| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
| ||
| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 49° 14′ N, 11° 28′ O | |
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Oberpfalz | |
| Landkreis: | Neumarkt in der Oberpfalz | |
| Verwaltungsgemeinschaft: | Neumarkt in der Oberpfalz | |
| Höhe: | 434 m ü. NHN | |
| Fläche: | 28,51 km² | |
| Einwohner: | 4114 (31. Dez. 2025) | |
| Bevölkerungsdichte: | 144 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 92369 | |
| Vorwahl: | 09181 | |
| Kfz-Kennzeichen: | NM, PAR | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 3 73 159 | |
| LOCODE: | DE SGB | |
| Gemeindegliederung: | 21 Gemeindeteile | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Bahnhofstr. 12 92318 Neumarkt i.d.OPf. | |
| Website: | sengenthal.de | |
| Erster Bürgermeister: | Werner Brandenburger (Freie- und Unabhängige Wählergemeinschaft) | |
| Lage der Gemeinde Sengenthal im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz | ||
Sengenthal ist eine Gemeinde im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Neumarkt in der Oberpfalz.
Die Gemeinde liegt ca. 1 km südlich von Neumarkt (Siedlung Hasenheide), am westlichen Anstieg zum Oberpfälzer Jura der Fränkischen Alb.
Es gibt 22 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Die Siedlung Sengenthal am Anger ist kein Gemeindeteil.
Die Gemeinde befindet sich auf den Gemarkungen Forst, Reichertshofen, Sengenthal und Stauf.
Angrenzende Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn von Norden beginnend die Gemeinden Neumarkt in der Oberpfalz, Deining, Mühlhausen (Oberpfalz), Freystadt und Berngau.
| Berngau | Neumarkt in der Oberpfalz | |
| Freystadt | Deining | |
| Mühlhausen (Oberpfalz) |
Erstmals Erwähnung fand der Ort in einer Kurbayerischen Urkunde des Jahres 1285 in der Schreibweise "Sengental". Im Jahre 1402 wird das Dorf mit "yenhalb Segental" in einer Neumarkter Gerichtsurkunde aufgeführt. In einer Urkunde des Klosters Seligenporten des Jahres 1431 wird der Ort dann mit " zcu Segental". Bereits im Jahr 1516 wird "Sengenthal" in Amberger Musterungsakten in der heutigen Schreibweise dokumentiert.
Die Kommission für Bayerische Landesgeschichte hat auch eine aktuelle Ortsnamen-Deutung veröffentlicht. Danach bezieht sich der Ortsname Sengenthal auf den mittelhochdeutschen Personennamen "Senge" was in der Deutung dann mit "im Tal gelegene Siedlung des Senge" erklärt wird. Die im Lexikon bayerischer Ortsnamen (aus 2006) auf Seite 258 erwogene Deutung als „senge“ für „Trockenheit“ bzw. „Dürre“ ist danach nicht mehr haltbar.
Sengenthal und Forst waren noch im 13. Jahrhundert Bestandteil der kaiserlichen Hofmark Berngau, die nach dem Tode des letzten Staufers Konradin an die Wittelsbacher gelangte. Das Dorf Sengenthal mit seinen 7 Bauernhöfen war um 1280 zeitweise an die Herren von Rothenfels verpfändet, weil sie den Herzögen von Bayern Burghutdienste leisteten.
In Reichertshofen hingegen war ein Dienstmannengeschlecht ansässig, dass im Jahre 1261 mit "Ulrich und Siboto von Reichertshovin" erstmals urkundlich in Erscheinung tritt. Beide waren zunächst Lehens- und Gefolgsleute "Konrads des Jüngeren von Sulzbürg". Nach dessen Tod und der Doppelhochzeit seiner Töchter mit den Reichsministerialen von Stein, ging dieser Besitz an die "Hilpoltsteiner" über.
Die Reichertshofer, die zwischen 1315 und 1424 urkundlich erwähnt sind, hatten ihre Güter dem Reich zu Lehen. Die Geschichte dieser Niederadelsfamilie ist noch nicht gut erforscht, lässt sich aber über mindestens sieben Generationen verfolgen: Ulrich I. tritt 1261 als Zeuge des Konrad von Sulzbürg im Kloster Seligenporten auf. Die Familie scheint mit dem Regensburger Domherrn Konrad Reichertshofer 1443 ausgestorben zu sein. Nach dem Aussterben der Reichertshofer wurde die Lehengerechtigkeit den Herren von Wolfstein übertragen, während Mannschaft und Botmäßigkeit kurfürstlich blieben. Der Schrägbalken mit den drei Sternen im Wappen der Gemeinde Sengenthal wurde aus dem Wappen der Reichertshofer übernommen.
Im Zuge von Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Ruralgemeinde Sengenthal, die zunächst folgende Orte umfasste:
Einwohner des Dorfes und der Gemeinde Sengenthal:
| Berichtsjahr | Kirchdorf Sengenthal | Gemeinde Sengenthal | ||
|---|---|---|---|---|
| 1871 | 83 | 199 | ||
| 1925 | 129 | 249 | ||
| 1950 | 252 | 424 | ||
| 1970 | 513 | 1359 | ||
| 1987 | 757 | 2.679 |
Durch die Bildung der Pfarrei Reichertshofen im Jahre 1867 (zuvor bei der Pfarrei Berngau) entstand erstmals ein der heutigen Gemeinde entsprechender Zusammenhang zwischen den Orten der Gemeinde Sengenthal, der damals durch einen Schulsprengel Reichertshofen, Buchberg und Sengenthal mit Schulsitz in Reichertshofen noch verstärkt wurde.
Wesentliche Veränderungen traten im heutigen Gemeindegebiet erst nach 1945 ein. Durch die Industrialisierung (Bau- und Baustoffindustrie) und den Bahnanschluss stieg die Einwohnerzahl der Gemeinde Sengenthal von 900 im Jahre 1939 auf über 3500 in den 2010er Jahren. Zudem trat ein wesentlicher Strukturwandel ein.
In Sengenthal gibt es eine Grundschule für Kinder aus dem Gemeindegebiet und einen katholischen Kindergarten.

Im Zuge der Bayerischen Gemeindegebietsreform wurden am 1. Januar 1972 die Gemeinden Forst und Reichertshofen eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kam der Gemeindeteil Buchberg der aufgelösten Gemeinde Stauf (heute Stadt Neumarkt) dazu.
Die Gemeinden Berngau, Pilsach und Sengenthal beantragten bereits im September 1973 bei der Regierung der Oberpfalz die Bildung einer Verwaltungsgemeinschaft. Mit Wirkung vom 1. Januar 1977 wurde die Verwaltungsgemeinschaft Neumarkt i.d.Opf. mit Rechtsverordnung der Regierung der Oberpfalz gebildet. Am 1. März nahm die Verwaltungsgemeinschaft Neumarkt i.d.Opf. ihre Tätigkeit auf.
Zwischen 1987 und 2024 wuchs die Gemeinde von 1.971 um 2.215 (oder 112,4 %) auf 4.186 Einwohner.


Der Gemeinderat der Gemeinde Sengenthal besteht aktuell aus 16 Mitgliedern und dem Ersten Bürgermeister.
| CSU | FW | FWG Sengenthal | Gesamt | |
| 2026 | 7 | 3 | 6 | 16 Sitze |
| 2020 | 7 | 1 | 8 | 16 Sitze |
| 2014 | 7 | 0 | 7 | 14 Sitze |
Quellen:
Der Erste Bürgermeister Thomas Klein (FWG), ein staatl. geprüfter Bautechniker wurde im zweiten Wahlgang mit 61,56 % der abgegebenen Stimmen gewählt. Auf den Mitbewerber Stephan Kratzer (CSU) entfielen 38,44 % der gültigen Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 58,34 % der Stimmberechtigten.
| Blasonierung: „In Schwarz über einem wachsenden silbernen natürlichen Felsenberg ein goldener Schrägbalken, belegt mit drei sechsstrahligen schwarzen Sternen.“ | |
|
Das Wappen wird seit 1978 geführt. |

Die nördlich von Sengenthal gelegenen "Neumarkter Sanddünen" wurden in 1985 mit der WDPA ID 164798 (World Database on Protected Areas) in die Liste der Landschaftsschutzgebiete im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz aufgenommen. Südlich der Schliefermühle bzw. östlich des Bahnhofs Greißlbach befindet sich ein als Naturdenkmal des Landkreises Neumarkt (NM 86) eingestuftes Flachmoor.
Auf dem Gelände des aufgelassenen Steinbruchs und der Tongrube bei Winnberg (Geotop 373A011) sind durchgende Profile des Oberen Dogger zu sehen.
Über das Gemeindegebiet verteilen sich mehrere Fußball-, Bolz- und Spielplätze.
Die Hauptsportart in Sengenthal ist Fußball. Die Fußballmannschaft der SpVgg Forst Buch Reichertshofen spielt derzeit (Stand 2025/2026) in der Kreisliga Neumarkt/Jura Ost des BfV und ist damit die Höchstklassige Fußballmannschaft der Gemeinde. Die 1. Fußballmannschaft des ASC Sengenthal ist in der Aklasse Neumarkt/Jura Ost beheimatet (Stand 2025/2026). Der ASC bietet aber auch Gymnastik, Kegeln und Tennis an. Beim SKC Buchberg wird ebenfalls der Kegelsport betrieben.
Eine Besonderheit im Landkreis Neumarkt bilden die Fingerhakler Reichertshofen, die in regelmäßigem Turnus auch die "Alpenländische Meisterschaft im Fingerhakeln" ausrichten und hierzu Gäste aus dem gesamten Alpenraum begrüßen. Auch der UL- und Drachenfliegerclub Forst-Sengenthal bildet ein Alleinstellungsmerkmal der Gemeinde.
Der Buchberg bietet zahlreiche Wanderwege, unter anderem kommt man am sagenumwobenen Teufelskeller vorbei, wo ein mit Gold gefüllter Wagen stehen soll. Auf dem Berg befinden sich vorgeschichtliche Befestigungsanlagen (sog. Keltenschanzen). Der Arbeitskreis Umwelt und Natur zeichnet u. a. für mehrere Themen-Wanderwege im Gemeindegebiet verantwortlich.

Ein Baggersee (Sandgrube) an der Bundesstraße 299 beim Ortsteil Greißelbach bietet im Sommer Bade- und Erholungsmöglichkeiten. Für Radtouren sind die Sengenthaler Rundtour, Ins Land der Zeugenberge und Erlebnis Kanal beschildert. Der Ludwig-Donau-Main-Kanal lädt zum Angeln und auch zum Radfahren ein.
In der Gemeinde ist ein Kirchenchor im musischen Bereich aktiv.
Neben dem Arbeitskreis Umwelt und Natur sind noch ein Kapellenverein, eine Soldaten- und Kriegerkameradschaft und die Kolpingfamilie Reichertshofen zu nennen.
Der Obst- und Gartenbauverein befasst sich vor allem mit der Ortsverschönerung und der Traditionspflege insbesondere an kirchlichen Festtagen wie Erntedank.
Für den Brand- und Katastrophenschutz zeichnen die vier Feuerwehren der Gemeinde verantwortlich.
Auf dem Gemeindegebiet, bei Greißelbach, liegt der Unternehmenssitz des Baukonzerns Max Bögl.
Auf dem Winnberg (108 m Höhe) befindet sich die ehemals leistungsstärkste Windkraftanlage Bayerns in Form einer REPower 3.4M104 mit 128 m Nabenhöhe und 104 m Rotordurchmesser (Rekordhalter von 2010 bis Mitte 2017)
Bis 1986 produzierte die Georg Behringer KG in einem großen Zementwerk Portlandzement.
Die Bundesstraße 299 führt von Norden aus Neumarkt kommend nach Süden in Richtung Mühlhausen durch die Gemeinde. Des Weiteren verläuft die Bahnstrecke Nürnberg–Regensburg durch einen Teil des Gemeindegebietes.
Ehemalige Verkehrswege sind der Ludwigskanal mit zwei Schleusen auf dem Gemeindegebiet und die 1991 aufgegebene Bahnstrecke Neumarkt–Dietfurt, die jetzt als Gleisanschluss der Baufirma Max Bögl dient.
Etwa 5 km südwestlich der Ortsmitte, ca. 500 m westlich des Ortsteils Forst, liegt das Ultraleichtfluggelände Sengenthal.
In Sengenthal befindet sich eine Grundschule mit 6 Schulklassen (im Schuljahr 2024/2025 mit 126 Schülern), ein Kindergarten und eine Kindertagesstätte. Die Pfarr- und Gemeindebücherei ist im Untergeschoss der Kirche Sengenthal untergebracht.